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Bd. 3 (1904)
Entstehung
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Erstes Kapitel.

Die Wiedergeburt des Bremischen Staats.

Das 29. Bulletin hatte auch nach Bremen die Kunde von dem Untergange der großen Armee gebracht. Der Eindruck war ein gewaltiger. Die Bürger beglückwünschten und umarmten sich auf den Straßen, in den Klubs bezeugte man laut seine Freude. ^) Wie spärlich dann auch Nachrichten von den folgenden Ereignissen hierher drangen, sie genügten doch, um die lebhaft erregten Hoffnungen zu bestärken und riefen bei der geringen militärischen Besetzung des Departements mancher Orten unruhige Bewegungen hervor. In Bremen entschloß sich deshalb zu Anfang März 1813 der Municipalrat die alte Bürgergarde wieder aufzurufen. 2) Am Abend des 2. März sah man zwei Kompanien die Wachen wieder beziehen. Wenige Tage später bemerkte man, daß Frauen und Kinder mehrerer französischer Beamten von hier abreisten. Dann lief die Präfektnrgarde davon und am 15. abends schickte der Präfekt seinen Sekretär mit seinen wertvollsten Effekten fort. Die Kutsche aber wurde bei Brinkum von Bauern angehalten und beraubt, und dies Misgeschick verbreitete die Kunde von der ängstlichen Fürsorge des Präfekten auch unter der bremischen

>) Bericht des Grafen Arberg vom 6. Jan. 1813, Servisres, S. 295.

2) Ich folge hier u. a. den Mitteilungen, die Friedrich Schröder, der Municipalrat war, iu ein mir vorliegendes Tagebuch eingetragen hat, das den Frühling und den Herbst 1813 umfaßt.

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