UMSCHAU
unstete Leben nicht aufgeben wollen, die meisten wohl, weil sie es nicht aufzugeben vermögen, weil ihnen die Fähigkeit und die Zielstrebigkeit fehlt, sich in unserer geordneten Welt zurechtzufinden.
Frage natürlich: was tut die Wohlstandsgesellschaft, was tun die Sozialbehörden, um diesen Männern, unter denen „asoziale Elemente" nicht geduldet werden, zu helfen? Die Innere Mission betreut die Bewohner des Bunkers nach besten Kräften mit den Mitteln, die sie zur Verfügung hat. Seit zwölf Jahren bemüht sie sich außerdem um ein Heim für diese Männer, damit sie endlich aus dem sonnenlosen Obdach herauskommen. Sie hat, wie ihr Leiter, Pastor Klaus von Aderkas, uns sagte, in den vergangenen zwölf Jahren nacheinander in verschiedenen Stadtteilen Bremens Grundstücke für einen Heimneubau an der Hand gehabt; sie hat Architekten bemüht, Bau- und Finanzierungspläne vorgelegt und für diese vorbereitenden Arbeiten schon mehr als 40 000 Mark ausgegeben. Nutzlos . . .
Schön, die Behörden erwiesen sich als hilfsbereit. Aber stärker als sie waren die Bürger Bremens. Bei jedem Projekt erklärten die dem Bauplatz benachbarten Bewohner heftig: „Ein solches Männerheim mag notwendig sein — aber, baut es, wo ihr wollt, nur nicht bei uns!"
Diese Bürger befürchten, die Heimbewohner könnten ihnen Unannehmlichkeiten bereiten. Sie bombardierten die Behörden mit Protestbriefen, drangen damit durch, und alles blieb beim alten.
Die Innere Mission kann sich den Luxus solcher vergeblicher Investitionen nun nicht mehr leisten. Sie hat die Hoffnung aufgegeben, daß sie es je schaffen könnte, den Bunkerbewohnern eine menschenwürdige Behausung zu bieten, eine Behausung, die zugleich dazu beitragen könnte, ihnen den Schritt in ein geordnetes Leben zu erleichtern.
Die Hansestadt, die nicht nur viele Millionen für den Wohnungsbau und den Hafen bereitstellt, sondern auch das Geld auftreibt für eine neue Stadthalle und ein neues Parlamentsgebäude, sollte eigentlich, möchte man meinen, auch fähig sein, der Inneren Mission und deren Schützlingen zu helfen. Senat und Bürgerschaft (Parlament) haben in Bremen für alte und arbeitsunfähige Menschen vorbildliche Heime geschaffen. Man muß sich deshalb wundern, warum es den im Landesparlament tonangebenden Sozialdemokraten und den in der Opposition stehenden Christlichen Demokraten nicht gelingt, gemeinsam das gute Werk der Inneren Mission zu för-. dern, um die unter dem Bahnhofsplatz hausenden Männer aus dem Dunkel herauszuholen.
(Entnommen aus „Die Welt" vom 14. 7. 1964. Verfasser: Gerhard Milau.)
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