alle Klassen verbreitet. Das größte Hinderniß für den Wohlstand dieser Länder ist der ausgedehnte Sklavenhandel, welcher weite Distrikte entvölkert und ewige Fehden zur Befriedigung des Bedarfes unter den Stämmen unterhält.
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VorsMge für llie ersteil Anfänge einer llentsrnen Kolonisation in Ost-Afrika
von Otto Kersten (mitgetheilt in dessen Schrift: „Ueber Colonisation in Ost-Afrika", Separat-Abdruck aus der Internationalen Revue; Wien bei Hilberg. 1867. Seite 27 — 34).
Der verdienstvolle Begleiter von der Decken's, und Herausgeber des v. d. Decken'schen Werkes, Otto Kersten, schreibt:
Ich komme nun zu meinen Vorschlägen selbst.
Ich bezwecke Einzelne oder Gesellschaften zu Jagd-, Handelsund Plantagenunternehmuugen in Ost-Afrika anzuregen; mit den muthig und sicher vordringenden Händlern und Jägern würden dann gewiß auch die Jünger der Wissenschaft und andere Träger der Cultur gleichen Schritt halten. Nach den Ersahrungen bei der Civilisirung Nord- Amerika's scheint das stationsweise Vordringen der Ansiedler uud Jäger am schnellsten und sichersten weite und unbekannte Länder aufzuschließen. Ein Blockhaus nach dem andern schiebt sich immer weiter in die tsri-a. in- eoKnita. vor; keines bleibt isolirt. Alle können in regelmäßigem Verkehr bleiben; und die Eingeborenen werden so entweder durch das Beispiel der thätigen und intelligenten Eindringlinge für eine friedliche Lebensweise gewonnen und Europa dienstbar gemacht werden, oder sie werden, wenn sie bei ihren früheren rohen Sitten beharren sollten, allmälig von der Erde verschwinden und einem thätigeren Geschlechte Platz machen, wie es mit den Indianern Nordamerika's und andern Völkern vor ihnen schon geschah, wenn sie sich allem Fortschritte verschlossen.
Mein Vorschlag betrifft drei Hauptstationen, von denen die eine in Mombas, oder an dem südlicher gelegenen Pangani-, oder an dem Kingani-Flusse errichtet werden kann; die zweite in Djagga, das ich schon oben schilderte, und die dritte am See von Ukerewe (Viktoria Nyanza).
Mombas ist der Ausgangspunkt einer besuchten Karawanenstraße nach dem Innern, und der Baron von der Decken sprach es zu verschiedenen Malen aus, er würde, wenn Seid Madjid, Sultan von Zanzibar, auf das Anerbieten einginge, sich nicht scheuen, Mombas auf eigene Kosten zu erwerben, um dort eine Niederlassung zu gründen und den Handel mit dem Innern in die Hände der Europäer und besonders der Deutschen zu bringen.