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als 1 Upande — 4 Armlängen Zeug, was hier etwa dem Werth von 2 Mark entspricht, zur Tagesarbeit zu bekommen und dabei wird von Feld- und Häuserbau geträumt.
14. An seine Mutter.
Kakoma, 21. Februar 1881.
Gestern Mittag saßen wir gerade beisammen bei einem Thonkruge des einheimischen Pombe unter der Veranda meiner „Giftbude", als sich unerwartet die Mtamathür unsers Gehöfts öffnete, und unter Vorantritt des Tarischi oder Kuriers einige schon längst erhoffte Msigos mit Cognak, Cigarren, diese eine freundliche Beisteuer von Reichard's Vater, einem Gewehr u. s. w. und mit diesem auch die eigentlich schon seit lange fällige Post erschienen, welche letztere mir zu meiner größten Freude eine ganze Anzahl lieber Briefe brachte. Ich will hier gleich bemerken, daß der fehlende Brief von mir, dessen Ihr Erwähnung thut, von Simbaweni, der „Löwenstadt", datirt war. Dort übergaben wir alle Briefe einer nach der Küste gehenden arabischen Karavane, die aber sämmtlich, trotz feuriger Versicherungen des Führers, in den Orkus der Vergessenheit geworfen worden sind.
Die Regenzeit hat jetzt wieder etwas pausirt und damit der Sonne, die in diesen Monaten am heißesten scheint, auch sofort Gelegenheit gegeben, Sümpfe und Lachen auszutrocknen und der Landschaft den Anstrich allgemeiner Trockenheit und Wasserbedürftigkeit zu verleihen. Neuerdings hat es aber wieder einige mal gegossen, und so ein einziger tropischer Regen bringt mit einem Schlage zu Stande, wozu unsere kleinen Spritzer Monate gebrauchen. Die Vögel beginnen zur Brüt zu rüsten: die Feuerfinken, die sonst sperlingsartig