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Bilder aus der Geschichte Bremens, in zusammenhängender Folge dargestellt, nebst einer kurzen, geographischen Beschreibung des bremischen Staates / von Johann Krüger
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Hunger zu Mm. Seine Mannen traten für sich mit dem Feinde in Unterhandlungen und erhielten freien Abzug, wobei Jedem vergönnt war, so viel mitzunehmcn, als er bis zu einem Maricnbilde, das auf dem Felde stand, tragen könne. Fockos Frau nahm ihren Mann auf den Rücken und trug ihn glücklich an den bezeichnctcn Ort. Das rührte die Friesen so, daß sie ihm Leben und Freiheit schenkten. Focko starb 1435, in stiller Abgeschiedenheit von der Welt, nach Einigen in Münster, nach Anderen zu Dykhusen im Emscrlande.

25. Johann Vaßmer.

Die Gefangennehmung des Erzbischofs durch Focko Ukcna erregte in dem ganzen Erzstifte, wie auch in der Stadt Bremen, große Bc- kümmerniß. In allen Kirchen wurden öffentliche Gebete ungeordnet, in welchen man Gott und alle Heiligen anricf, daß er seinen Ge­salbten in Kerker und Banden aufrecht erhalten und ihn bald aus aller Noch erretten möge. Es wurden Versuche gemacht, ihn mit Geld loszukaufen, aber der schlaue Häuptling verlangte für ihn und den Grafen Hoya die unerschwingliche Summe von 20,000 bremer Mark, auch sollte er Urfehde schwören für sich und das ganze Stift. Endlich trat der Rath zu Bremen, von vielen Seiten dazu aufgc- sordert, zu Pfingsten des Jahres 1427 mit den Häuptlingen im Fricscnlande, wegen Auslösung aller Gefangenen, in Unterhandlung und ordnete zu dem Ende den Bürgermeister Johann Vaßmer und den Rathmann Johann Frese ab. Anfänglich schien keine gütliche Ucbcreinkunft möglich zu sein, Johann Vaßmer aber wußte die Un- einigkeit unter den Häuptlingen, das Mißverhältnis! zwischen den letztem und ihren Untersassen, so wie die Freundschaft verschiedener Fürsten und Herren, welche mit verhandelten, so schlau zu benutzen und mit solcher Umsicht und Klugheit zu verfahren, daß der Erzbischof nebst 1500 der übrigen Gefangenen ohne Löscgcld entlassen wurden.