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Von Sansibar zum Tanganjika : Briefe aus Ostafrika ; mit dem Bildniß Böhm's und einer Uebersichtskarte / von Richard Böhm ; nach dem Tode des Reisenden mit einer biographischen Skizze herausgegeben von Herman Schalow
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rückten, als sich die Flut mit Blut zu färben begaun. Einen Tag blieben wir noch in Bagamojo. Abends aßen wir bei den liebenswürdigen Missionaren auf einer prächtigen luftigen Veranda. Das Arrangement der Fruchtschüssel hätte Dein Entzücken erregt.

.... Wir erwarten mit Sehnsucht die nächste Post, die uns Euere Briefe und die nöthige Vollmacht der Deutschen Afrikanischen Gesellschaft bringt, um dann abreisen zu können, wozu es die höchste Zeit ist. Die französische Station in Usagara, die wir ursprünglich einnehmen wollten, ist unterdeß leider schon besetzt und gestern sind wieder vier Belgier an­gekommen, die über den Tanganjika bis an den Kongo gehen sollen, um dort die am weitesten nach Westen vorgeschobene Station zu gründen.

4. An seine Schwester.

Kirosci, 20. August 1880.

.... Ich schreibe Dir hier in einem wohlverpalissadirten Dörfchen, das hoch auf einem bewaldeten Berge an dem Thale des majestätisch aus den Usagara-Bergen strömenden Mukon- dokwa liegt. Unweit unsers Cambi vereinigt sich ein zweiter, ans einem Zweigthale fließender Strom mit diesem, und vom benachbarten Waldeshügel eröffnet sich eine prachtvolle Aussicht auf beide hinab. Im allgemeinen sind die afrika­nischen Landschaften, soweit ich sie bisher kennen gelernt, keineswegs so fremdartig wie man sie sich vorstellt, und wir werden oft genug durch auffallende Aehnlichkeit mit herbst­lichen Eichenwäldern, Buchenschlägen n. s. w. überrascht. Denn herbstlich, spätherbstlich, mit gelbem, abfallendem Laub und dürren Aesten ist jetzt in der trockenen Jahreszeit alles, wo

Böhm. 2