Die List der Vernunft
Nicht minder plastisch ist die Form, in der der „Bereich von Bildung, Information und Unterhaltung" erkundet wird. Uber den Standort bzw. die Planung einer Mittelpunktschule — in der das Land Hessen bekanntlich der Pionier der Bundesrepublik ist — hinaus wird z. B. gefragt: „Wohin gehen die Kinder deines Ortes a) in die Realschule?. .. b) in die Sonderschule? ... c) in das Gymnasium?" ... Mit dieser List der Vernunft werden die Kinder neugierig gemacht,- manche von ihnen erfahren vielleicht zum ersten Mal, wo es in der Nähe höhere Schulen gibt; das Gespräch darüber mit Kameraden und zu Hause mag nicht selten die Lust wecken oder die Möglichkeit näherrücken, daß ein begabtes Kind zur Mittleren Reife, zum Abitur, zum Studium auf einer Hochschule gelangt. Einer der schwächsten Punkte in unserem Bildungswesen wird damit wenigstens einmal scharf beleuchtet.
Der Hecht im Karpfenteich
Weiter wird gefragt: „In welchem Ort benutzt ihr gewöhnlich a) den Sportplatz? . . . b) die Turnhalle? ... c) das Freibad? ... d) das Hallenbad? — Hat deine Gemeindevertretung die Errichtung einer solchen Anlage beschlossen? — Wenn ja, welche?" — Drängende Fragen der Schüler hiernach (zu denen sie ja vom Staat autorisiert sind!) mögen diesem oder jenem Bürgermeister und Gemeinderat unbequem sein. Aber auch wenn sie hier und dort heute und morgen negativ beantwortet werden: Der staatsbürgerliche Hecht im dörflichen Karpfenteich kann dem Gemeinwohl nur dienlich sein. Und daß neu erwachtes politisches Bewußtsein etwa in Anarchie umschlägt, kann der Lehrer verhüten. Denn, wie Innenminister Schneider am 5. April 1967 in einer Pressekonferenz sagte: „2400 Lehrer haben die Beantwortung der Fragebogen überwacht und das Ergebnis zusammengestellt." Unter dieser Aufgabe dürften nicht wenige Lehrer geseufzt haben; doch wird sie von den lebendigen unter ihnen begeistert aufgegriffen worden sein, zumal sie auch selbst dabei etwas lernen konnten. Der knappe verfügbare Raum verbietet es, den ganzen Fragebogen vorzuführen. Immerhin sei vermerkt, daß nächst Volksbüchereien, Erwachsenenbildung und Gemeinschaftshäusern auch das Gesundheitswesen zum Zuge kommt: Wo Ärzte jeder Art, auch Tierärzte, wo die Hebamme, der Apotheker, ihren Sitz haben, wo die Standorte des nächsten Krankenhauses und von Alten- und Pflegeheimen sind — das alles will der Minister wissen.
Bedeutung der Aktion für die zentralen Orte
Nehmen wir die gestellten Fragen unter die Lupe, so erkennen wir, daß die amtliche Statistik sie nicht zu beantworten vermag, weder was die genaue Lokalisierung der einzelnen Einrichtungen und Funktionsträger, noch was ihr Einzugsgebiet betrifft, zu schweigen von dem, was man „Verbrauchergewohnheiten" nennt: An ihnen pflegte die traditionelle Planung vorbeizugehen, als gehörten sie nicht zum Wichtigsten, was der Planer zu berücksichtigen hat. Zu berücksichtigen, wofür? Hierzu dürfen wir auf den Beitrag von Prof. Gerhard I s b a r y im Mai-Heft unserer Zeitschrift verweisen, der die Bedeutung der sogenannten zentralen Orte für die Raumplanung der kommenden Jahre und Jahrzehnte evident gemacht hat. In der bereits erwähnten Pressekonferenz hat Minister Schneider die Bedeutung der zentralen Orte für die Gesamtentwicklung eines Planungsraumes bestätigt:
„Planungsräume sollen in guter räumlicher Zuordnung zueinander alles das enthalten oder entwickeln, was als Mindestvoraussetzung für wertgleiche Lebensbedingungen anzusprechen ist. Dazu gehören u. a.: 1. Die Benennung der vorhandenen und neu zu entwickelnden zentralen Orte. 2. Die gegenwärtige Ausstattung dieser Orte mit kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Versorgungseinrichtungen von überörtlicher Bedeutung und die für die Zukunft erforderliche Ausstattung. 3. Die Benennung der Gemeinden, die von den Einrichtungen zentraler Orte gegenwärtig mitversorgt werden, und
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