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Belästigungen zwangen sie die Bürger noch sogar, die Festungswerke auszubessern und vermehren zu lassen. Solche und ähnliche Tyrannei dauerte bis zum Jahre 1763, in welchem am 28. Februar der auf Schloß Hubcrtsburg abgeschlossene Vergleich zwischen allen streitenden Mächten Europas den Frieden hcrbeiführtc.
So hatte Bremen abermals durch einen Krieg, der wie schon einmal angedeutet ist, seinen Interessen ganz fremd war, erheblichen Schaden gelitten, dessen Spur nicht leicht verwischt werden konnte. Abgesehen von dem nachtheiligcn Einflüsse, dm eine zahlreiche, fremde Garnison auf die Sittlichkeit eines nicht geringen Theiles der Bevölkerung ausgcübt, war auch in vielen Bürgerhäusern, in denen sonst ein erfreulicher Wohlstand geherrscht hatte, Armukh eingekehrt und aus dem Unvermögen des Staates, alle Gelder, welche hie und da in schwerer Zeit ausgenommen waren, zurückzuerstattcn, erwuchs eine stehende Schuld.
Die Freude über den endlichen Frieden war so groß, daß man es für passend fand, ihr durch ein öffentliches Dankfcst in allen Stadtkirchcn einen allgemeinen Ausdruck zu geben.
Daß von den Verbündeten aus dem hiesigen Zcughausc genommene Geschütz kam Ende 1763 ziemlich vollständig wieder zurück.
38. Bremen in der französischen Zeit.
Wir kommen nun zu einer Periode in der Geschichte unserer Vaterstadt, deren Leid und Widerwärtigkeit in der Erinnerung vieler älteren Personen noch fortlcbt; es ist die Zeit der französische» Herrschaft über Deutschland. Jene Zeit, die so tiefe Schmach, so furchtbares Elend auf unser gemeinsames Vaterland wälzte, äußerte ihre Wirkungen auch auf Bremen, und dies in einer Weise, von der Manche behaupten wollen, daß sie nie zuvor ihres Gleichen gehabt habe. Darüber wird sich indeß eine bestimmte Entscheidung nicht leicht treffen lassen, denn cs gab andere Zeiten, wie wir gesehen haben, die ebenfalls für Bremen von den verderblichsten Folgen waren; aber an Dauer und unmittelbarem Einfluß aus alle