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Parteiamtliche Tageszeitung
Dm Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
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Bremen: Geeren 4 8 Ruf 2 19 31; Hacfatrnt und sonntags 2 47 65: ObernstraBe 88. Ruf 2 19 311 Syke: Mühlendamm 2; Br.-Hemelingen: Bahn hofstraße 8, Ecks Poststraße, Ruf 4 34 58: Br Vegesad: Rohrstr. 24, Ru! 4 u. 8: Br.-Blumen thal, Kapt.-Dallmann-Str, 41/43, Ruf U I. ß«
der Nationalsozialisten Bremens
Einzelpreis 15 Rpf.
Netzsperre gegen feindliche U-Boot.e
Nr. 169 • 14. Jahrgang
Mittwoch, 21. Juni 1944
Der Bumerang des britischen Luftterrors
Reichspressechef Dr. Dietrich: Die brutale Luftkriegführung trifft Britannien in furchtbarer Weise selbst
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dnb. Zürich, 20. Juni. Die „Neue Züricher Zeitung" veröffentlicht auf der ersten Seite ihrer Dienstag-Ausgabe ein interessantes Interview, das ihr Berliner Vertreter mit Reichspressechef Dr. Dietrich über den Einsatz der neuen deutschen \Vaffe gegen England hatte. Die Veröffentlichung des Schweizer Blattes hat folgenden Wortlaut!
Frage: Es liegt auf der Hand, daß die Verwendung der vom deutschen Oberkommando als neuartige Sprengkörper bezeich- neten neuen Waffe gegen England weithin in der Welt große Beachtung findet und über ihre Bedeutung viel diskutiert wird. Während die neue Waffe von deutscher Seite als außergewöhnlich wirksam charakterisiert wird, wird das von den Engländern bestritten.
Antwort: Es gibt zweierlei Beteiligte, die die Wirkung dieser neuen deutschen Sprengkörper ganz genau kennen. Erstens die Von der Waffe unmittelbar Betroffenen, weil sie ihre Wirkung täglich und stündlich am eigenen Leibe verspüren, und zweitens diejenigen, die sie anwenden, weil diese ihre Wirkung in jahrelangem Sueben ausprobiert und genau festgestellt haben, Wenn der Innenminister Morrison in England das strikte Verbot jeglicher Mitteilung über die tatsächliche Wirkung dies'er Waffe mit dem Hinweis begründete, daß dadurch den Deutschen ein militärisches Geheimnis verraten würde, so wird an dieser Begründung deutlich, daß er mit seinem Verbot nicht die Deutschen über die Wirkung, die sie ja längst kennen, im Unklaren lassen will, sondern dem englischen Volk die Wahrheit vorenthalten und die Weltöffentlichkeit über die Wirksamkeit dieser Waffe lauschen will.
Frage: Von englischer Seite wird behauptet, daß in England schon seit Jahren ‘ine ähnliche Waffe bekannt sei, daß man ö aber aus humanitären Gründen nicht satwickelt und angew.endet habe. Antwort: Jeder weiß, daß gerade die Engländer noch nie gezögert haben, jede nach ihrer Meinung wirksame Waffe rücksichtslos einzusetzen, wenn sie ihnen zur Verfügung stand. Wir Deutschen sind erstaunt, daß das Interesse weiter Kreise des Auslandes für die Frage einer humanen luftkriegführung erst jetzt erwacht. Wir wundern uns darüber, daß dies erst in einem Augenblick geschieht, in dem England betroffen ist und nicht bereits seit zwei Jahren. als die Briten Phosphorkanister in die Reihe ihrer „militärischen" Kampfmittel auf- genommen haben oder als sie begannen, ihre Sprengbomber auf deutsche Städte sehr treffend als Wohnblockknacker" zu bezeichnen. Auch als die Anglo-Amerikaner schließlich noch damit begannen, aus ihren Flugzeugen die Bauern auf dem Felde zu beschießen, gab es in der Welt nur wenige. Sie die Frage aufwarfen, ob das nicht eine ■Ile ganze britische und amerikanische Nation diskriminierende Kampfesweise wäre. 'Vir Deutschen können jedenfalls nicht verstehen, daß es in bezug auf den Luftkrieg in der Welt eine doppelte Moral und zweierlei Menschlichkeiten geben soll, eine gegenüber den Engländern und Amerikanern und eine andere gegenüber uns Deutschen.
Frage: Man erklärt aber in England, daß die Bombardierung deutscher Städte und Ortschaften durch die Briten und Amerikaner trotz aller Verluste der Zivilbevölke-' lun g strategischen Charakter habe, während & neue deutsche Waffe überhaupt nicht ’irf militärische Ziele angesetzt werde, son- ! ‘rn als reine Terrorwaffe betrachtet werfe müsse.
Antwort: Sie selbst haben die militä- ^dr sinnlosen und barbarischen Zerstörun- pn in Städten wie Berlin, Hamburg, Köln, “wehen, Frankfurt, Aachen usw. gesehen üjrd sich ein Urteil gebildet, ob ihre Wohn- ''■ertel und Kulturstätten, die man beden- ßanlos durch Bombenteppiche vernichtet
Hohe Auszeichnung für den Chef des Waffenamtes dnb. Berlin, 20. Juni. Der Führer hat dem General der Artillerie, L e e b , Chef des fjeereswaffenamtes, das Ritterkreuz des Krlegsverdienstkreuzes mit Schwertern vergehen.
General Leeb hat sich durch hervor- '»gende Sachkenntnis, schöpferische Ener- 9‘ e und zielbewußte Führung des Heeres- “ aff enamtes entscheidende Verdienste um ? le Bewaffnung des Heeres erworben. Die Überreichung der hohen Auszeichnung er- ' ol »te im Auftrag des Führers im Beisein ■M Reichsminister Speer durch den Be- onlshaber des Ersatzheeres und Chef der bresrüstung, Generaloberst Fromm.
Professorlitel für Sprengstoöcliemiker dnb. Berlin, 20. Juni. Der Führer hat auf ■Uschlag von Reichsminister Speer dem , erier aldirektor der Dynamit-AG. und Lei-
" Pulver- und Sprengstoffkommission
oim Reichsminister für Rüstung und ^‘ugsproduktion, Dr. Paul Müller, den Professor verliehen. Die Verleihungs- ■ Unde v:\:rd. Professor Dr. M zu sei-
‘RJjäbrigen Dienstjubiläum im Namen it/ 1 ” r < j’ ns minister Speer durch den Leiter ,,- 5 Reichsamtes für Wirtschaftsaufbau,
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-sor Kraui.h, überreicht
hat, ein militärisches Ziel darstellen. Will man dagegen in England bestreiten und haben nicht die englischen Zeitungen monatelang vor Beginn der Invasion selbst berichtet, daß ganz Südengland und London mi. Truppen und Kriegsmaterial geradezu vollgestopft sind und ein einziges Kriegsarsenal bilden? Es kann demnach wohl kein Zweifel sein, daß die Belegung eines solchen Gebietes mit Sprengkörpern eine absolute militärische Notwendigkeit ist. Wenn damit zugleich eine Vergeltung für alle die Taten verbunden ist, die die Anglo-Amerikaner an der deutschen Zivilbevölkerung begangen haben, so wird jeder gerecht denkende Mensch in der Welt einen Solchen Tatbestand akzeptieren.
Frage: In England behauptet man, daß die neue Waffe keinen'militärischen Charakter besitze, weil sie keine gezielte Wirkung ermögliche.
Antwort: Die neuen deutschen Sprengkörper besitzen mindestens die gleiche Zielsicherheit wie die englischen Bomben, die ohne Erdsicht aus 10 000 m Höhe über dichten Wolkendecken abgeworfen werden. Für die von den Engländern und Amerikanern für sich in Anspruch genommene Zielsicherheit im Bombenwurf verfügen ja gerade die Schweizer über ein klassisches Beispiel in dem Fall Schaffhausen.
Frage: Können Sie mir etwas über den weiteren Gang der Vergeltung sagen?
Antwort: Ich verrate wohl kein Geheimnis, wenn ich Ihnen sage, daß der
Strom der Sprengkörper und Feuergarben gegen das militärische Ziel Südengland weitergehen wird, und zwar, wie ich versichern kann, mit dem Einsatz weiterer, noch stärkerer Kampfmittel, bis England zu der Einsicht kommt, daß die von ihm propagierte Luftterrorkriegführung nur ein Bumerang ist, der Britannien in furchtbarer Weise selbst trifft. Dafür mag das englische Volk sich bei Männern wie Churchill, Van- sittart und all den anderen : bedanken, die die Ausrottung des deutschen Volkes mit Kllen Mitteln zum englischen Kriegsziel erhoben haben. In Deutschland hat man gegenüber dem englischen Volk niemals solche Absichten gehegt, unser Kampf gilt nicht dem englischen Volk, sondern denjenigen, die England und die Welt in diesen Krieg hineingetrieben haben.
Besonders große Feindverluste in der Normandie
Durchbruch des Feinde s bei Tilly-Livry scheiterte — London weiterhin unter Störungsieuer Feindschiife im Kanal in Brand geschossen
dnb. Aus dem Führerhauptquartier, 20. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die Kämpfe in der Normandie verliefen gestern für den Feind besonders verlustreich. Auf breiter Front versuchte er im Raum Tilly-Livry mehrmals mit starken Infanterie- und Panzerkräften unsere Front zu durchstoßen. Alle Angriffe scheiterten. Südwestlich Tilly wurde dabei ein feindliches Bataillon völlig zerschlagen, der Bataillonsstab gef.angengenommen.
Auf der Halbinsel Cherbourg fanden keine größeren Kämpfe statt. Der Feind fühlte lediglich mit gepanzerten Aufklärungskräften gegen die Südfront der Festung Cherbourg vor.
Der Raum London liegt weiterhin unter unserem Störungsfeuer.
Heeres- und Marineküstenbatterien zwangen vor der Halbinsel Cherbourg mehrere feindliche Schiffe zum Abdrehen.
Fernkampfbatterien der Kriegsmarine schossen in der vergangenen Nacht im Ka
nal mehrere Schiffe eines nach Westen laufenden feindlichen Geleitzuges in Brand.
Die Luftwaffe setzte auch in der letzten Nacht die Bekämpfung der Schiffsansa n.’/i- lungen vor dem Landekopf erfolgreich ‘ort. Nach zahlreichen Bombentreffern wurden schwere Explosionen beobachtet.
Bei dem bereits gemeldeten Angriff deutscher Kampffliegerverbände in der Nacht vom 18. zum 19. Juni wurden nach abschließenden Meldungen zwei weitere Handelsschiffe mit 18 000 BRT. und ein Zerstörer versenkt. Außerdem wurden ein. weiterer Zerstörer, ein Tanker von 8000 BRT. und ein Frachter von 7000 BRT. schwer beschädigt.
.. Eine Fliegerdivision nn'pt r ninq von Generalmajor Körte hat sich hei diesen Einsätzen besonders ausgezeichnet.
Ueber dem Landekopf und den besetzten Westgebieten wurden gestern 29 feindliche Flugzeuge abgeschossen.
Die schwache Besatzung der Insel Elba setzte auch gestern im Nordostteil der In
sel den Kampf gegen den weit überlegenen Feind hartnäckig fort und brachte ihm schwerste Verluste bei. Sie wurde in det vergangenen Nacht auf das Festland übergeführt.
In Mittelitalien hielten die starken Angriffe des Feindes auch gestern an, ohne daß es ihm gelang, den erhofften Durchbruch zu erzielen. Besonders erbittert tobte der Kampf im Raum von Perugia, wo der Feind in mehreren aus starken Inianterie- und Panzerkräften gebildeten Angriffspunkten gegen unsere Front vorstieß. Gegenangriffe unserer Truppen brachten die feindlichen Angriffe zum stellen.
Aus dem Osten werden außer erfolgreichen örtlichen Abwehrkämpfen südöstlich 'W i t e b s k keine. Kampfhandlungen gemeldet.
Leichte deutsche- Seestreitkräfte beschädigten im Finnischen Meerbusen zwei sowjetische Schnellboote.
Vor der Karelischen Landenge eingesetzte Sicherungsfahrzeuge der Kriegsmarine schossen fünf sowjetische Bomber ab.
Die Rechenfehler im feindlichen Invasionspian
Die Festung Cherbourg und die Abriegelung des Landekopfes - Ratlosigkeit gegenüber der neuen deutschen Waffe — Auf der Suche nach einem Ausweg
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
dr. w. sch. Berlin, 20. Juni. Der Wehrmachtbericht spricht heute von der „S ü d- fr.ont der Festung Cherbourg", gegen die der Feind zunächst nur mit gepanzerten Aufklärungskräften vorgefühlt hat. Wir können uns vorstellen, daß diese Formulierung und die in ihr enthaltene Tatsache dem General Eisenhower sehr zu denken geben wird. Der gegnerische Plan des Invasionsunternehmens scheint stark von der Auffassung bestimmt gewesen zu sein, daß die deutsche militärische Führung sich auf eine bestimmte These festgelegt hat, auf 1 die Absicht nämlich, gegen die Landungstruppen, wo immer sie auch erscheinen möchten, sofort alle verfügbaren deutschen Kräfte zusammenzufassen, um den Feind gleich im Anfangsstadium wieder ins Meer zu werfen. Man dürfte allerdings drüben gleichzeitig die Hoffnung gehabt haben, durch die Wucht des ersten Stoßes, vor allem, wenn er sich gegen die Häfen Le Havre und Cherbourg richtete, den Großteil unserer westlichen Streitkräfte zu fesseln, um dann bei einem noch größeren Landungsunternehmen an einer anderen Stelle der französischen oder belgischen Küste wesentlich leichteres Spiel zu haben. Daß es mit den größten Schwierigkeiten verbunden sein würde und unter Umständen zu einer heillosen Verwirrung führen könnte, wenn von einem Tage zum anderen der Aufmarsch großer Armeen unterbrochen und nach einer ganz neuen Richtung gelenkt werden sollte, ist jedem Soldaten klar.
Die deutsche militärische Führung ist aber offenbar auf den Plan Eisenhowers, wenn er sich in dieser Richtung bewegt haben sollte, nicht eingegangen. Nach dem bisherigen Verlauf der Kämpfe reichen die jetzt im. normannischen Raum stehenden deutschen Eingreifdivisionen aus, um die Briten und Amerikaner in ihrem Landekopr von der Orne-Mündung bis an die Sudfront der Festung Cherbourg abzuriegeln, sogar erfolgreiche Gegenangriffe durchzufuhren. Wenn die Amerikaner südlich von Cherbourg auf eine 'festungsartig ausgebaute Riegelstellung treffen, so muß Eisenhower daraus folgern, daß wir eine solche Entwicklung, wie sie sich jetzt abzeichnet, von vornherein in den Bereich der Möglichkeit einbezogen haben. Je nachdem wie das InvcU sionsunternehmen in Erscheinung trat, solUe der Atlantikwail an der einen oder anderen Stelle nicht eine unübersteigbare Mauer,
sondern” Wellenbrecher zum Zwecke des
Zeitgewinnens sein. r Ch ,® _ £ s he . Festuna auch auf der Landseite \
deutet 9 für Eisenhower, daß er zum minde;
sten mit einem sehr g^^^cSourg rechnen hat, wenn er den Hafen Cherbourg
für den wirksamen Nachschub der schwersten Waffen, der Munition und der Verpflegung in seinen Besitz bringen möchte. Was sich bis dahin aber ereignen wird, wollen wir ruhig abwarten.
Die Hoffnung im Feindlager, daß man bald ein- wirksames Abwehrmittel gegen die furchtbaren Wirkungen der neuen deutschen Sprengkörper finden werde, oder daß sich die mengenmäßigen Möglichkeiten auf unserer Seite schnell erschöpfen könnten, sind bereits ganz tief herabgesunken. Was die Frage nach der zeitlichen Ausdehnungsraög- lichkeit für das gewaltige Störungsfeuer betrifft, so sind wir gewiß, daß die Laute in London und in Südengland noch ihr blaues Wunder erleben werden. Wir haben uns von vornherein darauf eingestellt, daß vor allem die Dauer des Einsatzes und schließlich ihre Steigerung in Verbindung mit möglichen weiteren Ueberraschungen die Wirkung der neuen deutschen Waffe verbürgt. Nachdem inzwischen die englische Zensur für die neutrale Presse schließlich doch erste Andeutungen über die verheerenden Wirkungen der neuen deutschen Sprengkörper dureb- lassen mußte, klingt die Feststellung des „Daily Herald“ wie ein Aufschrei aus verzweifelter Seele: „Wir haben bis jetzt kein Mittel zur Bekämpfung der neuen Raketenbombe“.
47 Sowjetflugzeuge abgeschossen
dnb. Helsinki, 20. Juni. Wie der finnische Wehrmachtbericht meldet, war im westlichen ’Teil der Karelischen Landenge der feindliche Druck besonders stark gegen V i i p u r i gerichtet. Johanne, Kyyroela und Muloaa wurden aufgegeben. Bei der Bahn- sfation Kämärä wurden sieben feindliche Panzer vernichtet. Auf der Landenge zwischen dem Aeyräpäänjärvi und dem Vuok- sen schlugen finnische Truppen gestern mehfere nach heftiger Feuervorbereitung vorgetragene Angriffe zurück. Auf der Aunus-Landenge griff der Feind an zwei Stellen in Bataillonsstärke an.
Die Befestigungen der Koivisto-Inseln verhinderten die Annäherungsversuche feindlicher Flotteneinheiten. Finnische und deutsche Schiffe nahmen wirksam an der Abwehr teil.
Im Westen der Karelischen Landenge griffen unsere Bombenflugzeuge und deutsche Sturzbomber in der vergangenen Nacht die feindlichen Schiffsansammlungen, Panzergruppierungen und motorisierte Kolonnen an. 47 ^eindflugzeuge wurden abgeschlossen, davon 25 durch deutsche Flugzeuge und Schiffseinheiten.
Die verstärkte Sperrzone der Flak und der Ballone hat sich als völlig illusorisch erwiesen, und heute wird auch gesagt ,daß die schnellsten Jäger längst nicht an die Geschwindigkeit der deutschen Sprengkörper heranreichten und Sich außerdem selbst der Gefahr der Vernichtung aussetzen, wenn zufällig einmal ein solches Riesengeschoß in der Luft zur Explosion gebracht werden- sollte. Wir brauchen keinen Wirkungsbericht aus englischer Quelle, zumal ja jeder von ihnen stark frisiert sein wird, denn wir wissen selbstverständlich, was unsere neuen Sprengkörper anrichten können und Wo sie treffen. Und darum ist es uns auch ganz klar, daß je länger je mehr das^ Störungsfeuer auf den Raum von London und Südengiand drüben unerträgliche Zustände schaffen muß, aus denen die „Yorkshire Post",nur noch den einen Ausweg sieht: das Gebiet zu erobern, in dem sich die Ausgängsbasis der deutschen Sprengkörper befindet. Das engliche Blatt sollte, wenn es den Verlauf der Kämpfe in der Normandie in seiner Bedeutung richtig zu beurteilen vermag, sich selbst sagen, daß die deutsche militärische Führung mit einem solchen Versuch rechnet und sich auch gerade dafür ‘ stark eingesetzt hat, indem sie dem ecslen Angriff Eisenhowers anders begegnete als dieser wohl erhofft haben dürfte.
Die Kämpfe im Raum von Witebsk dnb Berlin, 20. Juni. Im Raum von Witebsk schläft die Gefechtstätigkeit niemals völlig ein. Die Bolschewisten versuchen, sich bessere Ausgangsstellungen für geplante größere Angriffe zu verschaffen. Wo ihnen Einbrüche gelangen, wurden diese von unseren Grenadieren rasch wieder bereinigt und abgeriegelt. Unsere Artillerie bekämpfte wirkungsvoll den feindlichen Nachschub, zerschlug Bereitstellungen und brachte Batterien zum Schweigen. Unsere Luftwaffe drosselte die feindliche Fliegertätigkeit und bekämpfte erfolgreiche Bahnknotenpunkte, Materiallager und Bereitstellungen.
Härtester, blutiger, verbissener Kampf um Grabenstücke, Dörfchen, Hügel, aber selten unter Einsatz von -Truppen über Bataillonsstärke durchgeführt und daher — gemessen am Geschehen an anderen Fronten — „ohne besondere Bedeutung“: Das ist das Kennzeichen der Kämpfe inj Raum von Witebsk.
Aufhebung- der. Diplomatensperre ep. Stockholm, 20. Juni. Nach zweimonatiger Dauer hob die britische Regierung laut Mitteilung des Foreign Office die über neutrale und „alliierte" Diplomaten am 17. April verhängte Sperre wieder auf.
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Die gro/Jti V-Hoot-i\etzsperre im Finnischen Meerbusen wurde wieder ausgebracht. Netzlänge auf Nelzlange wird ins Meer gebracht . Nach einer bestimmten NetzUinge kommt je - weilig eine gezeichnete Boje . Bald ist so die Sperre beendet, durch die nun kein sowjetisches U-Boot mehr einen Weg in die ofjene Ostsee finden wird. — FK.-Kriegsbcr. Heidsiek (Sch)
KMifo tdet Kürutmu?
Von
Reichsleiter Baldur von Schirach
Unsere Feinde geben vor, diesen Krieg nicht zuletzt um ewiger kultureller Güter willen gegen uns führen zu müssen, als ■■deren Hüter sie sich in ihren Zeitungen und Rundfunksendungen aufspielen. Nach ihrer Darstellung sind wir kulturfeindliche Barbaren, die im Begriffe sind, alles das zu zerstören, was angeblich allein von Nordamerikanern und Engländern in diesem Krieg verteidigt werden kann. In den Tagen der Zerstörung des ehrwürdig-edlen Klosters auf dem Monte Cassino durch nordamerika- nische Flieger und nach der rücksichtslosen Bombardierung und Zertrümmerung deutscher Kirchen und Präfanbauten, die nicht nur dem Herzen unseres eigenen Volkes teuer waren, sondern Millionen und aber Millionen Menschen, die — wenn nicht unserem Staate, so c^och unserem Kulturkreis angehörten —, als Denkmäler und Symbole des Geistes unseres Kontinents erschienen, scheint es müßig, eine Betrachtung darüber anzustellen, wer die Kultur angreift und w e r sie verteidigt. Dennoch scheint es notwendig, die Einstellung des Feindes zu kulturellen Aufgaben kurz zu skizzieren.
Die Geschichte wird unerbittlich festhal- ten,. daß im Verlauf dieses Krieges dort, wo der deutsche Soldat siegreich einzog, durch ihn die Zeugnisse der Kultur des besetzten oder besiegten Landes besonders gepflegt und beschützt wurden. Im Kampf gegen Griechenland ist keiner jener heiligen Altäre der Menschheit umgestürzt worden, mit denen dieses Land so reich gesegnet ist, weil Deutsche und Griechen mit gleicher Ehrfucht die Schöpfungen der antiken Welt als Offenbarung ihres künstlerischen Strebens nach Vollendung empfinden. So war es auch in Holland, Belgien und Frankreich und überall, wo wir im Zeichen des Krieges ein Kulturland betraten und uns mit einem Kulturvolk auseinanderzusetzen hatten. Weil wir im europäischen Raum eine gemeinsame Basis für unsere geistigen und künstlerischen Anschauungen besitzen, ist uns der Gedanke der sinnlosen Verwüstung kultureller Schöpfungen völlig fremd. Dieser Gedanke konnte in keinem europäischen Hirn entstehen. Er konnte nur dort gedacht werden, wo es eine höhere Bildung und Bindung gibt. In Europa hat außer bei wenigen Verkommenen das Kunstwerk nie als Ware gegolten. Auch der private Sammler war stes gewohnt, das von ihm erworbene Kunstgut als nationalen Besitz zu sehen. Er fühlte sich als Treuhänder der Kunst. Daraus erklärt sich auch, daß die bedeutendsten privaten Sammlungen fast immer entweder zum Grundstock öffentlicher Sammlungen wurden oder den Museen als Erweiterung und Bereicherung zugeführt wurden. Wenn amerikanische „Mäzene" ihre Aufkäufer nach .‘Europa schickten, um Plastiken und Gemälde, Gobelins und Inkunabeln und Münzen und Medaillen zu jedem Preis aufzukaufen, so entsprach dieses Verfahren durchaus der kapitalistischen Mentalität, die in der'Kunst einen Artikel sieht, den man ebenso einkauft wie Oelsardiiien, Tabak oder Seide.
Vom amerikanischen Blickpunkt her ges.ehen ist die Kunst ajs Ware in Europa überreichlich, vorhanden, während sie in USA, verknappt ist. Die Zerstörung europäischer Kunstwerke ist für den amerikanischen Feind nichts anderes als die Zerstörung eines Warenlagers von ungeheurem Wert, denn man weiß auch drüben, daß Kunstwerke kostbar sind, und meint, mit jedem zerstörten Dom und jedem vernichteten edlen Bau die Kreditfähigkeit des Gegners zu erschüttern. Außerdem vernichtet man nur das, was man ohnehin nicht forttragen kann. Amerikanische Millionäre haben schon in früherer Zeit in Europa Häu-