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Der Aufbau : Bürger und Stadt
Entstehung
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Umschau

Manhattan in Osterholz

Die Lebensqualität hatte unser voriger Bundeskanzler auf sein Panier geschrieben. Wir sind mit ihm einig, nur nicht mit den Demonstrativ-Bauten in Osterholz. Soll das einmal ein Baudenkmal unserer Zeit im Baudenkmaljahr werden? Betonblöcke, Hochhäuser dicht an dicht, die Autobahn be­herrschend mit den geplanten 4000 Wohnungen, auf einem Haufen, einem Ameisenhaufen, wenn wir die Maßstäbe et­was versetzen, Termitenhügel für Tausende von Menschen, denen es nach hartem Arbeitstag genügt, in eine abge­schlossene, gut beheizte, sauber ausgebaute Wohnung ein­zukehren und sich nach dem Essen auf den Weg über den Bildschirm in eine Traumwelt zu begeben. Aber die Alten, die hier den ganzen Tag verleben, die Kinder, diese Fahr­stuhlkinder, denen es schon Spaß bedeutet, wenn sie die kahlen Treppenhäuser bemalen bzw. beschmieren können, Kinder, deren junge Mütter sie aus schwindelnder Balkon­höhe kaum noch beobachten, geschweige denn behüten können, Kinder, die aggressiv werden, weil sie ohne Auslauf allen Pressionen einer anonymen Umwelt ausgeliefert sind. Der Auslauf über die Fußgängerbrücke der Autobahn in die weite Landschaft ohne elterliche Betreuung im Hinter­grund bietet zwar Freiheit, aber keine Heimat, nicht das Gefühl der Geborgenheit, in der nur Kinder wachsen kön­nen. Kinder aus dem 12. oder 20. Stock dürften es auch im Leben schwer haben. Nicht nur für die Alten ist nach ärzt­licher Meinung eine Wohnhöhe über den 6. Stock hinaus problematisch. Dort, wo bestenfalls die vier Wände ein biß­chen Geborgenheit geben, wird die Umwelt als kalt emp­funden und abgelehnt, sie wirkt feindlich und macht ein­sam.

Uns geht es immer noch und immer wieder um die Heimat, auch wenn manche Menschen sie längst auf den Kehricht­haufen werfen möchten; meist sind es gerade die, die sie nie erlebt haben und doch so nötig hätten. Wir bieten eine Alternative, eine echte bremische, eine aus der guten alten Weimarer Zeit, eheBlut und Boden" erfunden wurde. Das sind die Arbeitersiedlungen von Borgward und AG Weser in Arbergen oder Lesumbrok, aber auch die Nebenerwerbssied­lungen für die Flüchtlinge nach 1945 in Borgfeld oder Oster­holz, wie sie dem Schreiber aus der Nachbarschaft in Bremen- Burg in ihrer Lebenswelt gut bekannt sind. In der Notzeit ermöglichten sie die Gartennutzung und die Viehhaltung, den Obstbau und die Untermiete, die Bleibe für eine ganze große Familie. Heutzutage sind die großen Gärten meist als Kleinpark mit einer Liege- und Spielwiese für die Kinder und wohl nur an den Rändern für Obstanbau genutzt. In den stillen und eingegrünten Straßen spielen die Kinder heute noch, wie sie immer schon gespielt haben, hier finden sie Stöcke zum Schnitzen, Vögel sind zu füttern, Kaninchen zu beobachten, Straßenspiele mit Singsang abends und bis zur Dunkelheit zu veranstalten. Hier ist ein Kinderleben zwar nicht gefahrlos, aber lebenswert. Hier gibt es für den Vater die Entspannung in der Gartenarbeit und nicht nur vor dem Bildschirm; und das Gespräch über den Gartenzaun, hier gibt es noch Beerenobst für die Mutter zum Einwecken und Blu­men vor den Fenstern und für die Vasen, und heute meist eine Terrasse zur Erholung an frischer Luft, wirklich frischer Luft. Das gibt es noch in Burg und Hastedt, in Rablinghausen und Habenhausen! Wir möchten uns wünschen, daß unsere Arbeiterkinder in kindlicher Freiheit und Fröhlichkeit auf­wachsen und nicht mit 140 Wohneinheiten auf den Hektar, wo schon die 65 Einheiten in der Vahr für die Entwicklung der Jugendlichen problematisch sind. Cm

Aus: Mitteilg. Nieders. Volkstum

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