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Parteiamtliche Tageszeitung
Das Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthalters in Oldenburg und Bremen
Nr. 175 • 14. Jahrgang
Dienstag, 27. Juni 1944
Einzelpreis 15 Rpt.
Vl-Explolion gleicht dem Ausbruch eines Vulkans
Neue Berichte aus London — Nutzlose Flaksperren — Dauerfeuer zehrt an den englischen Nerven
Von unserem Vertreter
hwc. Stockholm, 26. Juni. Die Engländer neiden Flaksperrfeuer gegen einen neuen Strom von „V r'-Sprengkörpern, der während der Tagesstunden des Montag über Südengland hereinbrach. Das Sperrfeuer ist ein, Rückgriff auf eine Abwehrtaktik, die angeblich bereits im wesentlichen aufgegeben war zugunsten des „bequemen" Einsatzes von'Jagdfliegern. Außerdem seien noch weiterhin die Massenangriffe auf die mutmaßlichen „Robotbasen" in Nordfrankreich im Gange, bei denen die Engländer trotz aller Schwierigkeiten — sie geben zu, es handle sich um die „am schwersten zu treffenden Ziele der Welt" — Erfolge gehabt haben wollen. Allerdings kritisieren einige Sachverständige, wie Generalleutnant Martin im „Daily Telegraph", bereits diese Zeit- und Kraftverschwendung, da man die Energie besser für direkte militärische Operationen verwenden sollte.
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Auf einmal werden auch treue Tages- beschieBungen zugegeben. Hinzükom- men einige neue Augenzeugenberichte, aus denen ebenfalls die Wirksamkeit der deutschen Beschießung hervorgeht. Der Londoner Vertreter des Stockholmer „Afton- bladet" sagt, durch das deutsche Störungsfeuer habe die Invasion für England noch tieferen Grund erhalten. Die patriotische Stimmung des „Tages D" sei dadurch verlängert worden. „Aber dergleichen verhindert nicht das persönliche Unbehagen, besonders wenn ein pilotenloses Flugzeug gegen einen selbst durch die Luft gesaust kommt und plötzlich mit einer gewaltigen Explosion zu Boden fällt. Unbestreitbar bringen die „Dynamit-Meteore" einen Tropfen Wermut in den Freudenbecher der Invasion." Es handelt sich wohlgemerkt um die . Ausdrucksweise eines für die -Engländer ganz besonders wohlwollenden „Neutralen". Die englischen Soldaten im uritokenkopr' sind vielleicht dicht ganz so überzeugt davon, daß die Invasion, abgesehen von „V 1", ein reiner Freudenbecher wäre.
Der „Aftonbladet“-Vertreter zitiert folgendes Urteil eines hochstehenden Engländers: Es sei nicht seine Absicht die neue Waffe zu bagatellisieren — wie vorsichtig am 10. Tage ihrer Anwendung —, während alle gut- meinenden neutrdlen Journalisten sie zunächst als belanglos erklärt hatten. „Wir wollen nicht einmal behaupten, daß man ihrer überhaupt Herr werden könnte, außer vielleicht durch Eroberung’ der Startplätze".
Der neutrale Beobachter fügt ein paar persönliche Bemerkungen über seine letzten Eindrücke hinzu, die selbst das, was die englischen offiziösen Aeußerungen allenfalls zugeben, noch psychologisch unterstreichen. Niemand wolle gerade in der jetzigen Phase des Krieges durch die „blinden, aber beflügelten Bomben" sterben. „Wie viele sind lange Jahre hindurch den Unbilden des Krieges ausgesetzt gewesen, haben vielleicht Angehörige, Haus und Habe verloren, nnd plötzlich kommen neue Gefahren hinzu. Glücklich überstandene Gefahren und Leiden schmeicheln unsere Eitelkeit, und wir denken daran mit stolzer Zufriedenheit zurück, aber sie verlieren sofort ihren Reiz bei Wiederholung".
Geteilte Meinungen herrschen darüber, was beser zu ertragen wäre, die alten oder die neuen Bombardements. „Für. jeden Menschen mit schwachen Nerven sind vielleicht die Robot-Flugzeuge am übelsten, weil sie keinen Piloten, also Menschenwillen haben ®d die ganze materielle Grausamkeit und planlose Unberechenbarkeit des blinden Zu- •Sls besitzen". Der schwedische Korrespondent zitiert einen Freund, mit dem er beriet, ’fo man Mittag essen sollte: „Wir können ba genau so gut in die Luft gesprengt wer- den wie anderswo," lautete die Antwort.
Zusammenfassend erklärt der Londoner Vertreter des schwedischen Blattes den ganzen heutigen englischen Fatalismus in den beiden Sätzen: „Man 'spottet weniger •iher die neuen Bomben als früher über die
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Ehrung für Männer der Rüstung tlnb. Berlin, 26. Juni. Der Führer verlieh auf Vorschlag des Reichsmarschalls des Großdeutschen Reiches, Hermann Göring, und des Reichsministers für Rtt- stung und Kriegsproduktion, Albert Speer, das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes ftit Schwertern an Generaldirektor Karl
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Neue Ritterkreuzträger dnb. Berlin, 26. Juni. Der Führer ver- I’ e h das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes I an: Hauptmann d. R. Hans Gewehr, Adju-
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—• in einem rheinisch-moselländischen Gre- aadier-Regiment; Oberleutnant d. R. Stefan r ■ 11 r i c h , Batteriechef in einem Strau-
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Der Führer verlieh das Ritterkreuz des eisernen Kreuzes an: Hauptmann d. R. Paul ” i c k e 1, Bataillonsführer in einem Gre- Oadier-Regiment; Oberfeldwebel Wilhelm c h ü 11 e n , Zugführer in einem Panzer- 3‘enatlier-Regiment.
alten. Der ganze Krieg hat praktisch seit langem sein scherzhaftes Stadium verloren.“
Wie neutrale .Reisende berichten, die soeben aus England zurückgekehrt sind, sei die Wirkung der deutschen Sprengkörper auf die zivile Bevölkerung so groß, daß man darüber kaum an die Invasion und an die Kämpfe in der Normandie denke. Diese neue Heimsuchung habe niemand für möglich gehalten. Täglich hätten sich neue Explosionen ereignet.'Eine tiefe Niedergeschlagenheit habe sich der gesamten Bevölkerung bemächtigt
Wie die neuen Waffen selbst wirken, geht aus englischen Mitteilungen hervor. Nach der „Daily Mail" ist die Explosivkraft schrecklich, ganze Häuserviertel stürzten in
sich zusammen. In London und in Süden g 1 a n d, so sagt der „Daily Telegraph“, seien umfangreiche Auiräumuugsarbeiten im Gange; die Explosion der deutschen Sprengkörper gliche dem Ausbruch eines Vulkans.
London hielt „V 1" für Bluff
dnb. Stockholm, 26. Juni. Wie überraschend den Engländern der Einsatz der „V 1“ kam, beweist ein Bericht des Londoner Korrespondenten der schwedischen Zeitung „Morgon Tidningen“, der am 15. Juni, d. h. 24 Stunden vor dem Einsatz, geschrieben wurde. Auf Grund seiner Informationen von amtlicher englischer Stelle erklärte der
schwedische Korrespondent: „Durch die
großen amerikanisch-englischen , Bomoen- angriffe auf Deutschland und die besetzten Gebiete während der letzten vier Monate vor dei Invasion wurde Deutschlands Hoffnung vernichtet, sogenannte Geheimwaffen wie führerlose Flugzeuge gegen Großbritannien einzusetzen." Der Korrespondent erklärte, es sei äußerst unwahrscheinlich, daß deutsche Vergeltungsangriffe überhaupt noch möglich seien. Den Alliierten' sei es gelungen, die Ausgangspunkte der geplanten deutschen Waffe zu vernichten. Der Korrespondent schließt mit den Worten: „Die erste Invasionswoche ist nun vorüber, aber der deutsche Gegenschlag ist ausgeblieben.“ 24 Stunden später wurde die neue deutsche Waffe eingesetzt.
Heldenhafter Widerstand derVerteidigervon Cherbourg
Hafen und kriegswichtige Anlagen gesprengt — An der Südhont des Landekopies Vorstöße abgewiesen Unverminderte heftige Abwehrschlacht im Mittelabschnitf der Ostfront
dnb. Aus dem Führerhauptquartier, 26. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die tapfere Besatzung von Cherbourg unter Führung des Generalleutnants von Schlieben zusammen mit starken Teilen der Kriegsmarine und. der Luftwaffe sieht seit gestern innerhalb der Stadt und im Hafengebiet in erbittertem Häuserkampf. Zwei Aufforderungen des Gegners, den Kampf einzustellen und die Festung zu übergeben, wurden nicht beantwortet. Der Hafen und alle kriegswichtigen Anlagen sind gesprengt. Vor • dem Gefechtsstand des Festungskommandanten und vor dem Arsenal brachen die feindlichen Angriffe im Feuer der Verteidiger zusammen.
Die unter dem Befehl des Oberleutnants der Marine-Artillerie, Gelbhaar, stehende Batterie „Hamburg“ hat, selbst unter schwerem Artilleriefeuer liegend, gestern im Raum von Cherbourg zwei feindliche Kreuzer versenkt. Außerdem wurden am vergangenen Tage vier weitere Kreuzer durch Marinebatterien schwer beschädigt. Schnellboote versenkten in der letzten Nacht einen feindlichen Zerstörer nördlich der Halbinsel Cotentin.
An der Südfront des normannischen Landekopfes brachen feindliche Vorstöße östlich der O r n e vor unseren Stellungen zusammen. Ein örtlicher Einbruch wurde tm Gegenangriff wieder beseitigt. Oestlich der Ornemündung wurde ein großer feindlicher Transporter durch ArtillerievoHtreffer beschädigt.
Im Raum von T i 11 y gelang es dem während des ganzen Tages mit starken Infante
rie- und Panzerkräften angreifenden Feind unter schwersten blutigen Verlusten, die Ruinen der Stadt zu besetzen.
Im Kampf gegen drei der besten englischen Divisionen hat sich die Panzerlehrdivision unter der Führung von Generalleutnant Bayerlein hervorragend bewährt.
Südwestlich Carentan griff der Feind nach starker Artillerievorbereitung wiederholt vergeblich an.
In der Nacht vom 24. zum 25. Juni wurden nach abschließenden Meldungen vier große feindliche Kriegsschiffe und ein Frachter durch Bombentreffer schwer beschädigt. Ein seit langem im Kampf gegen England stehendes Flieger-Korps unter Führung von Generalmajor Peltz hat sich hierbei beson- ders ausgezeichnet. -
Das Störungsfeuer gegen Südengland wurde bei Tag und Nacht fortgesetzt. /
In Italien lag der Schwerpunkt der Kämpfe auch gestern im Abschnitt von der Küste bis zum Trasimenischen See. Der Feind konnte hier nach erbitterten Kämpfen mit unseren zäh Widerstand leistenden Truppen nur wenige' Kilometer nach' Norden Boden gewinnen.
Bei einem Seegefecht im Golf von Genua in der Nacht zum 24. Juni wurden nach endgültigen Meldungen vier feindliche Schnellboote versenkt, ein fünftes in Brand geschossen;
Im mittleren Abschnitt der Ostfront dauert die Abwehrschlacht mit unverminderter Heftigkeit an. Die Sowjets wurden in den meisten Abschnitten abgewiesen. Südlich und. östlich Bobruisk konnte der Feind einige Einbrüche erzielen. Auch im
Raum östlich M o g i 1 e w gewann der feindliche Angriff nach blutigen Kämpfen nach Westen Boden.
An der Düna sind ebenfalls erbitterte Kämpfe im Gange, während östlich P o 1 o z k und südöstlich P 1 e s k a u von Panzern und Schlachtfliegern unterstützte Angriffe der Sowjets scheiterten. In diesen Kämpfen hat sich die sächsische 24. Infanterie-Division unter Führung von Generalleutnant Versock hervorragend bewährt.
Schlachtflieger unterstützten den Abwehrkampf des Heeres, vernichteten zahlreiche Panzer sowie eine große Anzahl von Fahrzeugen und fügten dem Feind schwere blutige Verluste zu.
Durch Jäger und Flakartillerie wurden 37 feindliche Flugzeuge abgeschossen.
In der Nacht griff ein starker Verband schwerer Kampffluazeuge den Bahnhof Smolensk' an. Zahlreiche Großbrände wurden beobachtet, große Mengen an Nach- schubmaferial vernichtet.
Auf dem Balkan haben unter dem Oberbefehl des Generalobersten Löbr stehende Truppen eines Gebirgskorps in dreiwöchigen schweren Kämpfen in den Bergen Südalbaniens kommunistische Bandengrupnen zerschlagen. Der Feind verlor außer 3000 Toten zahlreiche Gefangene, viele Waffen aller Art sowie große Muni- tions- und Versorgungslager.
Ein schwächerer feindlicher Bomberverband griff in der letzten Nacht das Stadtgebiet von Budapest an. Sieben Flugzeuge wurden abgeschossen.
Britische Flugzeuge warfen in der letzten Nacht Bomben im rheinisch-westfälischen Raum.
Dem Höhepunkt des Krieges entgegen
Der Kampf um den Einzafyzwang — Das Beispiel der Helden von Cherbourg
'Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
dr. w. sch. Berlin, 26. Juni. Seit einigen Tagen ist nun auch die O s t f r onu t in Bewegung geraten. Es mag dahingestellt bleiben, ob die Sowjets ihre starken Angriffe im Mittelabschnitt als den Beginn ihrer Hauptoffensive oder als Fesselungsmanöver angelegt haben. Jedenfalls stehen jetzt alle Fronten, in der Normandie, in Italien und im Osten, im Zeichen schwerster Großkämpfe, und damit eilt jetzt, wie es angekündigt und zu erwarten war, die militärische Entwicklung dieses Jahres mit Riesenschritten dem entscheidenden Höhepunkt entgegen. Darüber müssen wir uns klar sein- es wird heiß hergehen in diesem Sommer, heißer vielleicht als in irgendeinem der bisherigen Kriegsabschnitte, und wir stehen unmittelbar vor der äußersten Bewährungsprobe von Front und Heimat im Sinne jener friderizianischen Zeiten, in denen Sein oder Nichtsein Preußens und damit die Fortentwicklung der deutschen Geschichte überhaupt auf dem Spiele stand. Wir dürfen uns nicht einbilden, daß wir nach dem Einsatz der neuen Waffe „V I und in der Erwartung des Einsatzes weite- rer revolutionärer Kampfmittel aller Sor- qen enthoben wären und in unseren Anstrengungen erlahmen dürften. Nur wenn wir das letzte aus uns herausholen und ein- setzen, verdienen wir den Sieg in diesem gigantischen Ringen, der uns dann von der Vorsehung nicht versagt werden kann.
Seit einem Jahre hat sich unsere militärische Führung darauf eingerichtet, daß sich im Westen schließlich doch die entscheidendste Stelle des Krieges herausbilden würde In dieser Erwartung wurden im Osten und im Süden groß» und schmerzliche Rsumopfer gebracht. Der Beweis für die Richtigkeit dieser Annahme ist seit dem 6 Juni erbracht. Die Beweisführung bedarf zu ihrer Krönung allerdings noch des vernichtenden Gegenschlages, der damit enden muß und enden wird, daß die Invasoren zurückgetrieben werden und damit tnihtariscn und strategisch vor dem Nichts stehen, lange dieser Gegenschlag in '
düng mit den neuen Waffen V I und den folgenden, noch nicht geführt •M. bleibt « an den übrigen Fronten bei der bisherigen Einstellung. Es wäre eine unverzeihliche
Inkonsequenz, wenn wir uns in unserem Denken und Fühlen gegenüber den militärischen Ereignissen von dieser Grundauffassung abdrängen, ließen. Wir stehen im Süden und im Osten weiterhin in der Defensive, wobei es nach Lage der Dinge nicht darauf anzukommen braucht, sich an einzelne Orte und Räume zu klammern, wenn nur schließlich der Zusammenhang der Front bis zu dem Augenblick aufrechterhalten werden kann, an dem sich nach 1 der Entscheidung im Westen auch im Osten das Blatt wieder wenden wird.
Bei der Beurteilung der Entwicklung an der Ostfront in sich, also unabhängig
von den Vorgängen im Süden und im Westen, könnte die Frage gestellt werden, warum ein so erheblicher Aufwand vertan wird, um längere Zeit Räume zu verteidigen, die schließlich doch dem Gegner überlassen werden. Diese Notwendigkeit ergibt sich aus der Erwägung, daß dem Feind gegebenenfalls in Frontabschnitten, die er noch nicht für die Durchführung seiner Hauptoffensive ins Auge gefaßt hat, ein verstärkter Einsatzzwang auferlegt wird, um ihm die höchste Konzentration der Kräfte an der von ihm vorgesehenen Offensivfront zu erschweren. Diese Frage nach
(Fortsetzung auf Seite 2)
Schiffskataslrophen in der Orne-Miindung
Wahrscheinlich auch ein feindliches Schlachtschiff getrofien
Von unserem Luftwaffenkorrespondenten Georg Hinze
rd. Berlin, 26. Juni. Tag für Tag unterstützen deutsche Jäger und Jagdbomber die Kämpfe unseres Heeres -von der Luft her, und in den Nächten sind unsere Kampfund Torpedoflieger ständig mit starken Kräften über der feindlichen Landungs- und Nachschubflotte. In der Nacht zum 25. Juni traf wiederum — wie jetzt aus den nachträglich einlaufenden' Gefechtsberichten bekannt wird — ein wirkungsvoller Schlag unserer Luftwaffe einen britisch-nordamerikanischen Kriegschiffverband vor der normannischen Küste. Er kostete dem Feind vier schwere Kriegsschiffseinheiten, darunter mit großer Wahrscheinlichkeit ein Schlachtschiff.
Kurz vor Mitternacht hatte ein Kampffliegerverband eine Ansammlung feindlicher Kriegsschiffe im Raum der Ome-Mün- düng aufgespürt. Während vorausfliegende Maschinen ihre Leuchtbomben absetzten und die nachfolgenden Kampfflugzeuge zum Angriff aus wirksamer Höhe übergingen, nebelten sich die feindlichen Kriegsschiffe mit großer Schnelligkeit ein. Dennoch wurde im Zeitraum weniger Minuten der deutsche Angriff erfolgreich durchgeführt. Selbst durch die dichten Nebelfelder hindurch konnte man später noch die schwere Wirkung des Bombardements erkennen.
Aus den Meldungen der Kampfflugzeugbesatzungen ergibt sich, daß zwei große Kriegsschiffe, wahrscheinlich zwei Schlachtschiffe oder ein Schlachtschiff und ein Schwerer Kreuzer, schwere Bombentreffer erhielten. Während sich über einem dieser Kriegsschiffe ein mehrere hundert Meter hoher weißgelber Rauchpilz bildete, wurde das zweite große Kriegsschiff im Achterschiff getroffen. Außerdem detonierten schwerkalibrige Spezialbomben mit panzerbrechender Wirkung auf einem Kreuzer und einem großen Frachter. Dunkelrote Explosionen zuckten durch die Nebelwände hoch, und schwarze Rauchwolken über dem Schauplatz dieser Schiffskatastrophe bezeugten die vernichtende Wirkung des Angriffs.
In derselben Nacht erhielt ein feindlicher Zerstörer in der Seine-Bucht einen wirksamen Tjtpe d.o t r e f f e r. Auch über dem eigentlichen Kampfraum selbst operierten die deutschen Luftstreitkräfte im Verlauf der zurückliegenden 48 Stunden außerordentlich wirkungsvoll und erfolgreich. Sie erzielten in Luftgefechten mit nordamerikanischen und britischen Jägern zahlreiche Abschüsse und führten außerdem viele Tiefangriffe gegen feindliche Stellungen, Fahrzeugansammlungen und Batterien durch. •
Invasionspanzer sind gemeldet
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PK-Aufn.: f^-Kriegsber, Stollberg, PBZ. t Ci D.
Die Panzergrenadiere haben sich euigegrnhen und erwarten in ihren Erdlochern das Heran- nahen des- Feindes
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Von
Leutnant Günter Kaufmann
Für die Amerikaner gehört Konfetti zur p "tischen Kriegsführung wie für die Kölner zum Karneval. Sie haben damit in der ersten Runde dieses Weltkampfes, 1918, auch einen unbestreitbaren Erfolg errungen. Wilson streute dem deutschen Volk seine 14 Punkte in die Augen und bewirkte, daß es die Waffen streckte. ' Die Phrase erwies sich als schlachtentscheidend, der Durchbruch, den sie erzielte, war tiefer, als er je im Westen den Truppen des Marschalls Foch gelungen war.
Auf den Wogen des Kanals sind Truppen und Geschütze an die Gestade der Normandie herangebracht worden, die Flut hat Schiffsplanken und Ertrunkene an den Strand gespült. Aber keine Idee wurde .gelandet, keine Sturmflut der Gedanken gegen Europa entfesselt. Den Lärm der Schiffsgeschütze und das Bellen der Ahwehrbatterien übertönt kein Zauberwort. Die Trompeten des Präsidenten vom Kapitol in Washington schienen verstimmt, und auch der große Totengräber des britischen Empires wußte bei kurzem Besuch an der Küste nichts von einer Auferstehung der europäischen Völker zu verkünden.
Der Chefjude der „Gesellschaft für Nachkriegsversorgung",'Herbert Lehmann, mußle soeben eingestnhen, daß die Weltvorräte an Nahrungsmitteln, Kleidung, Saatgut, Arzneien durch vier Jahre Krieg erschöpft seien. Die „befreiten" Europäer dürften daher nicht allzu viel hoffen. — Aber ein Programm dürften wir doch wenigstens erwarten! Wenn schon kein Saatgut, so doch Punkte, 14, 20 oder 30. Punkte für die Zukunft! Wenn auch keine Arzneien, so doch eine Verheißung, vielleicht eine Festlandcharta, eine bessere als die vom Atlantic, welche man, wie die Schiffe, auf denen sie verfaßt worden war, in der Versenkung hat verschwinden lassen'. . .
Sie hatten doch Zeit genug gehabt, die verbündeten Invasoren! Aus Teheran glaubten wir schon ihre Botschaft zu empfangen. Aber sie scheinen ihr giftiges Pulver nicht vorzeitig verschießen zu wollen. Jetzt nun dürften wir Rundfunkkrieg, Manifeste, Fähnchen und Invasionslieder, Bibelgeschrei und Fanfarengeschmetter, Dankgottesdienste und Bankettreden, kurzum Konfetti für Europa erw,arten. Nichts von alledem. Sie sind gleich nach der Ebbe gelandet — wahrlich, auch in politischer und geistiger Hinsicht! Ein Ueberfall ohne Einfall.
Mit einem Mal steht der französische Attentismus, also die Leute, die sich großes von der den Deutschen ev. upgünstigen Entwicklung erwarteten, in unserem Lager und gegen den Feind. Das Abwarten der Bevölkerung wirkt ernüchternd auf die Eindringlinge. Denn sie bringen den. Krieg ins Land, und nicht der gallische, sondern der rote Hahn hockt Hab und Gut verzehrend auf den Dächern der Normandie. Man hat bisher nicht gerade Trüffeln zu schlemmen gehabt, aber doch gelebt. Der Deutsche war gerecht und anständig gewesen; nun sollen die Herren wechseln, die nichts mitbringen außer Feuersbrünsten und Inflationsgeld? Der Streit um die 30 Milliarden der in USA. gedruckten Fran.cs klirrt als häßliches Begleitkonzert zur Invasion über den Kanal. Weiß Gott, die Geldmächte rücken in die Schlacht. Der Franzose beginnt zu begreifen: er soll auch diesen Krieg noch bezahlen und den letzten Centime aus seinem Strumpf holen, den ihm der Sturz aus der dritten Republik in die Wirklichkeit beließ.
Den anderen Europäern kündigt sich nichts Besseres an. Den Polen, Finnen, Ungarn und Rumänen verspricht die Invasion den Bolschewismus. Den Türken wird zum Dank für ihre Neutralität der Bosporus genommen und dem gierigen roten ,,Marschall" im Kreml als Stützpunkt verschachert. Für Serben und Kroaten heißt erfolgreiche Invasion so viel wie Fortdauer ihres Bürgerkrieges. Den Norwegern wird ihr Land abgenommen und als Ausgang zum Weltmeer der UdSSR, angehängt. Die Oberitaliener könqen sich wie ihre Brüder im unteren Teil des Stiefels auf Kinderverschleppung und Prostitution einrichten. Dia