Die Revolutionszeit.
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die Forderung erfüllte, würden nicht der Kaiser, Preußen, England darin eine Unterstützung Frankreichs erblicken und darnach gegen Bremen handeln? Man kam zu keinem Entschlüsse.
Während Post an Gröning schrieb, um sich seine Anficht über die Frage zu erbitten, erhielt er von Reinhard, der sich eben anschickte, Hamburg zu verlassen, einen sehr freundschaftlichen Abschiedsbrief, mit dem eindringlichen Rate, die Forderung Frankreichs nicht völlig abzulehnen; der Krieg, der allein auf Kosten Frankreichs für die allgemeine Sache der Freiheit geführt werde, sei noch nicht zu Ende, er nahe sich eben der entscheidenden Krisis, da sei es nur billig, daß auch die hansestädtischen Republiken zu ihm beisteuerten.
Gröning dagegen war der Ansicht, man solle sich der Forderung gegenüber passiv verhalten, ja er war geneigt, anzunehmen, daß das Direktorium von der Forderung nichts wisse, daß diese vielmehr nur von Talleyrand ausgehe. Und er wurde darin zunächst auch nicht wankend, als um Mitte Februar ein zweiter Kurier ankam mit der Anzeige, daß Schlüter infolge höchst bedrohlicher Äußerungen der französischen Regierung gegen die Hansestädte, unter Vorbehalt der Genehmigung der Senate, die Zahlung von 10 bis 12 Millionen zugesagt habe. Talleyrand hatte, nach Schlüters Bericht, eine Reihe von Klagen gegen die Städte vorgebracht, sie gewährten den französischen Emigranten Aufnahme und Schutz, sie begünstigten den englischen Handel und schmuggelten unter ihrer Flagge englische Waren in Frankreich ein, sie erlaubten die Rekrutenwerbung für England und duldeten in ihren Gebieten kontrarevolutionäre Zusammenkünfte. Er hatte hinzugefügt, die Beschlagnahme aller hansestädtischen Schiffe in den französischen Häfen sei bereits verfügt.
Die Städte waren einmütig entschlossen, die eigenmächtige Zusage Schlüters nicht zu genehmigen. Aber die Anklagen, die vornehmlich gegen Hamburg gerichtet waren, verbunden mit der
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