Ausgabe 
(28.6.1944) 176
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Parteiamtliche Tageszeitung

Paa Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hcmsesfadi Bremen

Nr. 176 • 14. Jahrgang

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kremen: Beeren B'B Rut 2 18 31; Naehtrul und sonntags 2 47 45; ObernstraBe 86. Rut 2 18 31; Syke: Müblendamm 2: Br.-Hemelingen: Bahn- hotstraBe 6, Ecke PoststraBe. Rut 4 34 58: Br.- Vegesack: Rohrstr. 24, Rut 4 n. 8; Br.-Biumen- thal, Kapt.-Dallmann-Str, 41/43, Rut H I. BB

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblaü des Reichsstatthaliers in Oldenburg und Bremen

Mittwoch, 28. Juni 1944

Einzelpreis 15 Rpt.

Erbitterte Stiittpunhtkämpfe in und um Cherbourg

Das Heldenlied der deutschen Soldatentugenden - Elastische Verteidigung im Osten

Drahtbericht unseres Vertreters id. Berlin, 27. Juni. Unter blutigen Stra- Benkämpfen konnten die Amerikaner den größten Teil der Stadt Cherbourg und wahrscheinlich auch das Hafengebiet in Besitz nehmen. Im Halen bot sich ihnen jedoch ein Bild völliger Zerstörung. Alle nur irgendwie verwendbaren Anlagen sind so nachhaltig gesprengt worden, daß .eine teutzbarkeit des Hafens für die nächsten Tage ausgeschlossen erscheint. Außerdem niissen sich die Eindringlinge auch noch mit den Stützpunktbesatzurigen aus­einandersetzen, die mit erbitterter Zähigkeit immer noch weiter kämpfen. Hierbei erlei­det der, Feind schwerste Verluste, die beson­ders hoch bei den angreifenden Infanterie- yerbänden sind.

Innerhalb der Stadt und in ihren Außen­bezirken sowie am Nordost- und Nordwest­rand der Cotentin-Halbinsel stand somit am Montagabend immer noch eine ganze Reihe von Stützpunkten des Heeres, der Kriegs­marine und der Luftwaffe im Kampf. ,

Um die einzelnen Stützpunkte niederzu­kämpfen, muß der Feind umfangreiche Vor­bereitungen treffen, die jedoch durch das Artillerie teuer der in die Stadt hin­einschießenden Küstenbatterien dau­ernd gestört werden. Wir erleben also hier das Beispiel eines Endkampfes, wie es den besten deutschen Soldatentugenden ent­spricht. Diese in Cherbourg eingeschlossene, mit höchster Selbstaufopferung kämpfende Besatzung, die sich aus allen Teilen der deutschen Wehrmacht zusammensetzt, er­teilt damit dem Feind eine Lektion, die er nicht so leicht vergesen wird. So wie die Männer von Cherbourg kämpft die ge­samte deutsche Wehrmacht, und die Ame­rikaner erhalten hier einen Vorgeschmack von dem, was sie bei den weiteren Kämp- ■Sen erwartet.

Die Angriffe der Engländer im Raum von Tilly sind bei nur geringen Geländegewin­nen zum Stehen gebracht worden. Die eng­lische Truppenführung beabsichtigte, die Einnahme von Tilly durch einen Vorstoß nach Südosten operativ auszuwerten. Vor­läufig konnte dies . vereitelt werden. Im übrigen steht das Kampfgeschehen an der Westfront immer noch unter dem tiefen Dröhnen des „V-l-Störungsfeuers", das ner­venaufreibend ohne Unterbrechung auf d?m. Stadtgebiet von Groß-London liegt.

Die Abwehrschlacht im Osten Wird' wiederum elastisch geführt und sieht an einigen Stellen Geländeaufgabe vor. Besonders westlich und südwestlich W i - tebsk wurden, rückwärtige Stellungen eingenommen, während Nachhuten den scharf nachdringend.en Feind zurückhalten. Dennoch läßt sich zurzeit nicht erkennen, welche Form und welchen Umfang die au­genblickliche Bewegungsschlacht im Raum lobruisk — Mogilew —■ Orsrha — Wi tebsk annehmen wird. Es hat den An­schein, als ob die Sowjets vorerst nur ge­wisse örtliche Ziele und die Absicht, ver­folgen, möglichst viele deutsche Divisionen än der mittleren Ostfront zu binden.

Wie Getreide niedergemäht

Eigener Bericht

ep. Lissabon, 27. Juni. Ueber die sehr verlustreiche Landung der Nordamerikaner •s einer kleinen normannischen Bucht be­ichtet „Daily Telegraph“. Viele Löcher in in Klippen seien mit Maschinengewehren '■stückt und die bewaldeten Hügel hinter % Bucht von Granatwerfern und Flak «verpestet“ gewesen. Ais die Nordameri­

kaner herankamen, habe sie das Feuer wie Getreide riiedergemacht. 24 Stunden lang hätten sich Szenen abgespielt, an die heute niemand mehr denken wolle. Drei volle Tage habe es gedauert, ehe man die Deut­schen aus ihren Schützenlöchern treiben

konnte. „Die ganze Bucht war eine Hölle. Die Geschosse sind niedergeprasselt wie Regen." Zusätzliche Verluste seien dadurch entstanden, daß das Landefährzeug, auf das man zahlreiche Verwundete gebracht hatte, Schiffbruch erlitt.

Ein aufschlußreicher Bericht des Obersten Hauptquartiers der alliierten Expeditions­streitkräfte meldet laut Reuter: Die Luftauf­nahmen von Cherbourg zeigen, daß die Hauptkaianlagen zerstört worden sind.

Unsere Widerstandsnester hämpfen immer noch

Heftiger Abwehrkampf gegen massierte Sowieikrälte — 54 Feindflugzeuge abgeschossen

dnb. Aus dem Führerhauptquar­tier, 27. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In Cherbourg wurde den ganzen Tag über in einzelnen Stützpunkten mit größter Erbitterung gekämpft. Erst gegen Abend ge­lang es dem Gegner, der in den blutigen Straßenkämpfen schwere Verluste erlitt, sich in den Besitz eines großen Teiles der Stadt zu setzen. Einige unserer Wider­standsnester kämpfen dort immer noch mit beispielhafter Tapferkeit. Im Arsenal und fti einer Anzahl von Marine- und Luft­waffenstützpunkten halten die tapferen Be­satzungen allen feindlichen Sturmangriffen stand. Auch hier hat der Gegner schwere Verluste. Land- und Küstenbatterien der auf der Halbinsel nordwestlich Cherbourg befindlichen eigenen Kampfgruppe unter­stützen die Verteidiger der Stadt mit gut­liegendem Artilleriefeuer.

Marlnetruppen der Küstenbatterien, der Nachrichten- und Landdienststellen sowie an Land eingesetzte Schiffsbesatzungen ha­ben sich bei diesen Kämpfen um Cher­bourg unter dem Oberbefehl des Seekom­mandanten der Normandie, Konteradmiral Hennecke, und unter Führung des Ha- -fenkommandanten von Cherbourg, Fregat­tenkapitän Witt, besonders ausgezeichnet.

Die Marineküstenbatterie „York“ ver­senkte vor Cherbourg einen Leichten Kreuzer.

Im Raum von Tilly dehnte der Feind seine Angriffe auf weitere Abschnitte aus. Den ganzen Tag über hielten schwerste Infanterie- und Panzerkämpfe an. Der Feind, der durch Gegenangriffe zum Stehen ge­bracht wurde, konnte nur wenig Boden ge­winnen.

In der Orne-Mündung zwangen unsere Küstenbatterien mehrere Transpor­ter zum Abdrehen. In der letzten Zeit wur­den zahlreiche mit Fallschirm abgesetzte feindliche Sabotagetrupps im französischen Raum im Kampf niedergemacht.

Schweres „V - 1"-S t ö r u n g s f e u e r lag weiterhin auf dem Stadtgebiet von London.

In Italien setzte der Gegner seine star­ken Durchbruclisangriife fort. Trotz starker Artillerie- und Panzerunterstützung konnte er nur an einigen Stellen am äußersten Westflügel wenige Kilometer nach_Norden vordrihgen.

An der gesamten übrigen Front bis zum Trasimenischen See erzielten un­sere Truppen bei tropischer Hitze einen vollen Abwehrerfolg.

Bel -.den Kämpfen nördlich Grosseto hat sich eine Kampfgruppe unter Oberst­leutnant Ziegler besonders bewährt. Der tapfere Kommandeur fand hierbei den Heldentod.

Im Mittelabschnitt der Ostfront stehen unsere tapferen Divisionen in den Ab­

schnitten von Bobruisk, Mogilew und O r s c h a in heftigem Abwehrkampf gegen die mit massierten Kräiten angrei­fenden Sowjets. Westlich und südwestlich W i t e b s k kämpfen sie sich auf neue Stei­lungen zurück. Oestlich P o 1 o z k brachen zahlreiche von Panzern unterstützte An­griffe der Bolschewisten zusammen.

Südöstlich P 1 e s k a u beseitigten unsere Grenadiere einen Einbruch vom Vortage, und wiesen wiederholte Gegenangriffe der Bolschewisten ab.

An der finnischen Front vernichteten deutsche Schiachtflugzeuge 23 feindliche Panzer.

Schwere deutsche Kampfflugzeuge führ­ten in der vergangenen Nacht zusammen­gefaßte Angriffe gegen die Bahnhöfe B r j a n s k und K 1 i n z y , die ausgedehnte Brände und Explosionen verursachten.

Ein nordamerikanischer Bomberverband griff in den gestrigen Vormittagsstunden Außenbezirke der Stadt Wien an. Es ent­standen Gebäudeschäden . und Verluste unter der Bevölkerung. Deutsche und unga­rische Luftverteidigungski-äite vernichteten 54 feindliche Flugzeuge, darunter 46 vier­motorige Bomber.

In der vergangenen Nacht warfen ein­zelne britische Flugzeuge Bomben auf Land­gemeinden im Raum von Göttingen.

Deufsdie Waffenhilfe für Finnlands Sdiicksalshampf

Besprechungen Ribbentrops mit der finnischen Regierung - Unverbrüchliche Waffenbrüderschaft

dnb. Berlin, 27. Juni. Der •Reichsministei des Auswärtigen ■ von.Ribbentrop hat der finnischen Regierung einen Besuch ab­gestattet.

Während dieses Besuches wurden die Deutschland und Finnland interessierenden Fragen und insbesondere der von der fin­nischen Regierung vorgebrachte Wunsch nach Waffenhilfe besprochen. Die deutsche Regierung hat sich bereit erklärt, diesem Wunsche der finnischen Regierung zu entsprechen.

Die Besprechungen, die zwischen Reichs­außenminister von Ribbentrop einer­seits und dem Staatspräsidenten Ryti jnd dem finnischen Außenminister Ramsay andererseits stattfanden, waren getragen von dem Geiste der Waffenbrüder­schaft zwischen den Armeen und der Freundschaft zwischen den beiden Völkern.

Völlige Uebereinstimmung der Auffassungen der Reichsregierung und. der finnischen Regierung wurde in allen Punk­ten erzielt.

Die deufsch-finnische Solidarität erhärtet

Drahtbericht iftiserer Berliner Schriftleitung

dr. w. sch. Berlin, 27. Juni. Das Ergebnis der Besprechungen, die zwischen dem Reichsaußenminister und dem staatlichen Repräsentanten Finnlands geführt wurden, stellt sich als'eine erneute Bekundung des integralen Verteidigungswillens Europas vom Peloponnes bis zum Nordkap dar. Von kaum einem anderen Staate kann so wie von Finnland aus “die Notwendigkeit Erhär­tet werden, gegen die Gefahr der bolsche­wistischen Üeberflutung bis zum letzten Tropfen Blut zu kämpfen. Finnland wurde bereits im ersten Kriegswinter das Opfer eines feigen und hinterhältigen Sowjet­angriffes und mußte, solange uns noch ge-

Neue Eichenlaubträger der Luftwaffe

Zwei Ritterkreuze für die Verteidiger von Cherbourg

dnb. Berlin, 26. Juni. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Major Horst Kaubisch,

Gruppenkommandeur in einem Schlachtge- Sc hwader, als 505., Oberleutnant Hendrik Klahl, Staffelkapitän iii einem Schlachtge- arhwader, als 506., und Hauptmann Woif- Oang Schnaufer, Gruppenkömmandeur in einem Nachtjagdgeschwader, als 507. Sol­lten der deutschen Wehrmacht.

dnb. Berlin, 27. Juni. Der Führer hat ''ährend des Endkampfes um Cherbourg Jem Seekommandanten der Normandie, Konteradmiral Walter Hennecke, und J e m Chef der Marineküstenbatterie „Ham- “ Ur g“, Oberleutnant d. R. Rudi G e I b h a a r , das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ver­liehen.

, dnb. Berlin, 26. Juni. Der Führer ver- das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalmajor Junck, Kommandieren­der General eines Jagdkorps; Oberstleutnant udvvig Bulla, Kommand. eines Flak-Regts.

Major Dahlmann, Gruppenkom- !"andeur in einem Schneilkampfgeschwacler; eulnant Siegfried Lamke, Staffelkapitän n einem Jagdgeschwader. Ferner an Kor- 'T'lenkapitän d. R. Kurt Loewer, Chef ^’or Vorpostenflolttlle.

Generalleutnant Friedrich F a n g o h r, Chef des Generalstabes einer Panzer-Armee, Hauptmann Walter Lan’gert, Bataillons­kommandeur in einem rheinisch-moselläridi- schen Grenadier-Regiment, Unteroffizier Karl Kleiberger, Gruppenführer in einem bayrischen Grenadier-Regiment.

Nach dem Heldentode erhielt das Ritter­kreuz Leutnant Friedrich Grammel.

An der Ostfront fiel der mit dem Ritter­kreuz ausgezeichnete Leutnant Herbert F ri e b e 1, Flugzeugführer in einem Jagd­geschwader. Als Flugzeugführer in einem Zerstörergeschwader starb dernnt dem Rit­terkreuz ausgezeichnete Oberfeldwebel Wolf­gang Martin den Heldentod.

Obergebietsführer Heinz-Hugo John gefallen

Berlin, 27. Juni. Als Vorbild seiner

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jungen kriegsfreiwilligen Soldaten fiel im

Kampfe der ff-Panzer-Division gend“ Obergebietsführer Hetnz-Hueo J o h n als Obersturmführer der- Waften-ß an d Invasionsfront. , j; e

Mit Obergebietsführer John verliert die Alte Garde des Führers einen ihrer Besten. Die deutsche Jugend aber eine Fuhrerper- sönlichkeit .die mit dem Aufbau und de Leistungen der Hitler-Jugend aufs engste verbunden ist.

geniiber dem Osten die Hände gebunden wa-ren, auf Kosten der Freiheit wertvollsten Landes und Volksteile unerträgliche Frie- densbedingungen annehmen, die der Krem! ganz offensichtlich nur als Ausgangsbasis für , die vollkommene Unterjochung und Bolschewisierung Finnlands betrachtete. Das Schicksal, das die baltischen Völker erlebten, mußte den Finnen jeden Zweifel nach dieser Richtung hin nehmen. Darum ergriffen sie, als die große Wende im Som­mer 1941 eintrat, sofort die Gelegenheit, um noch einmal für die Wiederherstellung der Grundlagen ihrer Freiheit und Unab­hängigkeit zu kämpfen.

Die Kriegsanstrengungen über eine so lange Zeit haben zweifellos die. Kräfte des finnischen Volkes bis nahe an die Grenze des biologisch Möglichen in Anspruch ge­nommen, und so konnte es dahin kommen, zumal ein verstärkter Druck von außen her hinzutrat, daß im Frühjahr dieses Jah­res einige politische Kreise in Finnland wenigstens auf die Klärung der Frage drängten, ob nicht doch mit den Sowjets irgendein mödus vivendi gefunden werden könnte. In irgendeinem Sinne hat es wohl nicht geschadet, daß diese Frage noch ein­mal angeschnitten wurde, denn das Ergeb­nis der damals geführten Besprechungen •mußte ganz eindeutig, und zwar nicht nur für Finnland, sondern für alle europäischen Völker, in der Erkenntnis gipfeln, daß es die Sowjets darauf anlegen -wollten, mit den Mitteln des gemeinsten Betruges ihre Opfer in eine Falie zu locken.

Der Führer hat diese Methode im März dieses Jahres gegenüber einem schwedi­schen Zeitungsvertreter mit aller Schärfe unS Klarheit charakterisiert. Er bezeichnete es als das'Ziel des sowjetischen „Friedens­angebotes“ an Finnland, das Land „in eine Situation zu bringen, in der. ein weiterer Widerstnd unmöglich wäre, um dann das am finnischen Volk zn vollziehen, was Mo- lotow schon seinerzeit in Berlin gefordert hat. Es handelt sich hier nur darum," so sagte der Führer weiter, „dem Opfer die Schlinge um den Hals zu legen, um sie dann zu gegebener Zeit zuziehen zu können. An der endgültigen Absicht des Bolschewismus kann niemand zweifeln, sie heißt Ausrottung der nichtrussisch-boische»wisfischen Völker in Europa und in diesetn Fall vor allem

Ausrottung der Finnen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat man, wie unsere Gegner offen zugeben, den Nervenkrieg gegen Finnland entfesselt."

Im' Verlauf der Verhandlungen haben da­mals schon die Finnen die absolute Be­rechtigung dieser Feststellung des Führers erkannt. Es ist immer die gleiche Methode: erst feierliche Zusicherung der Unabhängig­keit, dann die Forderung nach militärischen Stützpunkten, anschließend die Besetzung und schließlich Vernichtung der Intelligenz, Verschleppung großer Teile der Bevölke­rung und radikale Bolschewisierung. Es. ist geradezu ein wesentlicher Trick der So­wjetischen Kriegführung, der darauf abzielt, das Risiko einer längeren Kriegführung mit politischen Mitteln - einzuschränken.

Es war vorauszusehen, daß die Sowjets mit Verstärkung des militärischen Druckes auf Finnland reagieren würden, nachdem dieses nicht auf den Sowjettrick herein­gefallen war. Die bolschewistische Offen­sive gegen Finnland schpf fiir unseren Waf­fengefährten im Norden eine recht ernste Lage, aus der heraus der Wunsch nach 'Waffenhilfe durch Deutschland laut wurde. Daß Deulschland einen 'Waffen­gefährten in einer ernsten Lage nicht im Stich läßt, wenn es sich um den gemein­samen Kampf um die Zukunft Europas han­delt und wenn dieser Kampf auf der Grund­lage der Erkenntnis der gemeinsamen Ge­fahr geführt wird, ist eine Selbstverständ­lichkeit, die durch den Wortlaut des Kom­muniques über die deutsch-finnischen Ver­handlungen erneut erhärtet wird. Allen Spe­kulationen im Feindlager wird so noch ein­mal die Tatsache der unverbrüch­lichen Solidarität zwischen Deutschland und Finnland gegen­übergestellt. Das gleiche hat sich bereits im •'Hinblick auf Rumänien, Bulgarien und U n gern erwiesen. Auch diesen Län­dern gegenüber haben die Sowjets den Ver­such gemacht, mit allen Mitteln des Nerven­krieges, mit Verlockungen und Drohungen, den Austritt aus dem Kriege.zu erzwingen. Sie sind überall gescheitert, weil sich nach allen Erfahrungen heute kein europäisches Volk mehr der Erkenntnis dessen entziehen kann, was Moskau tatsächlich gegenüber Europa im Schilde führt.

Große Verluste der Sowjets an der finnischen Front

dnb. Helsinki, 27. Juni. Im finnischen Wehrmachtsbericht vom 27.. Juni heißt es: Auf der Karelischen Landenge setzte der Feind seine von Panzerkräften geführten Angriffe nördlich von Tali fort, wobei es ihm gelang, an einer Stelle in unsere Stel­lungen einzudrinqen. Eigene Bombenflug­zeuge und deutsche Sturzkampf- und Jagd­bomber unternahmen zahlreiche Angriffe gegen feindliche Panzer- und Truppenan- sammlungen. Die Sturzbomber vernichteten 43 Panzer Finnische und deutsche Jagdflug­zeuge sowie die Luftabwehr schossen drei l.eobachtungshallons und zusammen 39 .'oindliche Flugzeuge ab.

Badekabinen an der italienischen Riviera

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müssen den Kriegserfordernissen weichen und werden ntedergelegt, damit Infanterie und Ar­tillerie freies Schußfeld haben

PK-Kriegsberichter Meis (Atl-Sch)

(fudmda fadeit Ikdittk-Hwdüw*

Von

Frank H. Schmolck

Für die Art, wie England Kolonien er­warb und wie die USA. nun über solche bri­tischen Territorien verfügen, ist der Fall Britisch-Honduras ein Musterbei­spiel.

Zur Zeit, als Mittelamerika noch spanische Kolonie war, setzten sich britische Freibeu­ter und Holzfäller an dem zum General- kapitanat Guatemala gehörigen Küstenstrich nördlich der Bucht von Amatique fest, einem Teil 'der Provinz Peten. Die spani­schen Behörden trachteten vergeblich,, sie von dort zu vertreiben, was aber nicht ge­lang. Im Vertrag von Versailles 1786 wurde dann dieser Fall bereinigt, indem die spa­nische Krone den britischen Untertanen, die sich dort festgesetzt hatten, das Recht ein­räumte, dort Holz zu schlagen und auszu­führen. Der Anfang dieser britischen Ko­lonie war also eine Konzession, in den Wäl­dern des Peten an der Küste Edelhölzer aus­zubeuten. Diese Konzession wurde mit der Unabhängigkeitserklärung Guatemalas von Spanien 1821 hinfällig, und die Briten hätten das Land räumen oder sich mit der neu gegründeten Republik Guatemala verständi­gen müssen. Sie blieben jedoch da und drangen weiter ins Innere vor. AIS die englische Regierung in dem Hafenort Be­lize britische Beamte einsetzte, versuchte die Regierung von Guatemala, die Briten hinauszuwerfen, und es kam zu Kämpfen, die aber ergebnislos verliefen, weil sie in­folge der inneren Parteistreitigkeiten in Gua­temala nur lahm geführt und bald wieder abgebrochen wurden. Die Erklärung Belizes zur britischen Kronkolonie unter dem Na­men Britisch-Honduras — der beweist, wie man in London die Verhältnisse verdrehte, denn Belize hat niemals zu Honduras gehört . — und die Ernennung eines britischen Gou­verneurs brachten schließlich die Regierung Carrera von Guatemala auf die Beine, die aber auf den entlegenen Landesteil wenig Wert legte •- und ihn an England ver­schacherte, Als Ergebnis der Verhandlun­gen wurde am 30. April 1859 vom Außen­minister von Guatemala und dem britischen Gesandten ein Abkommen unterzeichnet, welches das von den Briten bis dahin be­setzte Gebiet England überließ unter der Bedingung, daß England als Gegenleistung eine Landstraße oder eine Eisenbahn von der atlantischen Küste bis zur Hauptstadt Guatemala baue. Da die Grenze des Gebiets nicht genau festgelegt war und die Briten schnell weiter in den Peten vordrangen, wurde Carrera bald erneut in London vor­stellig. 1863 wurde ein Abkommen unter­zeichnet, das die Festlegung der Grenze einem zu ernennenden Schiedsgericht über-' wies. Dieses Abkommen wurde abei nach­her von keiner Seite ratifiziert.

Mit der Teilnahme Guatemalas am Welt­krieg und dem Eintritt Guatemalas in den Völkerbund wurde von der regierungsseitig inspirierten Presse Guatemalas die Forde­rung erhoben. England solle als Lohn fiir. den Beistand Guatemalas das Gebiet zu­rückgeben. Inzwischen jedoch hatte in den Urwäldern Belizes und des Petens die Aus­beutung von Chicle, dem Grundstoff für Kaugpmmi, begonnen, und die Briten,in Be­lize wußten den Zustand der schwebenden Grenze auszunutzen. Große Mengen Edel­holz und Chicle flössen ohne Bezahlung der ;Ausfuhrzölle aus Guatemala durch Britisch- Honduras ab. Als die Regierung von Gua­temala ihre Grenzkontrolle verschärfte, kam es häufig zu Scharmützeln zwischen ihren. Grenzwachen und Chicle- und Holzschmugg­lern, wobei dann glücklich auch der für die Schaffung eines Zwischenfalles notwen­dige britische Untertan umkam.

Die Regierung Ubico in Guatemala drang seit 1933 auf eine genaue Grenzziehung und Vermessung des strittigen Grenzgebietes zwischen Guatemala und Britisch-Honduras. Am 17. August 1937 endlich bequemte sich