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ormeiaiers der Freien Hansestadt Bremen '♦fr' _v i_-. i j.
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parteiamtliche Tageszeitung
Da» Amtsblatt des Regierenden Bürgermeisters der Freien Hr™««wit m- — ■ T -
Nr. 168 14. Jahrgang
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verkündungsblatt des Reichsstatthalters in O'denburg und Bremen
Dienstag, 20. Juni 1944
Einzelpreis 15 Rpf.
Viertägiger Daueralarm in London
Englische Abwehr hilflos gegen deutsche Sprengkörper - Verzweifelter Einsatz, von Flakschiffen im Kanal
Luden, Trotz
? ebl « Ostfriesland v! f Mithin reichtÄ- desam B «irk herausaeWrt^^ 7 - P ferde vorhanden. Dh 7 Geest am stärksten m J® 1 '- auchalijährtichiniS der Äbsatz der SaugfohÄ^ oder nach Form J 1 " Wie *
«scheinenden HengsS^ Hengstzüchter zuerst eTS,^ «Zuwachs an
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es wird über die FoUeafeiL.;-,'
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Achtung
„Voralarm" odei „Vwanaj', sondern „KM
wenn nicht gleicbeifij ä Inte tigungsschein des Käufers TiiictS T. Die OrtsbauemfänatH5.fci:i Verbraucher aut Zuwtisjtsiri gegen und leiten fliese u ä rau? Kreisbauernschaft »tite. Je nicht an die Kieisjw st lieber Kauf otaeGstfccJEijt
Drahlbericht unserer Berliner Schriftleitung dr, w. sch. Berlin, 19. Juni. Zum vierten Male steht nun schon an der Spitze des deutschen Wehrmachtberichts ein kurzer, aber inhaltsschwerer Satz, der die ununterbrochene Fortdauer des Störungsfeuers mit den schwersten Sprengkörpern gegen das Heu des britischen Empire feststellti In noch stärkerem Maße als bisher macht ffl an in London jetzt den Versuch, jedes Durchkommen von Nachrichten über die Wirkungen der neuen deutschen Waffe zu verhindern. Der englische Nachrichtendienst beschränkt sich auf ganz kurze Mitteilungen, in denen der fortgesetzte Einsatz „unbemannter Flugzeuge" sowie „Schäden und Verluste“ verzeichnet‘werden. Die neutrale Presse ist seif heute einzig auf Meldungen der amerikanischen Nachrichtenagenturen ingewiesen, die von der englischen Zensur doch nicht völlig zum Schweigen gebracht »erden konnten. Wenn man- berücksichtigt, daß auf diese amerikanischen Agenturen velbstverständlich weitgehend auch die agitatorischen Bedürfnisse der Briten Rücksicht lehmen müssen, so erhält das Wenige, was vir auf diesem Wege erfahren, ein ganz entscheidendes Gewicht.
Der Londoner Korrespondent von „International News Service" stellt fest, daß seit Donnerstag Südengland praktisch gesehen ^unterbrochen Luftalarm hat, daß die „pi- itenlosen Flugzeuge" Tag und Nacht einigen. „United Preß" ergänzt das dahin, daß i der Montagnacht die Angriffe seit dem sten Einsatz der deutschen Geheimwaffe ortgesetzt worden seien. „In einigen Bezirken kamen die Geschosse, in so dichter Folge, laß ejns dem anderen folgte. Kaum hatte iss Dröhnen des einen aufgehört, so nahte bereits das nächste". Weiter wird festge- sleilt, daß der gegenwärtige Alarmzustand sei schlimmer sei als derjenige von 1940. Wenn londoner amtliche Stellen die hche o zu bagatellisieren versuchen, daß von einem „sporadischen Bombarde-
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Wenn angesichts der ungeheuerlichen Sucht und Wirkung der neuen deutschen Sprengkörper und angesichts der in den nerikanischen Meldungen verzeichneten
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Sie werden drüben, wenn die Zeit ge- »men ist, schon merken, daß es sich jetzt ar um eine der neuen Waffen handelt, die w an der entscheidendsten Stelle zur Gel- :ai S bringen werden. Besonders lähmend ltß darüber hinaus die Erkenntnis wirken, aß die Abwehr bisher in keiner Weise in Lage ist, etwas Wirksames gegen die deutsche Waffe zu unternehmen. Zwar hrd von englischer Seite jetzt plötzlich ver- ■rhert, daß eigene Abwehrvorkehrungen Shon vor dem Einsatz der neuen deutschen '“he beinahe abgeschlossen gewesen seien, Jl*! leider hätten die Deutschen noch einen
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| britischen militärischen Kreise befas- '2®rieh, wie schwedische Meldungen aus ■ffon übereinstimmend mitteilen, intensiv ®i der Frage, welche Abwehr gegen die ; !ile deutsche Waffe möglich ist. „Stock- 5 ™ s Tidningen" veröffentlicht eine Mel-
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Das Eichenlaub verliehen
. --J. Führerhauptquartier,
- Juni. Der Führer verlieh das Eichenlaub U® Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an , ä J°r Joachim Domaschk, Bataitlons- 2® ma ndeur in einem sächsischen Panzer- 1 'Uadier-Regiment, als 496. Soldaten der .«sehen Wehrmacht. Ferner erhielt das ‘Menlaub Hauptmann Conrad Zeller,
ä| Uonskommandeur in einem württem- , S'sch-badischen Grenadier-Regiment, als 1 Soldaten der deutschen Wehrmacht.
Neuer Ritterkreuzträger dnb.Berlin, 19. Juni. Der Führer verlieh ' Vorschlag des Oberbefehlshabers der 'Waffe Reichsmarschall Göring, das Rit-
- reuz des Eisernen Kreuzes an General- .''Uant Alton Luczny, Kommandeur
er Flak-Division (mot.).
frße U-Boot-Frontspange gestiftet
5: Ber 'in, 19. Juni. In Anerkennung des ö. ‘gen harten Einsatzes der U-Boote und tim .Opferen, zähen und vorbildlichen,: di», Plens hat der Oberbefehlshaber der t, gsmarine die U-Boot-Front- j,- n 9 e i n Bronze gestiftet. Sie' wird -.ysjfj^en 1 Auftrag durch die Flottillenchefs
''-'IG
und wird unmittelbar über der
:sit l ,jl' ssc * lna lle getragen. Auch die Ver , n 5 an Gefallene und die Aushändigung
Hinterbliebenen ist vorgesehen. Die
^“Men für die Verleihung der Spange B besonders lestgelegt.
düng seines Londoner Korrespondenten, wonach eine Konferenz britischer Offiziere und Artilleriesachverständiger im Hauptquartier der englischen Abwehr stattgefunden habe, um einen Plan zur Zerstörung der neuartigen deutschen Sprengkörper aufzustellen. , Nachdem zuerst die englische Flak angewiesen war, ein pausenloses Abwehrfeuer gegen die deutschen Geschosse zu eröffnen, hat man inzwischen offenbar eingesehen, daß diese Maßnahme wirkungslos ist, und ist, wie „Evening Standard" schreibt, dazu übergegangen, eine „Präzisionsbeschießung" an Stelle der „Massenbeschießung in Form von Sperrfeuer" zu setzen. Ferner scheint man der Auffassung zu sein, daß es notwendig ist, die Flakabwehr vorzuverlegen, um nicht durch den Abschuß der Sprengkörper
über dicht besiedelten Gebieten neue Gefahren für die Bevölkerung heraufzubeschwören. So will „Exchange Telegraph" davon unterrichtet sein, daß die Verteidigung Englands auf den Kanal vorverlegt wurde.
Eine größere Anzahl von Flakschiffen und Schnellfeuergeschützen soll vor der Küste stationiert worden sein. Außerdem hat die englische Luftwaffe augenscheinlich Befehl bekommen, die Sprengkörper zu verfolgen und in der Luft abzuschießen. Um auch hier der Gefahr zu begegnen, daß die Sprengkörper über bebauten Gebieten zur Explosion gebracht werden, sollen die Jäger angewiesen worden sein, an geeigneter Stelle die Abwehr gegen die deutschen Geschosse aufzunehmen, um sie möglichst über unbewohnten Gebieten oder über dem Meer un
schädlich zu machen. Von einer Ballonsperre versprechen sich *iie Luftsachverstäc-digen nach einer Meldung des Sonderkorrespondenten von Reuter, Micharl Ryerson, wenig.
Die neuen Anweisungen an die britische Flakwaffe, die „Roboter-Bombe" durch Präzisionsbeschuß zu treffen, erwecken ebenso den Eindruck einer vollkommenen.Hilflosigkeit, wie der Dauereinsatz von Jagdflugzeugen in bestimmten Gebieten. -Wir können mit ruhiger Gelassenheit abwarten, wie sich schließlich doch die Erkenntnis der Ohnmacht gegen die neuen deutschen Sprengkörper im englischen Volke auswirken wird, wenn gleichzeitig der Alarmzustand nicht aufhört und wenn vor allem hinter dem gegenwärtigen Zustand noch weitere Drohungen stehen,
Das Störungsfeuer auf London dauert an
Schwerpunkt der Kämpfe in der Normandie im Raum St. Sauveur-Le Vicomte Brückenkopf an der Orne eingeengt — Heldenhafter Widerstand auf Elba — Luftangriff auf Sarny
dnb. Führerhauptquartier, den 19. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Das Störungsfeuer auf London und seine Außenbezirke dauerte auch gestern während des ganzen Tages und in der heutigen Nacht mit wechselnder Stärke an.
Der Schwerpunkt der Kämpfe in der Normandie lag am vergangenen Tay im Raum von St. Sauveur Le Vicomte. Es gelang hier dem Feind, unter stärkstem Einsatz seiner Artillerie und Luftwaffe unsere Sicherungen zu durchstoßen und die Westküste der Halbinsel Cherbourg bei Barnville sur Mer zu erreichen. Die Abriegelungsfront unserer Truppen ist südlich und nördlich davon gebildet.
Der feindliche Brückenkopf östlich der Orne wurde weiter eingeengt. Feindliche Gegenangriffe mit Panzern scheiterten. Beiderseits T i 11 y griff der Feind auf breiter Front mit stärkeren Infanterie- und Panzerkräften an. Alle feindlichen Angriffe brachen erfolglos zusammen.
Nordöstlich St. L o wurde ein Einbruch vom Vortage im Gegenstoß bereinigt. Hier
hat sich die 3. Fallschirmjäger-Division unter Führung von Generalleutnant Schimpf besonders hervorgetan.
Kampffliegerverbände versenkten vor dem Landekopf zwei Handelsschiffe mit 18 000 BRT. und einen Zerstörer. Vier weitere Handelsschiffe mit 29 000 BRT. und drei Zerstörer wurden schwer beschädigt.
Marineküstenbatterien beschädigten westlich der Halbinsel Cherbourg ebenfalls einen feindlichen Zerstörer.
Auf der Insel Elba verstärkt sich der Feind durch neue Zuführungen. Die Inselbesatzung leistet unter Befehl des tapferen Kommandanten Generalmajor Gail heldenhaften Widerstand und hat dem Gegner schwere Verluste beigebracht. Vor weit überlegenem Feind mußten sich unsere Truppen schließlich auf den Nordosttei) der Insel zurückziehen. Die Kämpfe gehen weiter.
Torpedoboote versenkten östlich der Insel Elba ein britisches Schnellboot und beschädigten zwei weitere schwer.
Im Abschnitt von Grosseto bis P e - rugia war gestern ein besonders schwerer Kampftag. Mit zusammengefaßten Kräften griff der Feind während des ganzen Tages
an, ohne daß es ihm gelang, größeren Geländegewinn zu erzielen. Zu besonders heftigen Kämpfen kam es im Raum südwestlich und südlich Perugia, wo unsere Truppen verbissen Widerstand leisteten und wiederholte, von Panzern unterstützte Angriffe zum größten Teil im Nahkampf zerschlugen.
Im Osten scheiterten örtliche Angriffe der Sowjets im Karpatenvorland, an der Be- r e s i n a und beiderseits W i t e b s k unter hohen Verlusten für den Feind.
Schwere deutsche Kampfflugzeuge führten in der vergangenen Nacht einen zusämmen- gefaßten Angriff gegen den Bahnknotenpunkt Sarny, der, große Brände und Explosionen verursachte.
Ein nordamerikanischer Bomberverband flog nach Nordwestdeutschland ein und führte Terrorangriffe gegen mehrere Städte. Besonders in den Wohngebieten von Hamburg, Bremen, Hannover und W e - sermünde entstanden Schäden und Personenverluste. Durch Flakartillerie der Luitwaffe und der Kriegsmarine wurden 16 feindliche Flugzeuge vernichtet.
Das Gesell des Handelns im Westen
Eisenhower: Die neue Waffe kann die gesamte Kriegführung beeinflussen
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
dr. w. sch. Berlin, 19. Juni. Ebensowenig wie es bisher der britischen Abwehr möglich war, die neuen- deutschen Sprengkörper auf ihrem Wege zu treffen und ihre zweifellos furchtbare Zerstörungskraft auszuschalten, sieht sich der Feind bisher auch nicht in der Lage, den Angriff am Ausgangspunkt zu treffen. Das ist eine Feststellung, die wir den Betrachtungen der neutralen Presse entnehmen. Die Meldung über einen starken Luftangriff nach dieser Richtung kann weder in England selbst noch im ganzen Ausland irgendwelchen Eindruck machen. Man sagt dort mit Recht; daß die Möglichkeiten der englisch-amerikanischen Luftflotte heute erst recht als 'völlig fragwürdig beurteilt werden müßten, wenn es nicht schon- vorher gelungen sei,, bei den schweren Bombenangriffen auf Nordfrankreich und Belgien die Aufbauarbeiten zu verhindern oder doch entscheidend zu stören.
Nachdem nun der General ^ Eisenhower selbst darauf hingewiesen hat, daß die neue Waffe vielleicht die gesamte Kriegführung beeinflussen könne, und nachdem die Südwestarmee Montgomerys nun doch wohl bald vollzählig im normanni : sehen Landekopf eingesetzt worden sein dürfte, muß. nach der jüngsten Entwicklung mit dem Versuch des Gegners gerechnet werden, die weiteren noch in England vorhandenen Streitkräfte an einer anderen Stelle der europäischen Westküste an Land zu bringen. Wie die Dinge sich entwickeln und sich entwickelt haben, und nachdem die ungeheuerlichen Verluste zu einem Kräfteeinsatz weit über das vorgesehene Maß hinaus gezwungen- haben dürften, kommt für einen neuen Landungsversuch ein Bereich außerhalb der europäischen Westküste in nicht zu großer Entfernung von. der Nachschubbasis wohl kaum in Frage.
Das eine wird in diesem Zusammenhang klär, daß jetzt unsere militärische Führung dem Feind in allen seinen Unternehmungen das Gesetz des Handelns vorschreibt. Wir werden uns dieses Gesetz des Handelns auch nicht durch Verlockungen des Gegners entreißen lassen, unsere Kräfte .nach seinem Wunsch zu verteilen und in ihrem Hauptteil dahin zu lenken, wo er sie gern sehen möchte. Wenn es dann fem Feind gelingt, da oder dort einen optischen Erfolg zu erringen, so ist heute, nachdem der tatsächliche Beginn der Invasion und der El "_ satz einer vergeltenden Waffe alle bisheri gen Entschlüsse unserer Führung _volilkom- men gerechtfertigt hat, das deutsche Volk seinem strategischen Urteil so geschult
und S "n"eifern‘Vertrauen so gefestigt, wir uns so leicht durch nichts mehr orschiri- lassen. Im Rahmen der größeren Zu
sammenhänge werden wir darum durch die Tatsache, daß es den Amerikanern gelungen ist, in der Mitte der normannischen Halbinsel einen Angriffsschlauch bis zur Westküste bei Barnevilie vorzutreiben, nicht allzusehr beeindruckt. Dieser zunächst noch äußerst schmale Schlauch ist inzwischen im Süden und im Norden abgeriegelt. Er bedeutet noch keineswegs einen strategischen Er-, folg. Zu einem solchen sucht ihn der Feind durch seinen Angriff nordöstlich von S t. L o zu erweitern, aber hier waren umgekehrt unsere Truppen im Gegenangriff erfolgreich. Mit dem Durchstoß bis nach Barnevilie haben die Amerikaner noch lange nicht die Festung und den Hafen Cherburg, und vor allem müßte sich am Ende erst zeigen,, ob überhaupt aus dem Raum dieses Brückenkopfes heraus, der zu einem Teil leicht ab
zuschnüren ist, größere operative Bewegungen möglich sind. x
Wir müssen hier wie überall, wo wir die Beweggründe und die entscheidenden Zielsetzungen unserer militärischen Führung nicht kennen, volles Vertrauen haben. In kurzer Zeit werden wir vielleicht viel klarer sehen. Bis die letzten Entscheidungen herangereift sind, halten wir den Gegner auf seinem Landungskopf in einem gewaltigen Abnuczungsprozeß fest, der heute auch wieder in' einer neuen Erfolgsbilanz der Versenkung und Beschädigung durch Kampffliegerverbände und Marineküstenbatterien seinen Ausdruck findet. Gleichzeitig steigen die blutigen Verluste des Gegners täglich Weiter ins unermeßliche, während, noch unsichtbar für uns, die Vorbereitungen für weitere Maßnahmen unseres allgemeinen Gegenangriffes fortschreiten.
Pausenlos eingesetite Sprengkörper
Die zerstörenden Wirkungen in England „enorm"
dnb. Berlin, 19. Juni. Mehr als drei volle Tage stehen die Briten in vergeblichem Abwehrkampf gegen die neue deutsche Waffe. Sie haben die Flak an der Südküste Englands durch zahlreiche weitere Batterien verstärkt, um die Sperrfeuerzone noch mehr zu verdichten. Jagdflieger versuchten ebenfalls von neuem, die Sprengkörper noch in der Luft zur Explosion zu bringen. -Gleichzeitig durchforschten Aufklärer und Bomber die Küstenzonen nach Anlagen, von denen aus die Sprengkörper ihren Vernichtungsflug beginnen könnten. Als alles vergeblich blieb und das schwere Störungsfeuer auf London und seine Außenbezirke weiterhin anhielt, wurde die britische Oeffentlichkeit mit der Meldung beruhigt, daß eine technische Kommission zum Studium der Abwehr eingesetzt worden wäre. Das heißt aber nichts anderes, als daß die Briten zunächst keinerlei Möglichkeit sehen,' die immer mehr um sich greifende Zerstörung durch die fortgesetzt einfallenden Sprengkörper aufzuhalten.
In einer United-Preß-Meldung wird zugegeben, daß die zerstörenden Wirkungen der neuen deutschen Waffe „enorm" seien. Das Nachrichtenbüro berichtet weiter, wie am Sonntagnachmittag „Roboter" über Südengland und dem Küstengebiet erschienen seien, die lange Flammen ausspien. Nach Erlöschen der Flammen sei eine große Rauchfahne entstanden, gleichzeitig sei das geheimnisvolle Geschoß zum Sturzflug übergegangen.
Der Londoner Korrespondent des schwedischen Blattes „Aftontidningen" schreibt, man müßte zugeben, daß der Schlaf der Engländer, gelinde ausgedrückt, unruhig geworden sei. Der Korrespondent von „Afton-
bladet" meldet, daß am Sonnabend kurz nach Einbruch der Dunkelheit die ganze Nacht hindurch bis in die frühen Morgen: stunden des Sonntags die deutschen Sprengkörper pausenlos eingesetzt worden seien. Der Sachverständige des Blattes, der Betrachtungen über die Konstruktion des neuen deutschen Geschosses anstellt, bemerkt, daß der Einsatz der neuen Waffe für die Engländer einen Schock bedeutet habe. Anglo-amerikanische Militärsachver- ständlge bezeichnen nach einer von „Svenska Dagbladet" veröffentlichten Meldung aus dem Alliierten Hauptquartier in England die deutsche Geheimwaffe als die „Dicke Berta des zweiten Weltkrieges", bemerken aber dazu, daß das neue Geschoß eine verheerendere Wirkung habe als die berühmte Riesenkanone des Weltkrieges.
20 000 Menschen verkommen dnb. Genf, 19. Juni. Männer, noch nicht 40 Jahre alt, aber zur Arbeit bereits unbrauchbar, Mädchen von 14 Jahren, die herumlungern und meistens betrunken sind, Kinder, denen Hunger aus hohlen Wangen blickt und denen statt anständiger Kleidung Fetzen und Lumpen um die ausgemerqelten Glieder schlottern, und Hütten, in die nie ein Strahl Sonne oder gar Licht dringt und in denen jahrein, jahraus die Seuche oder Tuberkulose umgeht, die 35 bis 45 v. H. der darin hausenden Menschen dahinrafft — das sind die Lebensbedingungen, unter denen nach einem britischen Kommtssions- bericht die rund 20 000 Siedler in Nainaqua- land in Südafrika ihr trauriges Dasein fristen müssen. In der Tat ein anschaulicher Beitrag zu der gerühmten britischen Kolonialpolitik!
Sowjetpanzer als Deckung
l’unzKijUsiliere der Division „Grotidcnisdi- Innd“ haben sich in einem der zahlreichen ab- geschobenen Sowjetpanzer im Raume nordwestlich von Jassy zur V erteidigung eingerichtet. Hier erwarten sie in Ruhe den Angriff des Feindes. — To-Ep (Sch)
da» deütuke Heidt, Zütofta £nd taqlahd
Von
Dr. Sven Hedin
Bei den Untersuchungen, die ich im Rahmen meines Buches „Amerika im Kampf der Kontinente“ über die ungeheuerliche Schuld angestellt habe, die Nordamerika und England der europäischen Kultur gegenüber auf sich geladen haben, bin ich auf folgende'interessante geschichtliche Reminiszenz gestoßen:
Vor 700 Jahren befand sich Europa ifi einer Lage, die in vieler Hinsicht der heutigen glich. In den Jahren zwischen 1237 und 1241 stürmte der Enkel Dschin- gis-Khans, Batu Khan, mit seinen berittenen Legionen durch Rußland, von der Wolga her über Moskau nach Nowgorod. Die mongolischen Horden zogen durch Podolien, Bessarabien, Transsylvanien (Siebenbürgen), die Walachei, die Dobrudscha, Bulgarien, Serbien Slawonien, Ungarn und Norditalien. Eine andere Gruppe nahm den Weg durch Polen nach Breslau und Liegnitz, während eine dritte durch Litauen, Preußen und Pommern stürmte.
Der einzige unter den Fürsten der damaligen Zeit, der die fuchtbare Gefahr erkannte, mit der eine mongolische Invasion wie ein Gespenst Europa bedrohte, war, wie auch jetzt, Deutschlands Oberhaupt, der im Jahre 1215 in Aachen ztim Deutschen Kaiser - gekrönte Friedrich II. Zweimal war er vom römischen Papst Gregor IX. in den Bann getan worden, obwohl er Kreuzfahrer war. Er besaß ein ungewön- liches Maß von Intelligenz und Scharfblick und ließ sich an seinem Hofe auf Sizilien von gelehrten Männern über die Ereignisse der Zeit unterrichten. Ganz Rußland ertrank in Blut, die heilige Stadt Kiew lag in Trümmern, Polen war zerschmettert, Ungarn verwüstet. An den deutschen Reichsgrenzen' erlagen Europas Grenzwächter den unübersehbaren Reiterschwärmen, die aus Asien kamen. Volk und Fürsten, Priester und Mönche flehten um Gottes Hilfe, man predigte Fasten und Kreuzzüge.
Am 3. Juli 1240 sandte Kaiser Friedrich seinem Schwager, König Heinrich III. von England, einen Brief, der ebensogut im Frühjahr 1941 hätte geschrieben werden können:
„Kaiser Friedrich möchte des englischen Königs Aufmerksamkeit auf eine Sache lenken', die das Reich und alle treuen Königreiche angeht und die die gesamte Christenheit mit allgemeiner Vernichtung bedroht. Ein Barbarenvolk, Tataren genannt, breitet sich aus wie der Krebs. Vernichtung, Verwüstung reicher Länder, wobei weder Geschlecht noch Alter und Würde geschont wird, durch ein Volk, das die übrige Menschheit ausrotten, das allein herrschen will durch seine unerhörte Zahl und Macht. Die Tataren, Kinder der Hölle . . . brechen plötzlich hervor wie der Zorn Gottes oder der Blitz, stolze Reiche werden vollständig verwüstet und die Einwohner getötet . . . Die Ungarn mit ihren Priestern und^Rittern wurden alle in einem Blutbade niedergemetze.lt, von dessengleichen man niemals gehört hat . . , Die Not gebietet, ihnen Widerstand zu leisten, da die Gefahr vor der Tür steht. Gegen die allgemeine Vernichtung und Verwüstung der ganzen Welt, im besonderen die Vernichtung der Christenheit, ist schnelle Hilfe und schneller Einsatz vonnöten."
Deff Kaiser ermahnt den König von England und andere Fürsten unablässig durch Briefe und warnt: „Frieden und Eintracht muß unter den Herrschern walten, Zwietracht. die oftmals Unheil brachte, muß ruhen, es muß ein gemeinsames Abkommen getroffen werden, um den Barbaren Einhalt zu gebieten — denn, wer gewarnt ist vor der Gefahr, der ist auch