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Von Sansibar zum Tanganjika : Briefe aus Ostafrika ; mit dem Bildniß Böhm's und einer Uebersichtskarte / von Richard Böhm ; nach dem Tode des Reisenden mit einer biographischen Skizze herausgegeben von Herman Schalow
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einmal mein Boy eine Vogelart, die er geschossen hat und diewir" noch nicht in unserer Collection haben. Aber wie gesagt, ich will nicht klagen, wenn ich auch fast ersticke an dem beständigen heißen Wunsche, wenigstens einmal etwas aufstehen zu können, während es so sehr, sehr langsam mit der Heilung meiner Wunden geht. Hätte es ja auch mit dem Schuß, der mich traf, ebenso gut ganz aus sein können, der Schütze hätte ja nur etwas höher zu zieleu gebraucht.

34. An Herman Schalow.

Qua-Mpala, 17. August 1883.

Immer noch bin ich ein wenig Reconvalescent. Noch muß ich mich wegen der bei der Erstürmung des Wawendeortes Katakwa erhaltenen Schußwunden schonen und, schweren Her­zens, meinem Collegen überlassen, nach den Soko, den großen, von den Eingeborenen wie die Teufel gefürchteten Schim­pansen zu suchen, die sich selbst durchaus nicht sehen lassen wollen, obgleich ihre Nester allenthalben in den Bergen zu finden sind.

Aber selbst das Umherstreifen nach leichterer ornithologi- ^cher Beute verbietet sich hier so gut wie ganz. Ueberall ragen die Höhen mit jähen Hängen auf, an denen lockeres Geröll und glattes, langes, trockenes Gras jeden Schritt un­sicher macht. In der lichten Waldung dort ist es noch dazu recht still; fetten nur hallt ein Vogelruf durch das eintönige Rauschen des Seewindes in den Wipfeln, das Knistern und Rasseln der herabfallenden vertrockneten Blätter und Früchte. Und selbst das unfern entdeckte Federwild bleibt wegen der Unmöglichkeit, sich leise und unbemerkt zu nähern, wegen der Unwegsamkeit des Terrains, der tiefen Riffe und Schluchten,