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wolle fliehen, das Ding genommen und angezündet. Ein trauriger Anblick sind die herumliegenden erschlagenen und verstümmelten Männer, Frauen und Kinder! Wir sind eben in Centralafrika. Massenhafte Vorräthe wurden im Tembe aufgefunden und liegen noch dort, obgleich sich die ganze Umgebung wie Raben auf ein Aas darauf gestürzt hat.
Gesteru sind von Tabora aus, das wir in circa 15 Tagen zu erreichen hoffen, noch zwei belgische Herren, Kapitän Popelin und Mr. Roger mit 250 Soldaten zu unserer Unterstützung zu uns gestoßen, sodaß wir jetzt zusammen 10 Europäer mit über 400 schwarzen und Beludschen-Soldaten sind, eine Streitmacht, wie sie wol noch kaum eine Expedition aufzubieten hatte. Die Zeit, während wir in Konto lagen, habe ich möglichst viel mit Vogeljagd und Anstand auf die sehr häufigen Hyänen verbracht, die nachts, während man als Wachtposten um die Waarenballen wandelt, ganz nahe zu hören sind.
Hoffentlich kommen wir nun bald zur Ruhe und nach der ersten Einrichtung zu vernünftigem Arbeiten, wonach ich mich schon sehr sehne. Ich habe unterwegs über 100 Vögel prä- parirt, konnte sie aber doch nur so nebenbei am Wege erlangen, wenn einmal Zeit dazu war. Vou Tabora aus schreibe ich jedenfalls genauer.
8. An feine Mutter.
Tabora, 18. October 1880.
.... Endlich sind Wir nun, nach einem mehr als 2^2 monatlichen Marsche in Tabora eingerückt, genau vor dem ersten Einsetzen der Regenzeit, die nachdem wir gestern angekommen, sich schon heute mit ein paar tüchtigen Güssen anzeigte.