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Von Sansibar zum Tanganjika : Briefe aus Ostafrika ; mit dem Bildniß Böhm's und einer Uebersichtskarte / von Richard Böhm ; nach dem Tode des Reisenden mit einer biographischen Skizze herausgegeben von Herman Schalow
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brechende Dach unsers Hauses zu renoviren. Die ersten Güsse der Masika würden es uns, sowie es jetzt ist, über den Köpfen zusammenschmeißen.

Was nun wird, wenn wir fürs erste von hier noch nicht fortkommen, weiß ich noch gar nicht. Ich muß gestehen, daß der Gedanke, noch einmal in der Regenzeit hier zu sitzen, wenig Erfreuliches hat. Die sich dann breitmachenden Fieber, die hier überhaupt nie ganz aufhören, sind denn doch zu heftiger Natur, als daß eine neue derartige Periode wünschens- werth wäre. Jedenfalls wird, sobald 4050 Träger bei­sammen sind, ins Lager gezogen, wohin ich mich dann wol begeben werde. Man setzt sich nämlich in irgendeinem be­nachbarten Neste mit den schon angeworbenen Trägern fest, die natürlich unterhalten werden müssen, und sammelt hier die weiter eingereihten an. Auf andere Weise kommt man nie fort, da ja die Kerle von allen Seiten hergelaufen kommen, sich wieder zerstreuen und nie bei der Hand sind; außerdem wird auch der Zulauf viel lebhafter, sobald ein­mal durch das Beziehen des Cambi der Beginn der Expedi­tion definitiv geworden ist. Nächste Nachricht also hoffent­lichCambini" datirt.

30. An feine Schwester.

Gonda, 16. December 1882.

Wenn Du diese Zeilen erhältst, die ich noch in der Un­ruhe des endlichen Aufbruchs von hier absende, wirst Du in­folge unserer zugleich von hier abgegangenen Depesche schon wissen, daß die Befürchtung, welche Du in Deinem letzten Briefe vom 28. Juli ausfprachst, eingetreten ist und wir unsern braven lieben Kameraden Kaiser verloren haben. Er