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Von Sansibar zum Tanganjika : Briefe aus Ostafrika ; mit dem Bildniß Böhm's und einer Uebersichtskarte / von Richard Böhm ; nach dem Tode des Reisenden mit einer biographischen Skizze herausgegeben von Herman Schalow
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sicherster und absoluter Schutz vor einem Ueberfall des töd­lich gefürchteten Mirambo ist. Alles dies hindert natürlich nicht, daß schon am folgenden Tage die Ruga-Nuga gemüth­lich wie nur je auf unserer Veranda saßen und ihre Waffen, Pfeifen, Kopfputze, Amulete u. f. w. lachend und schwatzend uns feilboten.

25. An seine Mutter.

Auf der Reise von Ummvo nach Gonda im Zelt, Muin-Sale, 31. Juli 1882.

.... Am Fluß haben wir, wie ich wol noch nicht schrieb, Gesandte aus Gonda und Tabora empfangen, die uns durch­aus nach ersterm Ort zurückhaben wollten, indeß gründlich abfielen, da wir durchaus keine Lust hatten, unser durch den Bau eiuer großen Banda (Haus mit Giebeldach) sehr gemüth­lich gewordenes Lager zu verlassen, um nach dem öden un­gesunden Gonda zurückzukehren. Sobald es der genügend trockene Zustand des Grases erlaubte, setzten wir an allen günstigen Orten die Boga in Brand, was zur Folge hat, daß nach Abbrennen des alten sofort neues junges Gras aufsprießt, welches wiederum auf das sich seit lange nur kümmerlich nährende Wild große Anziehungskraft ausübt. Der Erfolg blieb nicht aus, das bisher seltene Wild zeigte sich mit einem mal so zahlreich, daß wir z. B. innerhalb fünf Tagen 13 Stück Wild, Antilopen, Wildschweine und Zebras, er­legten. Wir waren so in vollster Thätigkeit, als plötzlich am 8., dieses Monats eine Botschaft aus Urambo, der Resi­denz Mirambo's, eintraf, welche mich schleunigst dorthin auf­brechen ließ. Dr. Southon, der von der I^ouclon Nissiona-i-)'- Loeist^ dort stationirte Arzt, hatte durch einen unglücklichen