Ausgabe 
(24.12.1941) Nr. 356
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parteiamtliche Tageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der freien Hansestadt Nremcn

Nr. Z5S / 11. Jahrgang

Mittwoch, 24. Dezember 1941

der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches verkündungsblall des Neichsstalchalters in Oldenburg und vremen

Einzelpreis'13 Npf.

örohangriff der Japaner aus Luzon

weitere Landungen mit riesiger Iransportflotte, davao erobert / Unverminderter druck aus Vritisch-Malaga / Söuberungsaktion auf der Insel Hongkong

Stockholm, 23. Dezember. In USA.-Meldungen aus Manila wird zugegeben, daß die Japaner nunmehr einen Großangriff auf Luzon eingeleitet haben. Die Meldungen sprechen von entscheidender Bedeutung dieser Kampfhandlungen für den Besitz der Philippinen. Die Japaner seien mit einer riesigen Transportflotte von 8V Schissen erschienen und hätten Landungen durchge­führt. Man gibt offen zu, daß es sich dabei um eine der größten und kühnsten Unternehmungen dieser Art in der neueren Geschichte handele. General Mac Arthur ver­suche durch Entsendung von Heeres- und Luftstreitkräften nach dem Lingayen-Eols die schwere Gefahr auszu­schalten, die durch diesen Angriff der gesamten llSA.- Stellung in Ostasien drohe.

Eine Mitteilung des Washingtoner Kriegsdeparte­ments spricht von heftigen Kämpfen im Lingayen- Holf, 240 Meilen nördlich von Manila, wo die Japaner unter dem Schutz eines mächtigen Marine- und Flug­zeuggeleits mit zahlreichen Transportern erschienen. Die Stärke des japanischen Expeditionskorps werde auf sechs bis acht Divisionen geschätzt. Ein später abgefaßter Be­richt aus Manila stellt fest, daß der heftig« Kampf, den die Japaner mit großen Kontingenten in Nord-Üuzon eingeleitet hätten, andauere. Durch die jüngsten Lan­dungen würden die Japaner Beherrscher der Küste Luzons von Aparri bis zum äußersten westlichen Punkt, dem Kap Bolinao. Vier philippinische Schiffe von zu­sammen 13188 Tonnen werden als versenkt gemeldet. Von zwei weiteren Schiffen fehlen Nachrichten. Weiter wird aus Manila gemeldet, daß die Japaner von der Lingayen-Bucht aus südwärts vordringen. In der Nähe eines Eisenbahnknotenpunktes fänden schwere Kämpfe statt. Das USA.-Hauptquartier spreche von einer be­trächtlichen Anzahl japanischer Truppen, die im Angriff seien. Im übrigen bezeichnet das Hauptquartier die Lage alsunübersichtlich".

Wie in Schanghai zur Lage auf den Philippinen weiter bekannt wird, spielten sich in der Umgebung der Lingayen-Bucht, an der Westküste der Insel Luzon, wo «rm Montagmorgen starke japanische Truppenabteilun- gen gelandet waren, Montag nacht schwere Kämpfe ab, nachdem von feiten der USA.-Truppen Verstärkungen herangeholt waren. Schwere Waffen griffen in die Kämpfe ein, die Dienstag morgen nach Meldungen aus Manila noch anhielten. Die Japaner drangen bis Santo Tomas la Union vor. Das USA.-Hauptquartier gibt erhöhte japanische Flugzeugtätigkeit über den Philippinen zu. Japanische Flugzeuge griffen mehrere USA.-Stützpunkte mit Bomben an und schlugen USA.- Versuche, japanische Landungen an der Westküste von Luzon zu stören, ab.

Wie das Kaiserliche Hauptquartier amtlich mitteilt, haben die am 20. Dezember früh aus der Insel Mindanao gelandeten japanischen Truppen in eng­ster Zusammenarbeit mit der Marine den heftigen feindlichen Widerstand gebrochen und am selben Tage, 17 Uhr nachmittags japanischer Zeit, die Haupt­

stadt Davao besetzt. Der Gegner verlor bis zum 21. Dezember 899 Gefangene und 299 Tote sowie zahl­reiches Kriegsmaterial.

Die Hauptstadt Davao liegt in einer tief eingeschnit- tenen Bucht an der Südküste der Philippinen-Jnsel Mindanao, der südlichsten großen Insel der Insel­gruppe und hat rund 95 000 Einwohner. Sitz der Regierungsbehörde ist allerdings die kleine Stadt Cagayan an der Nordküste der Insel.

Nach Berichten aus Singapur gehen die britischen Streitkräfte in Perak (Nord-Malaga) weiter nach Sü­den zurück. Sie versuchten jetzt, Stellungen bei Kri­ll la Kangsa einzunehmen, während die Japaner auf Flößen den Peral-Fluß hinunter Verstärkungen heran­zogen. Kuala Kangsa ist ein wichtiger Eisenbahnort und Straßenknotenpunkt. Er liegt 18 Kilometer nördlich von Jpoh, das als nächstes japanisches Angriffsziel bezeichnet wird. In Jpoh befinden sich bedeutende Zinnbergwerke,

Die Stadt KualaLumpur aus der malayischen Halbinsel war einem schweren Luftangriff japanischer Flugzeuge ausgesetzt, der viele Schäden an militärischen Zielen verursachte, Kuala Lumpur.ist die Hauptstadt des Sultanats Selanger und gleichzeitig der Sitz der Bun­desregierung der malayischen Staaten. Die Stadt, die rund 111 000 Eiizwohner hat, liegt 300 Kilometer nord­westlich von Singapur. Nach einer Meldung der Agen­tur Domei haben japanische Flieger erneut die britischen Flugplätze in Jpoh und Telokanson in Britisch- Malaya bombardiert. Vier britische Jäger vom Typ Buffalo wurden ohne japanische Verluste abgeschossen. Bei dem ersten Luftkampf zwischen englischen und japa­nischen Fliegern über Malaya wurden, wie Dome! mel­

det, 15 britische Flugzeuge abgeschossen und zwei Flug, zeuge am Boden zerstört, während alle japanischen Flug« zeuge zu ihrem Standort zurückkehrten.

Die japanischen Truppen brache» den letzten Wider stand der Briten auf der Insel Hongkong. Sie haben die letzten befestigten Stellungen bei Taping und Kili, die zwischen Poksulnm im Westen und dem Ca- meron-Berg im Osten liegen, angegriffen, nachdem sie am Montagabend das Fort auf dem Cameron-Äerg be­setzt hatten. Die Verteidigungsanlagen aus diesem Berg und in der Nachbarschaft sind bei dem nächtlichen An­griff, der am Montag um 23 Uhr begann, genommen worden. Die Zahl der Gefangenen beläuft sich bis zum 23. Dezember auf 119, darunter 118 Engländer.

Wie Domei meldet, wurden die Befestigungen im östlichen Teil Hongkongs von der japanischen Luftwaffe sehr heftig angegriffen. Durch die Angriffe, die nahe­zu 12 Stunden im rollenden Einsatz durchgeführt wur­den, erlitten die feindlichen Stellungen schwere Beschä­digungen. Der Druck der japanischen Truppen aus die der Hauptstadt Viktoria im Süden vorgelagerten Hügel- stellungen nimmt nach der gleichen Meldung ständig zu, so' daß mit raschem Fortschreiten des japanischen Angriffs zu rechnen sei. Militärische Kreise erklärten Domei zufolge, daß auf Hongkong zwar noch Kämpfe ausgetragen würden, daß aber die Insel bereits fest in japanischer Hand sei.

Die lapanische Offensive in der Provinz Kiangsu setzte westlich vom Taihu-See (westlich von Schanghai) ein. Die japanischen Truppen durchbrachen am zweiten Tag die Stellungen der 49. chinesischen Division und eroberten einige Ortschaften. Die Operationen dauern an.

(Siehe auch Seite 2)

Vle vroßlat des kapitSnleutnanks Mgalk

Starke Sowjetansriffe im mittleren srontabschnitt erjolgreich obgewekrt

Vor italienische wekrmachtsbericht

Rom, 23. Dezember. Das Hauptquartier der italieni­schen Wehrmacht gibt bekannt:Die Lage im Djcbel der Cyrenaika, wo Spähtruppunternehmen stattfanden, ist unverändert. Verstärkte Tätigkeit der feindlichen Ar­tillerie gegen die Stellungen von Bardia und Sollum. Die ungünstigen Witterungsbedingungen schränkten die Operationen der Luftwaffe ein. Tobruk und Derna wurden von Abteilungen der deutschen Luftwaffe er­folgreich bombardiert. Italienische und deutsche Flug­zeuge erzielten in wiederholten Angriffen auf die Insel Malta trotz lebhafter feindlicher Abwehr Treffer auf militärische Ziele."

Aus dem Führerhauptquartier, 23. De­zember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Die schweren Kämpse im mittleren Abschnitt der Ostfront dauern fort. An mehreren Stellen wehr­ten unsere Truppen starke Angrifse des Feindes er­folgreich ab und vernichteten hierbei 19 sowjetische Pan­zer. Kampf- und Sturzkampsfliegerverbände unter­stützten die Kämpse auf der Erde. Sie fügten dem Feind hohe blutige Verluste zu, vernichteten zahlreiche Panzer und Fahrzeuge aller Art und setzten mehrere Batterien außer Gefecht. In den Gewässern von Sewastopol beschädigte die Luftwaffe ein sowjetisches Kriegssahrzeug durch Bombenvolltreffer. Ostwärts der Fischer-Halbinsel versenkten Kampsflugzeuge einen Frachter mittlerer Größe; ein weiteres Handelsschiss wurde in der Kola-Bucht durch Bombenwurf beschädigt.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, griss ein Unterseeboot unter Führung des Kapitiinleutnants Vigalk im Atlantik einen britischen Flugzeugträger an, der zur Sicherung eines Eeleitzuges eingesetzt war. Das Unterseeboot machte de» Flugzeugträger durch Torpedotreffer in die Schraube manövrierunsähig. Nach zwei weiteren Torpedotrefsern im Borschiss und in der Mitte ist der Flugzeugträger über das Borschiss ge­sunken.

I» Nordasrika kam es am gestrigen Tage im Raume ostwärts von Bengasi zu Kämpfen, die noch an­dauern. Deutsche Kampfflugzeuge zersprengten in der westlichen Cyrenaika britische Truppcnansammlungen und Lastkrastwagcnkolonnen. Militärische Anlagen aus der Insel Malta wurden bei Tag und bei Nacht bom­bardiert. Deutsche Jäger schössen hierbei zwei britische Flugzeuge ab.

Die britische Luftwaffe warf in der vergangenen Nacht mit schwachen Kräften eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben auf Wohnviertel einiger Orte an der Deutschen Ducht. Marineartillerie schoß einen feindlichen Bomber ab."

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Zu der gemeldeten Versenkung des britischen Flug­zeugträgers erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Das unter Führung des Kapitänleutnants Bigalk ste­hende Unterseeboot sichtete einen feindlichen Eeleitzug, der von Gibraltar, nach England bestimmt war und nahm die Versolgung auf. Beim Eeleitzug stand ein britischer Flugzeugträger, der durch seine Jagdflugzeuge die Schisse des Eeleitzuges gegen Angriffe deutscher Fernkampfbomber und Unterseeboote zu sichern suchte. Der Flugzeugträger hatte ein von vorn bis achtern durchgehendes glattes Flugdeck, Bug und Heck ragten nach vorn und achtern über die Wasserlinie heraus. Neben dem Flugzeugträger versahen Zerstörer und Be- wachungsfahrzenge den Eeleitdienst, In der Nacht vom 21. zum 22. Dezember gelang dem Unterseeboot der geplante Angriff auf den Flugzeugträger, Gleich der erste Torpedo traf das feindliche Kriegsschiff und machte es manövrierunfähig. Auf das gestoppt liegende Schiff machte das Unterseeboot einen neuen Angrifs und traf es mit zwei Torpedos. Eine Wassersäule ging nach hef­tiger Detonation in der Mitte des Schiffes in die Höhe. Kurz darauf erfolgte die zweite Detonation und eine noch höhere Wassersäule stand am Vorschiff, Nun senkte sich der Bug des Schiffes. Schnell war das Vorschiff überflutet und das Heck ragte eine Weile gespenstisch in den NachthiMmel. Dann ging das britstche Schiff mit den an Bord befindlichen Flugzeugen kopfüber in die Tiefe.

USfl. vom verwesungsliauch kirglands vergiftet

lkurchttl auf Sem lonossagang , Her Streit um den entscheidenden Kriegsschauplatz

Trahtbericht unserer Berliner SchEtleitung är. rv. seil. B e r l i n, 23. Dezember. Zu der Ankunft Churchills in Washington schreibt der d,plomati,che Mitarbeiter -desDaily Telegraph":Es rst klar, daß von jetzt ab viele der wichtigsten Entscheidungen über die Strategie in Washington fallen werden." Dast die eine Seite des zweiten Treffens RooseveltChurchill in diesem Kriege: England hat es schon begrissen und muß diese furchtbar bittere Erkenntnis offen aussprechen, daß de» Schwerpunkt der politischen und militärischen Kommandogewalt auf der gegnerischen Seite sich zur westlichen Hemisphäre hin verschoben hat, da« dre bri­tische Insel nur noch als der größte Stutzpunkt des USA-Imperialismus gegenüber Europa erscheint und daß die Grundlinien der gemeinsamen Kkregsfiihrung nicht nur im Atlantik und Pazisil, sondern b,s t,es m den Machtbereich des Empire, im wesentlichen allein von Roosevelt bestimmt werden sollen.

Manchem nachdenklichen Engländer, der in den eng­lischen Traditionen aus der Zeit von den Puts bis zu Joe Lhamberlain aufgewachsen ist, muß ßm lM schon die Erfüllung der Prophezeiung andeuten, dah Churchill als Totengräber des Empire in die Weltgeschichte ein­gehen werde, Reuter möchte diese schwerwiegende Tat­sache noch in eine angenehme Formulierung kleiden, wenn er sagt:Man schätzt in Washington die höfliche Ecstc, die Churchill den USA. gegenüber gemacht Hai, indem er sich dorthin bemühte. Die höfliche Geste ist in Wirilichkeit die- Ausführung eines Befehls von Washington und darüber hinaus ein schmerzlicher

Kanoffagang des britischen Premiers, der ganz im Zei­chen des flehentlichen Rufes steht: «Hilf, Samuel, hilf!" Die Flitterwochenstimmung, in der sich Roosevelt und Churchill am 9. August auf derPrince of Wales" trafen, ist ebenso dahin wie das stolze Schiff selbst. Da­mals traf Churchill noch aus einen behäbig grinsenden Präsidenten der USA., der in großzügigster Eebelaune posierte. Damals stärkte man sich durch Whisky und durch den forschen GesangOuvsräs, Lbristinn 8oI6isrs", man setzte mit der Atläntik-Lharta einen Riesenbluff in die Welt und tat so, als ob es den beiden gar nichts ausmache, die ganze Welt in die Arena zu fordern. In Wirklichkeit ist es so geworden, wie esJapan-Times and Advertiser" gekennzeichnet hat, daß nämlich auf der Prince of Wales" Roosevelt von Churchill ebenso den Todeskuß erhalten hat wie jeder andere, den England in seinem Krieg als neuen Verbündeten in die Arme schloß, daß damals wie immerder Verwesung-Hauch des sterbenden Empire alle jene vergiftet, die mit ihm in Berührung kommen."

Wenn die britische Propaganda von einem beispiel­losen Schritt Churchills spricht und denverwegenen Mut" des Premierministers rühmt, so gibt sie damit indirekt zu daß es sich um einen Akt der Verzweiflung in der höchsten Not handelt. Das Empire braucht dringend Hilfe, wenn es nicht bald zerfallen soll. und die USA. können nach der Katastrophe von Pearl Harbour und der Einleitung des japanischen Großangriffs auf die Philip­pinen überhaupt keine Hilfe mehr gewähren, wenn sie sich nicht von vornherein mit der Niederlage auf ein«

Front des selbst heraufbeschworenen Zweifrontenkrieges abfinden wollen. Die englischen und amerikanischen Kom­mentare zu dem Treffen der beiden Kriegsverbrecher werden absolut von dem Streit darüber beherrscht, wel­cher Kriegsschauplatz als der entscheidende anz-Dehen ist. Steinerweichend klagt der Londoner Sender über die Unmöglichkeit Englands, mit den Gegnern an zwei oder gar an drei Fronten fertig zu werden.Unsere Seeleute", so heißt es da,unsere Flieger und unsere Landtruppen haben nicht das Material in Händen, das sie benötigen, um eine Ueberlegenheit auf allen drei Kriegsschauplätzen zu erringen, und man braucht viel Zeit, um von einem Teil des Globus Material und Menschen an den anderen zu bringen. Jetzt handelt es sich darum, ob wir selbst auf die Gefahr hin, im Fernen Osten eitren Rückschlag zu erleiden, alles nach Afrika bringen oder umgekehrt Europa und die Mittelmeerfront zugunsten des Fernen Osten schwächen sollen." Der Sprecher des Londoner Rundfunks gesteht, daß er auf diese Fragen keine Ant­wort wisse, doch es bleibe die Hoffnung auf einen Plan der vereinigten Strategie,

Mit anderen Worten: die USA. und ihr Häuptling Roosevelt sollen den Weg weisen und die Mitte! schaffen, weil England nicht mehr ein noch aus weiß, und für den Preis der Hilfe ist Churchill zu jeder Demütigung und zu jeder Preisgabe machtpolitifcher Interessen des Em­pire an die USA. bereit.

Dem englischen Publikum und der Weltöffentlichkeit soll allerdings zunächst wieder Sand in die Augen ge-

(Kortsetzung aus Seit« 9)

HeseülvAs

He-etz -lvöeck-e HiM«-

London fordert Tatsachen, Tokio sieht die Erfolge

l>. Berlin, 23. Dezember.Wir fordern Tatsachen, Tatsachen und nochmals Tatsachen!'^ Aufregung, Em­pörung und das Gefühl stärkster Bedrängnis spricht aus dieser Formulierung des diplomatischen Korresponden­ten Reuters, der sich mit diesen Worten hilfeheischend an die angelsächsische Welt wendet und so eine ReEion gibt auf die^ Fülle der aus dem oftasiatischen Kampf- raum eintreffenden Hiobsbotschaften, gipfelnd in den trübseligen und weinerlichen Betrachtungen dergröß­ten Truppenlandung der Weltgeschichte" auf den Philippinen.^ Japan liefert diese Tatsachen, sie sprechen eine wuchtig'e Sprache, klar, sckiarf und schneidend ein vollendeter Gegensatz zu jenem hysterischen Geschwätz augenblicklich in Washington, ein Gegensatz, der sich in

weihnachtobotschast an alle Deutschen

Berlin, 23. Dezember. Am Weihnachtsabend spricht der Leiter der Auslands-Organisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, über die Kurzwellen­sender zu den Ausländsdeutschen und den deutschen See­leuten. In einer Weihnachtsbotschaft wird der Gau­leiter den Ausländsdeutschen in aller Welt den Gruß der Heimat zum deutschesten aller Feste übermitteln.

Wenn auch an diesem Weihnachtsabend die Richt­strahler des Kurzwellensenders die Stimme der Heimat «n alle Weltteile tragen werden, gedenken wir derer, die draußen auf Posten stehen und trotz Anfeindung ihr Deutschtum, wenn nicht mit der Waffe, dann durch eiserne Haltung und Treue beweisen.

d« Haltung der beiden Kriegsparteien in allen Dingen offenbart. London feiert den Rückzug der Truppen auf der malayischen Halbinsel als einen Triumph britischer Kriegskunst. Japan hätte ganz anders Grund, Sieges­feiern zu veranstalten, Fackelzüge durch die Straßen ziehen zu lassen und Freudenkundgebungen auf den grogten Plätzen der japanischen Großstädte durhzu- m Tokioter Bevölkerung hat auch derartige

Borichlage gemacht sie wurden von der Regierung des Tenno unnachsichtlich abgelehnt. Der Krieg habe eben erst begonnen, so heißt es in der Begründung der Endpeg werde natürlich gefeiert, aber dieses Endziel "kge nicht greifbar nahe im Gegenteil, es gehöre noch ern langer und harter Kampf dazu, bis ein von Japan gezuhrtes Eroßasien geschaffen sei. Es ist eins ernste und lehr würdige Sprache: Das japanische Volk solle sich Huten, sich durch Anfangserfolge berauschen zu !bi hart und verlange von jedem Pflichterfüllung.bis zum äußersten.

Die Regierung des Tenno darf solche Worte sprechen, wahrend Churchill, Roosevelt samt Anhang mit Ee- schwatz und onensichtlich vorbereiteten Manifesten aus dem Weißen Haus die Stimmung des schwer getroffenen britischen und amerikanischen Publikums zu bessern verbuchen. Wenngleich die britische Katerstimmung menschlich durchaus verständlich ist angesichts der japa- die sowohl miljtärischer als auch poli­tischer Natur sind. Die Engländer mußten jetzt in Ran- gun und Singapur Konferenzen mit alarmierenden Vor­zeichen durchführen. Die Singapur-Konferenz, auf der General van Howen, der Oberbefehlshaber der Streit- krafte Niederlandisch-Jndiens, vor allem sehr harte Worte über das völlige Unvorbereitetsein der Eng- lander m Malayen und der Amerikaner auf Hawai fand, stand hauptsächlich unter dem Eindruck der mili­tärischen Erfolge Japans. Die Konferenz in Ranaun war ein Spiegelbild der politischen Auswirkungen, die vor allem nach dem japanisch-thailändischen Bündnis au; Burma hinzielen Der burmesische Ministerpräsident wenigen Wochen in London. Seine Wünsche nach Autonomie wurden von Downingstreet schroff ab­gelehnt, das Jntelligence Service ging sogar soweit, dem burmesischen Staatsmann nach seiner Ankunft in Amerika das Wort zu verbieten. London glaubte das vor wenigen Wochen noch tun zu dürfen, heute möchte

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Im Osten wurden erneute Durchbruchsversuchc der Sowjets vei blutigen Feindverlusten abgewiesen.

Die Japaner haben erneut Truppenmassen auf Luzon gelandet.

Auf der Malaycn-Halbinscl verlieren die Briten eine Position nach der anderen.

Laut Reuter ist Churchill auf seiner Vettelfahrt um die USA.-Hllfe in Washington eingetroffen. Zum Schutz der Sammlung von Wintersachen für die Front erließ der Führer eine Verordnung, wo­nach jeden die Todesstrafe trifft, der sich an den gesammelten Gegenständen unrechtmäßig bereichert. DieStiftung für die Opfer der Arbeit" hat auch zum diesjährigen Weihnachtsfcst wieder zahlreiche Spende» an arbeitsinvalide Volksgenossen aus­gekehrt.

Am heutigen Weihnachtsabend spricht Gauleiter Bohle zu allen Deutschen dies- und jenseits der Grenzen.

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