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33. Junker Balthasar von Esens.
Zwei Ereignisse sind es, welche nach glücklicher Schlichtung des Zwiespalts unter den Bürgern unserer Stadt als die wichtigsten der nächstfolgenden Jahre die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Bei dem einen handelte Bremen lediglich für das eigene Interesse, bei dem andern sah es sich nach der Einführung der Reformation zum ersten Male wieder von den Schwingungen derjenigen Begebenheiten berührt, welche man unter dem Namen Welthandel zu begreifen pflegt. Wir kommen indeß zu der Darstellung des letzteren Ereignisses erst im folgenden Abschnitt dieses Buches und treten hier dem erstercn näher, dem nach der Zeitfolge auch der Vorrang gebührt.
Der raub- und fehdelustige Junker Balthasar von Esens glaubte von der Stadt Bremen auf vielfache Weise beleidigt zu sein, besonders als ihm der Aufenthalt innerhalb ihrer Mauern, sowie die Kriegführung auf der Weser gegen seinen Todfeind, den Grafen Enno von Fricsland, nicht gestattet wurde. Er stellte auch allerlei alberne und unbegründete Forderungen an die Stadt und beschwerte sich unter Andcrm sogar darüber, daß ihm der Stadtsecrctair, der Magister Martin Michaelis, seinen gebührenden Titel nicht gegeben habe *). Ein Schwur fürchterlicher Rache an allen Bremern, die in seine Gewalt fallen würden, war der entsetzliche Ausdruck des Zornes, welchen der Junker, ein roher, wüster Gesell, der allem Heiligen Hohn sprechend, bei wilden Gelagen und blutigen Raufereien die Zeit, wie auch das Mark seines Lebens nutzlos vergeudet hatte, gegen die Stadt in der Seele barg.
Mitten im Sommer des Jahres 1537 eröffncte er siine Feindseligkeiten, indem er bremische Schiffe, welche aus der Jahdc und Weser fuhren, wegnehmen oder wenigstens berauben und beschädigen ließ. Als wegen solcher Ungerechtigkeit wiederholte Klagen geführt wurden, erinnerte der Rath zu Bremen den Junker an den Vertrag,
*) Zeder vom hohen Adel, der nicht Ritter war, hieß damals „Iungherr/i oder Zunker. Dieser Unterschied mogtc aber um jene Zeit, in der das alte Ritterthum schon so entschieden im Sinken war, nicht so strenge mehr festgehalten und beachtet werden.