Ausgabe 
(21.11.1941) Nr. 323
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Nürgermeistcrs der freien fjansestadt Nremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmilichcs verkündungsblatt des Neichsstatttjalkers in Oldenburg und vremen

Nt. Z 2 Z / 11 . Zalirganl,

Zreitag, 21 . November 1041

kinzelpreis 15 Nps.

Mische Prestigeoffensive in Nordasrika

flngriffe der kngländer auf breiter front abgeschlagen — Sie erfolgreichen flngriffsliandlungen

unserer Iruppen an der Llstfront — bittere Pillen für London

Drahtbericht Unserer Berliner Schriftleitung

8- b. Berlin, 2g. November. Schon lange wurde von den Briten als einzige Möglichkeit einer Offensive zn Lande ein Stoß gegen die dentsch-italienischen Stel­lungen an der libyschen Grenze bezeichnet, nachdem der Schrei nach der zweiten europäischen Front, der Front im Westen, aus Unfähigkeit abgelehnt worden war. Nun ist es so weit, die Briten haben mit allen dort angesam­melten und verfügbaren Truppen, unter denen wiederum Empire-Truppen einen großen Teil der Einheiten aus­machen, wenn auch im Hinblick aus die unangenehmen Erfahrungen mit den Klagen der Australier und Neu­seeländer über die schweren Verluste bei den Niederlagen in Griechenland und Kreta von den Briten besonders auf die Teilnahme von Regimentern der Insel hingewie­sen wird, eine Offensive an der libysch-ägyptischen Grenze eröffnet. Der Vorstoß von den seit Tagen in der Bereit­stellung erkannten Kräften wurde am 18. November in Richtung Tobruk angetreten. Die sofortigen Gegen­angriffe der deutsch-italienischen Verbände haben die westlich Sidi Omar, das 25 Kjlometer südlich von Sollum

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Im verstörten 8toliu,verlr von ffi amstoi slra. Vor ilirer Illuebt aus liramatorslio bade» die Uolsebenisten über­all 2erstörunKen angericbtet. Die Hallen der Iiidu- strieverlce boten bei der Vnlrnnkt unserer Truppen ein kild der VeraiistunK.

?L.-^.ukn.: Lrisgsbsriobtsr vullin

liegt, angesetzten starken Feindkräften unter schweren Verlusten für den Gegner znrückaeworfen. Der Erfolg des ersten Kampftages kommt in der Vernichtung zahl­reicher feindlicher Panzer zum Ausdruck.

Um diese Offensive läßt nun Churchill einen riesigen Propagandarummel los, der deutlicher als alles an­dere erkennen läßt, daß es sich hier um eine britische Prestigeoffensioe erster Ordnung handelt, die nun im Anschluß an die so. kläglich gescheiterte Non-Stop-Offen- sive der englischen Luftwaffe den Eindruck einer Sowjet­hilfe der Briten vor der Welt erwecken soll, der vor allem aber überhaupt der Welt davon Kunde geben soll, daß Britannien noch fähig ist, aus seinem selbst von den USA.-Betrachtern so stark verhöhnten „Sitz- krieg" herauszutreten und den 'Anschein einer Initia­tive von Bedeutung zu erwecken. Bei diesem Prova- gandarnmmel müssen sogar die Anmarschwege oer Offensivtruppen aus den Bereitstellungen bis zu dem Gebiet der möglichen Feindberührung herhalten, um eine „Vormarschtiefe" in Erscheinung treten zu lassen, die den Schein eines Erfolges selbst für den ersten Tag hergeben soll. Bei dieser ganzen Agitation mit großen Vorschußlorbeeren auf das, was General Cunningham zusammen mit dem Admiral Eunningham und dem Kliegergeneral Eunningham alles zu erreichen beabsich­tigen, wird auch mit der Parallele der Winteroffen­sive Wavells weitgehend gearbeitet. Die Briten ver­

gessen dabei nur eins, daß die seinerzeitigen Erfolge des „afrikanischen Napoleon" im Frühjahr 1941 von General Rommel in einem schnellen Eegenzug wieder ausgelöscht worden sind, und daß Wavell nnt seiner Junioffensive nur den einzigen Erfolg für sich ver­buchen konnte, daß er, wie ein Amerikaner noch in die­sen Tagen feststellte, von seinen eingesetzten Panzern nur ein Zehntel zurückbrachte. Diese Situation ist allerdings den Briten so nebenher doch noch in fataler Erinnerung — nur Churchill scheint in seiner kurzen, mit Fansärenstößen arbeitenden Unterhausmitteilung seine peinlichen Erlebnisse mit seinen Kretaverkündun- aen vergessen zu haben — was ihn veranlaßt, in Ne­bensätzen daran zu erinnern, daß die Aufgaben, die vor den britischen Truppen lägen, keinen Spaziergang dar­stellten. Die Vernichtung der Panzer und die Verluste der dort eingesetzten kolonialen und imperialen Streit­kräfte der Neuseeländer, Nordinder und Kanadier be­weisen es. Schließlich sollen die Briten ferner nicht vergessen, daß im Gegensatz zum Vorjahr ihre Bereit­stellungen seit.'Tagen erkannt sind und ihnen deshalb entsprechend begegnet wird.

Churchill schwatzte von der „guten Ausrüstung der Offensivtruppen, die seit fünf Monaten herangeschafft worden seien". Er spricht von einer Front von der Küste bis hinunter zur Oase Giarabub. Nach den Berichten des (Fortsetzung auf Seite 2)

deutsche krfolge an der Ostfront

wirksamer einsah der Luftwaffe gegen die Sowjets und gegen Sroßbritannien

Aus dem Führerhauptquartier, 2V. No­vember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „Die Angriffshandlungen an der Ostfront ver­lausen weiterhin erfolgreich. Die Luftwaffe bombar­dierte sowjetische Flugstützpunkte an der Nordostküste des Schwarzen Meeres und im Gebiet des mittleren Don. Kampsfliegerverbände griffe» Eisenbahntransporte und Bahnverbindungen im mittleren Frontabschnitt und ostwärts des Wolchow an. Moskau wurde am Tage durch starke Kampsfliegexkräfte mit Spreng- und Brand­bomben belegt. Bei Leningrad schössen zwei Jagdflieger- schwärme in kühnem Angriff aus einem größeren flie­henden Transportverband acht feindliche Flugzeuge heraus.

Im Kampf gegen Großbritannien wurde bei den Faröer ein mittleres Handelsschiff durch Bombenwurf beschädigt. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen militärische Anlagen an der englischen Südwestküste. Das Verminen britischer Häfen aus der Luft wurde fortgesetzt. An der flandrischen Küste wehrten im Geleit- dienst stehende Vorpostenboote einen Angriff britischer Schnellboote ohne eigene Verluste erfolgreich ab. Ein seindliches Schnellboot wurde in Brand geschossen; mit seinem Verlust ist zu rechnen.

An Nordafrika find die seit Tagen in Bereitstellung südlich und südwestlich Sidi Omar erkannten britischen Kräfte am 18. November zu einem Vorstoß in Richtung

auf Tobruk angetreten. Durch sofortige Gegenangriffe deutsch-italienischer Verbände wurden die westlich Sidi Omar angesetzten starken britischen Kräfte unter schwe­ren Verlusten zurückgeworfen. Zahlreiche feindliche Pan­zer wurden vernichtet."

Die Sowjets versuchten, wie deutsche Aufklärer feststell­ten, mit Hilfe von Lufttransportern Truppenteile aus dem eingeschlossenen Leningrad herauszuziehen. Am Mittwoch starteten zwei Schwärme deutscher Jäger mit der Aufgabe, diese Transportflüge zu verhindern. Die deutschen Flugzeuge erreichten den sowjetischen Flugplatz gerade zu der Zeit, als zwölf Transportflugzeuge, unter denen sich mehrere viermotorige befanden, und die zu ihrem Schutz befohlenen Jäger gestartet waren und sich über dem Flugplatz sammelten. Die deutschen Jäger setz­ten sofort zum Angriff an, durchbrachen in heftigen Luft- kämpfen den Sperrgürtel der Sowjetjäger und schössen in kurzer Zeit fünf Transportflugzeuge ab. Die Sowjets hatten den Flugplatz außerordentlich stark mit Flak­artillerie, gesichert, die aus allen Rohren feuerte. Die deutschen^Jäger führten ihren Angriff trotz starker Jagd- nnd Flakabwehr mit besonderer Kühnheit durch und vernichteten im Tiefflug noch ein weiteres am Boden stehendes Transportflugzeug und schössen im Luftkampf drei Sowjetjäger ab. Nach Durchführung des Vernich­tungswerkes, dem insgesamt neun feindliche Flugzeuge zum Opfer fielen, kehrte der deutsche Verband ohne Ver­luste in den Einsatzhafen zurück.

km USfl.-Uekeil: veutschland unbesiegbar!

krprast-ent stoooer: USfl.-krpedMonssteer ist eine Utopie

Trahtbericht unserer Berliner Schriftleitung'

g. st. B e r l i n, 2V. November. Während Churchill seit einiger Zeit eine recht ausfällige Optimismuskampagne über die Leistungsfähigkeit Britanniens starten läßt, in nie als letzter'Redner Lord Halifax eben bei einem Be­such in Ottawa mit einer gerade diesem Vet-Lord gut anstehenden Hymne auf bolschewistische Kriegführung und „den Verlust der deutschen Luftüberlegenheit und Gegen- blockade" hat eingreifen müssen, mehren sich Urteile aus USA. aus der Feder von Beobachtern, welche die europä­ischen Verhältnisse eingehend studiert haben, daß Eng­land außerstande ist, den Sowjets zu helfen. Darüber hinaus aber faßt der USA.-Journalist Demaree Veß seine Erfahrungen des Europabesuches zusammen in dem Ergebnis: Deutschland ist unbesiegbar! Er hat eben,» wie der Expriisident Herbert Hoover in einer Rundfunk- anspräche nach der Betonung, daß auch die USA. den Briten und Volschewisten keine wirksame Hilfe zu leisten vermögen, die Forderung ausgesprochen, daß in den USA. endlich mit der unwahren kriegshetzerischen Agi­tation ein Ende gemacht werden müsse und dem USA.- Volk die Wahrheit zu sagen sei. weil sonst das Volk der USA. Gefahr lause, auf Jahrzehnte mit den Folgen erner Einmischung in europäische Verhältnisse belastet zu sein.

Diese Stimmen abwägender Beurteilung der wirk­lichen Weltlage werden zwar sicherlich den Tornado Roosebeltscher Lügenhetze nicht verringern und in ihrer Wirkung bestimmt nicht zu brechen vermögen. Dennoch stellen sie einen nachhaltigen Beitrag zur Beurteilung der ganzen Verantwortungslosigreit der USA.-Kriegs- hetzer und Kriegsausweiier dar, über deren Wirken Senator Wheeler auf Grund eines Matrosenbriefes eine neue Enthüllung brachte, daß nämlich ein USA.-Zer- störcr bereits vor Aufhebung des Neutralitätsgesetzes Schiffe bis nach England begleitete und bei dieser Kon- voitätigkeit auch Angriffe aus ein vermutetes U-Boot mit Wasserbomben unternahm. Es ist verständlich, daß Marineminister Knox, der die peinlichen Ergebnisse sei­ner zynischen Erklärungen über die Vorfälle „Ereer" und „Kcaruy" noch in Erinnerung Hai. die er abgab, nachdem die völlig verlogenen Erklärungen des eigenen Präsidenten- in der inneren Agitation um die Erregung einer Angstpsychose ihre Wirkung getan hatten, jetzt nicht mehr so freigebig in der Anerkennung derartiger Vorfälle ist. E, schob diese Erklärung des Matrosen

auf dessen „Eroßmäuligkeit und Angeberei", mußte aller­dings sein Dementi schon sehr bald erschüttern durch einen Folgesatz, daß er nach wie vor über Zusammen­stöße mit deutschen U-Booten und die Möglichkeit ihrer Versenkung aus seestrategischen Gründen keine Auskunft mehr geben werde.

So sieht die Strategie des Marineministers Knox auf dem Gebiet der Lügen über den Seekrieg aus. — Wie der Amerikaner Demaree Beß die englische Strategie der Gesamtkriegfiihrung beurteilt, spricht folgender Sah seiner Betrachtungen aus: „Von niemandem konnte man eine klare Antwort erhalten, was Englands große Stra­tegie ist, um den Krieg zu gewinnen. Man ließ durch­blicken, daß die USA. es aussinden sollten, wie dieser Krieg für das Empire gcwinnbar sei. Es ist eine bittere Wahrheit zu wissen, daß es in der gesamten Welt nicht genügend Briten gibt, um die deutsche Armee auf dem europäischen Kontinent zu schlagen — und das wissen die Engländer selbst! In England liegen Hausenweise Beweise dafür vor, daß die britischen Staatsmänner wissen, daß sie außerstande sind, die von Deutschland er­haltenen Schläge zurückzugeben, wenn nicht von außen eine ungeheure Hilfe kommt." Dazu stellt Demaree Beß in seiner Schilderung des deutschen Krieges gegen den Bolschewismus fest, daß auch der Krieg der Sowjets nichts an den vorher gemachten Feststellungen ändere. Die englischen Strategen hätten auch nie Vertrauen auf die Stärke der bolschewistischen Armeen gehabt.

Deutschland sei aber überhaupt nicht schlagbar, wenn keine Offensive gegen Deutschlands Armee möglich ist, die IlSÄ. selbst, d. h. im Grunde, Roosevelt und seine Clique, hätten nichts anderes getan, als fremde Völker zum Krieg« zu ermuntern. Die Unterstützung der So­wjets durch Washington sei kalter Realismus, und es sei ein geradezu tölpelhaftes Manöver Roosevelts, zu behaupten, in der Sowjetunion herrsche religiöse Freiheit. Nach dieser Ohrfeige für die Kriegshetzer­politik Roosevelts kommt die weitere Feststellung über den Bluff der Potomac-Konferenz. Es falle schwer, die große Enttäuschung in allen Kreisen der englischen Bevölkerung über den Ausgang der Konferenz zu schil­dern, von der alle. Engländer verzweifelt den vollen Kriegseintritt der USA. erwartet hätten. Churchill sei nach der Rückkehr so deprimiert gewesen, wie man ihn lang« vorher nicht gesehen habe.

Wie sich die Folgen der Kriegstreiberpolitik in den USA. im Augenblist bereits zeigen, spricht ein Artikel der jüdischen „New Pork Times" aus, der von dem USA.-Volk fordert, „den Gürtel enger zu schnallen und durch Steuerzahlungen die nötigen Rüstungsgelder aufzubringen". Nun, die Wallstreetjuden werden es nicht nötig haben, ihren Gürtel enger zu schnallen — sie werden es den breiten Massen des USA.-Volkes überlassen, in deren Namen Expräsident Hoover - sich in seiner jüngsten Rede gegen eine Entsendung einer amerikanischen Expeditionsarmee wandte, die von der Mehrheit des USA.-Volkes abgelehnt werde.

Dieses im Effekt nutzlose und utopische Unterfangen würde nur zur Vernichtung amerikanischer Menschen­leben und Gefährdung der wirtschaftlichen Freiheit der USA. führen. Hoover zeigte den Unterschiei» für die Mög­lichkeiten einer USÄ.-Hilfe zu Englands Gunsten im Weltkrieg und heute. 1917 hätten die amerikanischen Truppen in aller Sicherheit wach und nach im Laufe eines ganzen Jahres nach Frankreich übergeführt werden können. Heute müsse man bedeutende Streitkräfte auf einmal transportieren, wenn man mit Erfolg eine Expe­ditionsarmee entsenden wolle. Die Aussichtslosigkeit einer wichen schlagartigen Aktion umriß Hoover im einzelnen und faßte seine Auffassung in den Sätzen zusammen:

„Wir müßten fünf oder sechs Millionen junge Männer ausbilden. Allein der Bau der für den Transport benö­tigten Fahrzeuge würde fünf Jahre in Anspruch nehmen. Kein Militärsachverständiger glaubt daran, daß wir eine solche Armee in Europa einsetzen können, selbst wenn es uns gelingen würde, sie glücklich über den Atlantik zu transportieren".

Auch der zuzügliche Einsatz der USA.-Marine und der Luftwaffe der Vereinigten Staaten wird von Hoover sehr skeptisch beurteilt. Hoover kommt zu dem Ergebnis daß viele Amerikaner Verdacht schöpfen, nicht wahrheits­gemäß unterrichtet zu sein, und fordert von dem Kongreß den Versuch, die künstliche — und auf Lügen aufgebaute — Vorbereitung des USA.-Volks für den Krieg anzu­prangern. ein Versuch, dem die Roosevelt-Clique mit aller Schärfe entgegentreten wird. an der Spitze die wie Roosevelt und neuerdings auch Cordell Hüll mit der amerikanischen „Judenmedaille" Ausgezeichneten, die sich diese mit klingendem Lohn verbundene „Ordensauszeich- nuug" ja auch entsprechend verdienen müssen.

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Von irrisgsbsricktsr Vr. ?rl» k^lsslrs

rd. Im Osten, im November. (?L.) Zum erstenmal sind dieser Tage sowjetische Spähtrupps in wergen Schneehemden vor der deutschen Front beobachtet wor­den. An anderer Stelle sah man weißgestrichene Schltt- tenfahrzeuge mit Propellerantrieb im Angriff auf deu^ sche Stellungen — eine Art von Wintertanks —, die sich jedoch trotz ihrer weißen Tarnfarbe schon von weitem durch das starke Propellergeräusch verraten. An sich trägt der zentrale Kriegsschauplatz zur Zeit noch sehr wenig winterliches Gepräge. Die Temperatur ist überaus milde, so daß der'Schnee immer wieder schnell hinweg- schmilzt. Von der Kernhaftigkeit eines Winters, so wie wir ihn uns immer vorgestellt haben, sind wir noch weit entfernt. Aber' die Volschewisten können es an­scheinend kaum noch erwarten, uns unter den winter­lichen Kampfbedingungen entgegenzutreten, die ihnen nach irgendwelchen historischen Vorbildern als besonders günstig, ja vielleicht sogar als die Rettung erscheinen.

Ausnahmsweise laufen die Wünsche der beiden feind­lichen Heere hier einmal durchaus parallel. Auch der deutsche Soldat sähe statt des feuchten llebergangswet- ters mit dem glitschigen Gelände und den schwer befahr­baren morastigen Straßen viel lieber jetzt schon ein handfestes Frostwetter, das die abschließenden Ope­rationen dieses Ostfeldzuges erleichtern wird. Gegen Kälte und Schnee ist der deutsche Soldat — besonders nach den Erfahrungen der beiden letzten harten Winter in Mitteleuropa — durchaus nicht empfindlich, jeden­falls bedeutend weniger als die Sowjets, die wir heule schon ständig entsetzlich frieren sehen. Wenn ein Volk gewöhnt ist, nachts auf dem überheizten Vacksteinosen zu schlafen und bei Tage, auch im Sommer, mit Pelz­mützen uns dicken Joppen herumzulaufen, ist es eben weniger widerstandsfähig als ein sportlich erzogenes Geschlecht, wie es Deutschland ins Feld gestellt hat.

Wenn jemand den kommenden Winter zu fürchten hat, so sind es die Sowjets selbst. Wäre es den bolschewisti­schen Machthabern nicht so völlig gleichgültig, wieviel weitere Millionen von Menschen ihren Herrschaftsmetho­den noch zum Opfer fallen, müßte es ihnen grausen, an­gesichts der unübersehbaren Menschenmassen, die sie aus dem zerstörten Kriegsgebiet ins Hinterland verjagt ha­ben,, ohne sich weiter um sie zu kümmern. Die Vernich­tung der Produltionsstätten, Wohnhäuser und Waren­vorräte, mit der sie das deutsche Heer zu schädigen dachten, hat lediglich ein furchtbares Massenelend über die eigene Bevölkerung heraufgesührt.

Auch dem abgebrühten bolschewistischen Kommissar Meswedjew, dessen Kriegstagebuch wir kürzlich bei Kali- nin erbeuteten, wurde reichlich unheimlich, als er die ersten Anzeichen des Winters sah. Er schreibt darüber am 15. Oktober: „In diesem schrecklichen Jahre haben die Leute keine Freude an der Schönheit des Winters und an dem Reichtum- ihres Landes. Verzweiflung, Tränen, Leiden überall, in der Hütte, auf der Straße, im Walde, überall. ... In diesen Tagen sind die Deut­schen gewaltig vorwärtsgekommen. Kälinin wurde voll­ständig geräumt. Dreißig Kilometer lang sah man einen Zug von Fuhrwerken, Autos und hauptsächlich Fuß­gängern, Kindern, Frauen, Ziegen, Kühen, Ein fürchter­liches Bild von der Marter des Volkes, Mehrere Hun­derttausend marschieren, irren, schleichen im Schnee, Die Temperatur ist stark gefallen, Ler Winter hat früh ein­gesetzt. Die Deutschen dringen mit unheimlicher Ee- ichwnrdigkeit vor, und es ist keine Macht vorhanden, die sie aufhalten könnte."

Aber der gleiche Politruk wußte sich für seine Person auch skrupellos von den Leiden des Volkes abzusetzen. Am 18. Oktober, nach dem er gerade einem deutschen Bombenangriff entgangen war, berichtete er aus einer Gastwirtschaft: „Wir erwärmten uns am Ofen und an der Zuvorkommenheit der Wirte und schliefen, ohne die Elendsschreie und die Schießereien, die ständig von draußen hereindrangen, zu hören. Mit mir war noch der Ilnterpolitruk H., der wegen seiner Familienkata- strophe — ein Volltreffer zerriß bei Bialystok seine Frau und seinen vierjährigen Sohn — ein finsteres Wesen hat, wenn er nüchtern ist, und schläfrig ist in der Be­soffenheit."

Es ist der Schnaps, der diese Führergilde des Bol­schewismus inmitten des Zusammenbruch's noch mühsam aufrechterhält, wie Kommissar Weswedjew mit seiner Tagebucheintragung vom 19. selbst bekennt: „Wir haben eine qualvolle Nacht hinter uns, und ich soff dann endlos Schnaps. Die Kinder lachen mich morgens aus, aber das ist mir jetzt vollkommen egal. Ich weiß, daß ich die Meinigen vielleicht nicht wiedersehe, die jetzt Lei Taganrog in Frontnähe sind. Das ist furchtbar. Aber ich werde mich nicht so leicht unterkriegen lassen." In dieser allgemeinen Schnapsstimmung ist anscheinend auch der von uns erbeutete Befehl des Generals Schukow an bie Sowjettruppen vom 13. Oktober entstanden, in dem es heißt: „Die Faschisten haben ein neues Aben­teuer unternommen — den Vormarsch auf Moskau. In diesem Augenblick haben die Faschisten ihre letzten Re­serven eingesetzt: schlecht ausgebildete, zusammengelese-' nes Lumpenpack, Säufer und degeneriertes Eesindel Feiglinge und Panikmacher, die das Schlachtfeld ver­lassen. die ohne Befehl ihre Stellungen im Stich lassen,

»»INI»»»,„INI»,I»„I»I»,I,»IN,,,,,,,,,,,,„„»»»III», 1»

Die deutschen Angriffshandlungen an der Ostfront nehmen einen erfolgreichen Verlauf.

Mit einer Prestige-Offensive in Nordafrika ver­suchen die Briten die Aufmerksamkeit der Welt von ihren Schwierigkeiten abzulenken.

Im britischen Unterhaus vollführte Eden einen Eiertanz um Finnlandfragen.

Zwischen USA. und Mexiko wurde ein Erdölabkom­men getroffen.

Der Führer und der ungarische Ministerpräsident tauschten Telegramme aus.

Als Zusammenschluß aller in Eroßdeutschland be­stehenden Sozialgewerke wurde die Reichsgemein- ,chaft der Sozialgewerke deutscher Handwerker ge­gründet.

Ueber die Zusammenarbeit bei der vormilitärischen Wehrertiichtigung wurde eine neue Vereinbarung zwi,chen Hitlerjugend und Wehrmacht getroffen.