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Die Bremer Papyri / von Ulrich Wilcken
Entstehung
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162
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162 Wilcken:

Nr. 79. Ein Fragment.

P. 74 (Bibl.). H. 15 cm. Br. 3 cm. Linksgeneigte Cursive. Schmaler Streifen mit 16 Zeilenanfängen wie Feypal^ (Z. 3).

Nr. 80. Ein Fragment.

P. 80 (Bibl.). H. 12 cm. Br. 6 cm. Eine meist aufrechte Cursive. Oben, rechts und unten abgebrochen. Reste von 17 Zeilen. Im Anfang des Fragments ein Kaisereid bei der tuxh des Trajan. Vgl. Z. 2: thv ^ÜTOKpcn-opofc, Z. 3: Ce(Laor-roG repna»[jKou ktX. Später ist mehrfach von einem da(£ou-nog die Rede und von seinen luefooraf. Z. 16 und 17 sind mit matterer Tinte, wohl von 2. Hand geschrieben.

25. Sept. 103 Nr. 81. Urkunde mit Quittung.

P. 26 (Bibl.). H. 11 cm. Br. 10 cm. Cursive. Die rechte Hälfte dieses Stückes (11 Zeilen) ist stark abgescheuert, so daß sie schwer lesbar ist. Z. 1: TTToXeuaTos [. Es handelt sich um eine Zahlung von 6 Drachmen (Z. 5). Von Z. 8 an wird sie von 2. Hand quittiert: "£axo[v (Z. 8) und nachher in Z. 9: -ras -n-poK(eivJievas) äpy(upiou) [8paxua]s / (Spax-) <?. In Z. 3 und 10 begegnet der Name TTavepoos (Dativ TTavepooTi Z. 3), der in Preis. Namenb. aus Lond. III S. 208 nr. 899,7 zitiert wird. Vgl. auch Pape. Datum Z. 58: 7. Jahr (e^S6]uou) des Traian, 27. Thoth.

Nr. 82. Ein stenographisches Stück.

P. 90 (Bibl.). H. 15 cm. Br. 12 cm. Auf diesem kleinen viereckigen Blatt stehen 2 Columnen, die in griechischer Stenographie geschrieben sind. In Col. I stehen 23 Zeilen, in Col. II oben 8, unten 5 Zeilen. Da ich von Stenographie nichts verstehe, bat ich unsere erste Autorität, Hrn. Arthur Mentz, um eine Äußerung. Nach einer Abzeichnung von wenigen Zeilen, die ich nach einer in Bremen gemachten Ab­zeichnung ihm beilegte, schrieb er mir, daß kein Bedenken zu bestehen scheine, den Papyrus in die trajanisch-hadrianische Zeit zu setzen. Er verwies auf Oxy. IV 724, der ja die Stenographie in Ägypten um 155 n. Chr. in voller Verwendung zeige. Die Schaffung des Systems fällt nach ihm in das I. Jahrhundert n. Chr. (vgl. seine Besprechung von Milne in den GGA 1935 Nr. 12 S. 481 ff.). Somit wäre unser Stück denn die älteste bisher nachweisbare Anwendung der helle­nistischen Kurzschrift. Es wäre sehr zu wünschen, daß es Hrn. Mentz er­möglicht würde, diesen Papyrus zu publizieren.