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Bilder aus der Geschichte Bremens, in zusammenhängender Folge dargestellt, nebst einer kurzen, geographischen Beschreibung des bremischen Staates / von Johann Krüger
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16 . Bremen im Hansabunde.

Noch einmal muß ich euch im Gedaukciifluge rückwärts führen in das an spannenden Ereignissen so reichhaltige dreizehnte Jahrhundert. Es ist das Auftreten der Hansa, jenes ruhmgckröntcn Bündnisses norddeutscher Handelsstädte, welches unsre 'Aufmerksamkeit fesselt. Es war eine Erscheinung, die aus einem tiefen Bcdürfniß der Zeit nach Ordnung und Gesetzmäßigkeit hcrvorging, eine kostbare Frucht der freien, selbständigen Entwickelung des bürgerlichen Gemeinwesens. Ohne bestimmten Plan, ohne schriftlichen Vertrag vereinten sich an­fänglich mehrere niederdeutsche und wendische Städte zu wechselseitigem Schutz und Beistand in -yandclsuntcrnchmungcn. Wann und wie das geschehen, ist nicht mit Genauigkeit anzugcben. Es galt das ge­meinsame Wirken vorzugsweise der Vertilgung von Seeräubern, der Beseitigung von allerhand Uebelständcn, wodurch rohe Gewalt dem Handel und der Schifffahrt einen Hemmschuh anlcgtc. Es war in jener traurigen Zeit, als Deutschland des schützenden Armes eines kräftigen Neichsoberhauptcs entbehrte, als Recht und Gesetz gesunken, als das Faustrccht in üppigster Blüthc stand, als blutige Fehden die Mächtigen zu Räubern an gemeinem Grit, zu Schändern deutscher Treu' und Redlichkeit, zu Brandstiftern und Plünderern erniedrigte. Damals, als Alles Recht auf Anmaßung, frecher Willkür und der Stärke des Armes beruhte, mochte cs für die, im ungestörten Besitz - ihrer Habe, im wackern Emporblühcn des Handels, der Gewerbe und jeder nützlichen Betriebsamkeit, im freien, ungehinderten Verkehr viel­fach beunruhigten Städte wol noth khun, sich selbst Hülfe zu ver­schaffen. Da suchte vereinte Kraft zu wirken. Da entwand sich dem Schooße der Zeit das stolze Bündniß der Hansa, dem später selbst Könige ehrfurchtsvoll ihre Häupter neigten. Und wahrlich! im herr­lichen Aufschwung mußte das Bürgcrwcscn begriffen sein, wenn Fürsten den Wohlstand der gcwerbflcißigen Städter beneideten, wenn Schottlands Könige sogar den Wunsch äußerten, sie möchten nur so leben können, wie mittelmäßige Bürger Nürnbergs. Von jenem alt- ehrwürdigen Bündniß besteht ein Nest noch in unser» Tagen fort, noch führen die Seestädte Hamburg, Lübeck, Bremen den Namen

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