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Von Sansibar zum Tanganjika : Briefe aus Ostafrika ; mit dem Bildniß Böhm's und einer Uebersichtskarte / von Richard Böhm ; nach dem Tode des Reisenden mit einer biographischen Skizze herausgegeben von Herman Schalow
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mit dem NamenMirambo" vermischt, weckte, glaubte ich, es käme das Ende und die Ehre, alsgefallen im Dienste der Wissenschaft" einer langen Reihe vorausgezogener Gefährten angereiht zu werden. Nun, wir entkamen noch gerade und konnten dann auf den Sumpfinseln im breit dahinströmenden Wualabaflusse dem Fortgange eines afrikanischen Mord- und Brandkrieges ziemlich ruhig zuschauen, wenn auch die Existenz dort mehr der von Amphibien als von Menschen glich. Leider brachten mich nur die dort verlebten drei Wochen um eine kostbare Zeit des Sammelns, und der strömende Regen der Masika trieb uns dann auf kürzerm Wege heimwärts als wir beabsichtigten.

23. An seinen Gruder.

Gonda, 28. Februar 1882.

.... Neuerdings haben wir uns von der ganzen hiesigen Bande ziemlich zurückgezogen, weil nach deu eudlosen Redereien hier und in Tabora in Betreff der Regieruugsangelegenheit immer noch nichts Definitives herausgekommen ist. Die Sul- tana steckt nun schon wieder lange in ihrem kleinen Dorfe in der Nähe, wohin sie immer von ihrem Manne geschleppt wird, der ihre Thronbesteigung möglichst hinzuziehen sucht, weil er dann doch das Feld räumen muß. Alle Waniavara (Bei­räthe) sind eigentlich unzufrieden über diesen Jnterregnums- zustand, soweit sich freilich die Stupidität eines Mnjamwesi zur Unzufriedenheit erheben kann, keiner kann sich aber ent­schließen, etwas Energisches zu thun. Wir haben ihnen in einem Schauri erklärt, daß sie alle Jammerkerls wären, und sind unserer Wege gegangen, der Discha sagen lassend, daß wir ihr Benehmen im höchsten Grade misbilligten. Jetzt ist