Bagamoyo.
Als Herr Dr. Peters mit Herrn Dr. Jühlke am Abende des 17. Dezember 1884 auf der Rückkehr von ihrer mit so großem Erfolge begleiteten Reise in das Innere des Kontinents, die Meeresküste wieder erreichten, traten aus dem Halbdunkel allmählich die Umrisse herrlicher Gebäude hervor; vom Portal herunter winkte das christliche Kreuz, ein Symbol, daß wir uns der europäischen Kulturwelt wieder näherten; und als wir einzogen in den Hof, da plötzlich flammten die hell erleuchteten gothischen Fenster uns entgegen, und daraus hervor brausten die ernsten Töne der Orgel! — da machte die ganze Spannung der letzten Wochen in einem Thränenstrome sich Lust!
Reisebericht des Dr. Peters in der „Täglichen Rundschau", 1885, Nr. 56 u. ff. Der Reisebericht fügt bei:
„Mag man über den Jesuiten-Orden sonst denken, wie man will, so viel steht außer Frage, daß derselbe in Ostafrika eine Kulturarbeit im wahren Sinne des Wortes vollführt. Seine Stationen sind, so zu sagen, die ersten mächtigen Klammern, an denen die weiße Rasse in diesen üppigsten Theil des spröden Kontinents sich hineinzwängt."
Peters und Jühlke, wie alle Reisenden (vergl. auch v. Bülow, in der „Colonial-politischen Correspondenz", 1886, Nr. 3), fanden die liebenswürdigste Aufnahme im Kloster; Peters verdankt dem Kloster noch mehr, die rationelle Behandlung, die feiner Fußwunde zu Theil wurde, enthob ihn der sehr nahen Gefahr einer Blutvergiftung.
Es war die katholische Missionsanstalt „Unser lieben Frau zu Bagamoyo."
Da die Missionsanstalt Bagamoyo das einzige praktische Beispiel der Einrichtung eines europäischen Plantagenbaues an der ostafrikanischen Küste der Jetztzeit ist, ein Präcedenzfall, durch welchen noch