III. MerMchengeswlt.
^. Das australische Festland.
Wie wir gesehen haben, bilden das Festland von Australien drei selbständige Teile: ein Tafelland im Westen, im Osten ein Tiefland mit daraus sich erhebenden Antikordilleren und ein großes Faltungsgebirge. Das Innere und der Westen sind ein welliges, 200-000 in hohes Tafelland, die östlichen Ebenen liegen meist unter 200 m Höhe, die östliche Gelnrgsummallung erreicht im Mittel 600 — 1200 m, mit ihren höchsten Gipfeln über 2000 w Höhe (s. die beigeheftete Karte „Fluß- und Gebirgssusteme Australiens").
1. Aas Tafelland des Westens und des Inneren.
Die Znsammensetzung von Westaustralieu haben wir bereits kurz erwähnt. Die archäischen und metamorphischen Gesteine: Gneis, Schiefer, Quarzite, Granitoide und Granatfelsen, wurden bisher hauptsächlich von der Südwestecke beschrieben, der Norden aber für eine weite Sandfläche gehalten. Es hat sich jedoch herausgestellt, daß diese ältesten Gesteine im Südwesten nur in den tieferen Thaleinschnitten entblößt sind, im Inneren dagegen fast alle Bergketten bilden, die meist nur von einer dünnen Decke von Wüstensandstein überlagert sind. Kambrium und Silur vertreten wahrscheinlich versteinerungsarme Schiefer, Kalksteine, Sandsteine, Quarzite, Konglomerate; doch ist dies nicht sicher festgestellt. Erst von dem Devon und Unterkarbon an lassen sich sichere Schlüsse auf das Alter der Schichten machen. Trias und Jura sind allem Anscheine nach nur schwach vertreten; dagegen scheint sich die Krcideformation in Gestalt von Kreidekalken mit Feuersteinen, Sandsteinen, Konglomeraten und Thonen, die zum Teil Landbildungen sind und allmählich in den Wüstensandstein des Inneren übergehen, weithin auszudehnen. Eine genauere Gliederung der mesozoischen Formationsreihe wird jetzt angebahnt. Vielleicht sind auch die kristallinischeu Korallenkalke der Nullarbor-Ebene an der Großen Australische!? Bucht der Kreide zuzurechnen oder doch höchstens alttertiär, eocän. Die sehr verbreiteten Korallenkalke der Steilküste zwischen dem Greenough-Fluß und der Sharks-Bai sind wahrscheinlich untertertiären Alters. An Quar- türbildungen sind Küstenablagerungen mit rezenten Tierresten erwähnenswert, die auf einen Rückzug des Meeres iu ueucrer Zeit deuten. Charakteristisch für den Westen Australiens sind ferner große Sandebenen von oft 30—50 Km Durchmesser, mit Sandkörnern, die durch eisenhaltigen Thon zusammengekittet sind und bei der Zerstörung des Wüstcnsandsteins oder aus dem Meeressande der Küsten entstehen. Die auf ihnen angesiedelte Vegetation ist gering, aber doch nicht