Büß- und Bettage.
jährigen Krieges im Jahre 1633 schrieb auch der damalige Kurfürst Johann Georg einen außerordentlichen allgemeinen, höchst feierlichen Büß- und Bettag in seinen Landen und Städten aus.
Und auch in der Stadt Bremen finden wir die Buß- und Bettage während des dreißigjährigen Krieges und der ihm auf dem Fuße folgenden für Bremen fast noch größeren Nothzeit besonders häufig angeordnet.
Wenn in dieser Periode einmal das Maß des Jammers in Folge von Feuer-, Wasser- und Kriegsnoth mit der dabei nie ausbleibenden Theurung ganz voll geworden war, thaten sich der Rath der Stadt mir einem Vcnerando Ministerio zusammen und beschloß, daß an einem näher bezeichneten Mittwoch oder Freitag ein extraordinärer Büß-, Bet- nnd Danktag sein solle, und es wurde eine „Ordnung der Feier des dabei zu veranstaltenden Gottesdienstes und der zu haltenden Gebete" abgefaßt, die den Bürgern nnd den Predigern zur Nachhaltung anempfohlen und anbefohlen wurde.
Die dabei erlassenen Bekanntmachungen und Proclame des Senats sind sehr charakteristisch für die Zeit. Und ebenso sind dies die dafür abgefaßten öffentlichen Gebete und die dabei gehaltenen und hinterdrein in Drnck gegebenen Predigten. Ueber die feurige und eindringliche Kanzelberedt- samkeit während des dreißigjährigen Krieges könnte man eine eigene, recht lehrreiche Abhandlung schreiben. Es giebt vielleicht wenige andere Documente, in denen sich die Noth der Zeit, die Zerknirschung, der Seelenjammer und die Verzweiflung, die sich der Gemüther in Deutschland bemächtigt hatte, in ergreifenderer Weise und mit glühenderen Farben ausspräche, als in den damaligen Büß- nnd Bettags-Pre- digten der Geistlichen unserer Städte.
„Nachdem es Gott dem Allerhöchsten nach seinem uner- forschlichen Willen gefallen hat, nebst anderen herumliegenden Ländern auch diese Stadt Bremen und deren Gebiet mit großer Kriegsnoth, dazu mit einer unvermutheten Theuerung und daraus erfolgten Hungersnoth heimzusuchen, wozu
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