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(21.6.1944) 169
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rh-LichUplele, Bremen-Lesum. I bis Donnerstag: „Frost- . ln den Hauptrollen Rene Hell Finkenzeller. Für Ju- e über 14 Jahr« zugelassen, i Ritterhude. Dienstag und h: „Geheimnis Tibet 1 '. Für che über 14 J. zugelassen. Lichtspiele, Vegesack. Bis Donnerstag, 22. 6 ., Anfang 19.15 Uhr, verlängern wir: »Ile Mädchen". Darsteller Riemann, Carola Höhn, tgUidw Grete Weiser' a. * :he nicht zugelassen. Dazu • Wochenschau, r Lichtspiele, Breitestraße .15; bis Donnerstag: „Dun- tosen'*. Ein Filmlnstspiel um Hauptdarsteller: Rene Saint bekannte schöne Schauspie- d Vittorio de Sica. Jugend hre zugelassen. , ichtsplete „Capitol 1 jga" mit Willy :•« u. «. Beginn 7.15 Uhl. he haben keinen Zutritt

ater Bremen-BIumenlhal.

bis Donnerstag, 7 Uhr. mit Hüde Ktahl, Sieg Für Jugendliche

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Parteiamtliche Tageszeitung

Dm Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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Bremen: Geeren 4 8 Ruf 2 19 31; Hacfatrnt und sonntags 2 47 65: ObernstraBe 88. Ruf 2 19 311 Syke: Mühlendamm 2; Br.-Hemelingen: Bahn hofstraße 8, Ecks Poststraße, Ruf 4 34 58: Br Vegesad: Rohrstr. 24, Ru! 4 u. 8: Br.-Blumen thal, Kapt.-Dallmann-Str, 41/43, Ruf U I. ß«

der Nationalsozialisten Bremens

Einzelpreis 15 Rpf.

Netzsperre gegen feindliche U-Boot.e

Nr. 169 • 14. Jahrgang

Mittwoch, 21. Juni 1944

Der Bumerang des britischen Luftterrors

Reichspressechef Dr. Dietrich: Die brutale Luftkriegführung trifft Britannien in furchtbarer Weise selbst

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dnb. Zürich, 20. Juni. Die „Neue Züricher Zeitung" veröffentlicht auf der ersten Seite ihrer Dienstag-Ausgabe ein interessantes Interview, das ihr Berliner Ver­treter mit Reichspressechef Dr. Dietrich über den Einsatz der neuen deutschen \Vaffe gegen England hatte. Die Veröffent­lichung des Schweizer Blattes hat folgenden Wortlaut!

Frage: Es liegt auf der Hand, daß die Verwendung der vom deutschen Oberkom­mando als neuartige Sprengkörper bezeich- neten neuen Waffe gegen England weithin in der Welt große Beachtung findet und über ihre Bedeutung viel diskutiert wird. Während die neue Waffe von deutscher Seite als außergewöhnlich wirksam charak­terisiert wird, wird das von den Engländern bestritten.

Antwort: Es gibt zweierlei Beteiligte, die die Wirkung dieser neuen deutschen Sprengkörper ganz genau kennen. Erstens die Von der Waffe unmittelbar Betroffenen, weil sie ihre Wirkung täglich und stündlich am eigenen Leibe verspüren, und zweitens diejenigen, die sie anwenden, weil diese ihre Wirkung in jahrelangem Sueben aus­probiert und genau festgestellt haben, Wenn der Innenminister Morrison in Eng­land das strikte Verbot jeglicher Mitteilung über die tatsächliche Wirkung dies'er Waffe mit dem Hinweis begründete, daß dadurch den Deutschen ein militärisches Geheimnis verraten würde, so wird an dieser Begrün­dung deutlich, daß er mit seinem Verbot nicht die Deutschen über die Wirkung, die sie ja längst kennen, im Unklaren lassen will, sondern dem englischen Volk die Wahrheit vorenthalten und die Weltöffent­lichkeit über die Wirksamkeit dieser Waffe lauschen will.

Frage: Von englischer Seite wird be­hauptet, daß in England schon seit Jahren ‘ine ähnliche Waffe bekannt sei, daß man ö aber aus humanitären Gründen nicht satwickelt und angew.endet habe. Antwort: Jeder weiß, daß gerade die Engländer noch nie gezögert haben, jede nach ihrer Meinung wirksame Waffe rück­sichtslos einzusetzen, wenn sie ihnen zur Verfügung stand. Wir Deutschen sind er­staunt, daß das Interesse weiter Kreise des Auslandes für die Frage einer humanen luftkriegführung erst jetzt erwacht. Wir wundern uns darüber, daß dies erst in einem Augenblick geschieht, in dem England be­troffen ist und nicht bereits seit zwei Jah­ren. als die Briten Phosphorkanister in die Reihe ihrer „militärischen" Kampfmittel auf- genommen haben oder als sie begannen, ihre Sprengbomber auf deutsche Städte sehr treffend als Wohnblockknacker" zu bezeich­nen. Auch als die Anglo-Amerikaner schließ­lich noch damit begannen, aus ihren Flug­zeugen die Bauern auf dem Felde zu be­schießen, gab es in der Welt nur wenige. Sie die Frage aufwarfen, ob das nicht eine ■Ile ganze britische und amerikanische Na­tion diskriminierende Kampfesweise wäre. 'Vir Deutschen können jedenfalls nicht verstehen, daß es in bezug auf den Luftkrieg in der Welt eine doppelte Moral und zwei­erlei Menschlichkeiten geben soll, eine ge­genüber den Engländern und Amerikanern und eine andere gegenüber uns Deutschen.

Frage: Man erklärt aber in England, daß die Bombardierung deutscher Städte und Ortschaften durch die Briten und Ame­rikaner trotz aller Verluste der Zivilbevölke-' lun g strategischen Charakter habe, während & neue deutsche Waffe überhaupt nicht ’irf militärische Ziele angesetzt werde, son- ! ‘rn als reine Terrorwaffe betrachtet wer­fe müsse.

Antwort: Sie selbst haben die militä- ^dr sinnlosen und barbarischen Zerstörun- pn in Städten wie Berlin, Hamburg, Köln, “wehen, Frankfurt, Aachen usw. gesehen üjrd sich ein Urteil gebildet, ob ihre Wohn- ''■ertel und Kulturstätten, die man beden- ßanlos durch Bombenteppiche vernichtet

Hohe Auszeichnung für den Chef des Waffenamtes dnb. Berlin, 20. Juni. Der Führer hat dem General der Artillerie, L e e b , Chef des fjeereswaffenamtes, das Ritterkreuz des Krlegsverdienstkreuzes mit Schwertern ver­gehen.

General Leeb hat sich durch hervor- '»gende Sachkenntnis, schöpferische Ener- 9‘ e und zielbewußte Führung des Heeres- “ aff enamtes entscheidende Verdienste um ? le Bewaffnung des Heeres erworben. Die Überreichung der hohen Auszeichnung er- ' ol »te im Auftrag des Führers im Beisein ■M Reichsminister Speer durch den Be- onlshaber des Ersatzheeres und Chef der bresrüstung, Generaloberst Fromm.

Professorlitel für Sprengstoöcliemiker dnb. Berlin, 20. Juni. Der Führer hat auf ■Uschlag von Reichsminister Speer dem , erier aldirektor der Dynamit-AG. und Lei-

" Pulver- und Sprengstoffkommission

oim Reichsminister für Rüstung und ^‘ugsproduktion, Dr. Paul Müller, den Professor verliehen. Die Verleihungs- ■ Unde v:\:rd. Professor Dr. M zu sei-

‘RJjäbrigen Dienstjubiläum im Namen it/ 1 ” r < j’ ns minister Speer durch den Leiter ,,- 5 Reichsamtes für Wirtschaftsaufbau,

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-sor Kraui.h, überreicht

hat, ein militärisches Ziel darstellen. Will man dagegen in England bestreiten und haben nicht die englischen Zeitungen mo­natelang vor Beginn der Invasion selbst be­richtet, daß ganz Südengland und London mi. Truppen und Kriegsmaterial geradezu vollgestopft sind und ein einziges Kriegs­arsenal bilden? Es kann demnach wohl kein Zweifel sein, daß die Belegung eines sol­chen Gebietes mit Sprengkörpern eine ab­solute militärische Notwendigkeit ist. Wenn damit zugleich eine Vergeltung für alle die Taten verbunden ist, die die Anglo-Ameri­kaner an der deutschen Zivilbevölkerung be­gangen haben, so wird jeder gerecht den­kende Mensch in der Welt einen Solchen Tatbestand akzeptieren.

Frage: In England behauptet man, daß die neue Waffe keinen'militärischen Charak­ter besitze, weil sie keine gezielte Wirkung ermögliche.

Antwort: Die neuen deutschen Spreng­körper besitzen mindestens die gleiche Zielsicherheit wie die englischen Bomben, die ohne Erdsicht aus 10 000 m Höhe über dichten Wolkendecken abgeworfen werden. Für die von den Engländern und Ameri­kanern für sich in Anspruch genommene Zielsicherheit im Bombenwurf verfügen ja gerade die Schweizer über ein klassisches Beispiel in dem Fall Schaffhausen.

Frage: Können Sie mir etwas über den weiteren Gang der Vergeltung sagen?

Antwort: Ich verrate wohl kein Ge­heimnis, wenn ich Ihnen sage, daß der

Strom der Sprengkörper und Feuergarben gegen das militärische Ziel Südengland weitergehen wird, und zwar, wie ich ver­sichern kann, mit dem Einsatz weiterer, noch stärkerer Kampfmittel, bis England zu der Einsicht kommt, daß die von ihm pro­pagierte Luftterrorkriegführung nur ein Bumerang ist, der Britannien in furchtbarer Weise selbst trifft. Dafür mag das englische Volk sich bei Männern wie Churchill, Van- sittart und all den anderen : bedanken, die die Ausrottung des deutschen Volkes mit Kllen Mitteln zum englischen Kriegsziel er­hoben haben. In Deutschland hat man ge­genüber dem englischen Volk niemals solche Absichten gehegt, unser Kampf gilt nicht dem englischen Volk, sondern den­jenigen, die England und die Welt in die­sen Krieg hineingetrieben haben.

Besonders große Feindverluste in der Normandie

Durchbruch des Feinde s bei Tilly-Livry scheiterte — London weiterhin unter Störungsieuer Feindschiife im Kanal in Brand geschossen

dnb. Aus dem Führerhauptquar­tier, 20. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Kämpfe in der Normandie ver­liefen gestern für den Feind besonders ver­lustreich. Auf breiter Front versuchte er im Raum Tilly-Livry mehrmals mit star­ken Infanterie- und Panzerkräften unsere Front zu durchstoßen. Alle Angriffe schei­terten. Südwestlich Tilly wurde dabei ein feindliches Bataillon völlig zerschlagen, der Bataillonsstab gef.angengenommen.

Auf der Halbinsel Cherbourg fanden keine größeren Kämpfe statt. Der Feind fühlte lediglich mit gepanzerten Aufklärungs­kräften gegen die Südfront der Festung Cherbourg vor.

Der Raum London liegt weiterhin unter unserem Störungsfeuer.

Heeres- und Marineküstenbatterien zwan­gen vor der Halbinsel Cherbourg mehrere feindliche Schiffe zum Abdrehen.

Fernkampfbatterien der Kriegsmarine schossen in der vergangenen Nacht im Ka­

nal mehrere Schiffe eines nach Westen lau­fenden feindlichen Geleitzuges in Brand.

Die Luftwaffe setzte auch in der letzten Nacht die Bekämpfung der Schiffsansa n.’/i- lungen vor dem Landekopf erfolgreich ‘ort. Nach zahlreichen Bombentreffern wurden schwere Explosionen beobachtet.

Bei dem bereits gemeldeten Angriff deut­scher Kampffliegerverbände in der Nacht vom 18. zum 19. Juni wurden nach ab­schließenden Meldungen zwei weitere Han­delsschiffe mit 18 000 BRT. und ein Zer­störer versenkt. Außerdem wurden ein. wei­terer Zerstörer, ein Tanker von 8000 BRT. und ein Frachter von 7000 BRT. schwer be­schädigt.

.. Eine Fliegerdivision nn'pt r ninq von Generalmajor Körte hat sich hei diesen Einsätzen besonders ausgezeichnet.

Ueber dem Landekopf und den besetzten Westgebieten wurden gestern 29 feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Die schwache Besatzung der Insel Elba setzte auch gestern im Nordostteil der In­

sel den Kampf gegen den weit überlegenen Feind hartnäckig fort und brachte ihm schwerste Verluste bei. Sie wurde in det vergangenen Nacht auf das Festland über­geführt.

In Mittelitalien hielten die starken Angriffe des Feindes auch gestern an, ohne daß es ihm gelang, den erhofften Durch­bruch zu erzielen. Besonders erbittert tobte der Kampf im Raum von Perugia, wo der Feind in mehreren aus starken Inianterie- und Panzerkräften gebildeten Angriffspunk­ten gegen unsere Front vorstieß. Gegen­angriffe unserer Truppen brachten die feind­lichen Angriffe zum stellen.

Aus dem Osten werden außer erfolg­reichen örtlichen Abwehrkämpfen südöstlich 'W i t e b s k keine. Kampfhandlungen ge­meldet.

Leichte deutsche- Seestreitkräfte beschä­digten im Finnischen Meerbusen zwei so­wjetische Schnellboote.

Vor der Karelischen Landenge eingesetzte Sicherungsfahrzeuge der Kriegs­marine schossen fünf sowjetische Bomber ab.

Die Rechenfehler im feindlichen Invasionspian

Die Festung Cherbourg und die Abriegelung des Landekopfes - Ratlosigkeit gegenüber der neuen deutschen Waffe — Auf der Suche nach einem Ausweg

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

dr. w. sch. Berlin, 20. Juni. Der Wehr­machtbericht spricht heute von der „S ü d- fr.ont der Festung Cherbourg", gegen die der Feind zunächst nur mit ge­panzerten Aufklärungskräften vorgefühlt hat. Wir können uns vorstellen, daß diese Formulierung und die in ihr enthaltene Tat­sache dem General Eisenhower sehr zu den­ken geben wird. Der gegnerische Plan des Invasionsunternehmens scheint stark von der Auffassung bestimmt gewesen zu sein, daß die deutsche militärische Führung sich auf eine bestimmte These festgelegt hat, auf 1 die Absicht nämlich, gegen die Lan­dungstruppen, wo immer sie auch erschei­nen möchten, sofort alle verfügbaren deut­schen Kräfte zusammenzufassen, um den Feind gleich im Anfangsstadium wieder ins Meer zu werfen. Man dürfte allerdings drü­ben gleichzeitig die Hoffnung gehabt ha­ben, durch die Wucht des ersten Stoßes, vor allem, wenn er sich gegen die Häfen Le Havre und Cherbourg richtete, den Großteil unserer westlichen Streitkräfte zu fesseln, um dann bei einem noch größe­ren Landungsunternehmen an einer anderen Stelle der französischen oder belgischen Küste wesentlich leichteres Spiel zu haben. Daß es mit den größten Schwierigkeiten verbunden sein würde und unter Umstän­den zu einer heillosen Verwirrung führen könnte, wenn von einem Tage zum anderen der Aufmarsch großer Armeen unterbrochen und nach einer ganz neuen Richtung ge­lenkt werden sollte, ist jedem Soldaten klar.

Die deutsche militärische Führung ist aber offenbar auf den Plan Eisenhowers, wenn er sich in dieser Richtung bewegt haben sollte, nicht eingegangen. Nach dem bisherigen Verlauf der Kämpfe reichen die jetzt im. normannischen Raum stehenden deutschen Eingreifdivisionen aus, um die Briten und Amerikaner in ihrem Landekopr von der Orne-Mündung bis an die Sudfront der Festung Cherbourg abzuriegeln, sogar erfolgreiche Gegenangriffe durchzufuhren. Wenn die Amerikaner südlich von Cher­bourg auf eine 'festungsartig ausgebaute Riegelstellung treffen, so muß Eisenhower daraus folgern, daß wir eine solche Entwick­lung, wie sie sich jetzt abzeichnet, von vorn­herein in den Bereich der Möglichkeit ein­bezogen haben. Je nachdem wie das InvcU sionsunternehmen in Erscheinung trat, solUe der Atlantikwail an der einen oder anderen Stelle nicht eine unübersteigbare Mauer,

sondern” Wellenbrecher zum Zwecke des

Zeitgewinnens sein. r Ch ,® _ £ s he . Festuna auch auf der Landseite \

deutet 9 für Eisenhower, daß er zum minde;

sten mit einem sehr g^^^cSourg rechnen hat, wenn er den Hafen Cherbourg

für den wirksamen Nachschub der schwer­sten Waffen, der Munition und der Ver­pflegung in seinen Besitz bringen möchte. Was sich bis dahin aber ereignen wird, wollen wir ruhig abwarten.

Die Hoffnung im Feindlager, daß man bald ein- wirksames Abwehrmittel gegen die furchtbaren Wirkungen der neuen deutschen Sprengkörper finden werde, oder daß sich die mengenmäßigen Möglichkeiten auf un­serer Seite schnell erschöpfen könnten, sind bereits ganz tief herabgesunken. Was die Frage nach der zeitlichen Ausdehnungsraög- lichkeit für das gewaltige Störungsfeuer be­trifft, so sind wir gewiß, daß die Laute in London und in Südengland noch ihr blaues Wunder erleben werden. Wir haben uns von vornherein darauf eingestellt, daß vor allem die Dauer des Einsatzes und schließlich ihre Steigerung in Verbindung mit möglichen weiteren Ueberraschungen die Wirkung der neuen deutschen Waffe verbürgt. Nachdem inzwischen die englische Zensur für die neu­trale Presse schließlich doch erste Andeu­tungen über die verheerenden Wirkungen der neuen deutschen Sprengkörper dureb- lassen mußte, klingt die Feststellung des „Daily Herald“ wie ein Aufschrei aus ver­zweifelter Seele: „Wir haben bis jetzt kein Mittel zur Bekämpfung der neuen Raketen­bombe“.

47 Sowjetflugzeuge abgeschossen

dnb. Helsinki, 20. Juni. Wie der finnische Wehrmachtbericht meldet, war im west­lichen ’Teil der Karelischen Landenge der feindliche Druck besonders stark gegen V i i p u r i gerichtet. Johanne, Kyyroela und Muloaa wurden aufgegeben. Bei der Bahn- sfation Kämärä wurden sieben feindliche Panzer vernichtet. Auf der Landenge zwi­schen dem Aeyräpäänjärvi und dem Vuok- sen schlugen finnische Truppen gestern mehfere nach heftiger Feuervorbereitung vorgetragene Angriffe zurück. Auf der Aunus-Landenge griff der Feind an zwei Stellen in Bataillonsstärke an.

Die Befestigungen der Koivisto-Inseln ver­hinderten die Annäherungsversuche feind­licher Flotteneinheiten. Finnische und deutsche Schiffe nahmen wirksam an der Abwehr teil.

Im Westen der Karelischen Landenge griffen unsere Bombenflugzeuge und deutsche Sturzbomber in der vergangenen Nacht die feindlichen Schiffsansammlungen, Panzergruppierungen und motorisierte Ko­lonnen an. 47 ^eindflugzeuge wurden abge­schlossen, davon 25 durch deutsche Flug­zeuge und Schiffseinheiten.

Die verstärkte Sperrzone der Flak und der Ballone hat sich als völlig illu­sorisch erwiesen, und heute wird auch ge­sagt ,daß die schnellsten Jäger längst nicht an die Geschwindigkeit der deutschen Sprengkörper heranreichten und Sich außer­dem selbst der Gefahr der Vernichtung aus­setzen, wenn zufällig einmal ein solches Riesengeschoß in der Luft zur Explosion gebracht werden- sollte. Wir brauchen kei­nen Wirkungsbericht aus englischer Quelle, zumal ja jeder von ihnen stark frisiert sein wird, denn wir wissen selbstverständlich, was unsere neuen Sprengkörper anrichten können und Wo sie treffen. Und darum ist es uns auch ganz klar, daß je länger je mehr das^ Störungsfeuer auf den Raum von Lon­don und Südengiand drüben unerträgliche Zustände schaffen muß, aus denen die „Yorkshire Post",nur noch den einen Aus­weg sieht: das Gebiet zu erobern, in dem sich die Ausgängsbasis der deutschen Spreng­körper befindet. Das engliche Blatt sollte, wenn es den Verlauf der Kämpfe in der Normandie in seiner Bedeutung richtig zu beurteilen vermag, sich selbst sagen, daß die deutsche militärische Führung mit einem solchen Versuch rechnet und sich auch gerade dafür ‘ stark eingesetzt hat, indem sie dem ecslen Angriff Eisenhowers anders begegnete als dieser wohl erhofft haben dürfte.

Die Kämpfe im Raum von Witebsk dnb Berlin, 20. Juni. Im Raum von Witebsk schläft die Gefechtstätigkeit niemals völlig ein. Die Bolschewisten ver­suchen, sich bessere Ausgangsstellungen für geplante größere Angriffe zu verschaffen. Wo ihnen Einbrüche gelangen, wurden diese von unseren Grenadieren rasch wieder be­reinigt und abgeriegelt. Unsere Artillerie bekämpfte wirkungsvoll den feindlichen Nachschub, zerschlug Bereitstellungen und brachte Batterien zum Schweigen. Unsere Luftwaffe drosselte die feindliche Flieger­tätigkeit und bekämpfte erfolgreiche Bahn­knotenpunkte, Materiallager und Bereit­stellungen.

Härtester, blutiger, verbissener Kampf um Grabenstücke, Dörfchen, Hügel, aber selten unter Einsatz von -Truppen über Bataillons­stärke durchgeführt und daher — gemessen am Geschehen an anderen Fronten — „ohne besondere Bedeutung“: Das ist das Kenn­zeichen der Kämpfe inj Raum von Witebsk.

Aufhebung- der. Diplomatensperre ep. Stockholm, 20. Juni. Nach zweimona­tiger Dauer hob die britische Regierung laut Mitteilung des Foreign Office die über neu­trale und „alliierte" Diplomaten am 17. April verhängte Sperre wieder auf.

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Die gro/Jti V-Hoot-i\etzsperre im Finnischen Meerbusen wurde wieder ausgebracht. Netz­länge auf Nelzlange wird ins Meer gebracht . Nach einer bestimmten NetzUinge kommt je - weilig eine gezeichnete Boje . Bald ist so die Sperre beendet, durch die nun kein sowjetisches U-Boot mehr einen Weg in die ofjene Ostsee finden wird. — FK.-Kriegsbcr. Heidsiek (Sch)

KMifo tdet Kürutmu?

Von

Reichsleiter Baldur von Schirach

Unsere Feinde geben vor, diesen Krieg nicht zuletzt um ewiger kultureller Güter willen gegen uns führen zu müssen, als ■■deren Hüter sie sich in ihren Zeitungen und Rundfunksendungen aufspielen. Nach ihrer Darstellung sind wir kulturfeindliche Barba­ren, die im Begriffe sind, alles das zu zer­stören, was angeblich allein von Nordame­rikanern und Engländern in diesem Krieg verteidigt werden kann. In den Tagen der Zerstörung des ehrwürdig-edlen Klosters auf dem Monte Cassino durch nordamerika- nische Flieger und nach der rücksichtslosen Bombardierung und Zertrümmerung deut­scher Kirchen und Präfanbauten, die nicht nur dem Herzen unseres eigenen Volkes teuer waren, sondern Millionen und aber Millionen Menschen, die — wenn nicht un­serem Staate, so c^och unserem Kulturkreis angehörten —, als Denkmäler und Symbole des Geistes unseres Kontinents erschienen, scheint es müßig, eine Betrachtung darüber anzustellen, wer die Kultur angreift und w e r sie verteidigt. Dennoch scheint es not­wendig, die Einstellung des Feindes zu kul­turellen Aufgaben kurz zu skizzieren.

Die Geschichte wird unerbittlich festhal- ten,. daß im Verlauf dieses Krieges dort, wo der deutsche Soldat siegreich einzog, durch ihn die Zeugnisse der Kultur des be­setzten oder besiegten Landes besonders ge­pflegt und beschützt wurden. Im Kampf ge­gen Griechenland ist keiner jener heiligen Altäre der Menschheit umgestürzt worden, mit denen dieses Land so reich gesegnet ist, weil Deutsche und Griechen mit glei­cher Ehrfucht die Schöpfungen der antiken Welt als Offenbarung ihres künstlerischen Strebens nach Vollendung empfinden. So war es auch in Holland, Belgien und Frank­reich und überall, wo wir im Zeichen des Krieges ein Kulturland betraten und uns mit einem Kulturvolk auseinanderzusetzen hatten. Weil wir im europäischen Raum eine gemeinsame Basis für unsere geistigen und künstlerischen Anschauungen besitzen, ist uns der Gedanke der sinnlosen Verwü­stung kultureller Schöpfungen völlig fremd. Dieser Gedanke konnte in keinem europäi­schen Hirn entstehen. Er konnte nur dort gedacht werden, wo es eine höhere Bil­dung und Bindung gibt. In Europa hat außer bei wenigen Verkommenen das Kunstwerk nie als Ware gegolten. Auch der private Sammler war stes gewohnt, das von ihm erworbene Kunstgut als nationalen Besitz zu sehen. Er fühlte sich als Treuhänder der Kunst. Daraus erklärt sich auch, daß die bedeutendsten privaten Sammlungen fast immer entweder zum Grundstock öffentlicher Sammlungen wurden oder den Museen als Erweiterung und Bereicherung zugeführt wurden. Wenn amerikanische „Mäzene" ihre Aufkäufer nach .‘Europa schickten, um Plastiken und Gemälde, Go­belins und Inkunabeln und Münzen und Medaillen zu jedem Preis aufzukaufen, so entsprach dieses Verfahren durchaus der kapitalistischen Mentalität, die in der'Kunst einen Artikel sieht, den man ebenso ein­kauft wie Oelsardiiien, Tabak oder Seide.

Vom amerikanischen Blickpunkt her ges.ehen ist die Kunst ajs Ware in Europa überreichlich, vorhanden, während sie in USA, verknappt ist. Die Zerstörung europäischer Kunstwerke ist für den ameri­kanischen Feind nichts anderes als die Zer­störung eines Warenlagers von ungeheurem Wert, denn man weiß auch drüben, daß Kunstwerke kostbar sind, und meint, mit jedem zerstörten Dom und jedem vernichte­ten edlen Bau die Kreditfähigkeit des Geg­ners zu erschüttern. Außerdem vernichtet man nur das, was man ohnehin nicht fort­tragen kann. Amerikanische Millionäre ha­ben schon in früherer Zeit in Europa Häu-