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Von Sansibar zum Tanganjika : Briefe aus Ostafrika ; mit dem Bildniß Böhm's und einer Uebersichtskarte / von Richard Böhm ; nach dem Tode des Reisenden mit einer biographischen Skizze herausgegeben von Herman Schalow
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viele Elefanten, Nashörner, Löwen und Büffel gibt. Unser Führer hat dort wiederholt Elefanten gejagt. Doch soll die Ornithologie diesmal für mich die Hauptsache sein. Ich habe mich schon sehr darauf gefreut.

21. An seine Mutter.

Gonda, 24. December 1881.

.... Unsere Expedition nach dem Tanganjikasee begann mit großen Schwierigkeiten, die nöthigen Pagazi (30 Mann) für einen vernünftigen Preis zu erhalten; in Gonda wurde nutzlos hin und her verhandelt, bis wir schließlich am 15. September unsern blutdampfenden Fürstensitz verließen, um in Kakoma solche anzuwerben. Die Leute waren endlich gefunden und alles fertig, als sie plötzlich wieder einen höhern Preis verlangten und sich alles zerschlug. Jetzt mußte der Boy Kaiser's nach Tabora gehen, um dort Träger zu suchen, während wir unterdeß an den Fluß zu gehen be­schlossen, um dort zu warten. Afrika verlangt wahrhafte Riesengeduld, es geschieht kaum je, daß irgendeine Angelegen­heit sich auch nur einigermaßen glatt abwickelt. Bis zum 11. October mußten wir diese Tugend ausüben, dann brach unsere 40 Mann starke Karavane definitiv auf, nur durch Ugalla zu ziehen; wieder mußte ich den ersten Marsch im hef­tigsten Fieber durchmachen, sodaß ich eine vierwöchentliche Ra- dicaltnr von täglich 12 Gramm Chinin vornehmen mußte, was sehr wenig Angenehmes hat. Am bambusumwachsenen Msimafluß, wo ich Vögel schoß, blieben wir einen Tag. Eigentlich wollten wir den Weg über Sassagula, die Residenz des Ugallahüuptlings Liowa, vermeiden, da dieser von den arabischen Händlern sehr gefürchtete kriegerische Fürst zuviel