I. Periode. Vom Erscheinen der Portugiesen bis zu deren Sturz
1498 — 1729.
Aus den Faktoreien, welche die Araber in altersgrauer Vorzeit an verschiedenen Plätzen der Ostküste Afrikas mehr vorübergehend gründeten, wurden später durch Auswanderungen aus dem südöstlichen Arabien (Jemen) und von Persien her seste Niederlassungen geschaffen. Auf solchem Wege entstanden im Laufe der Jahrhunderte an der Ostküste überall, wo die Natur passende Ankergründe geschaffen hatte, staatliche Gemeinwesen mit einer zahlreichen, aus einer Vermischung der eingeborenen Neger und der arabischen Einwanderer gebildeten Einwohnerschaft.
Als nun die tapferen Portugiesen unter Vasco da Gama auf ihrer kühnen Entdeckungsfahrt vom Jahre 1498, durch welche der Handelsverkehr zwischen Orient und Occioent in ganz neue Vahuen gelenkt wurde, erstmals diese Hafenstädte an der ostafrikanischen Küste berührten, waren sie überrascht von dem Glänze und der hochentwickelten Kultur, die ihnen hier überall da entgegentrat, wo sie nackte Wilde zu finden gedacht hatten. Der erste größere Platz, an welchem Vasco (am 1. März 1498) anlegte, war Mosambik, einer damals von dem mächtigen Könige der weiter nördlich gelegenen Hafenstadt Kiloa, abhängigen Stadt. Vasco fand daselbst einen sehr guten Hafen, Schiffe mit Kompassen, Quadranten und Seekarten, der Scheik kam mit einer Musikbande mit Elsenbeinhörnern an Bord.
Die nächste Stadt, die Vasco besuchte, war Mombas, woselbst die Portugiesen später (1594) ein jetzt noch vorhandenes starkes Fort errichteten. „Sieh hin, ein weites herrliches Gebiet, prachtvolle Bauten ragten hoch am Strande," — so schildert die Luisiade des Camoens den ersten Anblick der Stadt durch Vasco's Flotte. — Den Häuptling der Stadt läßt der Dichter dem Vasco bei seiner Ankunft erklären: „Nicht