Ausgabe 
(2.12.1941) Nr. 334
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der Nationalsozialisten Vremens

flmllicties verkündungsblalt des Neichsstatchallers in Oldenburg und Bremen

Nr. ZZ4 / 11. Jahrgang

Vienstag, 2. Vezember 1941

kinzeivreis 15 Nps.

Her Sieg liegt in unserer stand

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Vr. l-oebbels sprach über -en Stand des deutschen Freiheitskrieges

Berlin, 1. Dezember. Reichsminister Dr. Goebbels sprach am Montagnachmittag in der neuen Aula der Berliner Universität im Rahmen der deutschen Akademie zur Lage. Seine Zuhörerschaft bildete ein großer Kreis von geladenen Güsten aus Diplomatie, Re­gierung, Wehrmacht, Partei, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Kultur, aus der deutschen und ausländischen Presse sowie aus dem sonstigen öffentlichen Leben der Reichshauptstadt.

Dr. Goebbels pries zu Beginn seiner Red« den Geist der Stätte, an -er er sprach, «nd von der Fichte einst die Nation ausrief ein Geist, in dem sich sentimen- talitätslpser Realismus und Wohltuende Bewegtheit des Herzens paaren und der sich in unseren geschicht­lichen Stunden immer durch eine besondere Art von be­harrlichem Gleichmut und innerer Kraft auszeichnete. Der Redner schilderte den gegenwärtigen Stand des deutsche» Freiheitskampses, legt« einige seiner Metho­den klar und umriß seinen Ursprung und Sinn sowie seine festen Aussichten aus den Sieg. Kühl und sachlich sprach er Probleme an, griff er eine der oft erörterten Tagessragen nach der anderen aus und hatte damit ge­rade vor diesem Znhörerkreis den größten Erfolg.

Wenn der Krieg, so führte Dr. Goebbels im einzelnen aus. die Fortführung der Politik mit änderen Mitteln ist, so ist andererseits auch die Politik die Fortführung des Krieges mit anderen Mitteln. Der Krieg beschränkt sich nicht darauf, durch den Ansatz von Waffengewalt ge­wünschte Ziele zu erreichen. Die Politik ist seine stete Begleiterin. Nur wenn Politik und Kriegführung in ener Hand liegen, wie heute in Deutschland, ist zu ver­hindern, daß wieder die Feder verdirbt, was das Schwert erobert hat. Erst der totale Krieg von heute hat uns die Augen für gewiss« grundlegende Erkennt­nisse geöffnet. Ein Krieg, dessen Ziel in der Eroberung einiger Erzbecken und Kohlengruben besteht, kann auf die Dauer nicht das Volk, sondern nur eine kleine, un­mittelbar daran interessierte kapitalistische Schicht be­geistern. Der Sturm auf die Maginotlini« aber wird eine Art von Volksbeben wenn die Nation spürt, daß in ihm über die nächsten Jahrhunderte entschieden wird.

Das, was man im Ausland Blitzkrieg nennt, ist nichts anderes, als die sinnvolle Verbindung von mo­derner Politik und moderner Kriegführung. Wenn wir einmal den deutschen Sieg in Händen haben, so wird er das Ergebnis eines höchsten Znsammenspiels aller Kräfte unseres Volkes darstellen. Wir legen heute an die Politik soldatische Maßstäbe an, wie auch die Kriegführung von Gesichtspunkten der Poli­tik mitbestimmt wird. Unser Volk fühlt heute in­stinktiv, daß es für den Sieg auf jeden einzelnen an- lommt.

Ausführlich sprach Dr. Goebbels über die Anwendung der

Mittel der geistigen Kriegführung,

die so alt ist, wie der Krieg selbst. Er erwähnte als aktuelles Verspiel die Zeit vor dem Beginn des Feld­

zuges im Osten, dessen heute aller Welt sichtbare Not­wendigkeit damals der Führer allein schon sah. Es war die Zeit, in der die tollsten Gerüchte einander wider­sprachen, oder sich gegenseitig übersteigerten, um auch im letzten Augenblick noch die Ueberraschung des zum An­

griff bereiten Gegners zu ermöglichen, die nach dem Worte des Führers 10V 000 deutscher Soldaten das Leben rettete. Dr. Goebbels traf dabei vor seinen Zu­hörern die Feststellung, daß eine überlegene Nachrichtenpolitik im Kriege nicht yyx ein Jnformationsmittel, sondern auch ein unter Umständen schlachtenbeeinflufsendes Kriegsmittel ist. Er sprach von den Perioden des Schweigens der deutschen Führung, die noch meist die Stunden vor gro­ßen Entscheidungen waren, und stellte fest, daß es uns (Fortsetzung aus Seite S)

Unterredung zwischen Neichsmarschall 6öring und Marschall pstain

Paris, 1. Vezember. flm 1. Vezember sand in St. slorentin vergigng zwischen Neichsmarschall Söring und Marschall Palmin eine längere Unterredung über die Veutschlond und Frankreich interessierenden fragen statt.

Im weiteren Vordringen aus Moskau

vergebliche flusbruchsversuche über das kis der Newa IS vritenflugzeuge abgeschossen

Aus dem Fiihrerhauptqnartier, 1. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Im Raume von Rostow setzte der Feind auch gestern seine Gegenangriffe unter rücksichtslosem Einsatz von Men­schen und Material fort. Er erlitt dabei wieder schwere blutige Verluste. Im Raume von Moskau angreifende Infanterie- und Panzerverbände sind in weiterem Vor­dringen gegen die sowjetische Hauptstadt. Vor Leningrad setzte der Gegner seine vergeblichen Ausbruchsversuche auch gestern fort. Bei der Abwehr eines mit stärkeren Kräften über das Eis der Newa gesührten Angriffs verlor der Feind bei hohen blutigen Verlusten zahl­reiche Gefangene sowie 30 Panzer, darunter sechs schwerste. Die Luftwaffe bekämpfte im Mittel- und Nordabschnitt der Front mit guter Wirkung Nachschub­wege der Sowjets. Ostwärts des Wolchow wurden Truppenunterkllnste und Materiallager bombardiert. In den Gewässern um Kronstadt versenkten Kampfflugzeuge einen Eisbrecher; ein größerer Frachter wurde durch

Bombenwurf schwer beschädigt. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen Moskau und Leningrad. An der schottischen Ostkiiste griff die Luftwasfe bei Tage einen Flugplatz mit Bomben und Bordwaffen an. In Hallen und Unterkünften wurden Volltreffer erzielt und meh­rere am Boden abgestellte Flugzeuge beschädigt. Bei Nacht griffen Kampfflugzeuge Hasenanlagen in Süd- westengland an. In Nordafrika dauern die Kampfe südostwürts Tobruk noch an. Von Süden her geführte britische Eegenangrisfse wurden erfolgreich abgewiesen. Deutsche und italienische Kampf- und Jagdfliegerver- Lände unterstützten die Operationen.

Britische Bomber griffen nn der letzten Nacht das norddeutsche Küstengebiet an. In Hamburg und Emden hatte die Zivilbevölkerung Verluste an Toten und Verletzten. Die britische Lustwafse erlitt bei diesen Angriffen wieder schwere Verluste. Sie verlor 15 Flug­zeuge, von denen zehn durch Einheiten der Kriegs­marine abgeschossen wurden."

Zur Lage in Libgen, bei kostow und vor Moskau

Lettische Sestöndnisse, Prakiereien unk» Klagen «Vie deutschen Sewinne gar nicht zu überschätzen"

Drahtbcricht unserer Berliner Schristleitung

ckr. v. soll. Berlin, 1. Dezember. Es gibt in Eng­land und in den Vereinigten Staaten wirklich bösartige nnd taktlose Menschen, die dem britische« Premier Win- ston Churchill sein blutiges Dilettantentum aus stra­tegischem Gebiet öffentlich bescheinigen. In den Kom­mentaren über die militärische Lage in Libyen ist jetzt wieder einmal der tatsächlichen Entwicklung das Wort des lächerlichen Laien Churchill gegenübergestellt wor­den, daß er bei Beginn der Offensive sprach und nach dem sich die Tankkämpse in der Wüste etwa wie eine Seeschlacht abspielen und in kürzester Frist, vielleicht schon in zwei Stunden, zur Entscheidung sühren müßten. Inzwischen sind aus den Stunden mehr als Wochen ge­worden, und die Illusionen, die man dem englischen Volke nnd der Weltöffentlichkeit vorgegaukelt hatte, sind längst in ein Nichts zerronnen.

Von den großen fernen Zielen, von denen man beim Beginn der Kämpf« in Afrika fabulierte^ will heut« in England niemand mehr etwas wissen. Man spricht nur noch von taktisch begrenzten Plänen, deren Verwirk­lichung auch schon mit mehreren Fragezeichen versehen wird. Es gibt zwar noch alberne Schwätzer, wie den Mister Montague, der sich vor dem Mikrophon des Londoner Senders an dem Unternehmen einer einsamen Panzerpatrouille berauscht, die scheinbar den Auftrag hatte, von Eiarabub her bis zur Küste der Sorte vor­zustoßen und vielleicht der Meinung war, daß ent­sprechend den ersten Prahlereien die Truppen Lunning- hams längst Bengasi erreicht und überschritten haben müssen.

Wenn dies alles nicht das Bild eines Sieges ergibt was noch?" So fragt Mister Montague, um gleich mit einer Antwort, ohne zu wissen wie, seiner selbst zu spotten:Es bleibt nur noch, die Streitkräfte des Fein­des an der ägyptisch-libyschen Grenze zu vernichten." Will sagen: Es bleibt nur noch zu siegen. Aber an der entscheidenden Stelle stehen die Kämpfe seit langem nicht mehr im Zeichen der britischen Offensive, sondern der konzentrischen deutsch-italienischen Gegenangriffe, gegen die die Briten nunmehr, wir sich aus dem letzten OKW.- Vericht ergibt, eine neue Welle ihrer Streitkräfte ein­setzen mutzten, die.auch schon erfolgreich abgewiesen wer­den konnte.

Liddell Hart, der so ungezogen war, an die Prophe­zeiung Churchills von der seeschlachtähnlichen Entschei­dung in zwei Stunden zu erinnern, hat jetzt in der ..Daily Mail" zur fürchterlichen Ernüchterung der engli­schen Oefsentlichkeit ausdrücklich eingestanden, daß die Deutschen nicht nur in der Verteidigung erfolgreich ge­wesen seien, daß es ihnen vielmehr darüber hinaus ge­lungen sei, selbst zur Offensive vorzugehen und daß sich bei der Durchführung ihres Angriffes gezeigt habe, daß alle Berichte aus Kairo grundlos gewesen seien, nach denen die Truppen Rommels die Halft« oder gar schon

zwei Drittel ihrer Panzer eingebüßt hätten und in hoff­nungsloser Umklammerung nach Munition, nach Oel, nach Wasser und nach Luft jappsten. Liddell Hart, von dem gesagt wird, daß er in die Geheimberichte des Kriegsministeriums Einblick tun dürfe, geht in seinen Eingeständnissen sogar noch weiter, wenn er mitteilt, daß britische Streitkräste, die aus dem Raum von To­bruk angesetzt gewesen seien, von den Panzertruppen Rommels in der Gegend von Rezegh hätten aufgerieben werden können.

Auch der General Eough beklagt sich darüber, daß der militärische Sprecher in Kairo anfänglich ein höchst ver­wirrendes Bild über die Schlacht südlich von Tobruk gegeben habe und das sei die Entscheidungsschlacht für den Besitz von Libyen aber das Bild werde jetzt langsam" klarer. Das scheint uns auch so, wobei wir uns allerdings nicht an das von Eough entworfene Bild der taktischen Lage halten, das durch viele Wenn und Aber gekennzeichnet ist, sondern einfach an die kurzen Formulierungen des OKW.-Berichts, die uns zunächst durchaus genügen und uns ohne Nervosität der weiteren Entwicklung entgegensehen lassen.

Es gibt bekanntlich Leute, die es nie nnd dann noch unvollkommen lernen. Zu ihnen gehören die Prahl­hänse, die die propagandistischen Methoden bei Beginn der Libyen-Offensive, obgleich sie ein so jämmerliches Fiasko erlebt haben, nun mit entwaffnender Naivität auch bei der Beurteilung der Kämpfe an der Ostfront zur Anwendung bringen möchten.

Hier hat es den Briten natürlich vor allein die Ent­wicklung im Raum um Rostow angetan. Rostow stellt für die Engländer den neuralgischen Punkt der Ost­front dar. An dieser Stelle, so haben sie gejammert, öffnet sich das Tor zum Kaukasus, zu den Bereichen also, wo die direkten Empire-Interessen beginnen. Wie konnte sich Stalin erlauben, nach einer von England aufzurichtenden ..zweiten Front" zu schreien! Der Gang der Ereignisse in Libyen hat ja bewiesen, wie lebens­gefährlich ein solches Unternehmen ist. Umgekehrt müßte doch ein Schuh daraus werden. Wie das Peit- schengeknalle von Sklavenhaltern schallte seit einiger Zeit aus englischen Blättern die Forderung, daß Stalin die verdammte Pflicht und Schuldigkeit habe. unter allen Umständen an dem südlichen Abschnitt der Front etwas zu unternehmen, das für Englands Interessen im Vordergrund steht. Was blieb Herrn Stalin übrig? Er mußte den Befehl geben, an der Donezfront alle Armeereste noch einmal zu einer verzweifelten Gegen­offensive zusammenzufassen, ganz ohne Rücksicht darauf, ob das Blut sinnlos in Strömen vergossen wurde. Ge­neral Timoschenko hat schon einmal eine solche wahn­sinnige Prestigeaktion in Richtung gegen Cmolensk aus­führen müssen. Wie er dabei den Absichten unserer militärischen Führung entgegenkam, das hat sich nach dem 2. Oktober gezeigt, als von deutscher Seit, zum

großen und entscheidenden Gcgenschlag ausgeholt wurde, der zur Einschließung von 050 000 Sowjetsoldaten in den Kesseln von Wjasma und Brjansk und zur Schlie­ßung eines engen Halbkreises vor Moskau führte. Lassen wir also ruhig die englischen Zeitungen sich in Jubel- geschrei und Glückwünschen überkugeln, lassen wir ihnen die Freude, wenn sie die Sowjets in prahlerischen Pro­gnosen die ganzen deutschen Armeen einfach an das Äsowsche Meer quetschen und in unaufhaltsamem Sie­gesmarsch über Mariupol und über die Krim Hinweg­fluten. Der böse Katzenjammer und das dicke Ende werden schon rechtzeitig nachkommen.

Die Hoffnung, die Stalin vielleicht gehegt haben mag, daß er sich durch die Forciern«« einer Tragödie für seine Armeereste im Süden vor Moskau Erleichte­rung verschossen könnte, hat jedenfalls getrogen. Nach­dem so viele Tage hindurch ununterbrochen vom Ober­kommando der Wehrmacht Durchbrüche und Fortschritte an der Moskaufront festgestellt wurden, zeigt auch die heutige Mitteilung über das weitere Vordringen der Infanterie- und Panzerverbände gegen die sowjetische Hauptstadt an, daß der Ring um Moskau sich immer enger schließt. Wurden doch bei 10 Grad Kälte, schwie­rigen Sichtverhältnissen in Schnee und Eis die starken sowjetischen Verteidigungsstellungen an wichtigen Punk­ten durchbrochen und weitere Keile gegen die sowjetische Hauptstadt vorgetrieben. Für die Härte der Kämpfe spricht z. B. die Tatsache, daß «in Divisionsstab der Bol- schewisten erst nach Niederkämpsung schwerster Panzer und Sprengung der Hauses, in dem sich der Sowjetstab zäh verteidigte, überwältigt werden konnte. Wie kompli­ziert das sowjetische Stellungssystem im Mittelabschnitt ist, geht aus den Ersolgsmeldungen eines einzigen deutschen Korps hervor, das in drei Tagen 108» Bunker knackte und in seinem Abschnitt nicht weniger als 22K0 Gefallene Sowjets zählte. Der militärische Sachverstän­dige derNewyork Times", Baldwin, weiß, was er sagt, daß nämlichdie deutschen Gewinne in den letzten Tagen überhaupt nicht überschätzt werden können."

Wenn die sowjetischen und englischen Berichte in den letzten Tagen den Anschein erwecken wollten, als ob auch am nördlichen Abschnitt erfolgreich Gegenangriffe unternommen worden seien, so zerstört jetzt der sowjetische Heeresbericht vom Sonntag auch diese Illusion mit der knappen Feststellung:Die Sowjettruppen verließen vor einigen Tagen Tichwin".Verließen" ist gut, und , vor einigen Tagen" ist noch besser. Tichwin befindet sich nämlich schon seit über drei Wochen in unserer Hand. Das mag ein Maßstab für die verzweifelte Lage der So­wjets an der Moskaufront sein, wenn sie dort nämlich noigedrungen für die Moskauer Bevölkerung ist die Front zu nahe in ihren Eingeständnissen zum Teil lchon ganz wesentlich über die amtlichen deutschen Mit­teilungen hinausgehen.

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Von

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Die Geschichte kennt mancherlei Parallelen. Kaum eine läuft so schnurgerade wie die, welche die Politik der Vereinigten Staaten von Amerika .während der Jahre 191417 und 193941 verfolgt hat. In beiden Fällen ist ein großes, freiheitsliebendes Volk durch die Machenschaften der Propaganda, ohne es selbst recht gewahr zu werden, von seiner eigenen, gesunden Auf­fassung der Lage abgedrängt worden, um Schritt für Schritt in eine Kriegspsychose hineinzutaumeln, die im Grunde genommen nur von einer Minderheit' eben jenes Volkes gutgeheißen wurde.

Während der Kriegsjahre 191417 war es in erster Linie der Unterseebootkrieg, der den Kriegstreibern in der Neuen Welt immer wieder Stoff zu ihren Aufpeit- schungsmaßnahmen liefern mußte. Ueber dieses traurige Kapitel gibt uns ein« streng wissenschaftliche Arbeit genaue Auskunft, die der Professor der neueren Ge­schichte an der Johns-Hopkins-Universität zu Baltimore. Charles Lallan Tansill. unter dem TitelAmerika geht in den Krieg" (Deutsche Ausgabe Lei der Franckhschen Verlagsbuchhandlung in Stuttgart) hat erscheinen lassen. Das umfangreiche Werk bringt eine geradezu erdrückender Fülle von Belegen dafür, daß ruhige, klar blickende Männer wie ,der damalige Staatssekretär Vryan. man ist geneigt zu sagen, systematisch beiseite ge­schoben wurden, um die Bah-r frei zu machen, daß die Vereinigten Staaten an der Seite Englands in den Krieg eintreten konnten.

Genau wie heute war es auch im Jahre 1914 England in erster Linie darum zu tun, Deutschland schwere wirt­schaftliche Daumenschrauben anzulegen. Es zolgte damit einer Praxis, deren Wirkung es schon aus anderen krie­gerischen Anlässen während des Siebenjährigen Krie­ges während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges und während der napoleonischen Kriege erprobt hatte. Da die Regierung in London aber andererseits aus gesammelten Erfahrungen wußte, daß die neutrale Welt über Maßnahmen einer papiernen Blockade in Form einer sogenannten Seesperre recht ungehalten werden kann. suchte sie nach Gründen, um ihr rigoroses Vorgehen schmackhaft zu machen. Man fand sie in derPolitik des deutschen Minenlegens und in der Tätigkeit der deut­schen Unterseeboote". Kaum hatte die britische Admirali­tät im November 1914 die Bekanntmachung erlassen, die gesamte Nordsee müsse als Kriegsgebiet betrachtet wer­den, als auch schon die Regierungen von Dänemark. Schweden und Norwegen beim Foreign Office Einspruch erhoben, wobei der schwedische Außenminister der Hoff­nung Ausdruck verlieh, der Protest würde von den Ver­einigten Staaten unterstützt werden. Zu jener Zeit hatte jedoch nach Professor Tansill die amerikanische Regierung noch keine Lust. sich ..wegen einer so entfernten Wasser­fläche wie die Nordsee, mit der britischen Admiralität auseinanderzusetzen." Damals gab es sogar in den Ver­einigten Staaten noch aufrechte Männer wie den Ad­miral Chadwick. der fest davon überzeugt war. ,dakdie amerikanischen Interessen mit einem Siege Deutschlands verbunden seien", und daßder größte Teil der amerika­nischen Marineoffiziere Deutschland begünstige". Die Engländer mißachteten diese Stimmungen, die ihnen kei­neswegs verborgen blieben, geflissentlich und betonten mit geradezu frivoler Unverfrorenheit, ihnen käme es nicht auf die Jnnehaltung irgendwelcher grauer Theorie des Völkerrechts an, sondern lediglich darauf, den Sieg zu erkämpfen. Genau wie in unseren Tagen gestalteten sie ihre Kriegsführung immer unhekümmsrler, als sie wahrnahmen, daß die amerikanischen Einspruchnoten, die nicht ausblieben, im Grunde genommen nur .Blind­gänger" waren und es auch sein sollten. Selbst die Tat­sache, daß englische Kauffahrer unter vielen anderen die ob ihrer Versenkung berühmt gewordeneLusttania" die amerikanische Flagge führen, sei es, um sich zu schützen, oder auch. um Zwischenfälle zu provozieren, brachte die Regierung in Washington nicht im geringsten in Harnisch. So oft auch Staatssekretär Bryan darauf hinwies, daß die Bewaffnung der britüchen Handels­schiffe die Keimzelle aller Verschärfung des Handels­krieges mit Unterseebooten sei, und daß es aus eioenes Risiko geschehe, wenn amerikanische Staatsbürger sich an Bord englischer Schiffe in das Kriegsgebiet begäben, Präsident Wilson neigte mehr und mehr jenen Männern sein Ohr. die pro-englisch dachten und es mit Gewalt dahin bringen wollten, daß Amerika England mit Waf- fenhilfe zur Seite trete.

Ueber die Gründe, die zu dieser Entwicklung führten, laßt sich Professor Tansill sehr genau und aufschlußreich aus. Erst war es die Not der sogenannten ..Baumwoll- staaten".' die zunächst darauf drängten, der amerika­nischen Baumwolle müßten trotz Kriegszeiten die Welt­märkte offengehalten werden. Als dann aber die Ge- schaftsleute erkannten, daß der Weq zum amerikani- ,chen Wohlstand geradezu über London liefe, wobei sich die Munitionslieferanten und Vaumwollinteresssnten die Hand reichten, hatten Männer wie der Admiral Chadwick und der Staatssekretär Bryan nichts mehr

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Die britische Propaganda macht bemerkenswerte Eingeständnisse über die fatale Lage der Empire- Truppen in Nordasrika.

Zwischen Neichsmarschall Eöring und Marschall Petain fand in Paris eine Unterredung statt. Sowjetische Ausbruchsversuche über das Eis der Newa wurden blutig zurückgeschlagen.

Nach italienischen Berechnungen verlor England im November insgesamt 382 Flugzeuge.

Die USA. planen weitere umfangreiche Truppen­landungen aus Island.

Die britische Rttstungsminister Beaverbrool hielt eine faule Trostrede vor englischen Riistunas- arbeitern. '

Reichsminister Dr. Goebbels sprach in Berlin über den gegenwärtigen Stand des deutschen Frciycits- kampses.

Der Führer verlieh dem Direktor der Dcschimaq. Pros. Dr. Bauer, den Adlerschild des Deutsche» Reiches mit der WidmungDem großen deutschen Schisssmaschincnbauer".