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zeit wird uns noch viel zu schaffen machen; wir werden uns so schnell wie möglich ein provisorisches Haus bauen lassen müssen, da nach Aussage der Sachverständigen nicht daran zu denken ist, vor Ende der Regenzeit, d. h. vor dem Mai nächsten Jahres, mit dem Bau des Stationshauses zu beginnen. Der Bau wird allermindestens sechs Monate in Anspruch nehmen, und dann erst kann man anfangen, es sich etwas gemüthlich zu macheu.
9. An seine Schwester.
Kakoma, 28. November 1880.
Seit etwas über vierzehn Tage sitzen wir denn nun endlich auf unserer Station, welche in dem weltberühmten Kakoma gegründet worden ist. Unter besagter Metropole hast Du Dir ein ganz winziges, nur aus wenigen Hütten bestehendes und von einem Pfahlzaun umgebenes Negerdörfchen vorzustellen, das inmitteu einer Lichtung im pui-i oder Walde gelegen und durch schmale Fußsteige mit einigen benachbarten, gleich imposanten Nestern verbunden ist. Von außen siehst Du nichts als den Zaun, einige Strohdächer, ein Bananengebüsch und einen pflanzenbedeckten Teich. Als Staffage denke Dir einen Haufen nackter spielender Negerkinder, buntschillernde Glanzstaare und Blauraben auf den einzelnen Bäumen der Lichtung, auch ab und zu eine Heerde Paviane mit kolossalen bemähnten alten Männchen am Waldesrande. Beherrscht wird dieses Idyll direct durch einen alten „Sultan", vulgo Ortsschulzen, von anscheinend nicht ganz schlechtem Naturell, das ihn natürlich nicht hindert, möglichst oft um die verschiedensten Sachen zu betteln, indirect durch den Sultan des drei Tagesmärsche von hier gelegenen Gonda
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