Druckschrift 
Von Sansibar zum Tanganjika : Briefe aus Ostafrika ; mit dem Bildniß Böhm's und einer Uebersichtskarte / von Richard Böhm ; nach dem Tode des Reisenden mit einer biographischen Skizze herausgegeben von Herman Schalow
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

gebens sich aufzurichten versuchende Thier schleuderteu uud mit vollen Häuden das Blut tranken, das aus der mit dem üblichen^HaK Iru a^d^r" (Gott ist groß!) durchschnittenen Kehle hervorsprudelte. Zur Verwerthung dieser Jagdbeute wurde gleich am nächsten Wasser campirt, während sofort Scharen von Geiern herabsausten.

22. An Frau von Dewitz.

Gonda, 27. December 1881.

Drei Monate war ich mit meinem Collegen vi-. Kaiser auf einer Reise nach dem Tanganjika abwesend. Unterdeß sind vier Posten eingetroffen, unter welchen ich auch Ihre beiden Briefe, gnädige Frau, aus Tressow vorfand. Der letzte brachte mir Details vom Tode Adolf's sein Vetter, Baron von Maltzahn-Jvenack^, den ich bereits durch Briefe der Meinigeu erfahren. Wie traurig mir diese Nachricht war, brauche ich Ihnen nicht zu sagen. Sie wissen, welche frohen Stundeu wir zusammen verlebt, und verstehen daher, was es heißt, den geliebten Freund, den alten Jagdgefährten, nicht wieder sehen zu dürfen, an dessen lustiges Lachen ich manches mal bei der Pürsche durch deu schweigenden Urwald gedacht. Jetzt ist das nuu für immer verstummt, wir haben alle viel mit ihm ver­loren, am meisten, das weiß ich wohl, sein Bruder Albrecht. Mir geht sein plötzlicher Tod sehr nahe, wenn auch das Men- scheuleben hier seinen Werth fast zu verlieren scheint, wo, fast möchte ich sagen, die Tage dem Tode abgetrotzt werden, und ringsumher die Mordwaffen Hausen, während die Leichen an: Boden liegen, weniger beachtet als ein gefallenes Stück Vieh.

Unsere neue Residenz ist ein innerafrikanischer Herrschersitz, der nach dem Tode des letzten Häuptlings vor einem Thron-