6
entgegen, welche der gesunden Vernunft der Sachsen unsinniger verkamen, als der Glaube der Vater. Lange Zeit blieb die neue Religion vom Volke unbegrisfcn und unverstanden, so daß im Leben der Bekehrten christliche Frömmigkeit mit heidnischem Brauch sich mengte.
3. Die ersten Bischöfe.
Durch eines mächtigen Herrschers Wort zum Bischofsih erhoben, nahm das Dorf Brcmon, dessen ältesten Häuser wahrscheinlich in der Gegend der Tiefer lagen, bald an Umfang und Große zu. Vortreffliche Rechte und Freiheiten seiner Insassen, der ergiebige Fischfang in der Weser, die erhöhte Lage an derselben, mitten im sumpfigen, bruchigen Boden, lockten Manchen zur Ansicdlung herbei. Dazu gewährte eine geschlossene Gemeinde größere Sicherheit vor Seeräubern, die damals nicht selten die Weser hcraufkameu, um auch auf dem Festlande zu morden und zu plündern. Von größtem Nutzen für das Gedeihen des Ortes war aber das Wirken seines ersten Bischofs, Willehad, welcher der besonderen Gunst Karts des Großen sich rühmen durfte. Er wußte es dahin zu bringen, daß die Einwohner Brcmon's vor dem übrigen Sachscnvolke gewisse Rechte genossen und die Entrichtung gewisser Abgaben ihnen erlassen wurde. Auf einen außerhalb des Orts belegencm Haidchügcl erbaute er eine kleine, hölzerne Kirche, die wunderschön gewesen sein soll und als erste bischöfliche den Namen "Donm erhielt. Nicht fern von dem Gotteshause soll er den Brunnen haben graben lassen, der noch gegenwärtig nach ihm der Willhadi-Brunnen heißt, dessen Wasser man nach seinem Tode eine wundcrthätigc Kraft beilegte.
Bischof Willehad stammte aus England. Er bereitete sich früh aus das schwere Amt eines Heidenbekehrers vor und ging in Deutschland zuerst unter die Friesen, das durch Bvnifazius oder Winfried bei denselben begonnene Werk zur Vollendung zu bringen. Beinahe