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Von Sansibar zum Tanganjika : Briefe aus Ostafrika ; mit dem Bildniß Böhm's und einer Uebersichtskarte / von Richard Böhm ; nach dem Tode des Reisenden mit einer biographischen Skizze herausgegeben von Herman Schalow
Entstehung
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sind, mit mir, aber die Hinterlader werden für uns erst jetzt in Sansibar angekommen sein, und man muß überhaupt bedenken, daß Mirambo 50000 Mann, darunter 5000 mit Gewehren bewaffnete, aufbringen kann, wie wenigstens be­hauptet wird.....

Hoffen wir das Beste!

Die Leitung der Station habe ich nun übernommen; ich sehne mich sehr dorthin, zurück zu den beiden Collegen, zurück zum Schaffen und Arbeiten.

12. An seine Mutter.

Gonda, 14. Januar 1881.

.... Nachdem ich heute auf dem Rückwege von Tabora einen großen Marsch durch den Pnri oder Wald gemacht habe und in unserm heutigen Cambi, der Residenz des un­liebenswürdigen, ewig betrunkenen Mlimangombe wieder etwas Muße habe, will ich Dir noch mit wenigen Worten schildern, wie sich jetzt der Wald zu seinen Gunsten verändert hat. Ich selbst mag es kaum glauben, daß das dieselben Strecken sind, die ich vor wenig mehr als Monatsfrist bei sengender Glut müde durchzogen habe. Das ist keine verbrannte Wüste mehr, mit gelben Grasstummeln, schwarzem Kohlenstaub, wenigstens theilweise ganz kolossalem Geäst und heißem glühenden Brandgeruch, das ist frischer grüner Forst, der den Eintretenden mit jenem prächtigen Hauch empfängt, den ich so über alles liebe und schon so lange entbehrt habe. Alles trieft und tropft von reichlich über Nacht gefallenem Gewitter­regen. Alle Bäume dicht bedeckt von mannichfachem Grün; vom Boden schießt hohes frisches Gras auf, dazwischen Kräu­ter und Stauden mit großen fleischigen, dicknervigen Blättern.