Druckschrift 
Von Sansibar zum Tanganjika : Briefe aus Ostafrika ; mit dem Bildniß Böhm's und einer Uebersichtskarte / von Richard Böhm ; nach dem Tode des Reisenden mit einer biographischen Skizze herausgegeben von Herman Schalow
Entstehung
Seite
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Leuten zurück, die vou den erschlagenen Europäern kommen. Meine beiden Gefährten Neichard und Kaiser haben schon recht au Fieber und Dysenterie gelitten; ich habe von letzterer einen leichten Anfall gehabt, der nun, unberufen, so ziemlich vorbei zu sein scheint. Denke Dir aber recht lebhaft aus, daß man dabei nur sehr wenig und durchaus nichts Festes essen soll, daß überhaupt nur wenig zu bekommen und der Appetit bei dem ewigen Marschiren sehr gut bleibt. Mit einem Glas dünnsten Thees und drei rohen Eiern, dazu schlechtes salzhaltiges Wasser, habe ich vom Morgen bis zum Abend während des Marsches durch Marenga-Mkali leben müssen! Ueberhaupt kannst Du Dir gar nicht vorstellen, in welch idealem Lichte einem armen Afrikareisenden, der immer nur Mtamasuppe, Eier, Reis, Kuchen, höchstens zähes Ziegenfleisch, oft aber auch kaum etwas von dem allem zu sehen bekommt, die einfachsten europäischen Genüsse erscheinen. Mögen alle herzlich gegrüßten berliner Ornithologen daran denken, wenn sie nach der Sitzung der Ornithologischen Ge­sellschaft gemüthlich zusammen zu Abend essen, ein gehöriges Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln verspeisen und nachher zu Siechen und in das Cafe Bauer zieheu! Jetzt gilt der von Radde einmal ausgebrachte Toast von denendie es augenblicklich nicht so gut haben" wieder von einem Eurer Mitglieder uud mögen ihm die Daheimgebliebenen zu seiner Stärkung einen ordentlichen Schluck widmen.

7. An seine Mutter.

Mdaburu, 3. October 1880.

Die Nachricht, daß ich meinen vorgestrigen Geburtstag nebst meinen Gefährten im besten Wohlsein, wenn auch nicht