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Der Aufbau : Bürger und Stadt
Entstehung
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AUGUST JÜRGENS

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Ausführung neuzeitlicher Wohn- und Siedlungsgärten sowie Werksgrünanlagen

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Stadtverkehrsdilemma in den USA

Die anhaltende Ausdehnung der amerikanischen Städte in Form von weitausgebreiteten Einfamilienhaus-Vororten schafft für den Verkehr fast unüberwindbare Probleme. Frü­her hat eine Vielzahl von Verkehrsdiensten Eisenbahnen, Schnellbahnen, Straßenbahnen, Autobusse, Autotaxen, Autos eine kräftige städtische Entwicklung unterstützt. Heute sind die amerikanischen Städte jedoch vom Verlust dieser vielfältigen Dienste bedroht. Mehr und mehr wird die ameri­kanische Bevölkerung nomens volens vom Besitz eines privaten Kraftwagens abhängig. Wenn nichts unternommen wird, um die bestehenden öffentlichen Verkehrseinrichtun­gen zu erhalten und neue zu entwickeln, werden wesentliche Verkehrsdienste endgültig verloren gehen, die künftig nur mit hohen Kosten wieder eingerichtet werden können.

Es ist vor allem der tägliche Pendelverkehr von der Woh­nung zur Arbeitsstätte, der zu Zeiten des Spitzenverkehrs unerträgliche Stauungen nicht nur in den Zentren der gro­ßen Städte, sondern auch in den Außenbezirken schafft. Eini­ge alarmierende Fakten über die Pendlersituation sind in dem BerichtHome to Work Travel" enthalten, der vom Bureau of the Census (Statistisches Bundesamt der Vereinig­ten Staaten) aufgrund der Verkehrszählung von 1963 (Cen­sus of Transportation) erarbeitet wurde.

Anfang Oktober 1963 zählte man in den USA 50 Millionen Personen, die täglich zwischen Wohnung und Arbeitsstätte pendelten. Davon lebten 70 Prozent in den Großstadtregio­nen (metropolitan areas SMSA). Fast die Hälfte dieser Pendler hatte einen Weg von über fünf Meilen (ca. 8 km) zur Arbeitsstätte. Uber die Hälfte der Pendler benötigten zwischen 15 und 35 Minuten für den Weg zur Arbeitsstätte und mehr als ein Fünftel 36 Minuten und mehr. Vierzig Prozent der Pendler in den verstädterten Gebieten hatten keine Möglichkeit, öffentliche Verkehrsmittel zu be­nutzen. Achtzig Prozent der Pendler benutzten aber das pri­vate Auto als Verkehrsmittel. Selbst in den Zentralstädten der Großstadtregionen, wo öffentliche Verkehrsmittel leichter erreichbar waren, dominierten die Autofahrer im Verhält­nis 2:1.

Nach Angaben der American Transit Association ist die Be­nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in den letzten zehn Jahren stark zurückgegangen. Im Jahre 1955 wurden über 9,2 Milliarden zahlende Fahrgäste auf allen öffentlichen Ver­kehrsmitteln gezählt. Bis 1964 war die Zahl um 25 Prozent auf 6,9 Milliarden Fahrgäste zurückgegangen. Die Betriebs­einnahmen im Jahre 1964 betrugen 1,4 Milliarden Dollar. Sie lagen nur um ein Prozent unter den Einnahmen von 1955. Andererseits sind die Betriebsausgaben (einschließlich der Abschreibungen) und der Steuern um nahezu 4 Prozent ge­stiegen. Das Nettoergebnis war nach Abzug der Steuern ein Rückgang in den Uberschüssen von 55,7 Millionen Dollar im Jahre 1955 auf ein Defizit von 0,9 Millionen Dollar im Jahre 1963 und ein solches von 12,4 Millionen Dollar im Jahre 1964 Es wird geschätzt, daß bis 1975 Verkehrseinrichtungen für die täglichen Fahrten von 200 Millionen Personen (gegen­über 50 Millionen Pendlern in 1963) geschaffen werden müs­sen. Daraus wird gefolgert, daß die Lösung der städtischen Verkehrsprobleme nur In der Entwicklung eines ausgedehn­ten Systems verbesserter und erweiterter Massenverkehrs­mittel und eines angemessenen Ausbaues der Autobahnen und Parkmöglichkeiten gefunden werden kann. Man hat erkannt, daß eine wirkungsvolle Verkehrsplanung nur auf einer umfassenden gebietsweiten Basis (comprehen- sive areawide basis) in einer Metropolitan Area oder In einer noch größeren Region erfolgen könne. In demNatio­nal Survey of Metroplitan Planning" von 1964 berichteten 135 von 1939 Metropolitan Planning Agencies, daß umfassen­de kombinierte Verkehrsplanungsprogramme in ihren Gebie­ten betrieben werden. dx.

(Entnommen dem .ingesta report" 4/66)

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