Ausgabe 
(31.12.1941) Nr. 361
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der Nationalsozialisten Bremens

flmllichrs verkünüungsblatk des Neichsstattifalkers in Oldenburg und Nremen

Nr. 361 / 11. Jahrgang

Mittwach, 31. Vezember 1941

kinzeipreis 15 Npf.

Japanische Bomber über Singapur

örände in ranklagern / tkinesische Kommunisten sollen englische öummiplantagen verteidigen

»Sie Japaner können landen, wann und wo ste wollen"

Vas Schicksal Manilas reift unter dem flnsturm Ser japanischen truppen — Singapur vor Sec kvakuierung

schinen, von denen eine mit ihrer Bombenlast auf das Ziel stürzte, während eine weitere vermißt wird.

Der amerikanische Nachrichtendienst bringt Meldun­gen, in denen es heißt, die amerikanische Luftwaffe aus Luzon sei von den Japanern völlig verdrängt worden. Zu den Schwierigkeiten des Widerstandes käme noch die Tatsache, daß die Flugplätze auf Luzon von den Japanern völlig durch Bombenangriffe zerstört worden seien. Die amerikanischen Langstreckenbomber könnten nicht eingreifen, weil es erstens keine Landungsplätze in Luzon mehr gebe, und sie zweitens den Schutz der Jagd­flugzeuge brauchten, ' die keinen genügend weiten Aktionsradius hätten.

Berichten aus Manila zufolge war der vor einigen Tagen erfolgte Angriff der japanischen Luftwaffe auf die zweitgrößte S.tädt der Philippinen, Eebä, besonders erfolgreich. Verschiedene Oeltanks wurden so schwer ge­troffen, daß die hervorgerufenen Brände tagelang un­löschbar waren.

Nun militärische Ziele!

Zu den Kampfhandlungen auf Luzon erklärte der Sprecher der Heeresabteilung des Kaiserlichen Haupt­quartiers, das japanische Feldzugsprogramm verlauf« planmäßig. Er lehnte es ab, sich über die amerikanischen Behauptungen über japanische Bombenangriffe auf das Gebiet von Manila zu äußern. Die japanischen Flug­zeuge hätten Photoaufnahmen von den beschädigten Tei­len gemacht, um in überzeugender Weife belegen zu können, daß die japanischen Bomber als einziges -Ziel die Vernichtung nrilitärifcher An­lagen'vor Augen hatten. Der Sprecher fügt« hin,zu, der japanische Oberbefehlshaber auf Luzon fei angewie­sen worden, von Bombardierungen der den japanisckien Behörden als Slcherheitszonen bekanntgegebenen Ge­biete str-engstens abzufehen.

Der Sprecher warnte dann, Kalkutta oder irgendeine andere Stadt Indiens in Versorgungsstutzpunkt« für das Tfchungking-Regim« umzuwandeln. Er bezog sich dabei auf Berichte, daß Tfchungking eine lleberfllhrung der Transporteinrichtungen und des Personals der Burma- Straße von Rangun nach Kalkutta beabsichtige, da die Japaner auf Rangun einen zunehmenden Druck aus- üben. Die japanisch« Luftwaffe habe in keiner Weis« den Wunsch, betonte der Sprecher, indisches Gebiet durch Bombenangriffe in Mitleidenschaft zu ziehen. Bomben­angriffe gegen Kalkutta oder gegen irgendeine andere Stadt in Indien würden, falls sie durchgeführt werden

Sowjels holen sich blutige köpfe

Sei mestr als 20 6rad kälte erfolgreiche deutsche vegenstöße

Berlin, 38. Dezember. Beim Einbruch der Dun­kelheit wehrte am 29. Dezember im mittleren Abschnitt der O st front eine Infanterie-Divi­sion einen schweren, durch Panzer unterstützten Angriff der Bolschewisten aus eine Ortschaft ab. In mehreren Wellen hatten die Sowjettruppen bereits im Laufe des Tages versucht, sich des Dorfes zu bemächtigen. Bei 20 Grad Kälte stürmten die Bolschewisten Welle um Welle gegen die Deutschen vor. ohne Erfolg zu er­zielen. Äußer zahlreichen Toten und Verwundeten büßten die Sowjettruppen sechs schwere Panzer ein.

Trotz der starken Kälte eroberten am 28. Dezember die Truppen eines deutschen Armeekorps ebenfalls im mittleren Frontabschnitt in harten und erbitterten Kämpfen ein bei einem bolschewistischen Angriff vor­übergehend verlorengegangenes Höhengelände zurück. Stärkere feindliche Kräfte, .die das Gelände vergeblich zu verteidigen versuchten, wurden von den deutschen iTruppen, oie qm Nachmittag des 28. Dezember ihren Angriff umfassend vortrugen, eingeschlofsen und stehen vor ihrer Vernichtung. In zahlreichen Gegenangriffen und Entlastungsvorstößen mit Panzerunterstützung ver­suchten die Bolschewisten bisher, der Einschließung zu entgehen, oder den deutschen Ring zu durchbrechen. In den Kämpfen des 28. Dezember wurden nach bisheri­gen Meldungen neun feindliche Panzerkampfwagen ver­nichtet.

müßten, gegen den innersten Wunsch der Japaner unter­nommen werden.

Die japanische Kriegsmarine schlug zu

Die Marineabteilung des Kaiserlichen Hauptquartiers gab am Dienstag um 15.38 Uhr japanischer Zeit be­kannt: Die japanische Marinelujtwafse hat in der Zeit vom 22. bis 28. Dezember insgesamt 58 feind­liche Flugzeuge über Borneo, dem chinesischen Meer, der Südsee, Sulu und Celebes zum Absturz gebracht und vernichtet. Ueberdies hat die japanische Marine im westlichen Pazifik bis zum 28. Dezember 16 feind­liche U-Boote versenkt und eine große Anzahl wei­terer U-Boote beschädigt. In demselben Zeitraum ver­lor die japanische Marine außer den gemeldeten Spe- zial-U-Booten nur ein Unterseeboot.

Die erste offizielle Bekanntgabe über erfolgreiche Operationen japanischer U-Boote in den Gewässern der USA.-Küste und bei Hawai wurde mit um so größe­rem Interesse ausgenommen, als damit die Oberste Führung der japanischen Marine ihr bisheriges Schwei­gen brach und-gleichzeitig frühere Berichte aus nord- amerikanischer Quelle bestätigte. Zwar rechnete man mit dem Einsatz japanischer U-Boote in diesen Ge­bieten, jedoch kam der gute Erfolg in so verhältnis­mäßig kurzer Zeit überraschend. Man weist darauf hin, daß sich die Hauptanstrengungen bisher auf die Ge­biete des Südwestpazifiks konzentrieren. Die Ergebnisse dieser U-Boot-T8tigkeit müssen nach Ansicht hiesiger militärischer Kreise um so höher bewertet werden, als der Schiffsverkehr zwischen dem USA.-Festland und dem Westpazifik im Vergleich mit dem Atlantik ge-' ring ist.

Kapitänleutnant Tominaga von der Presseabteilung der Marine stellte in einer Unterredung mit „Tokio Ritscht Ritschi" fest, daß die Verbindung der USA. mit dem Westpazifik praktisch abgeschnitten sei. Hierdurch zeige sich, wie sinnlos der Versuch Roosevelts gewesen sei, Japan zu blockieren und wirtschaftlich auf die Knie zu zwingen. Umgekehrt sei es den Bereinigten Staaten unmöglich gemacht, wichtigste Rohstoffe für ihr Rü­stungsprogramm zu beschaffen. Er wies u. a. daraus hin, daß die Vereinigten Staaten jetzt nicht in der Lage seien, sich Wolfram zu verschaffen,'ein Metall von absoluter Notwendigkeit für die Herstellung von Pan­zerplatten für Schlachtschiffe. „Es ist leicht, Millionen Tonnen von Schlachtschiffen aus dem Papier zu bauen; was nützt es aber, schwache Schiffe zu schassen, nur um sie dann eine leichte Beute der japanischen Flotte werden zu lassen." (Siche auch Seite 2)

.An einer anderen Stelle stießen deutsche Panzer vor und kämpften trotz des vereisten Geländes und des starken Frostes eine Straße frei. Durch diesen'Vorstoß wurde dem vorgedrungenen Feind der Rückzug abgeschnitten. Die Bolschewisten versuchten der Vernichtung auszuweichen. Das konzentrierte Feuer der deutschen Panzer brachte dem ausweichenden Gegner jedoch hohe blutige Verluste bei.

Auch in der Nacht zum 38. Dezember unternahmen die Bolschewisten mehrere, mit stärksten Kräften durch- gesührte Angriffe gegen die Stellungen einer anderen deutschen Division in der Mitte der Ostfront. Obwohl die Sowjettruppen bei der Dunkelheit in dichten Reihen anstürmten, war die deutsche Gegenwehr nicht zu-er­schüttern. Unter schweren blutigen Verlusten wurden die Bolschewisten überall zurückgeschlagen.

In einem Abschnitt der Südfront gingen unsere Truppen trotz starker Kälte zum umfassenden Gegen­angriff über und warfen ein feindliches Bataillon, nach­dem sie dem Gegner schwerste Verluste beigebracht hatten. Die Reste des geschlagenen Bataillons zogen sich fluchtartig nach Osten, zurück und ließen über 400 Tote, mehrere Granatwerfer und Maschinengewehre so­wie bespannte Schlitten auf dem eingeschneiten Kampf­feld liegen. Außerdem fielen zahlreiche Gefangene in deutsche Hand. ' '

Eigener Drahtbericht der „Bremer Zeitung“

lvw. Stockholm, 38. Dezember. Singapur.hatte in der Nacht zum Dienstag vier Luftangriffe, von denen einckr sehr schwer war. Es handelte sich um den längsten Angriff, den Singapur feit Beginn des Ostasienkrieges durchmachen mutzte. „Einiger Schaden an Gebäuden“ wird zugegeben, ferner die Inbrandsetzung eines an­geblich kleineren Petroleumlagers.

Die britischen Truppen befinden sich südlich von Jpoh in voller Flucht und halten keinerlei Verteidigungs­linie, obwohl von britischer Seite das Gegenteil be­hauptet wird.

Die chinesische Kommunistenpartei in Malaya hat einen Aufruf erlassen, in dem sie erklärt, bis zum letzten Blutstropfen für die Verteidigung Malayas — also die Rettung der englischen Herrschaft — zu kämpfen. Ihre Mitglieder sollen bewaffnet werden, zur Verteidigung „jeder Stratze, Grube, Stadt und Eummiplantage“ der englischen Kapitalisten. Bisher war die kommunistische Partei in Malaya verboten gewesen.

Japaner 6v Kilometer vor Mauila

Luzons Schicksal wird — so kennzeichnet United Preß in einem Kabel aus Manila die dort vorherrschende Auffassung — in den jetzigen Kämpfen in der Papanga- Prooins entschieden. General Mac Arthur, so wird be­hauptet, sei es hier gelungen, dem japanischen Vordrin­gen Einhalt zu gebieten. Was man hierunter zu.ver­stehen hat. enthüllt dri: Nachsatz, daß eine „Rücknahme und Reorganisation“ seiner Linien erfolgt sei. Inwie­fern ein Rückzug gleichbedeutend mit einem Aushalten der Japaner sein kann, bleibt britisches Lijgengsheimnis.

Reuter spricht davon, dag jetzt die entscheidende Schlacht in der Entwicklung begriffen sei. Der Druck von Norden her sei sehr stark. Hier seien die Angreifer nur noch 88 Kilometer von Manila entfernt. Japanische Schiffe sollen bereits vor der Manilabucht erschienen sein.

Stärkste Aktivität der japanischen Luftwaffe

Die Marineabteilung des Kaiserlichen Hauptquartiers gab bekannt, daß Marineflugzeuge, die Patrouillenflügs in den Gewässern von Luzon durchführten, um den Rückzug des Feindes abzuschneiden, am 28. 12. einen feindlichen Zerstörer und zwei U-Boote versenkten und 28 nicht zur Marine gehörende Schiffe beschädigten. Von letzteren wurden sieben in sinkendem Zustand zu­rückgelassen. Die Verluste der japanischen Marinelust- waffe betrugen hierbei im gleichen Zeitraum zwei Ma-

ver gestrige wehrmachtsberickt

Ans dem Führerhanptquartier,38. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:^ „An verschiedenen Abschnitten der Ostfront wurden starke feindliche Angriffe in engem Zusammenwirken des Hee­res und der Lustwasse zerschlagen. Im Schwarzen Meer versenkten Kampfflugzeuge einen sowjetischen Zerstörer und beschädigten einen Kreuzer. An der Murman- Front schlugen deutsche Truppen in der Zeit vom 21. bis 28. Dezember hartnäckige Angriffe der Sowjets bei strengstem Frost und Schneesturm mit vollem Er­folg ab. Der Feind hatte schwere blutige Verluste. Starke Verbände von Kampfflugzeugen grifsen in der Nacht zum 38. Dezember einen kriegswichtigen Ver­sorgungshafen an der englischen Ostküste mit guter Trefscrlage an. Bei Tage wurde westlich der Färöer ein Handelsjchiss durch Bombenwurf versenkt. Im Ee- leitdicnst eingesetzte Unterseebootszäger schossen drei von sechs angreisenden britischen Bombern ab. Alle geleiteten Schisse erreichten sicher ihre Bestimmungs­orte. In Rordafrikä erzielten die deutsch-italienischen Truppen im Raum um Agedabia weitere örtliche Er­folge. Die Zahl der beim Eegenangriss abgeschossenen feindlichen Panzer hat sich.auf 74 erhöht. Mehrere hun­dert Briten wurden gefangengenommen. Aus der In­sel Malta wurden Flugplätze bei Tag und Nacht an­gegriffen. Vor Baletta versenkten deutsche Kampfflug­zeuge ein größeres Segelschiff. In Luftkämpfen schos>en oeutschc Jäger siins britische Flugzeuge ab, ein weiteres Flugzeug wurde am Boden zerstört.“

Dratztberickn unserer Berliner Schriftleitnng h. Berlin, 38. Dezember. In dem gleichen Augen­blick, in dem „Tokio lliitschi Nitschi" in einem Sonder- bericht^aus dem Malaqengebiet meldet, daß nach dor­tigen Informationen über 188 feindliche Schiffe in der Umgebung Singapurs konzentriert würden, die ichetn- dar zur Vorbereitung für die Evakuierung der britischen Ttreitiräfte bestimmt seien, jammert der Kommentator Robert Fraser im Londoner Rundfunk: „Die einfachste und zugleich unangenehmste Tatsache, die von den Nach­richten in Ostasien am meisten im Vordergrund steht, ist die, daß augenblicklich die Japaner, wann und wo immer sie wollen, Truppen landen können.^ Das ein­zige, was ihre Truppenlandungen begrenzt, ist die Zahl ihrer Truppentransporter. Wenn auch japanische Tru^ pentransporter versenkt wurden, so stellt die Zahl doch nur einen Bruchteil der vorhandenen japanischen Trans­porter dar. Die Situation um das Südchinesische Meer herum verschlechtert sich immer mehr. Dieser Tatsache müncn wir leider ins Auge sehen. Aus den Philippinen landen große japanische Truppenkontingente, und die -Situation in Malaya spricht für sich selbst. Die Eroge der drei japanischen Erpeditionsheere wächst dauernd. Die Briten befinden sich'auf dem Rückzug, und die Ver­teidigung wird immer stärker. Trotzdem ist dis jetzt

noch keine Linie abzusehen, von der sich aus die beiden Streitkräste wieder gegenllberftehen werden—“

In diese desillusionierenden Feststellungen mischen sich die australischen Meldungen, die im Tone äußer­ster Besorgnis und unverhohlenen Vorwurfs für Lon­don und Washington seststellen, daß durch den Verlust Hongkongs und di« Bedrohung der Philippinen, Singa­purs und Riederländiich-Ändiens die erste und zweite britisch-amerikanische Verteidigungslinie in Ostasien ausgefallen seien.

Die ganze Situation wird durch aus Tokio kommende Berichte unterstrichen, nach denen der feindliche Wider­stand auf den Philippinen und auf Borneo überall nach­zulassen beginnt. Mit neuen Verstärkungen nähert sich der konzentrische Angriff der Hauptstadt Manila, deren Schicksal in Tokio als schon besiegelt angesehen wird. Da hiermit wichtigste Flugplätze Luzons und der Hy- fen von Manila in iapanische Hände fallen würden, hänge das Geschick der Philippinen am seidenen Faden und' könne sich daher sehr rasch erfüllen, islbgejehen von wirtschaftlichen Auswirkungen unddem enormen Prestigeverlustc der USA., cntfallev.ytsrmit die letzte Möglichkeit einer Ablenkung des Angriffs,

der mit verstärkten Kräften auf Witiich-Borneo und Singapur fortgeführt werde. Da die britisch-indischen

Kräfte im Gegensatz zu den Japanern ohne Aussicht auf Verstärkungen und mit dem Einsatz der letzten Reserven einem weit überlegenen Gegner gegenüberständen, könne über den Ausgang der Schlacht im Südwestpazifik kein Zweifel mehr bestehen.

Dieser japanische Optimismus, begründet in den her­vorragenden Waffentaten der Landungsstreitkräfte, er­hält neue Nahrung in den Betrachtungen der engli- -chen-und amerikanischen Presse. So meint ein briti- !cher Agentur-Bericht: „Auf den Philippinen benutzen die Japaner offenbar die große Anzahl ihrer Streit. kra;te, um zuerst aus der einen und dann auf der an­deren Seite zuzuschlagen und io der Verteidigung keine Ruche zu^gönnen, während ihre eigenen Leute zu einem neuen Schlag vc„ der gegenüberliegenden Seite an- letjen.“ Immer neue Tanks und auch starke Reiterei vermögen die Japaner auf den Philippinen zu landen, heißt es in einem anderen britischen Bericht während das USA.-Hauptquartier die Zurückverlegung der Front bis zur Provinz Tavabas eingcftochen und gleichzeitig erklären muß, daß die Japaner an der Südfront nur noch 80 Kilometer von Manila entfernt leien, von wo ite wahrscheinlich den vernichtenden Schlag fuhren würden.

(Fortsetzung aus Seite 2s

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Liddell Hart straft Churchill Lügen

g. h. Berlin, 30. Dezember. Bisher hat die bri­tische Presse die Linie der Churchill-Reden in Washing­ton eingehalten und die Illusion zu erwecken versucht, als ob die Ehurchillsche Opfertheori« eines. „frei­willigen" wenn auch „bitteren" Eintaufchens des Ost- asien-Desasters gegen die sogenannten Nordafrika- Erfolge wirklich einen Anschein von Berechtigung habe und nicht nur die lügenhafte Verbrämung schicksalhafter Niederlagen sein solle. Der bekannte Militärkritiker Liddell Hart aber bricht nun in sehr klarer und fast sensationeller Weise mit dieser Linie und damit zu­gleich den Stab über diese großen Bluffversuch Chur­chills. Er spricht nüchtern die schweren Sorgen

flukruf des Führers

an Sas deutsche Volk;ur Jahreswende

B e r I i n , 31. Dezember. Reichsminister Dr. Goebbels verliest heute, am 31. De­zember, abends 20 Uhr, im großdeutschen Rundfunk über alle Sender einen Auf­ruf des Führers an das deutsche Volk zur Jahreswende

der Briten über die Entwicklung der Lage in Ost­asien, „wo sich die Situation in der dritten Kriegswoche bedenklich verschlechtert habe." Er spricht von der ver­lorenen Seeherrschaft, von einem möglichen Verschulden der örtlichen Militärbehörden, er sucht jedoch mit Churchill die Ursache auch in den Truppenverschiebun­gen nach Libyen. Diese Maßnahme sei «in schwerer Fehler gewesen. Liddell Hart aber geht noch in einem zweiten Punkt gegen Churchills Gesamtkurs an, der bisher ganz offenbar in der Richtung der Anerkennung des Vorrangs der Europafronten durch Roosevelt ge­laufen war. Hart möchte die USA. aus ihrer Defen­sivrolle in Ostasien und im Pazifik herausreißen, er will risikovollen-Einsatz der restlichen USA,-Flotte zur Erhaltung der noch vorhandenen britischen Positionen am südchinesischen Meer. Er beendet daher seinen Ar­tikel in der argentinischen Zeitung „Critica" mit dem fast verzweifelten Ausruf: „Wo bleibt die'USA.-

Flotte?", wiederholt damit die von Washington als so peinlich empfundenen japanischen Fragen und sucht die USA.-Führung zum Handeln zu drängen mit der Hinzufügung, „daß die angloamerikanische Stellung in Ostasien zusammenbreche, wenn nicht eine sofortige amerikanische Flottenaktion die Lage rette."

Diese Stellungnahme Liddell Harts weist zugleich auf die ganz offenbar vorliegenden Unstimmigkeiten zwischen Churchill und Roosevelt hin, von denen auch japanische Betrachter auf Grund der Untersuchung verschiedener englischer und amerikanischer Stimmen Kenntnis neh­men. „Japan Times und Advertiser" weist aus den Wunsch Englands hin, von den USA. Hilfe nach allen Richtungen zur Rettung des Empires zu erhalten, wäh­rend die USA. auf lange Sicht auf passive Verteidigung angewiesen feien — weil sie die lleberbleibsel ihrer Flotte nicht in einem pazifischen Abenteuer riskieren wollten — was sie noch besonders durch die Einstellung der Lease-Lend-Hilfe zum Ausdruck gebracht hätten. Hinter der Konferenz in Washington verstecke sich das Gespenst der Uneinigkeit zweier enttäuschter Länder, wobei es der besondere Wunsch der USA. sei, in der Zwischenzeit auch Jbero-Amerika mit dem Schlagwort „Verteidigung der Hemisphäre" an sich zu fesseln. Der Abstecher Churchills nach Kanada und 'eine Ankündi­gung, daß nach feiner Rückkehr nach Washington „wich­tige Ergebnisse“ zu erwarten seien, wird von neutralen Beobachtern in den USA. nicht allen als eine Unter­brechung der Verhandlungen in Washington mit dem Zweck, das-Ergebnis der Eden-Verhandlungen non Mos-

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Unser Tagesspiegel

' Heute abend 28 Uhr verliest Rcichsminister Dr. Goebbels über alle deutschen Sender einen Aufrns des Führers an das deutsche Volk.

Wieder brachen zahlreiche Slngrisfe der Sowjets an allen Frontabschnitten im Feuer der deutschen Abwehr blutig zusammen.

Der britische Schgcher in Moskau erweist sich als eine klägliche Angstgeburt.

Die Festung Singapur war wiederholten heftigen Luftangriffen der Japaner ausgesetzt.

In Washington wird die katastrophale Lage Ma­nilas bestätigt.

Gauamtsletter Thiele wurde mit der Leitung des Rassenpolitischen Ämtes der Eauleitung Weser-Ems beauftragt.

Montags und donnerstags wird künftig in allen deutschen Gaststätten das „Feldküchengericht“ ver­abfolgt.

Für die Trinkbranntweinwirtschast wurden ein­schränkende Maßnahmen- erlassen.

Der Tportbereich Niedersachsen wird mit Wirkung vom 1. Januar 1812 aufgelöst und neu geordnet.