Druckschrift 
Bd. 3 (1904)
Entstehung
Seite
400
Einzelbild herunterladen
 

400

Erstes Kapitel.

sich versöhnen wollen, und daß die Leidenschaften des Hasses und der Rachsucht endlich aufhören müssen, um den Segnungen des Friedens Raum zu geben".

Das bremische Bataillon mit der Böse'schen Jägerkompanie hatte nach feierlicher Fahnenweihe und Eidesleistung am 1. Februar, als gerade zahlreiche russische Kavallerie, Ulanen, Dragoner, Kosacken, Baschkiren, durch Bremen passierten, seinen Marsch ins Feld angetreten. Ihm folgte zwei Tage später die Dragoner- Eskadron unter der Führung des Rittmeisters von EeMng. Am 19. Februar gingen sie bei Deutz über den Rhein und wurden am folgenden Tage von dem Kronprinzen von Schweden gemustert. Dann ging es über Jülich nach Belgien. Am 31. März, als die alliierten Monarchen in Paris einrückten und der Krieg im wesentlichen beendigt war, mußten unsere Truppen, ihrem Wunsche sehr entgegen, noch immer unthätig iu Lüttich liegen. Es sollte ihnen nicht vergönnt sein, an den Feind geführt zu werden. Von Brüssel traten sie um Mitte Mai den Rückmarsch an, der sie durch die Niederlande auf Oldenburg und am 16. Juni nach Bremen zurückführte. Beim Varrelgraben an der Landesgrenze und dann in der Stadt wurden sie festlich begrüßt. Sie hatten, wenn auch im Kampfe nicht erprobt, doch durch gute Zucht allgemeines Lob sich erworben und empfingen mit Recht von der bremischen Bevölkerung allseitige Anerkennung für ihren guten Willen, die Ehre der Stadt im Kampfe gegen den Feind zu vertreten.

Inzwischen war Smidt bald nach den verbündeten Monarchen in Paris eingezogen. Er war von seinem Sekretär Dr. Gilde­meister und den beiden Hamburgern Friedrich Perthes und Karl Sieveking begleitet am 8. Dezember in Frankfurt eingetroffen und hatte bei Stein und Metternich, bei Hardenberg und Humboldt die wohlwollendste Aufnahme gefunden und, wie von diesen allen, so auch von Kaiser Franz und König Friedrich Wilhelm die