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Parieiamiliche Tageszeitung
Daa Amtsblatt des Regierenden Bfirgermalater« dar Fraian Hoaaealadl Bremen
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatt des Reichssiatihalters in Oldenburg und Bremer
Nr. 177 • 14. Jahrgang
Donnerstag, 29. Juni 1944
Einzelpreis 15 Rpt.
Triumph des deutschen Soldatengeistes
Panzergrenadiere der M-Panzer- Division „Hitler-Jugend”
Dos unerschütterliche Ausharren in den Verteidigungsanlagen von Cherbourg ein Ruhmesb/att der Geschichte
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung ■
dr. w. sch. Berlin, 28. Juni. Wenn heute sich auch der Gegner gezwungen sieht, in den Ausdrücken der höchsten Bewunderung über den Widerstand , der Helden von Cherbourg zu berichten, die bis zum letzten Blutstropfen und bis zum letzten Hauch des Lebens auf ihrem Posten kämpfen, so kennzeichnet das nicht nur eine Haltung der deutschen Soldaten, die ein Ruhmesblatt der Militärgeschichte füllen wird, vielmehr kommt diesem Widerstand bis zum äußersten gerade schon im gegenwärtigen Zeitpunkt eine überragende Bedeutung für die Anbahnung einer Entscheidung in diesem Kriege zu.
Auch in solchen Widerstandsnestern, wo eine kleine Besatzung keine Verbindungsmöglichkeit nach außen mehr hat und keine Klarheit über den größeren Zusammenhang der Operationen mehr bestehen kann, fühlt offenbar jeder Soldat instinktiv, welche große Bedeutung sein Widerstand haben kann. Ihr Unerschütterlicher Heldenmut verstärkt die Hoffnung des ganzen deutschen Volkes, und zwar vor allem, weil er neue lebendige Impulse schafft, beispielhaft zu wirken vermag und gleichzeitig wiederum eine große Hoffnung des Gegners zerstört.. Die. Hoffnung auf einen Zusammenbruch müssen sie jetzt in Cherbourg zu Grabe tragen.
Das deutsche Wunder
Geradezu fassungslos stehen die feindlichen Berichterstatter vor diesem deutschen Wunder der durch nichts zu erschütternden Widerstandskraft. Vielen amerikanischen Lesern wird es wie ein Märchen klingen, was heute .Korrespgndenteir-der United Preß aus dem Invasionsgebiet melden:
„Die Kämpfe in der Stadt sind noch immer nicht abgeschlossen. Verschiedene deutsche -WiAerstandsgrupppn halten sich in unterirdischen Tunneln auf, von wo aus sie von Zeit zu Zeit ausbrechen, um die USA.-Truppen in den Straßen ' anzugreifen. 'Andeie wiederum haben sich in diesen Tunneln vollkommen eingemauert und nur Schießlöcher offen gelassen. In den Kellern der Häuser und untef Brocken halten sich ebenfalls noch deutsche Soldaten, die trotz hoffnungsloser Lage weiterkämpfen." Ein britischer Berichterstatter meldet, daß deutsche Gruppen bald hier, bald dort auftauchen und offenbar fest entschlossen seien, sich unter keinen Umständen zu ergeben. Auch im Süden und Südosten der Stadt leisteten die Deutschen immer, noch. Widerstand, Man sei im alliierten Hauptquartier erstaunt über den unbeugsamen und unerschrockenen Widerstandswillen dieser isolierten deutschen Truppen.
Unterirdisch eingemauert
Aus dem Fort de Roulle meldet ein anderer United-Preß-Körrespondent: „Das
Fort, das bereits am Sonntag von den Amerikanern ,,erobert" worden war, zählte am Montag erneut zu den hartnäckigsten Widerstandsnestern der. Cherbourg-Front Nach mehreren Stunden amerikanischer Besetzung eröffneten plötzlich Hunderte von. deutschen
men konnten. Sie waren darum gezwungen, diese Stellungen unangetastet zu lassen.” Montgomery selbst mußte sich zu der Feststellung bequemen: „Die Deutschen verteidigen sich so hartnäckig und erbittert, daß wir keinen Spaziergang zu erwarten haben, daß vielmehr noch sehr zahlreiche, sehr ernste und sehr opferreiche Kämpfe vor uns liegen."
Die besseren Panier
Wenn die gewaltige Höhe der Opfer die schlimmsten Befürchtungen im,, Feindlager übertrifft, wenn der Terminkalender der
Briten und Amerikaner sich als ganz falsch angelegt erwiesen hat und wenn der Kampf um Zeitgewinn an der Invasionsfront uns schon wesentliche Erfolge gebracht hat, so tritt dazu noch eine für den Gegner besonders peinliche Ueberraschung, die sich auf die Frage des technischen Gleichgewichts zwischen den beiden kämpfenden Parteien bezieht. Wir wissen, daß wir mächtig dabei sind, einen vorübergehenden Vorsprung des Gegners aufzuhoien und daß jede gewonnene Zeit in diesem Sinne für uns in die Waagschale fällt.
Nun muß der bekannte Militärkorrespondent Liddell Hart schon heute darüber kla
gen, daß einen wesentlichen Faktor in den Kämpfen ap der normannischen Front die deutschen Panzer darstellten. Sie erwiesen sich heute in ihrer Bauart und Bestückung allem überlegen, was die Alliier- ten auf diesem Gebiet besässen. Liddell Hart spricht bezeichnender Weise von „einem enttäuschenden Vergleich in dieser Periode des Krieges“. Der Gegner wird noch mit mancher weiteren' Enttäuschung gerade im Hinblick auf unsere noch nicht in Erscheinung getretenen technischen Möglichkeiten rechnen müssen. V 1 ist ganz gewiß noch nicht das Ende.
Entschlossener Widerstand deutscher Küstenwerke
Anhaltend schwere Kample Im mittleren Abschnitt der Ostfront
dnb. Berlin, 28. Juni. In Cherbourg trotzte am Dienstagabend immer noch eine Anzahl von'Befestigungswerken und Widerstandsinseln dem Ansturm der Nordamerikaner. Der in den frühen Morgenstunden geführte Angrift gegen das Arsenal und den Militärhafen hat dem Feind zwar weitere Teile der durch Granaten, Bomben und Brände zerstörten Anlagen eingebracht, aber der Widerstand hat darum nicht aufgehört. Neben der bis in ihre Grundfesten gesprengten Mole am Nordrand des Kriegshafens feuerte das Fort du Homet weiter und unterstützte gemeinsam mit der Hafenwachbatterie, obwohl selbst von See her schwer beschossen, aus der Luft heftig bombardiert und zu Land von starken Kräften angegriffen, den Abwehrkampf einiger Widerstandsnester. Der Hafenkommandant, Fregattenkapitän. Witt, setzte seine Männer und zu ihm gestossene Teile eines Werfer-Regiments auf die Außenmole über und führt von dort aus den Widerstand weiter. Trotz zahlreicher Angriffe blieben auch die Stützpunkte-der Flak-am Flugplatz sowie die Befestigungen am Cap Levy und auf der Halbinsel Jobourg unbezwungen.
Weittragende Geschütze Sperren nach wie vor die Einfahrt zum Hafen. Ueberdies haben die schweren Beschießungen durch Kriegsschiffe, die auf die Stadt niedergegangenen schweren Bombardierungen, aber auch die Sprengungen und Brände unvorstellbare Zerstörungen hervorgerufen. Bis zu 20 Meter tiefe und 12 Meter breite Schluchten durchschneiden die Kais. Sämtliche Gebäude, Docks und Werften sind zerstört. Die Sprengungen wirkten so tief, daß. teilweise der gewachsene Fels mit weggerissen wurde.
In Italien erfüllen unsere Grenadiere, Panzerschützen und Fallschirmjäger die ihnen zugefallene Aufgabe, durch zähen Widerstand unter Einsatz möglichst schwacher eigener Kräfte starke feindliche Kräfte fern der Tnväsionsräiime zu binden. Hart westlich des Trasimenischen Sees und im Raum von Perugia erkämpften Grenadiere und Fallschirmjäger einen vollen Abwehrerfolg.
Die Kämpfe in Italien zeigen gewisse Parallelen mit', der im mittleren Abschnitt der
r _ Ostfront entbrannten Schlacht.- Auch dort
Soldaten aus demselben Fort ein morde- j sucht der Feind Durchbrüche zu erzwingen
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nsches Feuer auf alle möglichen Ziele.
Die Deutschen waren nach der Einnahme des Forts durch die Amerikaner durch unterirdische Gänge wieder dorthin gelangt. In diesen geheimen Gängen sind nicht nur Maschinengewehre, sondern sogar gewaltige Küstengeschütze aufgestellt.
Die amerikanischen Infanteristen haben 'dtderholt versucht, die Eingänge zu diesen “ftterirdischen Gewölben zu finden, mußten abeT jedesmal unverrichteter Dinge umkehren. ln Fort haben sich deutsche Soldaten omgemauert. Wir sahen verschiedene Oeff- hungen und Passagen, die erst vor kurzem ®lt Zement verschlossen worden waren. Ein Eindringen war unmöglich, denn nur die Löcher für die Geschützrohrs waren offen, nnd aus diesen .blitzte es in kurzen Abständen auf.“
Schließlich sei noch die Darstellung eines '■Daily-Herald”-Korrespondenten verzeichnt: „Der deutsche Widerstand war derart arbittert, daß die vorrückenden amerikani- srtien Soldaten mehrere befestigte Stellun- 2 er > der Deutschen überhaupt nicht einneh-
nnd diese zu großen Urafassungsmanövern auszunutzen. Die deutsche Führung begegnet aber auch hier dem Ansturm der. immer wieder aus den Einbruchsstellen vorbrechenden sowjetischen. Massen durch gruppenweises Absetzen und örtliche Gegenangriffe. Dadurch verschob sich der Schauplatz der Kämpfe aus dem Raum von Witebsk und Orscha in das Seen- und Waldgelände südlich L e p e 1. Im Abschnitt von Mogilew und weiter südlich leisten unsere Truppen südwestlich und östlich Bobruisk den voTgestoßenen Bolschewisten in Abwehr und .Angriff hartnäckigen Widerstand. Das Entscheidende dabei ist, daß' trotz starken feindlichen Drucks die eigenen Bewegungen durch ständige Gegenangriffe gesichert in voller Ordnung erfolgen.
Starke Kampf- und Schlachtflfliegerver- bände unterstützten in rollendem Einsatz an allen Brennpunkten die Abwehrkämpfe des Heeres. Sie vernichteten 15 Sowjetpanzer, beschädigten 22 schwer, setzten sechs -Geschütze außer Gefecht und zerstörten über 100 motorisierte und bespannte
Das Eichenlaub für überlegene Führung
Neue Ritterkreuzträger des Heeres und der LuhwaHe
dnb. Führerhanptquartier, Ü8- Juni. Der Führer verlieh das Elchen- lätib zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalleutnant Ernst S i e 1 e r, Kommandeur einer sächsischen Infanterie-Divi- sl °n, als 502. Soldaten der deutschen Wehrmacht, und an General der Artillerie Erich Mareks, Kommandierendem General mnes Armeekorps, als 503. Soldaten der latschen Wehrmacht. General Mareks fand a «f der Halbinsel Cotentin in vorderster lmi e kämpfend den Heldentod.
Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes Verlieh der Führer an: Hauptmann Paul
-°rner, Staffelkapitän in einem Nacht- widgeschwader; Hauptmann Hans Haken-
U1 ‘. Abteilungskommandeur in einem
Flak-Regiment; Hauptmann Rudolf Kratzer!, Bataillonskommandeur in einem Fallschirmjäger-Regiment; Feldwebel Max Brandenburg, Flugzeugführer in einem Kampfgeschwader.
Ferner erhielten das Ritterkreuz: Gene
ralmajor Franz Grall, Kommandant der Insel Elba; Hauptmann d. R. MaxSimo- n e 11, Kompaniechef ln einem hessisch- thüringischen Grenadier-Regiment, und Oberleutnant Franz Ludwig, Kompaniechef in einer Sturmgeschütz-Abteilung.
Die aus Darmstadt gebürtige Schwesternhelferib Ilse D a u b , heu e DRK.-Sachbearbeiterin bei einer im Süden der Ostfront eingesetzten Heeresgruppe, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. ausgezeichnet
Fahrzeuge. Jäger brachten gemeinsam mit Schlachtfliegern und Flak 44 Sowjetflugzeuge zum Absturz. Zusammen mit den 77 bei der Abwehr feindlicher Luftangriffe auf Kirkenes erzielten Abschüssen verloren die Sowjets somit am Dienstag 121 Flugzeuge. Der Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes Oberleutnant Hartmann errang dabei - seinen 265. und 266. Luftsieg.
Im Seegebiet des Kanals herrschte ungünstiges Wetter mit Windstärken, die zeitweilig bis zum Sturm auffrischten. Dennoch waren deutsche, leichte Seestreitkrafte am Feind und lieferten ihm bei der Kanalinsel Jersey und bei Fecam einige Feuergefechte, in deren Verlauf ein britisches Schnellboot in Brand geschossen wurde.
In unerschütterter Standhaftigkeit
Schwerpunkt der Kämpfe in der Normandie bei Tilly — Abwehrschlacht östlich der Beresina — Bei Kirkenes 77 Flugzeuge abgeschossen
dnb. Aus dem Führerhauptquartier, 28. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
In der Normandie lag der Schwerpunkt der Kämpfe wieder im Raum südöstlich Tilly. Während des ganzen Tages griffen starke feindliche Infanterie- und Panzerverbände, von schwerster Schiffsartillerie unterstützt, unsere Front an. Ihr Ansturm brach am zähen Widerstand unserer tapferen Divisionen zusammen, die dem Feind durch Gegenangriffe an einigen Stellen das am Vortage verlorengegangene Gelände wieder entrissen. Nur in einem Abschnitt konnte der Feind nach hartem, wechselvollem Kampf seinen Einbruchsraum geringfügig erweitern. Er hatte schwerste, blutige Verluste und verlor weit über 50 Panzer.
Oestlich der O r n e wurde ein feindlicher Stoßtrupp restlos vernichtet.'
Im Raum von Cherbourg verteidigen sich immer noch zahlreiche Stützpunkte des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe tapfer und ihrer Pflicht -getreu. Die Einfahrt in den Hafen von Cherbourg Ist dadurch dem Gegner nach wie vor verwehrt, wenn auch die Trümmer der Stadt im Besitz des Feindes sind. Auch im Nordost- und Nordwestteil der Halbinsel Cherbourg hallen sich noch eigene Stützpunkte in un- erschütterter Standhaftigkeit.
In der letzten Nacht griffen schwere Kampfflugzeuge feindliche Schiffsansammlungen vor der normannischen Küste an. Ein Spezial-Landungsschiff wurde in Brand geworfen. Es entstanden Explosionen.
Die Marineküstenbafterie „Y o r k" zwang einen feindlichen Zerstörer und einen Schnellboot-Verband, die in den Hafen Cherbourg eindrlngen wollten, zum Abdrehen.
Vor der niederländischen Küste und im Kanal beschädigten Vorpostenboote mehrere britische Schnellboote.
Schweres Feuer der „V 1" liegt unaufhörlich auf dem Raum von London.
An der italienischen Front wurde auch gestern wieder im Abschnitt zwischen der Küste und dem Trasimenischen See erbittert gekämpft. Der Feind versuchte erneut, mit starken Infanterie- nnd Panzerverbänden unsere Front zu durchbrechen. Es kam zu schweren wechselvollen Kämpfen, in denen der Gegner jedoch nur auf dem äußersten Westflügel Boden gewinnen konnte. In allen übrigen Abschnit
ten wurde er unter hohen blutigen Verlusten abgewiesen.
In den schweren Abwehrkämpfen , westlich des Trasimenischen Sees haben die 29. Panzergrenadier-Division unter Führung von Generalleutnant Fries, die 4 . Fallschirmjäger-Division unter Führung von Oberst Trettner und die 356. Infanterie- Division unter Führung von Generalleutnant Faulenbach, hervorragend durch Artillerie und durch Flakartillerie unterstützt, alle mit überlegenen Kräften geführten Durchbruchsversuche des Feindes unter besonders hohen Verlusten für den Gegner zum Teil im Nahkampf immer wieder abgewehrt.
Im Mittelabschnitt der Ostfront dauern die erbitterten Kämpfe im Raum Bobruisk und Mogilew an. Nach Räumung der Städte Orsha und Witebsk hat sich die schwere Abwehrschlacht in den Raum östlich der mittleren und oberen Beresina verlagert.
Südöstlich P o 1 o z k scheiterten wiederholte Durclibruchsv'ersuche der Bolschewisten. Südöstlich P 1 e s k a u brachen örtliche Angriffe des Feindes zusammen.
Schlachtfliegerverbände unterstützten die Abwehrkämpfe des Heeres und vernichteten zahlreiche feindliche Panzer, über 100 Kraftfahrzeuge und eine große Zahl Geschütze.
Schwere Kampfflugzeuge führten am Tage einen Angriff gegen den Bahnhof Kalin- k o w i t s c h i. Auch in der Nacht wurde der sowjetische Nachschubverkehr erfolgreich bekämpft. Besonders in den Bahnhofsanlagen von Smolensk entstanden Brände und Explosionen.
Bel mehreren feindlichen Angriffen auf Stadt und Hafen Kirkenes brachten Jäger und Flakartillerie in den gestrigen Abendstunden und im Verlauf der Nacht 77 sowjetische Flugzeuge zum Absturz. In heftigen Luftkämpien errangen Oberleutnant Dorr und Leutnant Norz allein je zwölf Luftsiege.
Ein starker nordamerikanischer Bomberverband führte gestern vormittag einen Angriff gegen das Stadtgebiet von Budapest Deutsche und ungarische Luftverteidigungskräfte vernichteten 24 feindliche Flugzeuge.
Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der letzten Nacht Einzelziele in SUdost- england an.
Unsere Nachrichtentruppe im Osten
dnb. Berlin, 28. Juni. In den Kämpfen an der Ostfront sind der Einsatz und die Leistungen der Nachrichtentruppe wieder von entscheidender Bedeutung. Die Heranführung von Reserven, Umgruppierungen, Munitionsbeschaffung, die Unterstützung der kämpfenden Infanterie durch Artillerie und andere Waffen, taktische und technische Fragen müssen oft blitzschnell gelöst werden. In keinem Augenblick darf die Draht- oder Funkverbindung der Verbände untereinander und mit den Führungsstäben verloren gehen. Im schwersten feindlichen Feuer sind die Störungssucher unterwegs.
Das Leitungsnetz einer in den Pripjet- Sümpfen kämpfenden bayerischen Infanterie- Division erstreckt sich in schwierigem Wald- und Sumpfgelände über 1553 km mit 160 km Gestänge. Während die Divisions-Fernsprechvermittlung an normalen Tagen rund acht bis zehntausend Ferngespräche zu vermitteln hat, mußten die Männer vom Klappenschrank während eines sowjetischen Angriffs in einem Teilabschnitt der Division
Klasse
in 24 Stunden rund 2000 Gespräche vermitteln und etwa 200. Fernschreiben weiterleiten. Wenn von der Leistung unserer Front gesprochen wird, sollte deshalb die Nachrichtentruppe nicht vergessen werden.
Cherbourgs Hafen ein Schrottgemenge
Von onserero Vertreter
hw. Stockholm, .28. Juni. In einem United- Preß-Bericht heißt es: „Die deutschen Pioniertruppen haben die Hafenbecken von Cherbourg und Umgebung zu einem einzigen riesigen Schrottgemenge gemacht. Versenkte und gesprengte Schiffsrümpfe sperren den Hafeneinlauf: Kräne und Kais, Lagerhäuser und Gleise sind in ein einziges Chaos aus Zement, Schrott, verbogenen Eisenteilen und verkohlten Balken verwandelt. Auch Cherbourgs Festungsring, der so harten Widerstand bot, ist nach den Kämpfen kaum etwas anderes als Schrott"
PK-Knegsbenchter /Schaukel (PB/
Bereits in den ersten Gefechten an der Invasionsfront haben sich bekanntlich die Panzergrenadiere der -Panzerdivision . Hitler-Jugend 1 hervorragenrprgeschlagen. Schnell hat sich die Härte des Geschehens in ihre jungen Gesichter gegraben.
TtkSnix deutMand
Von
Walter Bloem
Walter Bloem, rheinischer Feuerkopf unter weißem Haar, unverdrossen, mit dem „Hohenzollern" ausgezeichneter Frontkämpfer des ersten Weltkrieges, und abermals als alter Major, für die Truppenbetreuung des jetzigen Krieges eingesetzt, wendet sich hier an die deutsche Jugend.
Die Schriftleitung.
Die Sage der alten Aegypter weiß von einem geheimnisvollen Vogel zu berichten, den sie „Phönix” nennt Ruhelos schweift er über die Weiten der Erde. Aber alle paar hundert Jahre kehrt er in seine Heimat zurück. Liier baut er sich aus Laub und Blüten ein Nest — um sich in ihm zu verbrennen. Aus der Asche seines Heims und seines Leibes steigt er dann empor, verjüngt und geläutert, zu einem neuen Leben.
Alle Völker, alle Kulturen des Abendlandes haben das tiefsinnige Gleichnis übernommen. Herodot und Tacitus wissen von ihm zu berichten. Die christliche Mythologie versuchte es auf Opfertod und Auferstehung des Weltheilands anzuwenden. Wir Deutsche müssen mit Erschütterung erkennen, daß kein Symbol tiefer und erschöpfender das Wesen unseres Volkstums ergreift, sein ewig sich erneuerndes Schicksal.
Dieser Vogel der Weltlegende, der in Zwischenräumen einiger Jahrhunderte sich immer wieder in seinem eigenen Neste verbrennen muß — um erneuert, wiedergeboren, auf nie zuvor erreichter Daseinshöhe wieder aus den eigenen Flammen aufzuerstehen — der Phönix ist Deutschland, unser unvergängliches Volk, das ewige heilige Reich der Deutschen!
Schon unser erstes Auftauchen im „Hellen Lichte der Weltgeschichte“, will sagen, im Bewußtsein der Mittelmeervölker, geschah beim Geloder jenes Riesenbrandes, den wir „die Völkerwanderung“ nennen. Damals schon war die einstige, nur noch in den Resten der ehemaligen gemeindeutschen Sprache erkennbare Einheit unseres Volkes zerrissen in zahllose Stämme, die einander in unendlichen Bruderkriegen befehdeten. Das aber versank im Jahrhundertelang wütenden Flammenmeere der großen Wanderung. Ihm entstieg das Reich des großen Karl — das erste deutsche Kaiserreich.
Nennen wir die nächsten ungeheuren deutschen Selbstverbrennungen nur kurz mit ihren geschichtlichen Namen.
Aus der Höhenglut des Ringens zwischen Kaisertum und Papsttum erstieg das Reich der Hohenstaufen mit Pfalzen und Kathedralen, mit Niebelungenepos und Walthers Lied.
Aus dem rein entzündeten, doch allzu schnell durch Irdisches entweihten Länter- brande der Reformation, der schließlich im unterweltlichen Grausen des ersten Dreißigjährigen Krieges verqualmte, stieg das Deutschland Friedrichs des Einzigen, Bachs, Mozarts, Beethovens, Goethes und Schillers.
Aber immer wieder: Selbstverbrennung und Auferstehung!
Aus den Flammengluten der napoleoni- schen Kriege, die das Heilige Römische Reich Deutscher Nation verzehrten, stieg das deutsche Volk in Waffen. Der Brand fraß weiter — verschlang den Trümmerhaufen des „Deuischen Bundes" — und aus ihm erstand der neue deutsche Phönix, das zweite Kaiserreich!
Aber noch war der alte Einheitstraum unseres Volkes nur dem Scheine nach erfüllt. Die abendländische Senkung ihres Reiches — sie schien auf ewig versunken und vergessen.
Der letzte, der riesenhafteste, der qr»uel- und grauenvollste Flammentod — dem deut-