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Das flmisblatt des legierenden vürgermeisters der Zrcien kjansestadt vremcn
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der Nationalsozialisten Vremens
flmtliches verkundungsblail des Neichsstatttfalkers in Oldenburg und Meinen
Nr. Z05 /II. Jahrgang
Montag. Z. November 1941
kinzelvreis 15 Nps.
was sagt Noosevelt dazu!
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Vas fluslandsecho ;ur kntlaroung des schamlosen sittschers: Sie deutschen krklörungen ^eln Vokument der oeschichte"
Vergebliche Selbsttäuschung
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
Dr. rv. scli. Berlin, 2. November. Wenn Noosevelt „am Kamin plaudert", oder wenn er sonst jede passende oder unpassende Gelegenheit benutzt, um sein politisches Verbrechertum und seinen unerhörten Betrug am-ame- rikanischen Volke selbst mit scheinheiligen Phrasen zu verschleiern sucht, und wenn dann die Reichsregierung mit der ganzen Wucht ihrer Autorität diesen ungereimten Albernheiten und durchsichtigen Fälschertricks mit einer eindeutigen Erklärung entgegentritt, so steht das im gleichen Verhältnis wie etwa ein militärischer Kommentar von Annalist oder Eough zum deutschen OKW.-Bericht. Dafür hat die Weltöffentlichkeit, sie mag es sich eingestehen oder nicht, ein seines Gefühl, und darum muhten die beiden Erklärungen der Reichsregierung zu den Rooseoelt-LLgen in der ganzen Welt als die grohe politische Sensation wirken.
2n London hat man die überragende politische Bedeutung der deutschen Verlautbarungen sofort erkannt. Darum bemüht sich der Londoner Sender schon kurze Zeit nach der deutschen Veröffentlichung, den Sinn der deutschen Erklärungen zu fälschen, indem er Behauptungen in sie hineinlegte, die von uns überhaupt nicht zur Debatte gestellt wurden. Vom eigentlichen Thema will London noch nichts wissen. Von der Feststellung nämlich, die im gesamten neutralen Ausland mit dem ganzen Ernst gewürdigt wird, der ihr zukommt, daß nämlich Noosevelt zuerst geschossen hat.
Mit Recht bezeichnete die portugiesische Zeitung „Diario da Manha" die deutschen Erklärungen als ein Dokument der Geschichte. Es ist in ihnen die historische Wahrheit niedergelegt und durch amtliche amerikanische Zeugnisse belegt, dah aus Befehl des Präsidenten Noosevelt die USA.-Marine diese völlig un- provoziert die Angrifsshandlungen eröffnet hat. „Diario da Manha" umreißt den Tatbestand zutreffend so: „Die amerikanischen Zerstörer haben beim
tleberwachungs- oder Eeleitschutzdienst die deutschen ll-Voote mit Wasserbomben angegriffen und dadurch
Neue Mtterkreurlrüger
Berlin, 2. November. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres. Eeneralfeldmarschall von Drauchitsch, das Ritterkreuz des Eisernen Kröuzes an: Generalleutnant Cräßner, Kommandeur einer Infanterie-Division, Generalleutnant Strecker, Kommandeur einer Infanterie-Division, Oberst Wegen er, Kommandeur eines Infanterie-Regiments, Hauptmann Leuschner, Führer eines Bataillons in einem Schützenregiment, Oberfeldwebel Limmer, Späh- truppfllhrer in einer Aufklärungsabteilung.
eine natürliche Reaktion von selten der ll-Boote hervorgerufen." Wir brauchen uns, um diese Tatsache zu unterstreichen, nicht mit einem neutralen Urteil zu begnügen. Der „Manchester Guardian" schreibt, allerdings in dem offensichtlichen Bestreben, die Dinge nach den britischen Wünschen weiterzutreiben, als es Noosevelt selbst schon offiziell wahrhaben will: „Die Vereinigten Staaten sind in den Schießkrieg eingetreten, und ihre Flotte'stehl bereits im Kampf."
Der Berichterstatter der finnischen Zeitung „Uusi Suomi" hebt hervor, daß die deutsche Regierung festgestellt habe, daß die Vereinigten Staaten Deutschland angegriffen hätten, daß Noosevelt «inen militärischen Zwischenfaü mit den Achsenmächten wollte. Die Beweise
Deutschlands hätten nichts geändert, denn Roolevelt habe nach immer neuen Beschuldigungen gesucht, bis amerikanische Schiffe endlich die deutschen Schiffe angegriffen hsitten. In der Erklärung ist festgestellt worden, daß der erste Akt des amerikanischen Dramas beendet sei.
Am Ende dieses ersten Aktes steht die Tatsache, daß dem amerikanischen Präsidenten ein für allemal die Möglichkeit aus der Hand geschlagen ist, sich in jeder kommenden Entwicklung noch einmal der Verteidigungsparole zu bedienen und mit ihr seinen vom Wahnsinn diktierten Betrugsvcrsuch am amerikanischen Volke zu tarnen.
(Fortsetzung auf Seite 2)
441VVV VM. versenkt
Nach der kinnalime Simferopols weiterer Vormarsch aus Sewastopol
Aus dem Führerhauptquartier, 2. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „In entschlossener Ausnutzung unseres Sieges aus der Krim wird die Verfolgung des geschlagenen Gegners fortgesetzt. Der Nordrand des Jaila-Eebirges ist, wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, in breiter Front erreicht. Deutsche und rumänische Truppen haben gestern Simseropol, die Hauptstadt der Krim, genommen und befinden sich in weiterem Vorgehen aus Sewastopol. Im Donezbecken brachen deutsche und italienische Truppen trotz schlechtester Wegeoerhältnisse feindlichen Widerstand und besetzten weitere Industriegebiete. Vor Leningrad wurde ein erneuter Uebersetzver- such über die Newa unter Verlusten für den Feind abgewiesen. Die Beschießung kriegswichtiger Ziele in Leningrad und in Kronstadt wurde mit guter Wirkung fortgesetzt. Die Luftwaffe bombardierte bei Tag und Nacht die Seefestung Sewastopol. Sie erzielte Volltreffer in den Hasenanlagen, beschädigte ein sowjetisches Kriegsschiff und warf einen größeren Transporter in Brand. Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht wichtige Versorgungshäsen an der Westküste Englands an. Der Feind warf in der Nacht zum 2. November an einigen Orten Nordwestdeutschlands Spreng- und Brandbomben, drei britische Bomber wurden abgeschossen. Im Kampf gegen die britische Versorgungsschifsahrt versenkten Kriegsmarine und Luftwaffe im Monat Oktober 441300 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes. An diesen Erfolgen sind Unterseeboote mit 225 200 BRT., lleberwasserstreitkräfte der Kriegsmarine mit 18 000 BRT. und Verbände der Luftwaffe mit 168 100 BRT. beteiligt."
Fernkampfartillerie der deutschen Kriegsmarine nahm in den Nachmittagsstunden des 1. November mit mehreren Schuß kriegswichtige Ziele in Dover unter wir
kungsvolles Feuer. Die Einschläge lagen im Hasenbereich.
*
Laut OKW.-Bericht wurden im Monat Oktober von Kriegsmarine und Luftwaffe 441300 BRT. feindlichen Handelsschiffsraumes versenkt. Das sind Schiffe mit einer Ladefähigkeit von rund 618 000 Tonnen, also 618 000 000 Kilogramm. Von Waggonladungen und Eüterzügen haben die meisten Menschen eine klarere Vorstellung als von Schiffsfrachten. Die Größe des Verlustes, die Englands Versorgung allein im letzten Monat erlitten hat. wird daher anschaulicher, wenn man bedenkt, daß es die Ladung von 41 200 Eisenbahnwaggons zu 15 Tonnen oder von rund 687 Eüterzügen mit je sechzig Wagen ist. Der Inhalt von fast 700 voll- beladenen Eüterzügen — und die Schiffe nach England sind heute bis an die Grenzen des Frachtraumes ausgenutzt und weit über die in normalen Zeiten zugelassene Landegrenze vollgepackt — hat also den Weg in die Tiefe genommen und wurde damit der britischen Versorgung entzogen. Handelsschiffe von 5000 BRT. sind durchschnittlich 120 Meter lang. Nimmt man als Durchschnittstpp der im Oktober versenkten Schiffe diese Größe — was sicher zu hoch gegriffen ist. nachdem die Engländer, wie aus zahlreichen Berichten deutlich hervorgeht, alles an Schiffsraum zusammenkratzen, was sie auf hoher See gebrauchen können und angesichts der immer größeren Lücken in wachsendem Maße auch kleine Schiffe einsetzen — und reiht man die Anzahl der versenkten Schiffe aneinander, so ergibt sich eine Länge von 14.8 Kilometer. Bei einer Länge eines Güterwagens von zehn Meter ist der Eüterzug, der in England, bildlich gesprochen, im Oktober eingetroffen wäre, wenn U-Boote und Luftwaffe das nicht verhindert hätten. 412 Kilometer lang.
Von Simseropol nach Sewastopol
Line neue vrilenillusion zerstört / „vas übliche deutsche Vormarschtempo" , was bedeuten vier Monate „erfolgreicher Nückzug"!
Dr. v. soll. Berlin, 2. November. Simseropol genommen — Fortsetzung des Vormarsches in Richtung aus Sewastopol: Die Feststellung dieser beiden Tatsachen durch den OKW.-Vericht ist die einfachste und eindrucksvollste Entgegnung auf die Betrachtungen der militärischen „Sachverständigen" in England, die sich in diesen Tagen mit der Lage auf der Krim beschäftigten und dabei vollkommen mit der Stange im Nebel hernm- .fuhren.
Es gibt zwar schon Leute auf der Insel, die es als zweckmäßig und nützlich erkannt haben, die militärischen Tatsachen nach dem deutschen OKW.-Bericht resigniert hinzunehmen und die Neigung zum Illusionismus abzustreifen, aber die Mehrheit der Unbelehrbaren ist nicht auszurotten. So wollte Annalist noch am Sonnabend sein Publikum mit der schon stereotyp gewordenen Formel trösten, daß die Sowjets noch kein Geständnis gemacht hätten, durch das die deutsche Behauptung von dem Durchbruch durch die Landenge bestätigt werde. ,,Die zähe Verteidigung der Krim", so hieß es dann weiter, „kann eines der größten Hindernisse für einen allgemeinen deutschen Angriff auf den Kaukasus werden, der so lange nicht versucht werden kann, wie sich mächtige Streitkräfte in der Flanke der Deutschen befinden, ganz zu schweigen von der sowjetischen Schwarzmeerflotte mit ihrem starken Stützpunkt Sewastopol."
Dieser Versuch der Selbsttäuschung ist charakteristisch für die schon seit Wochen festzustellende englische Betrachtungsweise, die die Namen Rostow und Krim in besonderer Weise als neuralgische Punkte empfindet, weil hier die Zielrichtung nach dem nahöstlichen Interessenbereich des Empire angegeben ist, während es sich bei Moskau und Leningrad „nur" um die Sowjets selbst handelt. Heute wird auch Annalist seine Hoffnung auf die „zähe Verteidigung der Krim" als auf das „größte Hindernis für einen allgemeinen deutschen Angriff" aufgeben müssen. Was den „starken Stützpunkt Sewastopol" betrifft, so wird sich ja in allerkürzester Frist zeigen, ob dieser in gleicher Weise wie gegen einen Seeangr'iff auch gegen einen Angriff von der Landfront her befestigt worden ist. Die „Times" ist im Hinblick auf die Entwicklung auf der Krim nicht so leichtfertig gewÄen wie Annalist. Das Blatt ging von der Tatsache aus, daß der OKW.-Bericht an drei aufeinanderfolgenden Tagen Erfolge gemeldet hat. Dann folgt eine Be- mcrkuna. die wirklich sehr schön ist und uns wohltut: „Angesichts des üblichen Vormarfchtempos ist anzunehmen, daß, falls die deutschen Berichte aus Wahrheit beruhen, ein großer Teil der Krim bereits in den Händen der Deutschen ist. Von fowje- äfcher Seit« find »ei«« Informationen zu erhalten."
Das übliche Vormarschtempo — das ist in der Tat aus englischer Feder eine bemerkenswerte Anerkennung. Um dafür an dem Beispiel der Krim einen Maßstab zu finden, sei festgestellt, daß' die deutschen Truppen am dritten Tage nach der Meldung über den Durchbruch bei Perekop 160 Kilometer südlich auf der Straße von Simseropol nach Sewastopol standen.
Die „Times" halte schon vorher sorgenvoll geäußert, daß die Deutschen wohl den Sowjets nicht mehr lange den ungestörten Verbleib in Noworossijsk gestatten würden, wenn sie erst die Krim und Rostow in Besitz genommen haben würden. Noworossijsk sei aber der einzige Marinestützpunkt in diesen Gewässern, der den Vergleich mit Sewastopol einigermaßen aushalte. Tatsächlich spielen sowohl das wenig befestigte Noworossijsk ebenso wie Datum gegenüber Sewastopol und Kertsch, das im Osten der Krim an der zum Asowschen Meer führenden Meerenge liegt, und schließlich gegenüber der Hauplbauwerft Nikolajew, die seit langen: in deutscher Hand ist, nur eine untergeordnete Rolle, so daß die sowjetische Schwarzmeerflott«, die sich bisher weiß Gott nicht angrisfslustig benommen hat, sich bald völlig schachmatt gesetzt suhlen muß. Damit zerschmilzt ein weiterer bedeutender Aktivposten, den die Briten in ihrer Rechnung für die Berührungslinie des sowjetischen und des nahöstlichen Empire-Kriegsschauplatzes zu haben glaubten.
Es ist verständlich, wenn im Zusammenhang mit den Ereignissen auf der Krim die englische Beunruhigung über die Entwicklung der Lage an der Südfront von Tag zu Tag wächst'. Im englischen Nachrichtendienst wurde schon besorgt angedeutet, daß es eine neue Kriegsphase eröffnen werde, wenn die Deutschen über den Donez nach Osten vorstoßen sollten.
„Wenn sich eine derartige Behauptung" — gemeint ist die Feststellung des OKW.-Berichts vom Sonnabend — „als wahr erweisen sollte, so wird / sie von großer Wichtigkeit für die Operationen der kommenden Woche sein."
London will sich noch an die Moskauer Behauptung klammern, daß die Sowjets das östliche Ufer des Donez überall hielten. Im nächsten Satz heißt es dann aber ühon wieder daß sich ihre Nachhuten durch den Morast zurückziehen. Rückzüge sind ja überhaupt die beliebte Spezialität der Briten So kann es wirklich nicht in Erstaunen setzen, wenn der Lo> doner Sender nach Ueber- see folgenden geradezu klassischen Satz prägt: ..Die sowjetische Armee führt ihren erfolgreichen Rückzug jetzt schon seit vier Monaten durch." Dazu paßt es dann wie die Faulst aufs Auge, wen» der erste Lord der briti
schen Admiralität. Alexander, mit komischem Pathos hinausschreit: „Wenn die Sowjets ihren Widerstand in demselben Maße fortsetzen, wie es jetzt der Fall ist" — will sagen, im Tempo eines seit vier Monaten erfolgreichen Rückzuges — „so wird der Kampf siegreich beendet werden."
Was dieser ununterbrochene Rückzug praktisch zur Folge gehabt Hat, darüber kann sich Lord Alexander beim britischen Ministerium für den Wirtschaftskrieg erkundigen. Dieses Ministerium hat soeben eine Statistik über das herausgegeben, was die Sowjets an industrieller Kapazität in den bisher von den deutschen Truppen besetzten Gebieten verloren haben. Diese Statistik verfolgt zwar offenbar die Absicht, die Resthestände der sowjetischen Produktiousmäglichkeiten östlich der Wolga noch als einen immerhin beachtlichen Faktor erscheinen zu lassen. Von dies«»: Gesichtspunkt aus muß mau das amtliche englische Eingeständnis bewerten, daß die den Sowjets heute noch zur Verfügung stehenden Gebiete ein Drittel der ursprünglichen industriellen Kapazität der Sowjetunion und 35 Prozent der Rüstungsindustrie umfassen. Mehr ist auch bisher von deutscher Seite noch nicht behauptet worden, als daß die Sowjets etwa zwei Drittel ihrer Rüstungskapazität eingebüßt haben. Hier haben wir nun die Bestätigung.
Die Sowjetarmeen haben den Besitz des weitaus größeren Teiles ihres. Kriegsmaterials in den bisherigen Kämpfen verloren. Was sie in zwanzig Jahren unter intensivster Ausnutzung all ihrer industriellen Möglichkeiten aufgebaut haben, das können sie nicht mit einem Drittel der Kapazität, sagen wir in einem halben Jahre, noch einmal schaffen. Auch die Spekulation auf die industriellen Evakuierungen und damit auf die Neuschaffung von Produktionsmöglichkeiten ist trügerisch und wird auch in der englischen Presse in ihrem Wert als höchst problematisch beurteilt. Dazu kommt, daß das Lhaos in der gesamtsowjetischen Wirtschaft angesichts der Abhängigkeit von den verlorengegangenen Gebieten schon zu groß geworden ist. Die entstandene Lücke ist so gewaltig, daß sie auch unter Zuhilfenahme der vereinten englischen und USA.-Möglichkeiten nicht mehr ausgefüllt werden kann.
Es ist und bleibt nun einmal dabei, daß die Sowjetmacht mannschaftsmäßig und rüstuugsmäßiq in ihrem Kern getroffen ist und daß ihr nichts mehr übrig bleibt, als ihren nun schon über vier Monate dauernden Rückzug überall da fortzusetzen, wo es die deutsche militärische Führung unter Vcriicksichtiguna aller gegebenen Boraussctzungen jeweils für zweckmäßig erachtet, zuzupacken, sei es nun auf der Krim, jenseits des Dover oder wo fönst immer.
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Loutersllmirul Lnüninxbaus
Die besonders in der Auslandspresse in letzter Zeit oft erörterte Frage, ob denn die britische Flotten:cht in irgendeiner Weise ihren bedrängten bolschewistischen Freunden zur Hilfe kommen könnte, erhält eine aufschlußreiche Illustration durch einen in der angesehenen englischen Zeitschrift „The 18. Century" und öfter erschienene Arbeit über die Seekriegslage. Verfasser :st Lord Strabolgi, der unter dem Namen Kenworthy als Unterhausmitglied und seit längerer Zeit als Marine- publizist bekannt ist; er ist von Beruf Seeoffizier, hn dem Artikel wird auch der deutsch-sowjetische Seekrieg in der Ostsee eingehend behandelt. Er brachte nach Auffassung des Verfassers für die britische Flotte zwar neue, besondere Aufgaben, aber auch neu« Möglichkeiten. Dabei folgt er Gedankengängen, die ähnlich wie die Londoner Jllusionspolitik über die Landoperationen auf den tatsächlichen Verlauf der kriegerischen Begebenheiten wenig oder keine Rücksicht nehmen. Das deutsche Oberkommando, so etwa wird ausgeführt, kann es kaum dulden, daß die sowjetische Flotte sich des freien Seeverkehrs auf der Ostsee erfreut. Das ist richtig. Die deutsche Seekriegsführung hat das auch nicht geduldet. Nur die Folgerungen, die der Engländer aus seiner an sich zutreffenden Voraussetzung für die Seekriegsführung zieht, haben sich als vollkommen irrig erwiesen. Sie laufen nämlich darauf hinaus, daß die deutsche Kriegsmarine zur Abwehr sowjetischer Angriffe zur See gezwungen sein würde, eine entsprechende — d. h. eine der numerischen Stärke der russischen Flotte entsprechende — Streitmacht in der Ostsee verfügbar zu halten, die damit der Schlacht im Atlantik entzogen wird. Der Verlauf des Seekrieges in der Ostsee hat dagegen bewiesen, daß die deutsche Seekriegsführung, indem sie unmittelbar nach Kriegsbeginn offensiv mit dem Minenkrieg und. kurz ausgedrückt, dem Kleinkrieg gegen die Sowjets vorging, das Gesetz des Handelns an sich brachte und es auch bis heute fest in der Hund behalten hat. Gewiß, die numerische Ueberlegenheit der sowjetischen Ostleeflotte über die von deutscher Seite eingesetzten Seestreitkräfte war außerordentlich groß. Da es aber gelang, die Sowjetflotte in dem Finnischen und Rigaischen Meerbusen abzuriegeln, hat sie keinen Gebrauch von dieser an sich vorhandenen Ueberlegenheit gemacht, wobei dahingestellt bleiben kann, ob nicht ein zu Beginn des Krieges energisch vorgetragener Angriff der sowjetischen Flotte mit ihren Eroßkampfschiffen, Kreuzern, Zerstörern und über hundert Unterseebooten gewisse Erfolgsmöglichkeiten in sich geschlossen hätte. In der englischen Darstellung der Seekrieqsereignisse in der Ostsee wird eigenartiger Weise die Möglichkeit einer derartigen offensiven Kriegsführung überhaupt nicht in Betracht gezogen. Kenworthy begnügt sich vielmehr damit, festzustellen, daß die deutschen Marinebehörden den Unternehmungsgeist der sowjetischen Flotte in der Ostsee unterschätzt zu haben scheinen und aus dieser Unterschätzung dann die Konsequenzen tragen mußten. Für diese Behauptung macht er sich die durch und durch verlogenen Nachrichten des Moskauer Senders zu eigen. Er berichtet: „Die Deutschen versuchten am 12. Juli einen gtoßen Geleitzug von Truppentransporten und Leichtern mit Tanks zu überführen, der nur von Zerstörern, Motortorpedobooten und anderen leichten Kriegsschiffen begleitet war. Die sowjetische Flotte, unterstützt von ihren eigenen Flugzeugen und dem Feuer ihrer Küstenbatterien, fiel über diesen Eeleitzüg her, versenkte vierzehn Transporter und zwei Zerstörer und beschädigte dreizehn andere Transporter und einen weiteren Zerstörer." Aus dieser und ähnlichen Meldungen. die sich die Sowjets in Moskau zur Belebung des eigenen Mutes und zur Irreführung der Weltöffentlichkeit zurecht gebraut haben, zieht der Engländer dann den Schluß, die Deutschen müßten genügend Streitkräfte zusammenziehen, um der unternehmungslustigen Cowjetflotte in der Ostsee gewachsen zu sein. Demgegenüber ist festzustellen, daß der Seekrieg in der Ostsee keinen Augenblick die Intensität der Angriffe auf den englischen Seehandel unterbrochen hat. mithin die Schlacht im Atlantik entgegen der Erwartung der Engländer keine Entlastung erfahrest hat. sondern im weiteren Verlauf sogar eine Belastung für die Engländer sein wird. wenn sie nämlich den bolschewistischen Freunden wirklich helfen wollen. Dazu brauchen sie Schiffsraum. der dann wieder für die Versorgung Englands ausfällt. Die Verluste der deutschen Kriegs- und Handelsmarine in der Ostsee halten sich. wie unterstrichen je:, im Gegensatz zu den Moskauer Tatarennachrichten in sehr bescheidenen Grenzen.
, Innerlich ist übrigens, wie aus den weiteren Ausführungen des Artikels hervorgeht, auch der Engländer über den Ausgang der Seekrieges in der Ostsee sehr wenig zukunftsfreudig. Denn er wirft die Frage auf: ...Was geschieht mit der Sowjetflotte, wenn Kronstadt fallt? D:e größeren russischen Schiffe hätten dann die
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Im Oktober wurden über 440 000 BRT. britischen Handclsschiffsraumes versenkt.
Nach der Einnahme von Simseropol, der Hauptstadt der Krim, setzen deutsche und rumänische Truppen den Vormarsch auf Sewastopol fort.
Deutsche Vorausabteilungen fügten den zurückweichenden Bolschewisten im Südabschnitt schwere Verluste zu.
Das Echo der deutschen Entlarvung der Roosevelt- schen Fälschungen ist für den USA.-Präsidenten niederschmetternd.
Japans „kricgsmäßige Struktur" ist nach einer Verlautbarung der Tokioter Domei-Agentur vollendet. Der frühere GPU.-Kommissar Albrecht sprach in der „Glocke".
Der Dresdner SC. siegte im Tschammcrpokal-End- spiel gegen Schalke.
Werder gewann gegen Wilhelmshaven mit 2:0. Ministerpräsident Joel sprach im Rahmen einer Veranstaltung zu 800 DRK.-Angehörigcn im Parkhaus.
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