Ausgabe 
(26.6.1944) 174
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— Stenotypistinnen. swerLe machen zun so* tr s;::=:en Dienstantritt r.üen und Stenoty-- Erforderlich sind gute h iserourafie u. Schreib- re untidelige Dienstauf- i eine erdige Arbeite* Vften besonders to- 7 irigk eiygebiete, ange-

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den für sofort 2 Steno- Beyert>u D 9 oIt Unte j) s '

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Parteiamtliche Tageszeitung

D ao Amlablcctt dea Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

Nr. 174 • 14. Jahrgang

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatihaliers in Oldenburg und Bremen

Montag, 26. Juni 1944

Einzelpreis 15 Rpl.

Die „Schlacht um die fliegenden Bomben"

England erkennt die militärische Bedeutung der „V V f — Abschußvorrichtungen der Geheimwaffe unangreifbar

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Drahtbericht unserer Berliner Schrittleitung b. Berlin, 25. Juni. Das schwere Störungsfeuer der deutschen ■ Vergel­tungswaffe Nr. 1 auf den Raum Groülon- don hat nach einer kurzen, nach Stunden m berechnenden Unterbrechung während des Wochenendes einen neuen Höhepunkt

erreicht.

Augenzeugenberichte aus c}er iritischen Hauptstadt erklären, diese Inten­sivierung des Beschusses sei nicht lediglich durch eine Steigerung der' Geschoßfolge, sondern vor allem durch gewisse Aenderun- gen in der Flugart der deutschen Geheim­waffe erreicht. Viele deutsche F l ü geige­schosse sollen nach diesen Berichten jetzt einen sehr viel steileren Absturzwinkel be­sitzen, der Kombinationen während des He- rsnnahens über die .mutmaßliche Aufschlag­stelle erschwere, zumal einige der Ge­schosse wieder völlig anders wirkten und nach dem Abstoppen des Motors noch eine bedeutende Strecke im Gleitflug zu- rücklegten. Die Methode der deutschen Ge- heimwaffe sei nach wie vor rätselhaft und undurchschaubar, so daß noch keinerlei wirksame Abwehrmaßnahmen hätten gefun­den werden können.

Die greifbaren .psychologischen Auswirkungen des förtdauernden Be­schusses Londons als' des Nervenknoten­punktes der militärischen Macht Englands, sind offenbar in den ersten zehn Tagen der Anwendung der neuen deutschen Waffe derartig umfassend, daß die britische Agi­tation nicht mehr ihre Bagatellisierungs- taktik fortzuführen vermag.

Mit der Reaktion*der englischen Oeffent- lichkeit auf den Einsatz der deutschen Ver­geltungswaffe Nr. 1 beschäftigt sich nun­mehr auch die englische ■ Aerzte-Fachzeit- schrift „Lancet". Die Tatsache, daß ein pilotenloses Flugzeug Südengland angreife, tbeiße es darin u. , 3 ., habe für die englische -bAlfcntlichkeit etwas. Erschreckendes an I sich-, das Geheimnis um diese Bombe und insbesondere den Schaden, den sie anrichte, wirke dabei besonders auf die Nerven.

Gegenüber den früheren Behauptungen, dal! die Schäden durchaus erträglich seien und keinerlei Grund zu irgendwelcher Be­stürzung gäben, trifft heute der Luftfahrt­korrespondent (ler „Daily Mail", Colin B e d n a 11, die Feststellung, es sei lächer­lich, behaupten zu wollen, die neuartigen deutschen Angriffe besäßen keinerlei mili­tärische Bedeutung. Die Deutschen schick­ten immer mehr dieser geheimnisvollen Ge­schosse herüber, und man könne zeitweilig von einem wütenden Tempo sprechen, in der eine Serie der anderen folge. In diesem Augenblick sei es durchaus angebracht, die Formulierung von einer „Schlacht um die fliegenden Bomben" zu gebrauchen, die nunmehr im Ernst begonnen habe. Die bri­tische Abwehr habe völlig umlernen und ganz von neuem wieder anfangen müssen, ohne jedoch bereits jetzt irgendwelche Re­sultate vorweisen zu können.

Beim Aufbau einer neuert Verteidigungs- ot?anisation wirken, nach Angaben des Korrespondenten, das Kommando ,,RAF-Luft- vefteidigung Großbritanniens" und das Kommando Flak eng zusammen. Die bis­herigen Versuche, die neue deutsche Waffe aus der Luft abzuschießeii, müssen als wenig zufriedenstellend bezeichnet werden. Die flak habe kaum die Möglichkeit, zu treffen, ’uid die Standard-Nachtjäger der Aliierten seien nicht schnell genug, das deutsche Ge­schoß anzugreifen, wenn'es nachts den Him- ®el kreuze, dabei selbst Licht ausstrahlend. Da die Deutschen einen ganz neuen Typ '*8 Abschußvorrichtungen eingebaut hät- h könnten auch die anglo-amerikani- tten Bombenangriffe auf die vermutlichen 'Lhschußbasen in Nordfrankreich kaum von «folg begleitet sein. Die deutschen Insfal- lationen seien durch die „geschickteste Tar- aller Zeiten" dem Auge des Flugzeug- heohachters entzogen. Ein großer Teil die- * f r Einrichtungen, von denen man vermuten Könne, daß sie die Abschußstellen der neuen " e utschen Waffe seien, lägen überhaupt un- ler der Erde. An der Oberfläche werde nicht »ehr sichtbar als von einem im Wasser schwimmenden Eisbera. BednalL benutzt zur Illustrierung der Schwierigkeiten wieder dar Md der Garagentür eines Privathauses, die

von den anglo-amerikanischen Bomben ge­nau getroffen werden müßte.

Diese Diskussionen über die Abwehrme­thodik gehören zum Tagespensum der mili­tärischen Korrespondenten der Londoner Blätter. Man versichert dem schockierten Publikum, daß tatsächlich alles getan werde, um der neuen Situation Herr zu -werden. Wenn es nicht gelinge, so liege das zum großen Teil auch daran, daß die „fliegen­den Bomben" jetzt viel größer und viel schneller als ihre Vorgänger seien. Diese Beobachtungen werden von neutralen Korrespondenten in London unter­strichen, die eine sehr vorsichtige Kritik durch die britische Zensur hindurchgleiten zu lassen versuchen. Es wird aber angedeu­tet, daß die Anglo-Amerikaner einen großen Fehler begangen hätten, als sie ihre Luft­streitkräfte zur Zerstörung deutscher Städte einsetzten, um die Moral der Achse zu zer­stören, während diese Kräfte in demselben

Augenblick von entscheidender Bedeutung für die Invasion hätten sein können. Man stellt dieser anglo-amerikanischen Taktik das deutsche Verfahren gegenüber, die Re­serven für wichtige und entscheidende .Ak­tionen aufzuheben. Jedenfalls ist man nicht geneigt, die jetzigen Angriffe auf Südeng­land und London als Einzelepisode anzu­sehen, sondern ist davon überzeugt, daß diese neuen Kampfmittel Teile eines wohl­überlegten Verteidigungsplanes darstellten. Die militärischen Rückwirkungen der dau­ernden Störung des Alltagslebens In einem großen Gebiet Englands • seien unausbleib­lich.

Letzte Informationen bezeichnen die durch die deutsche Waffe hervorgerufenen Zer­störungen als besonders schwer tn den Häfen von London, Ports­mouth und. Southampton, wo Docks und Bahnhöfe schwer getroffen seien. In dem beschossenen königlichen Arsenal von

W o o 1 w i c h hätten die bereits in den ersten Tagen des Beschusses entstandenen Brände bisher noch nicht gelöscht werden können. In London mehren sich, nach Mitteilung eines Sonderkorresponden­ten der „Daily Mail", die Schaden­stellen in einem für die Bevölkerung er­schreckenden Maße. Es häufen sich die Bil­der, wo ganze Gebäudereihen dem Erdboden gleichgemarht worden seien. Einer der da­bei Geretteten habe nachher gesagt; „Ich glaubte, mein Herz rutschte mir in den Mund, als ich eins dieser Ungeheuer auf unser Haus mit großer Geschwindigkeit zu­steuern sah." Die Nahrungsmittel­versorgung beginnt unter der ständigen Einwirkung der deutschen Waffe zu lei­den. Als weiterer Uebelstand habe sich herausgesfelit, daß in vielen beschädig­ten Häusern durch die Hilfsmannschaften Plünderungen vorgenommen worden seien.

Beispielhafte Tapferkeit unserer Truppen in Cherbourg

Feindlicher Angriff bei Tilly - Fortsetzung des schweren Störungsieuers auf London Die Kämpfe in Miltelita/ien - Im Osten 252 Panzer vernichtet

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tos Ritterkreuz des Kriegsverdienst­kreuzes mit Schwertern ,önb. Berlin, 25. Juni. Der Führer hat für hervorragende Verdienste um die wehr- » e dizinsiche Forschung und die ärztliche “Streuung verwundeter und kranker Solda- l en das Ritterkreuz zum Kriegsverdienst- kr «ur mit Schwertern verliehen an: ((-Grup­penführer und Generalleutnant der Waffen- I! Professor Dr. Gebhardt, Oberstabs- * rz * Prof. Dr. G u t z e i t, Flottenarzt Prof.

Bachmeister, Oberstabsarzt Prof.

Dr ' Tönnis.

Neue Ritterkreuzträger dnb. Führerhauptquartier, 25. »?«■ Der Führer verlieh das Ritterkreuz des fernen Kreuzes an: Oberstleutnant Anton

.°rch, Kommandeur eines Gebirgsjäqer- i_ e giments; Oberleutnant d. Res. Josef a cl ’ ll r - k, Kompanieführer in einem Gre- l , r 'Begiment; Unteroffizier Jakob R n t h, Üdihrer in einem Grenadier-Regiment.

dnb. Führerhauptquartier, 25. Juni. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:

Im Kampfraum der Festung Cherbourg erlitt der Feind gestern bei seinen Angrif­fen gegen unsere Widerstandsgruppen die mit beispielhafter Tapferkeit aushalten, be­sonders schwere Verluste. Erst nachdem in den Abendstunden südwestlich und südöst­lich Cherbourg einige unserer Stützpunkte nach erbitterten Nahkämpfen verlorengin­gen, konnte der Gegner dort die Stadträn­der erreichen.

Im Raum von T il t y trat der Feind mit starken Kräften zum Angriff ah. Die Kämpfe sind dort in vollem Gange.

Unsere Küstenbatterien griffen trotz schweren Feuers der feindlichen Schiffsartillerie und rollender Luftangriffe wirksam in die Erdkämpfe ein. Außerdem erzielten sie mehrere Treffer auf feindlichen Kreuzern und Zerstörern.

Im Ostteit der Seine-Bucht schossen Heeresküstenbatterien einen Transporter von 5000 BRT. in Brand. Ein feindlicher „Moni­tor“ und mehrere feindliche Kriegsschiffe wurden zum Abdrehen gezwungen. Nach Minentreffern ging im gleichen Seegebiet

ein feindlicher Zerstörer unter, ein weiterer größerer Transporter geriet in Brand.

Unsere Schnellboote und Vor- postenstreitkräite erzielten im Ge­fecht mit feindlichen Seestreitkräften Treffer auf Zerstörern und Schnellbooten.

Fernkampfbatterien der Kriegs­marine . vernichteten im Kanal vor Dover einen feindlichen Frachter von 7000 BRT.

Schweres Störungsfeuer lag weiterhin auf London /und seinen Außenbezirken.

In Mittelitalien griff der Feind gestern im Westabschnitt unsere Front erneut an mehreren Stellen mit starken Kräften an. Nach schweren Kämpfen, die sich bis zum Abend hinzogen, konnte der Feind im Küstenabschnitt unsere Linien wenige Ki­lometer zurückdrücken. An den übrigen Stellen wurden alle Angriffe zerschlagen.

In Osten stehen unsere Divisionen im gesamten mittleren Frontabschnitt in schweren Abwehrkämpfen gegen die mit starken Infanterie-, Panzer- und Luftstreitkräften geführte Offensive der Sowjets. Es gelang dem Feind nur östlich M o g i 1 e w, an der Smolensker Roll­

bahn und besonders im Raum von Wl- t e b s k seine Einbrüche zu erweitern. An allen anderen Stellen brach der feindliche Ansturm nach harten wechselvollen Kämp­fen blutig zusammen. 22 feindliche Panzer wurden vernichtet. Jäger und Flakartillerie brachten 42 sowjetische Flugzeuge zum Absturz

Zwischen P o 1 o z k und P 1 e s k a u führ­ten die Bolschewisten zahlreiche vergeb­liche Angriffe, bei denen weitere 27 Panzer abgeschossen wurden.

Ein nordamerikanischer Bomberverband griff erneut rumänisches Gebiet an und warf Bomben im Raum von P I ö s t i. Deutsche, rumänische und bulgarische Luftverteidi- gungskräfte vernichtelen 23 feindliche Flug­zeuge, darunter 20 viermotorige Bomber.

Nordamerikanische Bomber führten in den gestrigen Mittagsstunden einen Terrorangriff gegen BremenlEs entstanden Schäden in Wohnvierteln. Die Bevölkerung hatte Ver­luste.

In der Nacht-warfen einzelne britische Flugzeuge Bomben im Raum von Berlin.

Durch Luftverteidigungskräfte wurden über dem Reichsgebiet und den besetzten Westgebiefen bei Tage und in der Nacht 50 feindliche Flugzeuge vernichtet.

Stärkste Waffenmassierung gegen die Stadt

Die deutschen Bewegungen in Italien — Witebsk als Schwerpunkt der Kämpfe im Osten

Drühtbericht unserer Berliner Schriftleitung

b. Berlin, 25. Juni. Der Kampf um Cher­bourg strebt seinem Höhepunkt entgegen. Nach. Verlustreichen Vorbereitungen des Gegners, im Kampf- g^jjen die dem Stadt­gebiet vorgelagerten deutschen Stützpunkte im Süden, Südwesten und Süd^osten der Festung eine Ausgangsbasis zu^gewinnen, hat jetzt der Hauptsturm begonnen. Die feindliche Führung hat in diesem Kampf­raum eine außerordentlich starke Massie­rung an Truppen und Material vorgenom­men. Da infolge des hartnäckigen deut­schen Widerstandes der ursprüngliche Plan als gescheitert angesehen werden mußte, Cherbourg handstreichartig zu nehmen, um in den Besitz eines unbeschädigten und so­fort zur Ausladung schwerer Waffen be­nutzbaren Hafengebietes zu gelangen, deckt der Gegner jetzt fortwährend das Stadt­gebiet mit Artillerie, dem Feuer der Land- und Schiffsbätterien, ein und läßt stärkste Luftangriffe gegen das Zielgebiet fühlen. Er fühlt offenbar, daß ihm jetzt doch nur ein für längere Zeit kaum brauchbarer Hafen erreichbar ist. Die Leistungen der deut­schen Truppen werden durch den Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht unter­strichen, der von einer beispielhaften Tapferkeit der Widerstandsgruppen spricht.

Während die amerikanischen Teile der Invasionstruppen völlig im Kampfraum Cher­bourg engagiert sind, traten jetzt die briti­schen Verbände nach starkem, vorbereiten­dem Artilleriefeuer bei Til-iy und Cau- m o h t an, offenbar mit dem Ziel, südlich von Caen vorzustoßen und hier jenen Durch­bruch zu erzwingen, der bereits das erste Ingriffsziel der Invasion darstellte, aber dann gestoppt werden mußte, da die erlit­tenen schweren Verluste eine Umgruppie­rung der feindlichen Truppen notwendig machte.

Auf dem italienischen Kriegsschau­platz hat der Gegner seine Taktik erneut geändert. Nachdem sich das in den letzten Tagen angewandte Verfahren der Frontal­vorstöße gegen die deutsche Front als er­folglos herausstelite, versuchen die Angrei­fer jetzt wieder durch scharfe Vofstöße an der Westküste die Punkte schnell zu errei­chen, auf die die deutschen Bewegungen hinzielen. In der Begegnung dieser Feind­absichten durch deutsche Nachhuten ent­wickelten sieb schwere Kämpfe, in denen zwar die deutschen Linien im Kiistenab- «rhnitf wenige Kilometer zurfirkgednick». dabei jedoch die Feindabsicht vereitelt

wurde, hier durchzustoßen und so die deut­schen Bewegungen auf vorbereitete Stellun­gen zu durchkreuzen. Die Frontlinien laufen weiterhin etwa in der Höhe des Trasimeni- schen Sees.

An, der brennenden Front des Ostens hat sich als vorläufiger Schwer­punkt der Raum von Witebsk herausge­stellt. Die Sowjets versuchen hier durch bei­derseitig der Stadt geführte Angriffe die deutschen Linien abzuschneiden, Die deut­schen Frontstellungen ■ laufen hier bekannt­lich halbkreisförmig, so daß der Gegner an den Flügeln Ansatzpunkte seiner Angriffe sucht. Dyrch forcierte Stöße nordwestlich dieses Raumes^gegen die Düna und beider­seits der von Smolensk nach Orscha füh­renden Rollbahn unterstützen die. So­wjets diese Angriffsplanung. Zu diesem Kampfgebiet treten als weitere Kampfräume

die Abschnitte östlich M o g i 1 e w und süd­lich Bobruisk, wo es den Sowjets gleich­falls gelang, Einbrüche zu erzielen. Die Ge­samtanlage des gegenwärtigen sowjetischen Angriffs zielt offenbar darauf hin, den deut­schen Frontbogen Witebsk—Schlobin abzu­schneiden.

Die Härte der Kämpfe läßt sich daran er­messen, daß an einem Kampftag 22 Panzer des eGgners vernichtet wurden. Es ist noch nicht sicher, ob der Gegner bereits den Hauptteil seiner Panzerkräfte in diesem Raum angesetzt hat. Auf jeden Fall muß mit einer Verstärkung der Angriffe gerech­net werden, wobei jedoch auch der Süden der Ostfront nicht völlig aus dem Blickfeld verschwinden darf. Augenblicklich herrscht in diesen Räumen noch Ruhe, die lediglich durch beiderseitige Spähtruppunternehmen mit Erkundungsaufträgen unterbrochen wird.

Luftwaffe kämpft an vier Fronten

Von unserem Luftwaffenkorrespondenten Georg Hinze

rd. Berlin, 25. Juni. Von allen vier Fron­ten des Luftkrieges meldet der neue OKW.- Bericht Abschußzahlen. Er umreißt damit die gewaltige Aufgabenfülle, die der deut­schen Luftwaffe im gegenwärtigen Stadium des Krieges gestellt ist. Sowohl im We­sten wie im Osten wirft ein starker Gegner im Bewußtsein seiner materiellen Ueberlegenheit zahlreiche Bomber- und Jagdgeschwader schonungslos und ohne Rücksicht auf Verluste in den Kampf, und außei der halten Auseinandersetzung mit dieser zahlenmäßigen Uebermacht des Feindes bleibt dei deutschen Luftwaffe nach wie vor die Verteidigung des Reichs­gebietes und des ‘B a 1 k a n r a u m e s anvertraut.

Dei starke britisch-nordamerikanische Luftwaffeneinsatz im Westen gilt nach wie vor in erster Linie den Verkehrseinrich­tungen und Flugplätzen, wobei der Gegner allerdings kaum die deutsche Schlagkraft, sondern überwiegend Besitz, Hab und Gut tausender und aber tausender Franzosen traf und immer noch trifft.

Die deutsche Luftwaffe erscheint Tag für Tag mit Hunderten von Jägern und Schlacht­fliegern über dem westlichen Kampfraum und erfüllt bei Unterstützung ries Heeres wichtige Kampfaufgahen. Nacht für Nacht ist die anglo-rimerikanische Landungs- und

Nachschubflotte, trotz ihres massierten Scutzes, das Ziel erfolgreicher deutscher Schläge aus der Luft. Obwohl die deutschen Jäger der Luftkampf und den Feind über der invasionsfront z. Z. nicht als ihre wichtig­sten Aufgaben betrachten dürfen, sind die Flugzeugverluste der Anglo-Aamerikaner schon jetzt zu außergewöhnlicher Höhe emporgeschnelit. Einen hohen Anteil an die­sem Ergebnis hat die deutsche Flak, die von den feindlichen Luftverbänden jetzt be­reits mehrfach als „Feind Nr. 1" bezeichnet wird. Die Flakeinheit einer im Westen ein­gesetzten deutschen Luftflotte konnte jetzt ihren 500. Abschuß seit dem Beginn der In­vasion erzielen. Diese Zahl spricht für sich.

Auch die aufflackernde Schlacht im Osten, die härteste Karapfproben bringen dürfte, stellt die Luftwaffe vor schwere Aufgaben. Wie immer zu Beginn ihrer Offensive, werfen die Sowjets auch diesmal außerordentlich starke Luftstreitkräfte in den Kampf, die sie in der vergangenen Atempause an der Ostfront aufgespeichert haben. Bei früheren ähnlichen Gelegen­heiten war allerdings stets festzustellen ge­wesen, daß sich diese bereitgestellte Streit­macht des Feindes in einem raschen Ab- nutzuncisprozeß laufend spürbar vermin­dert. Die im OKW.-Berirht genannte Ab­schußzahl deutet darauf hin. daß die Sowjets auch diesmal durch den Einsatz unserer Luftstreitkräfie hohe Verluste er­litten.

Vom Kampf um Karelien

2äS»88*

(Presse-Hotfmann, UD)

Auf der Karelischen Landenge sind heftige Kämpfe zivischen den andrangenden Bofschc- icisteri und den finnischen Truppen im Gange. Leichte Abteilungen, die auf einer Straße der Karelischen Landenge Vorgehen (oben), und unten: in Erwartung eines feindlichen Panzer • angrifjs.

det Kampf 4et dttdec

Von

Staatsminfster A. C. N. Nambiar, Mitglied der Provisorischen Indischen Regierung, Leiter der Zentrale freies Indien in Europa

So. wie dieser zweite Weltkrieg seine Wu’zeln im ersten Weltkrieg, vor allem ira Diktat von Versailles hat, so ist av.rh der indische Freiheitskampf in seiner jetzi­gen Stärke und Durchschlagskraft auf die Erfahrungen zurückzuführen, die Indien im Weltkrieg und den ersten darauf folgen­den Jahren gemacht hat. Zunächst einmal bedarf natürlich jede Entwicklung, die ein jahrhundertelang unterdrücktes Volk zur Freiheit führt, einer gewissen natürlichen Reifezeit. Hinzu kamen ab§r während des Krieges die Erkenntnis von der relativen Schwäche Englands — denn Indien er­kannte sehr wonl, daß England' um ein Haar von Deutschland geschlagen worden wäre-, und nach dem Kriege die unge­heure Enttäuschung darüber, daß England gar nicht daran dachte, cie I rdien gege­benen Versprechungen zu erfüllen.

Es folgten nun die Jahre des passiven Widerstandes untfer Führung von Gandhi. Gandhi war sich der Tatsache bewußt, daß zu dem Zeitpunkt eines wehrlosen indi­schen Volkes und eines nach dem Siege von 1918 mächtigen' England nur dieser eine Weg des passiven Widerstandes mög­lich war, gm zunächst überhaupt der gro­ßen Idee der indischen Freiheit ih:e er­forderliche breite Verwurzelung im indi­schen Volke zu sichern.

Aber bereits im Jahre 1930 verkündete Ga-ndhi zum ersten Maie die Forderung nach einer absoluten Unabhängigkeit Indiens und von da an nahm das Gewicht des aktivi- stischen Flügels des Nationalköngresses,un­ter Führung von Subhas Chandra Bose immer mehr zu. 1938 wurde Bose zum ersten Mal zum Präsidenten des Nationalkongresses gewählt und 1939 wurde er — damals im Gegensatz gegen Gandhi — wieder gewählt.

Gandhi selbst ist in erster Linie Realist: bis zum Fall von Singapore und Rangoon war er zu Kompromißlösungen mit England geneigt, da er das Empire für zu stark hielt, als daß England zu einer völligen Aufgabe Indiens gezwungen werden könnte. Dann aber wurde seine Einstellung radikaler; so kam es, daß Sir Stafford Cripps unverrich­teter Dinge heimkehren mußte, zumal auch England seinerseits sich nicht zu irgend­welchen Kompromissen geneigt zeigte, wohl aus der Ueberzeugung. heraus, daß inzwi­schen die Zeit der Kompromisse vorbei war.-

Seither sieht die .indische Freiheitsbewe­gung im Zeichen des kompromißlosen Kampfes unter Führung von Bose, der 1941 Indien mit dem festen Entschluß verließ, den Kampf mit den Waffen an der Seife Deutschlands und Japans aufzunehmen.

Diese Zusammenhänge zu kennen ist deswegen wichtig, weil man immer wieder betonen muß, daß der Kampf um Indiens Freiheit nicht eine gewissermaßen zuiäl-, lige Erscheinung ist, die nur. durch die Schwierigkeiten bedingt ist, in denen sich England augenblicklich befindet, son­dern eine seit langer Zeit in der Entwick­lung stehende historische Notwen­digkeit, die nur jetzt durch den Gang der Ereignisse zu schnellerem Temno und radikalerer Handhabung veranlaßt ist..

Die indische Freiheitsbewegung umfaßl das gesamlo indisrhe Volk ohne Unter­schied der Religion und der Berufe. K».