Die Bremer Papyri
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Einzelbemerkungen.
3. Die Ergänzung [Xinvao>ioG gebe ich nach dem Flor. III 326. Nach Ryl. II 82 könnte man auch [tcöv eiri toö XiuvacuoG ergänzen, aber das dürfte hier zu lang sein.
4. In keiner der beiden Parallelen wird Kai t-rrairXHauoCi (die künstliche Bewässerung) hinzugefügt. Dies Substantivum, das die Lexica (auch Preis. Wb.) nicht kennen, fand ich in Jones' trefflichem Liddell-Scott zitiert aus dem P. Lond. ined. 2179 (III. Jahrh. n. Chr.).
Nr. 31. Eingabe eines Steuererhebers mit einem Kaisereid. Aug. 117
P. 52 (Bibl.). — H. 17 cm. Br. 13.5 cm. — Die Schrift (Recto, parallel der Paginabreite)
ist eine rechtsgeneigte Cursive.
Diese Eingabe ist von einem Erhebungsbeamten gemacht. Er schwört am 11. (oder 15.?) Mesore beim Genius des Kaisers Trajan, bis zum 25. desselben Monats 12 Artaben Weizen und 31% Artaben Linsen im Dorfe Naboö einfordern zu wollen. Welcher Art diese Forderung war, ist nicht genauer gesagt. Bemerkenswert ist die demotische Unterschrift des Beamten. Vgl. Nr. 32, 31.
Oben abgebrochen
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I I I I I I I I I I I I I I -UeaopA iä. 15 1 Zeile Demotisch
6 Das s von to? corrig. aus u. — 14 Statt iä könnten die Buchstabenreste auch 16 gelesen werden.
Einzelbemerkungen.
5. Die Lesung kcou[hc; N]a(J[o]cb war schwer zu erkennen, namentlich das verstümmelte (1, aber ich glaube, sie vertreten zu können.
14. Die schrägen Striche sind offenbar erst gesetzt, nachdem am Schluß das Tagesdatum geschrieben war. Sie sollen wohl den Raum füllen, um das Griechische und das Demotische voneinander zu scheiden. Fast sieht es so aus, als ob der Demotiker (der Erhebungsbeamte) die Striche gemacht hat, denn unterhalb des Demotischen findet sich ein ähnlicher zarter schräger Strich. — Das Tagesdatum (der 11. oder 15. Mesore = 4. oder 8. August 117) fällt in die letzten Tage des Trajan.