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Die Bremer Papyri / von Ulrich Wilcken
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Die Bremer Papyri

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L.Gr. (Dicaearch. Stat. Graec. p. 10 ed. Hudson): Sicn-pexouCTi Be -nvec; Iv rif -rroXci Xoyo- ypa^ioi ktX.

6. Zu tcö[i] uiro aoi [voucoi vgl. Nr. 8, 4.

8/9. Sehr bemerkenswert ist, daß Demetrios als früherer Stratege des Arsinoi'tes und anderer Gaue bezeichnet wird. Da an eine Verbindung des Arsinoi'tes mit Nachbargauen unter einem Strategen 1 nicht zu denken ist, kann das nur bedeuten, daß Demetrios die Strategien von mindestens drei verschiedenen Gauen nacheinander be­kleidet hat. Das ist eine überraschende Nachricht. Oertel, Die Liturgie S. 295 kennt nur ein einziges Beispiel einer Iteration der Strategie, in Oxy. X 1255 (a. 292): yei/6u(evoc;) ?TP?( TH Y°s) Xio-ir(oXn-ou), crrpc^THyoc;) 'O^upuyxvrou), und fügt auch hier noch vorsichtig hinzu: »falls die Lesung zutrifft«. Ich erinnere mich nicht, ob inzwischen weitere Beispiele zutage gekommen sind.

Nr. 8. Ein Empfehlungsbrief an Apollonios.

P. 48 (Bibl.). H. 11 cm. Br. 14 cm. 1 Klebung. Die Schrift (Recto, parallel der Paginabreite) ist eine Cursive. Auf Verso parallel der Paginahöhe.

Die Namen des Empfehlenden wie des Empfohlenen sind zugleich mit dem Anfang des Textes verloren. Der Letztere will dem Apollonios einen Besuch abstatten.

Oben abgebrochen

[........... ], äSeXc^e, Td T6 ctXXa $1-

[Xavfl-pcbiTcog] ayTcp afuvJevex'&Hvai Kai CTTrouSqaai, oirooc; thc; irpocTHKoucrHC, a^oi^Hc;

KCXTa THV kv TCp UTTO CTOl fOJJtcjb ETTlSei^tl/ TU-

s x^ 3 " euxapiCTTHCTy xrpog cre eTriSHjiiai.

JUUytcrrHK yap Ith toutcoi x^pif croi yvcacjo- jjtai. (2.H.) 3 6ppcocr0-cu cre e\ixo\xai,

KÜpie i-tou aSeXi^pe.

Darunter freier Rand von 4 cm

Verso.

['cVrroXXcovicp CTTpaTHycp X 'cXttoXXcoi'ottoXitou 'CTrjTaKaaiJu'ag.

Übersetzung.

--(ich bitte dich o. ä.)], mein Bruder, sowohl im übrigen freundlich mit ihm umzugehen

als auch dich um ihn zu bemühen, damit er entsprechend seinem Auftreten in dem dir unter­stellten Gau den gebührenden Lohn erhalte und dankbar sei für seine Reise zu dir. Denn größten Dank werde ich dir dafür wissen. (2. H.) Ich wünsche dir Gesundheit, mein Herr Bruder.

Einzelbemerkungen.

3. Zu cTTTouSacrai ist auTÖbi (aus Z. 2) hinzuzudenken. Vgl. Giss. 69, 7f. (auch ein Emp­fehlungsbrief an Apollonios): co irapaKaXco (cre) iv irScn cnrouSdcrcci. 71, 6 (dito): (IpcoTcö) CTTTOuSdcrai auTcoi. Zu ciuoi(Jh vgl. Giss. 22, 6.

4. Worauf die einSei^ic; hinweist, würden wir wahrscheinlich besser verstehen, wenn der erste Teil des Textes erhalten wäre. Dort mag erzählt sein, was der Empfohlene in dem Gau tun wollte.

1 Wie in den von Oertel, Die Liturgie S.292 angeführten beiden Fällen.