Ausgabe 
(11.12.1941) Nr. 343
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vremer MMg

parteiamtliche Tageszeitung

vas flmtsblatt des Negierenden viirgermeisters der Zreien 5jansestadi vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmiliches verkündungsblatt des Neichsstatttialters in Oldenburg und vremen

Nr. Z4Z /II. Jahrgang

Donnerstag 11. Dezember 1941

Linzelpreis 15 Nps.

heute 1S Uhr NeUhstaat

krklüruirg der Neichsregierung / Übertragung auf alle deutschen Sender

c!nb. verttn, ll. Vezember. Ver Deutsche Neichstag tritt beute um tS Uhr zur kntgegennalzme einer Erklärung der Neichs­regierung zusammen. Die Sitzung wird über alle deutschen Sender übertragen. Eine Wiederholung der Übertragung findet beute abend um 20.15 Ulzr statt.

tunkte I^6ic^5tc>g55>truizg im Kriegs

Zum fünftenmal seit Beginn dieses Krieges tritt heute der Reichstag in der Krolloper zusammen. Seine Sitzungen standen jedesmal am Beginn oder Ende großer Entscheidungen, sie waren da­mit zugleich Marksteine des gewaltigen Kampfes des deutschen Volkes um Recht, Freiheit und Le­bensraum. Am 1. September 1939 fand jene histo­rische Reichstagssitzung statt, in der der Führer die Ablehnung aller deutschen Verständigungs­vorschläge durch Polen bekanntgab, so daß keine andere Möglichkeit mehr blieb, als mit diesem Staate in der einzigen Sprache zu reden, die er offenbar allein noch verstand. Als erster Soldat des Deutschen Reiches stellte sich Adolf Hitler an die Spitze seiner Wehrmacht, um den zunächst noch isolierten Brandherd an den Ostgrenzen des Rei­ches auszulöschen. Schon am 6. Oktober konnte der Führer wiederum vor den Reichstag treten, um vor ihm über eine der glänzendsten Waffen- taten der deutschen Geschichte Rechenschaft abzu­legen. Nichts kennzeichnet aber mehr die staats- männische Größe und das Verantwortungsbewußt­sein Adolf Hitlers gegenüber der ganzen Welt, als daß er in diesem Augenblick des Triumphes seinen Gegnern die Hand zur Verständigung bot, um der Welt einen ein für allemal garantierten Frieden zu schenken. Das großzügige Angebot des Führers verfiel der Ablehnung. Wenn die Gegner sich dem Wahn Hingaben, die Verständi­gungsbereitschaft Deutschlands als ein Zeichen von Schwäche auslegen zu können, so belehrte sie das Jahr 1940 eines anderen. In der Reichstags­

sitzung vom 19. Juli 1940 konnte Adolf Hitler ab­schließend über die skandinavische Aktion und die Niederwerfung Frankreichs berichten. Seine er­neuten Verständigungsangebote wurden von Chur­chill wiederum rundweg abgelehnt. T:r Versuch Englands, mit diplomatischer Hilfe der USA. auf dem Balkan einen neuen Kriegsschauplatz zu ge­winnen, zwang Deutschland abermals zum Han­deln. Wie in wenigen Tagen die deutschen Trup­pen in einem unaufhaltsamen Siegeszug durch die Gebirge des Balkan drangen, bis sie auf dem Peloponnes die letzten britischen Truppen ins Meer warfen, berichtete am 4. Mai 1941 der Füh­rer dem Reichstag, wobei er zugleich die kompro­mißlose Entschlossenheit des deutschen Volkes be­tonte, diesen ihm aufgezwüngenen Krieg gegen die jüdisch-plutokratische Internationale unter allen Umständen und mit allen Mitteln siegreich zu Ende zu führen. Ueber sieben Monate sind seit dieser letzten Reichstagssitzung verstrichen. In ihnen vollzog sich der größte und schwerste Krieg aller Zeiten, nachdem die deutsche Wehrmacht am 22. Juni erneut gezwungen war, an der Ostfront anzutreten, um in der Stunde höchster Gefahr dem in allen Einzelheiten bereits vorbereiteten Ueberfall des Bolschewismus zuvorzukommen. Die Vernichtung des Bolschewismus durch die Ein­heitsfront der europäischen Völker und der Aus­bruch eines neuen Krieges im Pazifik durch die Schuld. Roösevelts sind die beiden epochalen Er­eignisse, unter deren Eindruck der deutsche Reichs­tag zusammentritt. pZ.

Neue japanische krsoige

Tokio, 1V. Dezember. Das Kaiserliche Haupt­quartier bestätigte am Mittwochmittag die Mel­dung, daß japanische Armee- und Marinestreit­kräfte in engem Zusammenwirken eine erfolg­reiche Landung auf der Insel Guam durchgeführt haben. Gleichzeitig haben die Armee- und Marine­abteilung des Kaiserlichen Hauptquartiers in einer gemeinsamen Erklärung bekannt, daß die Ope­rationen der japanischen Truppen, die am Mor­gen des. Dezember eine Landung auf den Philippinen durchgeführt haben, im raschen Fortschreiten begriffen sind.

Wie zu der Landung auf den Philippinen ergänzend bekanntgegeben wird, ist es den Japanern gelungen, trotz feindlicher Gegenwehr aus der Hauptinsel Luzon Fug zu fassen, und zwar bei Big an an der Nordwestlüste und bei Aparri an der Nordkiiste der Insel. Vermut­lich find noch weitere Landungen erfolgt, jedoch liegen hierüber noch leine Nachrichten vor. Die Landungen wurden im Lause des Dienstags durch Vodentruppen mit Unterstützung von Marine- und Luftstreitkrästen durchgeführt. Wie aus Manila verlautet, sind seit Mitt­woch die ersten gröberen Kämpfe mit USA.-Streitkräften im Gange, wobei die japanische Kriegsmarine in die Kampfhandlungen eingrjfs.

Wie aus einer aufgefangenen Rundfunksendung her­vorgeht, hat der Oberbefehlshaber der USA.-Streit- lräste in Manila, General Mac Arthur, in einer Rund- fnnkerklärung zugegeben, datz den japanischen Truppen im Zusammenwirken mit See- und Luftstreitkrästen eine Landungan einem gewissen Punkt" im Norden gelun­gen sei.

Auf den Philippinen befinden sich, wie Domei be­richtet, schätzungsweise 38 000 Mann amerikanischer und philippinischer Truppen unter Befehl Generals Ma- carhur,' davon 18 000 Mann regulärer Truppen. Die Philippinen seien in drei Wehrbezirke eingeteilt, näm­lich in die Bezirke Nord- und Südlozon und Mindanao. Da die philippinische Luftwaffe durch die japanischen Bombenangriffe der letzten zwei Tage stärkstens ge­schwächt worden sei, ist anzunehmen, daß die Wider­standskraft gegenüber den japanischen Truppen, die heute morgen erfolgreiche Landungen durchführten, ge­brochen sei.

Japanische Marinestreitkräfte landeten nach einem Bericht der Agentur Domei aus Bangkok an mehreren Stellen des Golfes von Thailand, lieber die militärische Lage in Süd-Thailand berichtet Domei, daß sich die dort gelandeten japanischen Truppen gegenwärtig in Kämpfen mit britischen Streitkräften befänden, die aus Burma nach Thailand eingedrungen sind. Im Rahmen der Operationen im nördlichen Britisch-Malaya wurde, einer amtlichen Tokioter Verlautbarung zufolge, eine strategisch wichtige Schlüsselstellung. besetzt, welche die Engländer vergeblich zu verteidigen versuchten.

"(Siehe auch Seit« 2)

Her gestrige weiirmachtsbericht

Aus dem Führerhauptquartier, 10. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:An der Ostfront wurde» örtliche Angriffe des Feindes er­folgreich abgewehrt. Hierbei erlitt der Gegner erneut schwere blutige Verluste. Die Luftwaffe zersprengte mit starken Kräften im Südabschnitt der Ostfront Truppen- ansammlungen sowie Panzerbereitstellungen und bom­

bardierte wirksam Flugplätze der Sowjets. Auch im Raum um Moskau sowie nordostwärts des Jlmensees erlitt der Feind durch Angriffe von Kampfflugzeugen erhebliche Verluste. In Nordafrika dauern die schweren Kämpfe an. Deutsche und italienische Sturzkampfflug­zeuge bekämpften wirksam britische Fahrzeugkolonnen und Flakstellunge». Deutsche Jäger schössen bei Tobruk fünf feindliche Flugzeuge ab."

SchlachtschiffeNeNulle"undprinceoswales"gesunken

Vurch japanische slug;euge an der Malagen-ftalbinsel vernichtet , USfl.-slugzeugmutterschiffLangleg" und ein U-Voot versenkt

Tokio, 10. Dezember. Das Kaiserliche Hauptquar­tier gibt bekannt, datz die japanische Marinelustwasse die SchlachtschiffePrince of Wales" undRepulse" in de« Nähe der Ostküste der Malaqen-Halbinsel versenkt hat. Wie die Agentur Domei dazu weiter berichtet, wurde die britische Fernostflotte am Mittwoch um 11.30 Uhr japanischer Zeit in der Nähe der Ostküste der Malayen Halbinsel gesichtet. Japanische Flugzeuge traten sofort in Aktion. DieRepulse" wurde um 14.20 Uhr durch Vombenvolltresfer augenblicklich versenkt. Das SchlachtschiffPrince os Wales" erhielt nach einem Volltreffer Schlagseite auf Steuerbord und versuchte zu

entkommen. Um 14.50 Uhr erhielt dieses Schlachtschiff jedoch weitere Treffer und sank.

Die Agentur Domei erfährt über Buenos Aires aus Manila, datz das USA.-Flugzeug-MutterschisfLang- leq" am Dienstag versenkt worden ist. Ferner wurde ein nordamerikanisches Unterseeboot, das wahrscheinlich der USA.-Asienslotte angehörte, einem Bericht der Ma­rineabteilung des Kaiserlichen Hauptquartiers zufolge von Einheiten der japanischen Kriegsmarine in der Nähe der Insel Palau versenkt.

Japanische U-Voote versenkten am Dienstag eine» USA.-Transporter von 15 000 BRT. in der Manilabucht.

Ferner brachten japanische Fahrzeuge lautKokumin Schimbun" den bewaffneten britischen Handelsdampfer Beneb" (8000 BRT.) aus. Dieser Dampfer war mit zwei achtzölligen Geschützen bestückt. Japanische Schiffe, die sich am Mittwoch der Hafeneinfahrt von Hongkong näherten, haben das englische PatrouillenschissSaint Monanes" versenkt.

Bei dem SchlachtschiffPrince of Wales" han­delt es sich um die modernste britische Flotteneinheit, an Grütze mit seinen 35 000 Tonnen Wasserverdrän- (Fortsetzung auf Seit« 2>

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Das britische Flotter "asko vor Singapur

Dr. V. sck. Berlin, 10. Dezember. Ausgerechnet dort, wo Großbritannien die stärkste Festung >eines Empire, ein angeblich unangreifbares Zwing-Uri errichtet hatte, mutzte es schon am zweiten Tage des fernöstlichen Krieges eine schwere Niederlage einstecken, die das Gegenstück zum siegreichen Trasalgar seiner Geschichte einleiten könnte. DieTimes" bezeichnete noch am Mittwochmorgen Singapur als den Schlüsselpunkt der britisch-nordamerikanischen Strategie im Fernen Osten; als aber' diese Zeitung den Lesern zu Gesicht kakn, war bereits seit einigen Stunden in militärischer Reich­weite von Singapur der Stolz der britischen Flotte, diePrince os Wales" zusammen mit derRe­pulse", ins Meeresgrab gesunken, während gleich­zeitig japanische Landetruppe» auf der malahischcn Halbinsel von Norden her in bedrohlichem Anmarsch gegen Singapur stehen. Den Schlag, den England mit dem Verlust desPrince of Wales" und derRepulse" erlitten hat, kann es nicht mehr verwinden. Es sind die modernsten und bestausgerüsteten Erotzeinheiten der Royal Navy", die an der Ostküste der malayöchen Halbinsel den kühnen Angriffen der japanischen Flie­ger zum Opfer gefallen sind.

Beim Ausbruch des Krieges galt dieRepulse" als das wertvollste Schiff der englischen Flotte überhaupt. Als im April 1939 das englische Königspaar für die Reise nach Kanada dieRepulse" benutzen wollte, da lehnte sich die englische Öffentlichkeit dagegen auf. lisep tlrs llepulss st koms!"so sta'nd es in großen Schlagzeilen über den Blättern. DieRepulse" gehöre, so schrieb damals dieDaily Mail", zu den drei stärk­sten Schiffen der britischen Schlachtslotte, die allein es an Stärke und Schnelligkeil mit den deutschenWesten- taschenpanzerschiffen" aufnehmen könnten, und es sei, so hieß es weiter, in Zeiten starker internationaler Spannungen nicht zu verantworten dieses wertvolle Schiff sechs volle Wochen auf Auslandsreise zu schicken. Tatsächlich mußte sich dann das englische Königspaar auf seiner Amerikareise mit einem d'euischen Veuteschiff aus der Zeit vor dem Weltkrieg begnügen. Das ist be­zeichnend dafür, wie hoch die Bedeutung derRepulse" von den Engländern selbst eingeschätzt' wurde. Eleich- zeitig mit diesem stärksten britischen Schlachtschiff der ^si eines der beiden ganz modernen Schlachtschiffe, die erst im Kriege srontfertig wurden, von den Japanern auf den Meeresgrund geschickt wor­den. Einen Tag zuvor harte 5000 Seemeilen von Singa­pur entfernt die pazifische Schlachtflotte die Katastrophe von P°°rl Harbour erlebt, bei der die Schlachtschiffe "West-Virginia" undOklahoma" versenkt wurden. Nach zwei Tagen des fernöstlichen Krieges bat die weitreichende Schlagkraft der Lustarmee der japa- nnchen Wehrmacht die im Fernen Osten und im pazi- Raum angesetzten Seestreitkräfte der feindlichen Alliierten um vier der wertvollsten Grotzeinheiten end­gültig vermindert und eine weitere Anzahl von großen, mittleren und kleinen Schiffen teils versenkt teils für längere Zeit außer Gefecht gesetzt. Damit sind die eng­lischen und Nordamerikanischen Geschwader im Indischen .Stillen Ozean entscheidend geschwächt, und da gleichzeitig der Angriff auf das zusammenhängende System der britisch-amerikanischen .Stützpunkte bereits zu Erfolgen geführt hat, wie man sie sich vor Ausbruch dieses Krieges vorzustellen kaum gewagt hätte, so sind schon in der Emleitungsphase alle strategischen Pläne, von denen London und -Washington gemeinsam ausge­gangen sind, vollkommen, gründlich und entscheidend über den Haufen geworfen worden.

bis in die letzten Tag« und Stunden vor dem Eindruck der Katastrophe in England und den Vereinigten Staa ten nachgegangen ist, und den inzwischen von'den wuch tigen lapanischen Schlägen geschaffenen Tatsachen ist ac radezu himmelschreiend grotesk. Da entwickelte zwe Tage vor Ausbruch des Krieges der amerikanische Kon ieradmiral Stirling in derDaily Mail" seine Auf sastung über die wahrscheinliche Entwicklung des Kri« ges zwischen U»A, und Japan. Als die Häupraufgab! der UsA.-^lott« bezeichnete er es ungestört nach Singa- pur zu gelangen. Heute ist die auf Hawai stationiert.

..... ..

Unser

Der Deutsche Reichstag ist zu heute nachmittag "Uhr zur Entgegennahme einer Rcqierunqs- erklärung einberufen worden.

Die deutsche Luftwaffe setzte ihre erfolgreiche Tätigkeit in Nordafrika fort.

Die britischen SchlachtschiffePrince of Wales" undRepul,e" wurden vor Singapur versenkt.

In Thailand, aus den Philippinen und Euam gehen die Operationen der Japaner planmäßig

utigeroroenrilch ger Die Tiirfei betont offiziell ihre neutrale Halt auch im Ostapen-Konslikt.

!?rni>hrungshilfswerk der NSV. blickt aus funszahriges Bestehen zurück.

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Als neues iruhrungsinstrumcnt der betrieblichen Nachwuchscrziehuva wurde eine Reichsarbeits­gemeinschaft der betrieblichen Ausbildungsleiter gegründet.