Zweites Kapitel.
Innere Streitigkeiten.
Bitten hinein in die schwierigen und unerquicklichen Verhandlungen, die der Rat bald mit Schweden, bald mit Oldenburg zu führen hatte, klingen seit längerer Zeit schon Klagen der Bürger über die Geschäftsführung des Rats. Sie waren seit einem halben Jahrhundert von Zeit zu Zeit vernommen worden und selbst unter den Nöten des großen Krieges nicht ganz verstummt; aber erst im letzten Jahrzehnt hatten sie einen schärfern Ton angenommen, der den häuslichen Frieden zu stören drohte, als man seiner gerade am dringendsten bedürfte, um der schwierigen Lage Herr zu bleiben.
Die Beschwerden wurden regelmäßig laut, wenn der Rat wegen außerordentlicher Geldbewilligungen sich an die Bürgerschaft wenden mußte, wie das hier und allerorten von jeher geschehen war. Aber sie bezogen sich jetzt, wenigstens zu Anfang, weit weniger auf die Finanzverwaltung, als auf andere Zweige der Thätigkeit des Rats. Klagen über mangelhafte Justizpflege, über grobe Willkür der Polizeigewalt, über Verkürzung der Bürger in ihren Freiheiten und Gerechtigkeiten bilden den wesentlichsten