Die Revolutionszeit.
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Bremen zum ersten Male der nahen Gefahr des Krieges inne. Die österreichische Artillerie war schon im November aus zahl- ^/s^/ reichen Schiffen von Holland her flüchtig auf der Weser eingetroffen. Ihr folgten im Anfange des Jahres 1795 die nach Ausrufung der batavischen Republik aus Holland abgereisten Gesandten verschiedener europäischer Mächte und deutscher Staaten, die zum Teil in Bremen weitere Befehle ihrer Höfe abzuwarten beschlossen, und ihnen dann Scharen von Emigranten, die bisher in Holland Schutz gefunden hatten.
Weit fataler als dies aber war es, daß eben jetzt die Vorgänge sich wiederholten, die während des siebenjährigen Krieges die Stadt in Unruhe und Aufregung gehalten hatten. Am 19. Februar 1795 forderten der englische General Harcourt und der hannoversche Graf Wallmoden Gimborn die Aufnahme eines Lazarets in Bremen. Während man noch darüber verhandelt, kündigt der hannoversche General Duplat den Durchzug seiner zur Deckung der Unter-Ems bestimmten Truppen an und verlangt gleich darauf, daß man zwei Regimentern einen Rasttag in der Stadt vergönne. Nach einigem Sträuben gibt der Seuat gegen den schriftlichen Revers des Generals, gleich nach dem Rasttage weiterzumarschieren, dem Verlangen statt, um sich nicht dem Vorwurfe auszusetzen, daß er die Beschützung Niedersachsens verhindere. Kaum aber sind die Regimenter am 7. März im Quartier, als Duplat mit einer versiegelten Order des hannoverschen Kabinets vom 28. Februar herausrückt, die ihn zur Besetzung Bremens anweist. Die Proteste des Senats und die Erregung der Bürger bewirken nur, daß der General eins der beiden Regimenter weiterziehen läßt. Das andere bemächtigt sich der Thorwachen und benimmt sich wie in einer eroberten Stadt. Von da an war Bremen während einiger Monate der Spielball der hannoverschen und englischen Truppen. Jetzt mußte das Lazaret aufgenommen werden, für das man eilig auf der Contrescarpe