Die Kunsthalle, vor dem Osterthorc liegend, wurde 1847 erbaut. An der Stelle befand sich eine Vertiefung, "der alte Pohl", in welchen man Bauschutt, auch wol Straßenkehricht ablud. Der Staat schenkte dem Kunstvercin den Platz, der ihn ebnen und das jetzige schöne Gebäude darauf errichten ließ. Die seit einigen Jahren regelmäßig darin stattgehabte Gemäldeausstellung erfreute sich stets einer regen Theilnahmc von Seiten des Publikums. Von besonderem Interesse sind in der Kunsthalle einige Modelle aus Gyps von C. Steinhäuser in Rom. *)
Das Theater wurde im Jahre 1843 vollendet. Es erfuhr in Hinsicht der Räumlichkeit für die Zuschauer gleich nach seiner Eröffnung bittern Tadel und seitdem im Innern mehrfach verbesserte Einrichtung; wurde aber, was die Akustik anbelangt, sehr gelobt. Die erste Aufführung am 16. Oktober brachte das Schauspiel »Hans Sachs". Es ward auf Actien gebaut, und ist nach Auflösung der Gesellschaft, die schweren Verlust halte, Privatcigenthum geworden. Daß das alte Theater auf dem Olbersplatze stand, ist weiter oben bemerkt. Dasselbe war kaum mehr, als eine große Bretterbude, deren Vordcrthcil massiv aus Backsteinen aufgeführt und mit einer Vorhalle geschmückt war, deren Dach vier dicke, plumpe Säulen stützten. Dies alte Theater war 1792 erbaut worden. Der Platz des neuen Theaters war vormals eine Bastion, der Tempclbcrg genannt. Vor der Errichtung des alten Theaters waren cs meist wandernde Schau- spiclcrtruvpcn, die an diesem oder jenem Platze in einer Bretterbude spielten. Der Schauspieldirector Abt, welcher hier 1783 starb, hatte sich so viel Achtung und Freundschaft zu erwerben gewußt, daß er mit großer Feierlichkeit in der Johanniskirchc beerdigt wurde.
Ausgezeichnet ist auch das Gebäude "die Union " durch seine Bibliothek und großen Concert- und Ballsälc, "die Erholung" in ähnlicher Art, und das Krameramthaus durch sein antikes Aeußcre. Diese beiden letztgenannten Häuser liegen am Ansgarikirchhofe.
Dem St. Petri Dom gehört unter den kirchlichen Gebäuden Bremens die erste Stelle. Er ist ausgezeichnet durch Größe und in
*) Auf dem Gottesacker außer dem Doventhore befinvet sich, von der Hand desselben Künstlers angefertigt, ein Grabmonument, das um so mehr der Beachtung werth erscheinen muß, als Bremen an öffentlich aufgestelllen Kunstwerken eben nicht reich ist.