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Parteiamtliche Tageszeitung
Paa Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hcmsesfadi Bremen
Nr. 176 • 14. Jahrgang
Geschäftsstellen’.
kremen: Beeren B'B Rut 2 18 31; Naehtrul und sonntags 2 47 45; ObernstraBe 86. Rut 2 18 31; Syke: Müblendamm 2: Br.-Hemelingen: Bahn- hotstraBe 6, Ecke PoststraBe. Rut 4 34 58: Br.- Vegesack: Rohrstr. 24, Rut 4 n. 8; Br.-Biumen- thal, Kapt.-Dallmann-Str, 41/43, Rut H I. BB
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblaü des Reichsstatthaliers in Oldenburg und Bremen
Mittwoch, 28. Juni 1944
Einzelpreis 15 Rpt.
Erbitterte Stiittpunhtkämpfe in und um Cherbourg
Das Heldenlied der deutschen Soldatentugenden - Elastische Verteidigung im Osten
Drahtbericht unseres Vertreters id. Berlin, 27. Juni. Unter blutigen Stra- Benkämpfen konnten die Amerikaner den größten Teil der Stadt Cherbourg und wahrscheinlich auch das Hafengebiet in Besitz nehmen. Im Halen bot sich ihnen jedoch ein Bild völliger Zerstörung. Alle nur irgendwie verwendbaren Anlagen sind so nachhaltig gesprengt worden, daß .eine teutzbarkeit des Hafens für die nächsten Tage ausgeschlossen erscheint. Außerdem niissen sich die Eindringlinge auch noch mit den Stützpunktbesatzurigen auseinandersetzen, die mit erbitterter Zähigkeit immer noch weiter kämpfen. Hierbei erleidet der, Feind schwerste Verluste, die besonders hoch bei den angreifenden Infanterie- yerbänden sind.
Innerhalb der Stadt und in ihren Außenbezirken sowie am Nordost- und Nordwestrand der Cotentin-Halbinsel stand somit am Montagabend immer noch eine ganze Reihe von Stützpunkten des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe im Kampf. ,
Um die einzelnen Stützpunkte niederzukämpfen, muß der Feind umfangreiche Vorbereitungen treffen, die jedoch durch das Artillerie teuer der in die Stadt hineinschießenden Küstenbatterien dauernd gestört werden. Wir erleben also hier das Beispiel eines Endkampfes, wie es den besten deutschen Soldatentugenden entspricht. Diese in Cherbourg eingeschlossene, mit höchster Selbstaufopferung kämpfende Besatzung, die sich aus allen Teilen der deutschen Wehrmacht zusammensetzt, erteilt damit dem Feind eine Lektion, die er nicht so leicht vergesen wird. So wie die Männer von Cherbourg kämpft die gesamte deutsche Wehrmacht, und die Amerikaner erhalten hier einen Vorgeschmack von dem, was sie bei den weiteren Kämp- ■Sen erwartet.
Die Angriffe der Engländer im Raum von Tilly sind bei nur geringen Geländegewinnen zum Stehen gebracht worden. Die englische Truppenführung beabsichtigte, die Einnahme von Tilly durch einen Vorstoß nach Südosten operativ auszuwerten. Vorläufig konnte dies . vereitelt werden. Im übrigen steht das Kampfgeschehen an der Westfront immer noch unter dem tiefen Dröhnen des „V-l-Störungsfeuers", das nervenaufreibend ohne Unterbrechung auf d?m. Stadtgebiet von Groß-London liegt.
Die Abwehrschlacht im Osten Wird' wiederum elastisch geführt und sieht an einigen Stellen Geländeaufgabe vor. Besonders westlich und südwestlich W i - tebsk wurden, rückwärtige Stellungen eingenommen, während Nachhuten den scharf nachdringend.en Feind zurückhalten. Dennoch läßt sich zurzeit nicht erkennen, welche Form und welchen Umfang die augenblickliche Bewegungsschlacht im Raum lobruisk — Mogilew —■ Orsrha — Wi tebsk annehmen wird. Es hat den Anschein, als ob die Sowjets vorerst nur gewisse örtliche Ziele und die Absicht, verfolgen, möglichst viele deutsche Divisionen än der mittleren Ostfront zu binden.
Wie Getreide niedergemäht
Eigener Bericht
ep. Lissabon, 27. Juni. Ueber die sehr verlustreiche Landung der Nordamerikaner •s einer kleinen normannischen Bucht beichtet „Daily Telegraph“. Viele Löcher in in Klippen seien mit Maschinengewehren '■stückt und die bewaldeten Hügel hinter % Bucht von Granatwerfern und Flak «verpestet“ gewesen. Ais die Nordameri
kaner herankamen, habe sie das Feuer wie Getreide riiedergemacht. 24 Stunden lang hätten sich Szenen abgespielt, an die heute niemand mehr denken wolle. Drei volle Tage habe es gedauert, ehe man die Deutschen aus ihren Schützenlöchern treiben
konnte. „Die ganze Bucht war eine Hölle. Die Geschosse sind niedergeprasselt wie Regen." Zusätzliche Verluste seien dadurch entstanden, daß das Landefährzeug, auf das man zahlreiche Verwundete gebracht hatte, Schiffbruch erlitt.
Ein aufschlußreicher Bericht des Obersten Hauptquartiers der alliierten Expeditionsstreitkräfte meldet laut Reuter: Die Luftaufnahmen von Cherbourg zeigen, daß die Hauptkaianlagen zerstört worden sind.
Unsere Widerstandsnester hämpfen immer noch
Heftiger Abwehrkampf gegen massierte Sowieikrälte — 54 Feindflugzeuge abgeschossen
dnb. Aus dem Führerhauptquartier, 27. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
In Cherbourg wurde den ganzen Tag über in einzelnen Stützpunkten mit größter Erbitterung gekämpft. Erst gegen Abend gelang es dem Gegner, der in den blutigen Straßenkämpfen schwere Verluste erlitt, sich in den Besitz eines großen Teiles der Stadt zu setzen. Einige unserer Widerstandsnester kämpfen dort immer noch mit beispielhafter Tapferkeit. Im Arsenal und fti einer Anzahl von Marine- und Luftwaffenstützpunkten halten die tapferen Besatzungen allen feindlichen Sturmangriffen stand. Auch hier hat der Gegner schwere Verluste. Land- und Küstenbatterien der auf der Halbinsel nordwestlich Cherbourg befindlichen eigenen Kampfgruppe unterstützen die Verteidiger der Stadt mit gutliegendem Artilleriefeuer.
Marlnetruppen der Küstenbatterien, der Nachrichten- und Landdienststellen sowie an Land eingesetzte Schiffsbesatzungen haben sich bei diesen Kämpfen um Cherbourg unter dem Oberbefehl des Seekommandanten der Normandie, Konteradmiral Hennecke, und unter Führung des Ha- -fenkommandanten von Cherbourg, Fregattenkapitän Witt, besonders ausgezeichnet.
Die Marineküstenbatterie „York“ versenkte vor Cherbourg einen Leichten Kreuzer.
Im Raum von Tilly dehnte der Feind seine Angriffe auf weitere Abschnitte aus. Den ganzen Tag über hielten schwerste Infanterie- und Panzerkämpfe an. Der Feind, der durch Gegenangriffe zum Stehen gebracht wurde, konnte nur wenig Boden gewinnen.
In der Orne-Mündung zwangen unsere Küstenbatterien mehrere Transporter zum Abdrehen. In der letzten Zeit wurden zahlreiche mit Fallschirm abgesetzte feindliche Sabotagetrupps im französischen Raum im Kampf niedergemacht.
Schweres „V - 1"-S t ö r u n g s f e u e r lag weiterhin auf dem Stadtgebiet von London.
In Italien setzte der Gegner seine starken Durchbruclisangriife fort. Trotz starker Artillerie- und Panzerunterstützung konnte er nur an einigen Stellen am äußersten Westflügel wenige Kilometer nach_Norden vordrihgen.
An der gesamten übrigen Front bis zum Trasimenischen See erzielten unsere Truppen bei tropischer Hitze einen vollen Abwehrerfolg.
Bel -.den Kämpfen nördlich Grosseto hat sich eine Kampfgruppe unter Oberstleutnant Ziegler besonders bewährt. Der tapfere Kommandeur fand hierbei den Heldentod.
Im Mittelabschnitt der Ostfront stehen unsere tapferen Divisionen in den Ab
schnitten von Bobruisk, Mogilew und O r s c h a in heftigem Abwehrkampf gegen die mit massierten Kräiten angreifenden Sowjets. Westlich und südwestlich W i t e b s k kämpfen sie sich auf neue Steilungen zurück. Oestlich P o 1 o z k brachen zahlreiche von Panzern unterstützte Angriffe der Bolschewisten zusammen.
Südöstlich P 1 e s k a u beseitigten unsere Grenadiere einen Einbruch vom Vortage, und wiesen wiederholte Gegenangriffe der Bolschewisten ab.
An der finnischen Front vernichteten deutsche Schiachtflugzeuge 23 feindliche Panzer.
Schwere deutsche Kampfflugzeuge führten in der vergangenen Nacht zusammengefaßte Angriffe gegen die Bahnhöfe B r j a n s k und K 1 i n z y , die ausgedehnte Brände und Explosionen verursachten.
Ein nordamerikanischer Bomberverband griff in den gestrigen Vormittagsstunden Außenbezirke der Stadt Wien an. Es entstanden Gebäudeschäden . und Verluste unter der Bevölkerung. Deutsche und ungarische Luftverteidigungski-äite vernichteten 54 feindliche Flugzeuge, darunter 46 viermotorige Bomber.
In der vergangenen Nacht warfen einzelne britische Flugzeuge Bomben auf Landgemeinden im Raum von Göttingen.
Deufsdie Waffenhilfe für Finnlands Sdiicksalshampf
Besprechungen Ribbentrops mit der finnischen Regierung - Unverbrüchliche Waffenbrüderschaft
dnb. Berlin, 27. Juni. Der •Reichsministei des Auswärtigen ■ von.Ribbentrop hat der finnischen Regierung einen Besuch abgestattet.
Während dieses Besuches wurden die Deutschland und Finnland interessierenden Fragen und insbesondere der von der finnischen Regierung vorgebrachte Wunsch nach Waffenhilfe besprochen. Die deutsche Regierung hat sich bereit erklärt, diesem Wunsche der finnischen Regierung zu entsprechen.
Die Besprechungen, die zwischen Reichsaußenminister von Ribbentrop einerseits und dem Staatspräsidenten Ryti jnd dem finnischen Außenminister Ramsay andererseits stattfanden, waren getragen von dem Geiste der Waffenbrüderschaft zwischen den Armeen und der Freundschaft zwischen den beiden Völkern.
Völlige Uebereinstimmung der Auffassungen der Reichsregierung und. der finnischen Regierung wurde in allen Punkten erzielt.
Die deufsch-finnische Solidarität erhärtet
Drahtbericht iftiserer Berliner Schriftleitung
dr. w. sch. Berlin, 27. Juni. Das Ergebnis der Besprechungen, die zwischen dem Reichsaußenminister und dem staatlichen Repräsentanten Finnlands geführt wurden, stellt sich als'eine erneute Bekundung des integralen Verteidigungswillens Europas vom Peloponnes bis zum Nordkap dar. Von kaum einem anderen Staate kann so wie von Finnland aus “die Notwendigkeit Erhärtet werden, gegen die Gefahr der bolschewistischen Üeberflutung bis zum letzten Tropfen Blut zu kämpfen. Finnland wurde bereits im ersten Kriegswinter das Opfer eines feigen und hinterhältigen Sowjetangriffes und mußte, solange uns noch ge-
Neue Eichenlaubträger der Luftwaffe
Zwei Ritterkreuze für die Verteidiger von Cherbourg
dnb. Berlin, 26. Juni. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Major Horst Kaubisch,
Gruppenkommandeur in einem Schlachtge- Sc hwader, als 505., Oberleutnant Hendrik Klahl, Staffelkapitän iii einem Schlachtge- arhwader, als 506., und Hauptmann Woif- Oang Schnaufer, Gruppenkömmandeur in einem Nachtjagdgeschwader, als 507. Sollten der deutschen Wehrmacht.
dnb. Berlin, 27. Juni. Der Führer hat ''ährend des Endkampfes um Cherbourg Jem Seekommandanten der Normandie, Konteradmiral Walter Hennecke, und J e m Chef der Marineküstenbatterie „Ham- “ Ur g“, Oberleutnant d. R. Rudi G e I b h a a r , das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.
, dnb. Berlin, 26. Juni. Der Führer ver- das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalmajor Junck, Kommandierender General eines Jagdkorps; Oberstleutnant udvvig Bulla, Kommand. eines Flak-Regts.
Major Dahlmann, Gruppenkom- !"andeur in einem Schneilkampfgeschwacler; eulnant Siegfried Lamke, Staffelkapitän n einem Jagdgeschwader. Ferner an Kor- 'T'lenkapitän d. R. Kurt Loewer, Chef ^’or Vorpostenflolttlle.
Generalleutnant Friedrich F a n g o h r, Chef des Generalstabes einer Panzer-Armee, Hauptmann Walter Lan’gert, Bataillonskommandeur in einem rheinisch-moselläridi- schen Grenadier-Regiment, Unteroffizier Karl Kleiberger, Gruppenführer in einem bayrischen Grenadier-Regiment.
Nach dem Heldentode erhielt das Ritterkreuz Leutnant Friedrich Grammel.
An der Ostfront fiel der mit dem Ritterkreuz ausgezeichnete Leutnant Herbert F ri e b e 1, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader. Als Flugzeugführer in einem Zerstörergeschwader starb dernnt dem Ritterkreuz ausgezeichnete Oberfeldwebel Wolfgang Martin den Heldentod.
Obergebietsführer Heinz-Hugo John gefallen
Berlin, 27. Juni. Als Vorbild seiner
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„Hit)er-Ju
dnb.-
jungen kriegsfreiwilligen Soldaten fiel im
Kampfe der ff-Panzer-Division gend“ Obergebietsführer Hetnz-Hueo J o h n als Obersturmführer der- Waften-ß an d Invasionsfront. , j; e
Mit Obergebietsführer John verliert die Alte Garde des Führers einen ihrer Besten. Die deutsche Jugend aber eine Fuhrerper- sönlichkeit .die mit dem Aufbau und de Leistungen der Hitler-Jugend aufs engste verbunden ist.
geniiber dem Osten die Hände gebunden wa-ren, auf Kosten der Freiheit wertvollsten Landes und Volksteile unerträgliche Frie- densbedingungen annehmen, die der Krem! ganz offensichtlich nur als Ausgangsbasis für , die vollkommene Unterjochung und Bolschewisierung Finnlands betrachtete. Das Schicksal, das die baltischen Völker erlebten, mußte den Finnen jeden Zweifel nach dieser Richtung hin nehmen. Darum ergriffen sie, als die große Wende im Sommer 1941 eintrat, sofort die Gelegenheit, um noch einmal für die Wiederherstellung der Grundlagen ihrer Freiheit und Unabhängigkeit zu kämpfen.
Die Kriegsanstrengungen über eine so lange Zeit haben zweifellos die. Kräfte des finnischen Volkes bis nahe an die Grenze des biologisch Möglichen in Anspruch genommen, und so konnte es dahin kommen, zumal ein verstärkter Druck von außen her hinzutrat, daß im Frühjahr dieses Jahres einige politische Kreise in Finnland wenigstens auf die Klärung der Frage drängten, ob nicht doch mit den Sowjets irgendein mödus vivendi gefunden werden könnte. In irgendeinem Sinne hat es wohl nicht geschadet, daß diese Frage noch einmal angeschnitten wurde, denn das Ergebnis der damals geführten Besprechungen •mußte ganz eindeutig, und zwar nicht nur für Finnland, sondern für alle europäischen Völker, in der Erkenntnis gipfeln, daß es die Sowjets darauf anlegen -wollten, mit den Mitteln des gemeinsten Betruges ihre Opfer in eine Falie zu locken.
Der Führer hat diese Methode im März dieses Jahres gegenüber einem schwedischen Zeitungsvertreter mit aller Schärfe unS Klarheit charakterisiert. Er bezeichnete es als das'Ziel des sowjetischen „Friedensangebotes“ an Finnland, das Land „in eine Situation zu bringen, in der. ein weiterer Widerstnd unmöglich wäre, um dann das am finnischen Volk zn vollziehen, was Mo- lotow schon seinerzeit in Berlin gefordert hat. Es handelt sich hier nur darum," so sagte der Führer weiter, „dem Opfer die Schlinge um den Hals zu legen, um sie dann zu gegebener Zeit zuziehen zu können. An der endgültigen Absicht des Bolschewismus kann niemand zweifeln, sie heißt Ausrottung der nichtrussisch-boische»wisfischen Völker in Europa und in diesetn Fall vor allem
Ausrottung der Finnen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat man, wie unsere Gegner offen zugeben, den Nervenkrieg gegen Finnland entfesselt."
Im' Verlauf der Verhandlungen haben damals schon die Finnen die absolute Berechtigung dieser Feststellung des Führers erkannt. Es ist immer die gleiche Methode: erst feierliche Zusicherung der Unabhängigkeit, dann die Forderung nach militärischen Stützpunkten, anschließend die Besetzung und schließlich Vernichtung der Intelligenz, Verschleppung großer Teile der Bevölkerung und radikale Bolschewisierung. Es. ist geradezu ein wesentlicher Trick der Sowjetischen Kriegführung, der darauf abzielt, das Risiko einer längeren Kriegführung mit politischen Mitteln - einzuschränken.
Es war vorauszusehen, daß die Sowjets mit Verstärkung des militärischen Druckes auf Finnland reagieren würden, nachdem dieses nicht auf den Sowjettrick hereingefallen war. Die bolschewistische Offensive gegen Finnland schpf fiir unseren Waffengefährten im Norden eine recht ernste Lage, aus der heraus der Wunsch nach 'Waffenhilfe durch Deutschland laut wurde. Daß Deulschland einen 'Waffengefährten in einer ernsten Lage nicht im Stich läßt, wenn es sich um den gemeinsamen Kampf um die Zukunft Europas handelt und wenn dieser Kampf auf der Grundlage der Erkenntnis der gemeinsamen Gefahr geführt wird, ist eine Selbstverständlichkeit, die durch den Wortlaut des Kommuniques über die deutsch-finnischen Verhandlungen erneut erhärtet wird. Allen Spekulationen im Feindlager wird so noch einmal die Tatsache der unverbrüchlichen Solidarität zwischen Deutschland und Finnland gegenübergestellt. Das gleiche hat sich bereits im •'Hinblick auf Rumänien, Bulgarien und U n gern erwiesen. Auch diesen Ländern gegenüber haben die Sowjets den Versuch gemacht, mit allen Mitteln des Nervenkrieges, mit Verlockungen und Drohungen, den Austritt aus dem Kriege.zu erzwingen. Sie sind überall gescheitert, weil sich nach allen Erfahrungen heute kein europäisches Volk mehr der Erkenntnis dessen entziehen kann, was Moskau tatsächlich gegenüber Europa im Schilde führt.
Große Verluste der Sowjets an der finnischen Front
dnb. Helsinki, 27. Juni. Im finnischen Wehrmachtsbericht vom 27.. Juni heißt es: Auf der Karelischen Landenge setzte der Feind seine von Panzerkräften geführten Angriffe nördlich von Tali fort, wobei es ihm gelang, an einer Stelle in unsere Stellungen einzudrinqen. Eigene Bombenflugzeuge und deutsche Sturzkampf- und Jagdbomber unternahmen zahlreiche Angriffe gegen feindliche Panzer- und Truppenan- sammlungen. Die Sturzbomber vernichteten 43 Panzer Finnische und deutsche Jagdflugzeuge sowie die Luftabwehr schossen drei l.eobachtungshallons und zusammen 39 .'oindliche Flugzeuge ab.
Badekabinen an der italienischen Riviera
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müssen den Kriegserfordernissen weichen und werden ntedergelegt, damit Infanterie und Artillerie freies Schußfeld haben
PK-Kriegsberichter Meis (Atl-Sch)
(fudmda fadeit Ikdittk-Hwdüw*
Von
Frank H. Schmolck
Für die Art, wie England Kolonien erwarb und wie die USA. nun über solche britischen Territorien verfügen, ist der Fall Britisch-Honduras ein Musterbeispiel.
Zur Zeit, als Mittelamerika noch spanische Kolonie war, setzten sich britische Freibeuter und Holzfäller an dem zum General- kapitanat Guatemala gehörigen Küstenstrich nördlich der Bucht von Amatique fest, einem Teil 'der Provinz Peten. Die spanischen Behörden trachteten vergeblich,, sie von dort zu vertreiben, was aber nicht gelang. Im Vertrag von Versailles 1786 wurde dann dieser Fall bereinigt, indem die spanische Krone den britischen Untertanen, die sich dort festgesetzt hatten, das Recht einräumte, dort Holz zu schlagen und auszuführen. Der Anfang dieser britischen Kolonie war also eine Konzession, in den Wäldern des Peten an der Küste Edelhölzer auszubeuten. Diese Konzession wurde mit der Unabhängigkeitserklärung Guatemalas von Spanien 1821 hinfällig, und die Briten hätten das Land räumen oder sich mit der neu gegründeten Republik Guatemala verständigen müssen. Sie blieben jedoch da und drangen weiter ins Innere vor. AIS die englische Regierung in dem Hafenort Belize britische Beamte einsetzte, versuchte die Regierung von Guatemala, die Briten hinauszuwerfen, und es kam zu Kämpfen, die aber ergebnislos verliefen, weil sie infolge der inneren Parteistreitigkeiten in Guatemala nur lahm geführt und bald wieder abgebrochen wurden. Die Erklärung Belizes zur britischen Kronkolonie unter dem Namen Britisch-Honduras — der beweist, wie man in London die Verhältnisse verdrehte, denn Belize hat niemals zu Honduras gehört . — und die Ernennung eines britischen Gouverneurs brachten schließlich die Regierung Carrera von Guatemala auf die Beine, die aber auf den entlegenen Landesteil wenig Wert legte •- und ihn an England verschacherte, Als Ergebnis der Verhandlungen wurde am 30. April 1859 vom Außenminister von Guatemala und dem britischen Gesandten ein Abkommen unterzeichnet, welches das von den Briten bis dahin besetzte Gebiet England überließ unter der Bedingung, daß England als Gegenleistung eine Landstraße oder eine Eisenbahn von der atlantischen Küste bis zur Hauptstadt Guatemala baue. Da die Grenze des Gebiets nicht genau festgelegt war und die Briten schnell weiter in den Peten vordrangen, wurde Carrera bald erneut in London vorstellig. 1863 wurde ein Abkommen unterzeichnet, das die Festlegung der Grenze einem zu ernennenden Schiedsgericht über-' wies. Dieses Abkommen wurde abei nachher von keiner Seite ratifiziert.
Mit der Teilnahme Guatemalas am Weltkrieg und dem Eintritt Guatemalas in den Völkerbund wurde von der regierungsseitig inspirierten Presse Guatemalas die Forderung erhoben. England solle als Lohn fiir. den Beistand Guatemalas das Gebiet zurückgeben. Inzwischen jedoch hatte in den Urwäldern Belizes und des Petens die Ausbeutung von Chicle, dem Grundstoff für Kaugpmmi, begonnen, und die Briten,in Belize wußten den Zustand der schwebenden Grenze auszunutzen. Große Mengen Edelholz und Chicle flössen ohne Bezahlung der ;Ausfuhrzölle aus Guatemala durch Britisch- Honduras ab. Als die Regierung von Guatemala ihre Grenzkontrolle verschärfte, kam es häufig zu Scharmützeln zwischen ihren. Grenzwachen und Chicle- und Holzschmugglern, wobei dann glücklich auch der für die Schaffung eines Zwischenfalles notwendige britische Untertan umkam.
Die Regierung Ubico in Guatemala drang seit 1933 auf eine genaue Grenzziehung und Vermessung des strittigen Grenzgebietes zwischen Guatemala und Britisch-Honduras. Am 17. August 1937 endlich bequemte sich