Vorwort.
Nachdem der erste herbe Schmerz über den frühzeitigen Tod Richard Böhm's überwunden, war bei allen, die dem Dahingeschiedenen im Leben nahe gestanden, der lebhafte Wunsch rege, durch Herausgabe eines Theiles der Briefe, die der Reifende von seinen mühseligen und gefahrvollen Wanderungen heimgesendet, dem beklagenswerthen jungen Forscher ein literarisches Denkmal zu errichten. Hindernisse verschiedener Art verzögerten bisjetzt die Ausführung dieser Absicht und ermöglichen erst heute die Drucklegung der nachstehenden Mittheilungen.
Nach frisch empfangenen Eindrücken schildern die Briefe Böhm's in warmer, anschaulicher Darstellung Gebiete des östlichen Aequatorialafrika, welche vor ihm kein Forschungsreisender betreten hatte. Sie geben uns ein wahrheitsgetreues und ungeschminktes Bild des Lebens und der Zustände in jenen schwer zugänglichen Ländern, wie wir es noch nicht besitzen, und schildern, oft in humorvoller, stets lebensfrischer Darstellung jene wilden Nolksstämme, in deren Mitte der Reisende mit seinen Gefährten vier Jahre verweilt hat. Einzelne der landschaftlichen Schilderungen können als Meisterwerke der Darstellung bezeichnet werden. Sie dürften von um so höherm Werthe sein, als eigentlich kein Reisender, welcher Theile jener Gebiete Ostafrikas besucht, uns anschauliche und charakteristische landschaftliche Bilder in seinen Reisewerken gegeben hat.