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Kaiser das neuerdings von mir Gesammelte nach Tabora mitnehmen soll und zugleich der Umzug beginnen muß, könnt Ihr denken, daß es enorm viel zu thun gibt! Kaiser und ich gedenken zuerst nach Karema zu gehen, um dort die Belgier zu besuchen (Kapitän Ramaecker und Lieutenant Becker, die mit uns zusammen ins Innere gegangen sind) uud dann vielleicht bis Udjidji herauf zu fahren, falls Zeit genug da ist.
Beinahe drei Wochen war ich jetzt am Ugallafluß abwesend; es wurde mir ordentlich schwer, mich von dem herrlichen Fluß zu trennen, als Kaiser kam, um mich abzuholen. Ich habe viel geschossen, gesammelt und präparirt. Einmal stieß ich auf drei erwachsene Löwen, dabei ein altes Männchen mit prächtiger schwarzer Mähne; da ich ganz allein mit den drei Bestien nicht anbinden wollte, ließ ich sie ruhig vorüber. Sie hatten mich sofort geäugt, waren auch nur auf Büchsenschußweite von mir entfernt; der männliche Löwe stieg majestätisch auf einen großen Termitenhügel und äugte nach mir hin, worauf sie dann in aller Gemüthsruhe weiter trollten.
19. An seine Tante Frau Marie Grunnemann.
Kakoma, 19. August 1881.
.... Wie mir gleich ahnte, begannen auch mit unserm Eingreifen in die Politik des hiesigen Urlandes die Verwickelungen. Als Reichard nach Gonda kam, um dort mit der Anlage der neuen Station zu beginnen, fand er die edle Sultana nicht zu Hause, und es stellte sich allmählich heraus, daß sie aus Angst geflüchtet war, weil die Araber in Aabora ihr angezeigt hatten, sie würden ihr den Krieg erklären, falls wir uns in Gonda festsetzten. Reichard bat mich in dem