VI.
Schlofs auch die vorangehende Skizze aus der Geschichte des Künstlervereins mit dem Hinweis auf die Feste von 1882 und 1888, so griff sie doch schon hier und da der Zeit vor bis in die 1890 anhebende Ära Bulthaupt. Diese endete zwar, den Präsidentensitz Senator Dr. Kasten, dann Gust. Rassow überlassend, bereits am 22. Dezember 1903, doch hörte sie erst ganz auf mit Bulthaupts schmerzlich frühem Tod am 20. August 1905. Gewifs lebt sie noch stark genug im Gedächtnis der heutigen Generation, als dafs sie mit gleicher Ausführlichkeit behandelt werden müfste, wie die nur noch recht wenigen aus eigenem Erleben bekannte Frühzeit des Vereins. Nur also aufzufrischen wäre hier für das Gefühl der Dankbarkeit die Erinnerung an die herrlichen Veranstaltungen seiner Präsidentschaft; 1891 und 1892 die Luther-, Mozart- und Columbus- feiern — bei der zweiten hielt Arthur Fitger die Festrede, bei der dritten Prof. Günther aus Erlangen — Rubinsteins Rebenaufführung 1893, das Konzert von Max Bruch mit Erstaufführung von Bulthaupts Leonidas 1894, das Kostümfest von 1895, die Aufführung von Mozarts Schauspieldirektor 1896, des Neffen als Onkel 1897, Glucks Maienkönigin 1898, die lebenden Bilder nach Meistern der Renaissance bis in die Neuzeit 1899, weiter die Aufführung der Laune des Verliebten 1900, von Molieres Gezierten 1901, das Richard Wagner-Konzert 1902, Ludwigs Hans Frey 1903, das Mozart-Delibes-Liszt-Konzert 1904, und endlich Schillers Demetrius 1905. Freilich, schon lange vor seinem Präsidium hat Bulthaupt als Regisseur zahlreichen Darstellungen vorgestanden und sie mit Prologen eingeleitet, wie 1876 Schuberts häuslichen Krieg, 1877 Schumanns Paradies und die Peri, 1879 Goethes Jahrmarktsfest von